Jenkins Reid | Atmosphere | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 472 Seiten

Jenkins Reid Atmosphere

Roman | Der Nr-1-Bestseller in den USA und UK: »Sie werden diesen packenden Roman verschlingen.« Kristin Hannah
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8437-3602-2
Verlag: Ullstein Ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Der Nr-1-Bestseller in den USA und UK: »Sie werden diesen packenden Roman verschlingen.« Kristin Hannah

E-Book, Deutsch, 472 Seiten

ISBN: 978-3-8437-3602-2
Verlag: Ullstein Ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Stadtgespräch in New York von der Autorin des Bestsellers Die sieben Männer der Evelyn Hugo und Daisy Jones & The Six  Joan Goodwin sieht zu den Sternen auf, seit sie denken kann. Als Professorin für Astrophysik hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, und sie ist glücklich, wenn sie ihrer Nichte abends unter freiem Himmel die Sternbilder erklären kann. 1980 wagt sie den Schritt ihres Lebens: Sie bewirbt sich als eine der ersten Frauen für das Space-Shuttle-Programm der NASA. Mit einer Gruppe aus hoch qualifizierten Piloten, Commanders und Ingenieurinnen beginnt sie die intensive Vorbereitung auf ihren ersten Flug ins All. Während sie ihrem Traum von den Sternen immer näher kommt, geschieht etwas, das Joan nicht erwartet hätte: Sie begegnet der Liebe ihres Lebens. Mit einem Mal stellt sie alles infrage, was sie über ihren Platz im Universum geglaubt hat. »Sie werden diesen packenden Roman verschlingen und den Frauen die Daumen drücken, dass sie nicht nur im Raumfahrtprogramm erfolgreich sind, sondern auch darüber hinauswachsen. Ein perfektes Ende. Ich liebe es.« Kristin Hannah 

Taylor Jenkins Reid ist die internationale Bestsellerautorin von Die sieben Männer der Evelyn Hugo, Daisy Jones & The Six und Carrie Soto is Back. Ihre Romane sind millionenfach gelesen, in über zwanzig Sprachen übersetzt, werden verfilmt und stürmen zahlreiche Bestsellerlisten. Sie lebt mit ihrer Familie in Los Angeles.
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29. Dezember 1984


Weit vor neun Uhr erreicht Joan Goodwin das Johnson Space Center. In Houston ist es bereits stickig und schwül. Auf dem Weg über den Campus zum Mission Control Center spürt sie, wie sich Schweiß an ihrem Haaransatz sammelt, und das ist nur zum Teil der Hitze geschuldet.

Ihr heutiger Job gehört zu ihren Lieblingsaufgaben als Astronautin. Sie ist CAPCOM in der Orion-Flugcrew für STS-LR9, den dritten Flug der Raumfähre .

CAPCOM – die einzige Person in der Missionskontrolle, die direkt mit den Astronauten im Raumschiff spricht – ist eine von vielen Rollen, die Astronauten übernehmen, wenn sie nicht gerade auf einer Mission sind.

Das muss Joan den Leuten oft erklären, wenn sie ausnahmsweise mal auf eine Party geht. Astronauten trainieren zwar, um ins All zu fliegen. Aber sie helfen auch dabei, Geräte und Experimente zu entwickeln, testen Lebensmittel, bereiten das Raumschiff vor, unterrichten Studierende über die Möglichkeiten der NASA, werben in Washington für die Raumfahrt, sprechen mit der Presse und vieles mehr. Die Liste ist lang.

Astronautin zu sein, bedeutet nicht nur, in den Weltraum zu fliegen. Man ist ein Mitglied des Teams, das die Besatzung nach oben bringt.

Außerdem ist Joan bereits dort oben gewesen. In ihrem Nachttisch zu Hause liegt der exklusive Talisman, nach dem sich jeder Astronaut sehnt: die goldene Anstecknadel. Der Beweis dafür, dass sie zu den wenigen Auserwählten gehört, die diesen Planeten je verlassen haben.

Aus zweihundert Meilen Entfernung hat sie das spektakuläre Blau der sieben Weltmeere gesehen. Ihr fällt kein Begriff ein, der das Leuchten angemessen beschreiben würde. Neunundneunzig Komma neun Prozent der Menschen, die jemals gelebt haben, haben dieses Blau nie gesehen. Joan schon.

Aber jetzt ist sie zu Hause, steht mit beiden Beinen auf festem Boden und hat eine Aufgabe zu erfüllen.

Als Joan an diesem Morgen mit einem schwarzen Kaffee in der Hand das Mission Control Center betritt, ist sie entspannt. Sie ist nicht ängstlich, verschreckt oder todunglücklich.

All das wird später kommen.

Joan betritt die Missionskontrolle durch den Kontrollraum. Einen Moment lang beobachtet sie, wie die Crew der letzten Schicht zwei Missionsspezialisten auf ihren Weltraumspaziergang vorbereitet.

Ihr Chef – Flugleiter des Orion-Flugteams, Jack Katowski – ist bereits bei der Bodenkontrolle und lässt sich vom vorherigen Flugleiter einweisen.

Jack – Bürstenhaarschnitt, graue Schläfen – gilt als besonders stoisch, und das in einer Organisation, die ohnehin dafür bekannt ist, besonders stoisch zu sein.

Doch er unterstützt Joan schon lange in ihrer Rolle als CAPCOM, und sie sind ein gutes Team. Darauf ist Joan stolz: Sie ist eine ausgezeichnete Kollegin.

Vor allem in der Besatzung von STS-LR9, die fast ausschließlich aus Astronauten ihres Jahrgangs besteht.

Commander Steve Hagen ist einer ihrer Ausbilder gewesen, aber die übrigen Besatzungsmitglieder – Pilot Hank Redmond und die Missionsspezialisten John Griffin, Lydia Danes und Vanessa Ford – sind mit Joan zusammen ausgebildet worden, mit ihnen hat sie diesen Job erlernt.

Sie sind mehr als nur ihre Freunde; einige von ihnen sind ihre Familie. Und ihre komplizierte Geschichte mit jedem von ihnen macht sie zu genau der CAPCOM, die sie heute brauchen, und zugleich zu der allerletzten Person, die diesen Job machen sollte.

Das Shuttle soll den Arch-6 ins All bringen, einen Erdbeobachtungssatelliten für die U. S. Navy. Gestern jedoch, am zweiten Tag des Fluges, als das Team den Einsatz von Arch-6 vorbereitete, ließen sich die Verriegelungen der Ladebucht nicht lösen.

Heute Morgen wurden Vanessa Ford und John Griffin für einen Weltraumspaziergang vorbereitet, um die Verriegelungen manuell zu öffnen.

Joan stößt zum Team im Flugkontrollzentrum. Sie winkt Ray Stone, dem Arzt, und nickt Greg Ullman zu, auch bekannt als EECOM – Elektrik-, Umwelt- und Verbrauchsmaterialbeauftragter.

Der vorherige CAPCOM, Isaac Williams, weist sie ein und informiert sie über Telemetrie und Zeitplan. Ford und Griff sind in ihren Raumanzügen. In sechs Minuten werden sie mit der vorbereitenden Sauerstoffatmung fertig sein.

Isaac geht, und Joan übernimmt seinen Platz an der Konsole.

Jack steigt in die Kommunikationsschleife mit dem Shuttle ein – ebenso wie Joan, Ray, Greg und der Rest des zwanzigköpfigen Orion-Flugteams. Jeder von ihnen sitzt an einer eigenen Station in der Missionskontrolle und wird von weiteren Personen in anderen Räumen unterstützt.

Ford und Griff beenden die Sauerstoffatmung und betreten die Luftschleuse. Dort warten sie das Ende des Druckabbaus ab, damit sie bereit für den Einsatz im Weltraum sind.

Flug- und Mitteldeck – wo die Astronauten leben und arbeiten – werden unter einem Druck gehalten, der dem auf der Erde entspricht. Die Ladebucht, in der die Satelliten bis zu ihrem Einsatz aufbewahrt werden, jedoch nicht. Sie ist dem Unterdruck des Weltraums ausgesetzt. Würden Ford und Griff sie ohne ihre Raumanzüge betreten, würde sofort der gesamte Sauerstoff aus ihren Lungen und ihrem Blutkreislauf gesaugt. Sie wären innerhalb von fünfzehn Sekunden ohnmächtig und binnen zwei Minuten tot.

Der menschliche Körper, so intelligent er auch ist, hat sich unter den Bedingungen der Erdatmosphäre entwickelt.

Man könnte leicht behaupten, dass der Mensch für den Weltraum schlecht gerüstet sei. . Aber das sieht Joan anders.

Die menschliche Intelligenz und Neugier, unsere Ausdauer und Widerstandskraft, unsere Fähigkeit zu strategischem Denken und zur Zusammenarbeit haben die Menschheit so weit gebracht.

Nach Joans Einschätzung sind wir keineswegs ungeeignet. Wir sind es, die da draußen sein sollten. Nach unserem Kenntnisstand sind wir die einzige intelligente Lebensform unserer Galaxie, die sich des Universums bewusst ist und daran arbeitet, es zu verstehen.

Wir sind so erpicht darauf, unsere Kenntnisse zu erweitern, dass wir herausgefunden haben, wie man mit einer Rakete aus der Atmosphäre fliegt. Ein nervenaufreibendes Unterfangen, das Hasardeure anziehen mag, aber am besten von Leuten wie ihr durchgeführt wird. Von Nerds.

Bei der Weltraumforschung geht Vorbereitung vor Impulsivität, Ruhe vor Kühnheit. In diesem so aufregenden Job geht es schrecklich viel um Routine. Alle Risiken werden sehr sorgfältig bedacht, es gibt keine Schnellschüsse. Und keine Hasardeure.

So sorgt die NASA für die Sicherheit aller. Durch planbare Modelle für jedes erdenkliche Szenario.

Als der Druckabbau in der Luftschleuse abgeschlossen ist, gibt Jack Joan grünes Licht, und sie übernimmt die Kommunikation mit dem Shuttle.

Joan hört deutlich ihr eigenes Atmen, ihren Herzschlag. Nicht etwa weil die Anforderungen der Mission sie nervös machen – noch gibt es keinen rationalen Grund, Angst zu haben –, sondern weil sie jedes Mal aufgeregt ist, wenn sie mit Vanessa Ford spricht.

», hier Houston«, meldet sich Joan.

»Houston, wir hören euch«, antwortet Steve Hagen.

Hank Redmond meldet sich mit seinem rauen texanischen Akzent zu Wort: »Guten Morgen, Goodwin.«

»Heute ist ein spannender Tag«, sagt Lydia Danes.

»Allerdings«, antwortet Joan. »Es steht eine Menge auf dem Programm, darum freu ich mich, dass ihr die Freigabe zum Außenbordeinsatz habt, Griff und Ford.«

»Roger«, sagt Ford.

»Roger, Goodwin«, bestätigt Griff. »Schön, deine Stimme zu hören.«

Es sind die letzten fünfundvierzig Minuten .


Vanessa Ford trägt seit Stunden biomedizinische Sensoren überall an ihrem Körper. Sie übermitteln ihre Vitalwerte an den Missionsarzt, der jeden ihrer Atemzüge überwacht. Aber schon lange bevor die Elektroden an ihrem Körper angebracht wurden, war Vanessa bewusst, dass es am Boden immer jemanden gibt, der sie überwacht.

Die Missionskontrolle weiß alles, was im Shuttle passiert. Sie kennt jede Temperatur, jede Koordinate, den Status jedes Schalters. Wohin Vanessa sich auch wendet, Houston ist da, hört und spürt alles um sie herum.

Das scheint niemanden in der Crew so sehr zu stören wie sie. Dass jeder ihren Herzschlag sehen kann, dass sie wissen, wie ihr Körper auf jeden Funkspruch von Houston reagiert, gibt ihr das Gefühl, sich nirgendwo verstecken zu können.

»Ich freu mich auch, deine Stimme zu hören, Griff«, sagt Joan. »Das ist ein guter Start in den Tag hier.«

Sie hört Joans Stimme an, dass sie lächelt.

Vanessa streckt die behandschuhten Hände aus und legt sie auf die Luke der Luftschleuse zur Ladebucht. Sie spürt ein Vibrieren in ihrer Brust. Da die Klappen der Ladebucht bereits geöffnet sind, ist die Luke das Letzte, was sie noch vom Weltraum trennt.

Die Luftschleusenklappe hat keine Sensordaten. Sie ist eines der wenigen Objekte im Shuttle, die kein eigenes Signal aussenden. Deshalb muss einer von ihnen Houston mitteilen, dass sie im Begriff sind, sie zu öffnen.

Vanessa sieht zu Griff,...



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