Jensen | Blood of the Witch | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 470 Seiten

Reihe: Malediction

Jensen Blood of the Witch

Roman | Das Herzschlag-Finale der berührenden Romantasy-Trilogie von BookTok-Bestsellerautorin Danielle L. Jensen
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-405-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman | Das Herzschlag-Finale der berührenden Romantasy-Trilogie von BookTok-Bestsellerautorin Danielle L. Jensen

E-Book, Deutsch, Band 3, 470 Seiten

Reihe: Malediction

ISBN: 978-3-98952-405-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Cécile und Tristan kämpfen gegen das Unheil, das sie selbst entfesselt haben. Seitdem sie die Trolle aus ihrem finsteren Gefängnis unter der Insel des Lichts befreit haben, breitet sich das Böse unaufhaltsam in Trianon aus. Und schon bald werden ihre schlimmsten Vermutungen bestätigt: Ein Krieg braut sich zusammen, und ihre Feinde lauern überall. Für die junge Hexe und den Trollprinzen gibt es nun kein Zurück mehr. Sie werden sich im Kampf behaupten müssen. Doch die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Es ist schwieriger denn je, Seiten zu wählen. Um die Inselbewohner zu schützen und die Tyrannei des Trollkönigs zu beenden, setzen die beiden alles aufs Spiel: ihr Leben, ihre Liebe und die Zukunft ihrer Welt. Romantic-Fantasy für Fans von Sarah J. Maas und Rebecca Yarros; als Printausgabe und Hörbuch bei SAGA Egmont erhältlich sowie als eBook bei dotbooks

Danielle L. Jensen ist Autorin mehrerer Romantasy-Reihen. Bekannt wurde sie mit ihrer »Malediction«-Trilogie, die prompt die Bestsellerlisten stürmte. Nun erscheint die Erfolgsserie des BookTok-Stars erstmals auch auf Deutsch. Die Website der Autorin: https://danielleljensen.com/homepage/ Die Autorin auf TikTok: @daniellelynnjensen Die Autorin auf Instagram: danielleljensen/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre »Malediction«-Reihe mit den Romanen »Song of the Witch«, »Heart of the Witch« und »Blood of the Witch«; als Print- und Hörbuchausgaben auch bei SAGA Egmont erhältlich.
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Kapitel 5


Cécile

»Ich habe noch nie derart gefroren«, sagte Sabine und zog den Mantel enger um sich, doch der eisige Wind riss ihn sofort wieder auf, als wir die Brücke überquerten. »Und dieser Schnee … Das ist doch nicht normal.«

Da mir die Schneemassen bis über die Knie reichten und ich in jede Richtung nur wenige Schritte weit sehen konnte, war ich geneigt, ihr zuzustimmen.

»Das sind die Feen«, rief ich über das Tosen hinweg. »Das ist ihr Werk.« Oder zumindest das einer ganz bestimmten Fee, denn meiner Meinung nach konnte man nicht behaupten, die Königin einer Jahreszeit zu sein, ohne eine gewisse Kontrolle über das Wetter zu besitzen.

»Warum?«, verlangte Sabine zu erfahren. »Wenn sie jede x-beliebige Welt aufsuchen können, was macht unsere dann so besonders? Was wollen sie?«

Irgendetwas. Die Prophezeiung stammte von den Feen, was auch bedeutete, dass das Brechen des Fluchs in ihrem Interesse gelegen hatte. Ich zweifelte stark daran, dass es ihnen nur darum ging, ungehindert in diese spezielle Welt gelangen und sie wieder verlassen zu können. Zudem lag ihnen auch nichts an den Trollen. Die Feen taten niemandem einen Gefallen. Der Sommerkönig hatte definitiv irgendetwas durch ihre Freiheit zu gewinnen, allerdings war mir schleierhaft, was das sein konnte.

»Vielleicht sollten wir besser umkehren.« Sabine blieb auf einmal stehen und ließ den Saum ihres feinen Kleides fallen, der sich um ihre Knie ballte. »Tristan hat gesagt, die Feen kämen nicht am Stahl vorbei, der in die Schlossmauern eingelassen wurde – und dass wir im Schloss sicher wären.«

Ich steckte mir die Hände unter die Achseln und beäugte den grauen Dunst, der das Schloss des Regenten vor unseren Blicken verbarg. Tatsächlich behagte es mir ebenfalls nicht, noch weiter in die Stadt vorzudringen, falls wir uns schnell wieder zurückziehen mussten. »Die Trolle werden dadurch nicht aufgehalten werden, daher ist das wohl eher eine relative Sicherheit. Außerdem stellen die Trolle die unmittelbare Gefahr dar. Wenn wir auch nur darauf hoffen wollen, diesen Krieg zu gewinnen, müssen wir mehr über ihre Pläne in Erfahrung bringen. Wir können nicht mit den Feen reden, solange wir uns an einem Ort aufhalten, an dem sie uns nicht erreichen.« Ich setzte mich wieder in Bewegung und zwang sie dadurch, mir zu folgen. »Wir tun das Richtige.«

»Hast du Tristan deshalb nicht verraten, wohin wir gehen?«

Ich stolperte über etwas, das unter dem Schnee verborgen war, und fiel hin, um lauthals zu fluchen, als meine geborgten Röcke an etwas hängen blieben und zerrissen. »Er hat mit dem Regenten schon mehr als genug zu tun.« Angesichts der Emotionen, die ich von ihm empfing, lief es nicht besonders gut.

»Wir müssen uns beeilen«, beharrte ich und versuchte, mich aus den Schneemassen zu befreien. »Deshalb können wir nicht untätig herumsitzen und darauf warten, dass uns Tristan jeden einzelnen Schritt ausdrücklich erlaubt.«

»Was machst du denn da, um Himmels willen?« Sabine fasste mich unter die Achseln und half mir auf.

»Mein Rock hängt an irgendetwas fest«, antwortete ich und zappelte mit den Beinen.

Sie zog fester, und wir schnappten beide nach Luft, als eine erfrorene Leiche unter dem Schnee auftauchte. Eine halbe Leiche noch dazu.

»Der Drache.« Ich befreite meinen Rock, der am zertrümmerten Brustkorb hängen geblieben war. Mein Plan kam mir auf einmal weitaus gefährlicher vor. Wir blickten beide beunruhigt gen Himmel.

Etwas, das sich wie eiskalte Finger anfühlte, strich mir über die Stirn, und die Welt schien zu erschaudern. Das Gefühl war im nächsten Augenblick vergangen, aber Sabine schüttelte ebenfalls den Kopf, als müsste sie ihn wieder freibekommen. Mir lief ein Schauder den Rücken herunter. »Vielleicht sollten wir zurückgehen.«

Sabine legte die Finger fester um meine Arme. »Ich weiß nicht, ob wir das können.«

Als ich mich umdrehte, zog sich mein Magen zusammen. Schatten waberten unter der Brücke hervor und verschlangen das Licht der Gaslaternen zu beiden Seiten, bis der Weg zum Schloss zurück einem klaffenden Schlund voller Finsternis glich. Zudem übertönten die Geräusche durch die Luft jagender krallenbewehrter Kreaturen das Tosen des Windes.

»Wir gehen in die Stadt. Irgendjemand wird uns Unterschlupf bieten.« Sabine nahm meine Hand und zog mich zu einem Café, aber bevor wir weit gekommen waren, fuhr ein heftiger Windstoß von oben herab und trieb den Schnee so zusammen, dass sämtliche Türen und Fenster versperrt wurden und uns nur noch die Straßenmitte blieb. Ein offenkundiger Weg.

»Man sollte mir einfach nicht erlauben, Pläne zu schmieden«, hauchte ich und kämpfte gegen meine Angst an.

»Vielleicht solltest du versuchen, Tristan zu rufen?« Sabine wollte sich durch den Schnee graben, aber der Wind machte ihre Bemühungen sofort wieder zunichte und schien sie mit seinen kleinen, neckenden Windstößen zu verspotten.

»Nein.« Ich musste beweisen, dass ich auch nach dem Moment, in dem Anushka ihren letzten Atemzug getan hatte, noch von Wert war. Nicht Tristan, sondern mir selbst. Ich hatte die Trolle freigelassen, was auch bedeutete, dass ich für alles, was daraufhin geschah, verantwortlich war. »Würden sie uns schaden wollen, wäre das längst geschehen. Das hier ist … etwas anderes.«

Wir hielten uns fest an den Händen und folgten dem Weg durch die Straßen, wobei wir Trianon mit der Zeit immer weniger wiedererkannten. Die Schneewehen vor den Gebäuden wurden höher und verwandelten sich in Mauern aus durchsichtigem Eis, während sich vor unseren Augen Wirbel und Muster bildeten, als würde eine unsichtbare Hand seltsame Gebilde erschaffen.

»Der Weg führt nach Hause.« Ich wandte den Blick von einer Frau ab, die unheimlich reglos neben einer Mauer stand und den Mund geöffnet hatte, als wäre sie mitten im Satz erstarrt. Es gab noch Dutzende wie sie – Männer und Frauen, die allem Anschein nach an Ort und Stelle festgefroren waren.

»Sieh nur.«

Ich schaute in die Richtung, in die Sabine zeigte, und keuchte auf. Schwach erhellt von Tristans magischer Kuppel erhob sich ein Eispalast aus dem Boden. Turm um Turm materialisierte sich, wobei jeder mit verzierten gefrorenen Simsen, zarten Balkonen und durchsichtigen Spitzen versehen war. In den eisigen Räumen tanzten geflügelte Kreaturen, die sich abgehackt und merkwürdig bewegten. Die ummauerte Straße führte um eine Ecke, hinter der sich das Stadthaus meiner Mutter befand.

Jedenfalls hatte es früher dort gestanden.

Der gesamte Häuserblock bildete nun das Erdgeschoss des Palasts, und die Reihe aus gemauerten Stadthäusern war mit einer dicken Eisschicht bedeckt, die sämtliche Türen und Fenster versperrte. Die einzige Ausnahme bildete die Tür meines Zuhauses, die weit offen stand und unter den frostigen Verzierungen kaum noch wiederzuerkennen war. Ich bahnte mir einen Weg um die Brunnen herum, die aus dem Nichts entstanden und Schnee aus den Mäulern fangzahnbewehrter Kreaturen herausschießen ließen, die uns mit ihren eisigen Augen zu beobachten schienen.

Sabine löste sich von mir und ging die Stufen zu einer der Türen hinauf. Der Eingang war mit einer Wand aus durchsichtigem Eis bedeckt, und dahinter sah es so aus, als wäre eine meiner Nachbarinnen auf dem Weg zur Tür eingefroren worden. »Sie sieht aus, als wäre sie noch am Leben«, sagte Sabine und legte eine Hand auf das Eis.

Ich spähte hindurch und sah die Brust der Frau gebannt an. »Sie atmet nicht.«

»Das kannst du nicht mit Sicherheit sagen.« Sabine hob einen Ziegelstein hoch und schlug damit gegen das Eis. Risse breiteten sich von der Stelle aus, wurden jedoch sofort wieder kleiner, als würde sich das Eis heilen. Wieder und wieder hämmerte sie dagegen, doch es passierte stets dasselbe. Irgendwann hielt ich ihr Handgelenk fest und schüttelte den Kopf.

Von unserer Position auf den Stufen aus konnten wir erkennen, dass die Eismauern von der Dunkelheit erfüllt waren, die sich durch Trianon und bis zum Schloss erstreckte. Doch die Stadt hatte sich weitaus mehr verändert. Inzwischen glich sie einem fantastischen Land aus glitzernden Türmen und Spitzen, die hinsichtlich ihrer Höhe und ihres Aussehens jeglicher Logik und den Naturgesetzen widersprachen. Es sah wunderschön, gleichzeitig aber auch entsetzlich und furchteinflößend aus, weil es hier keinerlei Leben zu geben schien.

»Als wir das Schloss verlassen haben, waren dort noch alle am Leben.« Wie immer konnte ich Tristan in meinem Kopf spüren, aber als ich mich auf ihn konzentrierte, fiel mir etwas Seltsames auf: Seine Gefühle wirkten so statisch … wie eingefroren.

»Wäre er erfroren, dann müsste er tot sein, und du würdest es wissen«, murmelte ich zu mir selbst und sah kurz darauf Sabine an. »Wenn wir am Leben sind, dann gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass es bei den anderen nicht ebenso ist.« Ich schüttelte den Kopf. »Außerdem sind wir schon so weit gekommen …« Ich beendete den Satz nicht, denn wenn jeder auf der Insel tot war, hätten wir doch ohnehin verloren, oder nicht?

Hand in Hand gingen wir die Stufen hinunter und auf die Treppe zu, die zur offenen Tür meines Zuhauses führte. »Hallo?« Mein Atem ließ kleine Wölkchen entstehen, als wir eintraten. »Ist hier jemand?«

Ich wischte Schnee von einer Lampe auf dem Tisch in der Diele, die seltsamerweise noch brannte, und versuchte, die Flamme hochzudrehen, was mir jedoch nicht gelang. Das Licht blieb statisch. Unverändert. Merkwürdig. »Hallo?«

Zaghaft gingen wir weiter ins Wohnzimmer, wo wir uns instinktiv dem Kamin näherten, in dem die aufgetürmten Kohlen noch kirschrot glommen. Sabine...



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