Jörns | Das Geheimnis von Glencoe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch

Reihe: dp Verlag

Jörns Das Geheimnis von Glencoe

Ein Highland-Familiengeheimnis
2. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98778-522-1
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Highland-Familiengeheimnis

E-Book, Deutsch

Reihe: dp Verlag

ISBN: 978-3-98778-522-1
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine junge Frau auf den geheimnisvollen Spuren ihrer Vergangenheit …
Das fesselnde Familiengeheimnis vor der malerischen Kulisse der schottischen Highlands

Emmas Leben könnte nicht besser laufen: Ihr wird nach dem Studium nicht nur eine Stelle bei einem renommierten Antiquitätenhändler in London angeboten, sondern auch ein Heiratsantrag gemacht. Doch dann erreicht sie die tragische Nachricht vom Tod ihrer geliebten Großmutter und Emma reist Hals über Kopf in ihre schottische Heimat. In den Highlands erwartet sie eine Überraschung, denn ihre Großmutter hat in ihrem Testament festgelegt, dass Emma nur dann ihr gesamtes Erbe erhalten wird, wenn sie im örtlichen Museum eine Ausstellung über die faszinierende Geschichte ihrer Familie organisiert. Zwischen Trauer und Neugierde hin- und hergerissen, beginnt Emma, in den Hinterlassenschaften ihrer Großmutter zu stöbern. Dabei taucht sie immer tiefer in das rätselhafte Geflecht ihrer Familiengeschichte ein und stößt auf Geheimnisse, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Bei der Suche nach der Wahrheit erhält Emma unerwartet Hilfe von dem charmanten Ranger Jason. Und plötzlich steht Emma vor einer schicksalsschweren Entscheidung, die ihr Herz und ihre Zukunft betrifft …

Dies ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Schicksal in den Highlands.

Erste Leser:innenstimmen
„Liebenswerter Roman für alle Fans von Familiengeheimnissen.“
„Mitreißend, romantisch, bewegend und nur zu empfehlen!“
„Habe mich schnell gefühlt, als wäre ich selbst in den Highlands, so sehr hat mich das Ebook in den Bann gezogen.“
„Liebesroman mit Spannung, Herz und authentischen Charakteren!“



Petra Erna Jörns erblickte 1964 in der schönen Pfalz das Licht der Welt. Schon früh schlug ihr Herz zum einen für die Natur und zum anderen für das Fabulieren. So studierte sie Biologie in Kaiserslautern und betreut nun seit über 30 Jahren als selbstständige Biologin die Naturschutzgebiete ihres Heimatlandkreises. Nebenbei verfolgte sie ihre Leidenschaft zum Schreiben und veröffentlichte 2000 ihre ersten Kurzgeschichten und 2015 ihren ersten Roman. Am liebsten ist sie im Science Fiction Genre unterwegs, sie macht aber auch Ausflüge in die Fantasy und den Liebesroman. Ihr großes Vorbild ist die US-amerikanische SF-Autorin C. J. Cherryh.
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2.


London 2019

Die Bedienung stellte den Milchkaffee und den rosa Milchshake auf den wackligen Tisch. Ehe Emma sich bedanken konnte, war das Mädchen bereits auf ihren Turnschuhen davongeeilt. In den Jeans und dem gestreiften T-Shirt war sie kaum von den Gästen zu unterscheiden, die das kleine Café am Samstagvormittag füllten.

Ranari zog den Milchshake zu sich heran und stahl die Amarena-Kirsche aus der Sahnehaube. Mit einem Seufzen lehnte sie sich in dem kleinen Bistrostuhl zurück. Ein zu kurzes Bustier in schrillem, leuchtendem Pink mit Glitzerrand und ein Sammelsurium aus bunten Glasperlenketten betonten ihre exotische Herkunft. Ranaris rabenschwarze, lange Haare waren mit bunten Spangen in Blumenform hochgesteckt.

Neben ihr kam sich Emma in Jeans und weißer Bluse hausbacken und altmodisch vor. Daran konnte auch ihre mühsam zurechtgezupfte rote Lockenpracht nichts ändern.

„Also …“, fragte Ranari, „… was ist so wichtig? Und red jetzt nicht um den heißen Brei herum. Mich kannst du nicht täuschen. Dafür kennen wir uns schon zu lange.“

Da hatte ihre Freundin wahrscheinlich recht. Immerhin kannten sie sich bereits seit der höheren Schule und hatten gemeinsam an der gleichen Universität Geschichte studiert – wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

„Ich habe es dir doch bereits am Telefon erzählt. hat mir eine Stelle angeboten. Eigentlich ist es genau die Stelle, die ich mir immer gewünscht habe.“

Ferne Länder bereisen, auf Kosten einer reichen Firma wie , und dabei Kunstschätze suchen. Was konnte es Schöneres geben?

„Und weshalb zögerst du dann?“ Ranari löffelte die Sahne von ihrem rosa Milchshake.

Nach einem langen Schluck von ihrem Milchkaffee antwortete Emma: „Wer sagt denn, dass ich zögere?“

Schelmisch drohte Ranari ihr mit dem Löffel. „Erinnerst du dich? Du kannst mich nicht hinters Licht führen. Du wärst nicht hier, wenn es kein Haar in der Suppe gäbe.“

Emma seufzte und sah hinaus auf den Platz, wo erste Blumen in den Rabatten blühten. Das Bild des kleinen Ortes in den Highlands, in dem sie bei der Großmutter aufgewachsen war, legte sich darüber. Dort würden sicherlich noch keine Blumen blühen. Weshalb musste sie immer an dieses Kaff denken, seit …

„Hallo! Ich bin hier. Und wo bist du gerade?“

„In den Highlands.“

Ranari lächelte. „Wolltest du nicht deine Großmutter besuchen?“

„Wollte ich. Aber es kam so viel dazwischen. Das Examen, David.“ Sie hätte die Großmutter schon vor Monaten besuchen sollen, erkannte Emma schuldbewusst.

„Womit wir beim anderen Thema wären. Was ist denn nun mit David? Wirst du seinen Antrag annehmen?“ Ranari zog an ihrem Strohhalm, während sie Emma neugierig musterte. Ehe diese antworten konnte, fuhr sie fort: „Also wenn er mich gefragt hätte, wären wir schon verlobt. David Jackson ist ein Sechser im Lotto. Er ist reich, gut aussehend, wohlerzogen, hat eine fantastische Karriere in Aussicht, eine wunderschöne Stadtwohnung und kann dich in die High Society von London einführen. Nebenbei hat er dir noch diese tolle Stelle verschafft. Ich verstehe nicht, weshalb irgendjemand da Nein sagen könnte. Aber nun ja, meine Ambitionen sind auch andere als deine. Ich wollte mir immer nur einen reichen Mann angeln. Aber ich frage mich: Was willst du?“ Ranari zog eine Schnute.

Das war eine gute Frage. Was wollte sie eigentlich?

Wieder dachte Emma an die kahlen, abweisenden Gipfel der Highlands. An die Wolken, die sich dort am hohen, klaren Himmel jagten. An die kleinen Häuser, die sich vor dem Wind duckten. Sie war schon lange nicht mehr dort gewesen. Zu lange. Fast fühlte es sich an, als wäre sie davongelaufen. Sie musste die Großmutter anrufen – gleich, wenn sie zu Hause war.

Während Emma sich etwas Zeit stahl, indem sie an ihrem Milchkaffee nippte, wanderte ihr Blick nach draußen zu dem belebten Platz, wo die Londoner durch die Blumenrabatten eilten, ohne diese wahrzunehmen. War es das, was sie wollte? Oder vielleicht doch etwas anderes? Wie gut es Ranari hatte, die so genau wusste, wo ihr Weg hinführen sollte.

„Ich weiß es nicht“, antwortete Emma schließlich.

Ranari lächelte. „Dann finde es heraus. Schnell. Das Leben ist zu kurz, um es mit Warten zu vergeuden.“

Edinburgh 1745

Wie von tausend Furien gehetzt, rannte Sarah hinaus aus der Schänke. Fort, nur fort. Ehe irgendjemand sie festhalten und einsperren konnte oder Schlimmeres mit ihr machte. Sie bemerkte die Rufe und die roten Röcke von englischen Soldaten und rannte nur umso schneller durch die engen Gassen Edinburghs. Fort, weit fort.

Sie hielt nicht inne, auch als ihre Beine lahm wurden und ihr Atem keuchend ging. Wohin, wusste sie selbst nicht. Denn es gab keinen Ort, wo sie hätte Zuflucht finden können. Nirgendwo. Nicht seit die Eltern gestorben waren und sie damit ihr Zuhause verloren hatten. Seitdem war Samuel ihr Zuhause.

Samuel. Wo war Samuel?

Sie stolperte, fing sich wieder und drehte sich nach Atem ringend um. Sie hatte ihn direkt hinter sich gewähnt. Hatte gar nicht in Erwägung gezogen, dass er ihr nicht gefolgt war. Aber da war niemand. Sie war allein.

„Samuel?“ Ihre Stimme zitterte.

„Samuel. Sammy!“

Sarah presste die Hand gegen ihren Mund und unterdrückte ein Schluchzen. Sie durfte ihn nicht verlieren. Nicht hier, in dieser fremden Stadt. Sie musste ihre Angst zügeln und ihn finden. Er war alles, was ihr geblieben war. Er war derjenige, der sie beschützte, sie versorgte.

Immer noch zitternd sah sie sich um. Keine Soldaten. Nur eine Ratte huschte über das nasse Kopfsteinpflaster. Von wo war sie gekommen? Dort! Diese Gasse sah vertraut aus. Langsam kehrte sie um.

Nach einer Weile fand sie die breite Straße wieder, an der die vielen Schänken lagen. Von dort war sie gekommen. Sie musste ihr nur folgen, um die Schänke zu finden, wo sie Samuel verloren hatte.

Was, wenn die Soldaten ihn bereits festgenommen hatten? Daran durfte sie nicht denken. Nicht, ehe es eintraf.

Mit hämmerndem Herzen eilte Sarah weiter, bis sie die Schänke entdeckte, aus der sie geflohen war. Erleichtert atmete sie aus, bis sie begriff, dass sie nicht einfach hineinspazieren konnte. Nach kurzem Zögern steuerte sie die Häuserecke neben der Schänke an, von der aus sie den Eingang gut im Blick behalten konnte, ohne dass man sie von dort sah.

Angestrengt lauschte sie. Aber sie konnte nur das übliche Stimmengewirr vernehmen, das aus den Fenstern der Schänke drang. Von fern drang das dumpfe Klappern von Pferdehufen an ihre Ohren. Frierend drückte sie sich an die kalte Wand. Ihr Herz hämmerte schmerzhaft gegen ihre Brust.

Samuel musste die Schänke doch längst verlassen haben. Oder hatten sie ihn so zusammengeschlagen, dass er nicht mehr fliehen konnte? Aber Samuel war stark wie ein Ochse. Bisher war er immer auf beiden Beinen aus jeder Schlägerei herausgekommen.

Und was wäre, wenn er von den Soldaten gefangen genommen– oder noch schlimmer – getötet worden war? Dann wäre sie allein auf der Welt. Mutterseelenallein.

Bill fiel ihr ein, der gute, liebe Bill, der seine Frau aus ihr machen wollte. Wie sie sich danach gesehnt hatte, endlich eine feste Bleibe zu haben und noch dazu mit einem Mann, der immer freundlich und höflich war. Bis Samuel es kaputtgemacht hatte. Der Gedanke glich einem schwärenden Stachel im Fleisch. Es war besser, nicht daran zu rühren.

Das Hufgetrappel näherte sich und verstummte.

„Wen haben wir denn da?“, fragte eine Stimme hinter ihr.

Erschrocken fuhr Sarah herum. Ihr Blick erfasste den roten Rock eines englischen Soldaten, der von seinem Pferd herunterglitt. Aufgrund der vielen Tressen, die seinen Rock schmückten, musste sein Träger ein Offizier sein. Ehe sie reagieren konnte, umfasste er sie und drückte sie an sich. Seine Alkoholfahne schlug ihr ins Gesicht, als er versuchte, einen Kuss auf ihre Wange zu drücken. Stattdessen erwischte er ihren Hals und hinterließ dort einen feucht-heißen Abdruck.

„Lasst mich los!“

„Nun zier dich nicht so! Wenn es dir hier zu kalt ist, können wir auch in meine Stube gehen. Es ist nicht weit.“

Seine rechte Hand glitt ungefragt in ihren Ausschnitt und fand ihre linke Brust. Keuchend drückte er sie gegen die Wand, während er mit der anderen Hand ihren Rock hochraffte.

„Mein Herr! Bitte! Ich bin keine Hure …“

„Hör auf mit dem Gerede! Nenn mir einfach deinen Preis. Herrgott, du machst mich so geil. Deine Zitze ist schon ganz spitz, also erzähl mir nicht, dass du es nicht willst.“

Bei diesen Worten quetschte er mit der einen Hand ihre Brustwarze, sodass Sarah nur mit Mühe einen Schmerzensschrei unterdrücken konnte. Seine andere Hand fand derweil endlich ihren Schoß und bohrte sich zwischen ihre Beine.

„Ein Goldstück. Deine Fotze ist so saftig und eng wie die einer Jungfrau.“

Sarahs Kehle war zu eng, um zu schreien. Tränen rannen über ihre Wangen. Halbherzig versuchte sie, sich loszureißen. Aber wenn sie sich zur sehr wehrte, würde er sie sicher schlagen. Vielleicht war es besser, ihn gewähren zu lassen. So schlimm würde es nicht werden, wenn sie sein Spiel mitspielte.

„Hör auf zu heulen und halt endlich still!“

Keuchend drückte er sie gegen die kalte Wand. Mit bebenden Knien hörte sie Kleider rascheln. Die kalte, regengeschwängerte Nachtluft fuhr zwischen ihre Beine, als er ihren Rock hob und sein Becken von hinten gegen das ihre presste. Tränen strömten heiß über ihre Wangen. Das Pferd schnaubte irgendwo hinter ihr.

Hoffentlich war es...



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