Johnson / Cox | Star Trek - The Next Generation: Die Ehre des Drachen | E-Book | www.sack.de
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Johnson / Cox Star Trek - The Next Generation: Die Ehre des Drachen

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11705-4
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11705-4
Verlag: Heyne
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Kann Picard für Frieden sorgen?

Das Pai-Imperium erinnert an das chinesische Kaiserreich der Erde. Nach Jahrhunderten der Isolation will es nun der Föderation beitreten, aber zuvor muss der Bürgerkrieg beendet werden. Deshalb soll der erste Sohn des Drachenkaisers die Tochter des Rebellenführers heiraten. Captain Jean-Luc Picard soll als Beauftragter der Föderation Hochzeitsgeschenke überbringen und den Beitrittsvertrag unterzeichnen. Doch einen Tag vor der Zeremonie kommt es zu zwei Anschlägen auf den Drachenkaiser. Und dieser scheint in seiner Selbstüberschätzung nicht zu erkennen, dass aus dem Weltraum eine noch größere Gefahr droht: Plötzlich taucht eine Armada der G'kkau auf - und die aggressiven Reptilienwesen machen keinen Hehl aus ihren Absichten.

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Kapitel 1


LOGBUCH DES CAPTAINS, STERNZEIT 47146.2:

Gemäß der Befehle von Starfleet ist die Enterprise unterwegs nach Pai, der Thronwelt des abgeschiedenen und rätselhaften Drachenreichs. Bis vor kurzem haben die humanoiden Bewohner des Reichs jeden direkten Kontakt mit der Föderation und anderen Zivilisationen vermieden. Alle bisherigen Verhandlungen und Versuche, diplomatische Beziehungen aufzunehmen, fanden per Subraum-Kommunikation statt. Meines Wissens werden meine Crew und ich die ersten Fremden seit über einem Dutzend Generationen sein, die Pai einen Besuch abstatten …

»Captain Picard«, meldete Data abrupt, »die Sensoren haben ein großes Schiff entdeckt, dass sich der Enterprise mit Warpgeschwindigkeit nähert.« Der Androide saß hinter seiner Station auf der Brücke und betrachtete prüfend die Daten, die über seine Bildschirme rollten. Seine Finger handhabten geschickt die Sensorkontrollen. »Es fliegt auf direktem Abfangkurs«, bestätigte er.

Jean-Luc Picard beugte sich auf dem Sitz des Captains vor. So früh hatte er noch kein Begrüßungskomitee erwartet. Die Enterprise befand sich noch mehrere Dutzend Lichtjahre vom Drachenreich entfernt, und ihm war bekannt, dass die Pai sich nur selten, wenn überhaupt, über die Grenzen ihres Sonnensystems hinauswagten. Es war sogar fraglich, ob das Reich überhaupt über die Warptechnologie verfügte. »Können Sie das Schiff identifizieren, Mr. Data?«, fragte er.

Der Androide schaute nicht von seiner Konsole auf. »Ich glaube schon, Captain«, erwiderte er. »Die vorliegenden Daten lassen den Schluss zu, dass es sich um ein Kriegsschiff der G'kkau handelt, wahrscheinlich aus der S'sssr'ss-Klasse, etwa siebeneinhalb Jahre alt, mit einer Besatzung von etwa einhundertundfünfzig G'kkau-Plünderern.« Data hielt kurz inne und betrachtete die Sensordaten genauer. »Um Ihre Frage genauer zu beantworten, sind weitere Messungen und Analysen erforderlich.«

»Das war mehr als genug, Mr. Data«, sagte Picard und sah sich auf der Brücke um. Mit Ausnahme von Geordi und Beverly, die sich in der technischen Abteilung beziehungsweise der Krankenstation befanden, waren all seine Senioroffiziere anwesend. Das einzige neue Gesicht befand sich hinter dem Navigationspult: Lieutenant Tor, eine junge Andorianerin, die vor kurzem von der Nisqually auf die Enterprise versetzt worden war. Gemeinsam mit den anderen erwartete sie seine Befehle.

Eins nach dem anderen, dachte er. Er wusste nicht genau, was die G'kkau beabsichtigten, hatte aber nicht vor, es bei Warpgeschwindigkeit auf eine Mutprobe mit einem anderen Schiff ankommen zu lassen. »Schilde hoch«, befahl er. »Auf Impulskraft gehen.«

Die Enterprise beendete den Warpflug augenblicklich. Wie immer glaubte Picard, er könne spüren, wie das Schiff unter seinen Füßen langsamer wurde, obwohl er genau wusste, dass es sich bei diesem Gefühl um ein rein psychologisches Phänomen handelte. Die menschlichen Sinne waren nicht dafür geschaffen, den Übergang vom Überlichtflug auf Unterlichtgeschwindigkeit wahrzunehmen.

»Die G'kkau«, brummte Will Riker, der rechts von ihm saß, und verzog das Gesicht mit dem ordentlich getrimmten schwarzen Bart zu einem Stirnrunzeln. »Was haben diese Schlächter denn jetzt schon wieder vor?«

»Ich weiß es nicht, Nummer Eins«, sagte Picard, »aber ich werde es herausfinden.« Er fasste im Geiste schnell zusammen, was er über die G'kkau wusste. Die reptilischen Eroberer stellten schon seit geraumer Weile eine Bedrohung des Friedens in einem benachbarten Sektor der Galaxis dar. Seitdem sie vor einigen Jahrhunderten die Raumfahrt entwickelt hatten, haben sie systematisch schwächere und nicht so weit fortgeschrittene Spezies ausgeplündert. Bei ihnen handelte es sich im Prinzip um nichts weiter als eine Rasse von Piraten, und sie stellten keine echte Bedrohung für die Föderation, die Romulaner oder irgendeine der bekannten Supermächte der Galaxis dar, doch Picard hatte viele Schauergeschichten über die Gräueltaten gehört, die die G'kkau bei nichtsahnenden Völkern verübt hatten. Das Massaker auf Snokomie IV, bei dem eine ganze Rasse intelligenter Vogelwesen ausgelöscht und verzehrt worden war, war nur das jüngste und grausamste Beispiel, das ihm in den Sinn kam. Starfleet befürchtete, die G'kkau könnten es auf das Drachenreich abgesehen haben. Schlugen sie schon jetzt zu? Falls ja, war Picards Mission noch dringlicher, als er angenommen hatte.

»Mr. Data«, sagte er, »wie ist der Status des G'kkau-Schiffes?«

»Es hat den Flug unterbrochen, Captain, und befindet sich direkt zwischen uns und Pai.«

Das kann kein Zufall sein, dachte Picard grimmig. »Waffen, Mr. Worf?«

Der klingonische Sicherheitsoffizier stand an seiner Konsole über und hinter Picard. Unter den Knochenwülsten seiner Stirn schwelten dunkle Augen mit kaum verborgener Glut. »Das Kriegsschiff hat sämtliche Schilde gehoben, Captain, und die Phaserbänke aktiviert.«

»Rufen Sie das andere Schiff«, befahl Picard. »Auf den Schirm.« Falls es zum Schlimmsten kommen sollte, dachte er, war die Enterprise durchaus imstande, sich in einem offenen Kampf gegen das fremde Schiff zu verteidigen. Er war den G'kkau noch nie begegnet, doch der Starfleet-Geheimdienst hatte herausgefunden, dass ihre Waffen noch nicht den Föderationsstandard erreicht hatten. Andererseits hatten sich Geheimdienstberichte aber auch schon mal als unzutreffend erwiesen, und Picard wollte kein unnötiges Risiko eingehen, besonders, da die nächste Verstärkung mehrere Tage entfernt war. Auf jeden Fall zog er es stets vor, es zuerst einmal mit Diplomatie zu versuchen.

»Die G'kkau antworten auf unseren Ruf«, erklärte Worf. Picard glaubte, eine gewisse grollende Enttäuschung in der Stimme seines Sicherheitsoffiziers zu vernehmen; zweifellos hatte der Klingone sich schon auf eine ruhmreiche Schlacht gefreut. Dann erschien eine visuelle Transmission auf dem Hauptbildschirm der Brücke und ersetzte den Sternenhimmel, der bislang dort zu sehen gewesen war. Als Picard den ersten Blick auf ein Besatzungsmitglied des anderen Schiffes warf, richtete er sich in seinem Sessel auf. Counselor Deanna Troi, die links von ihm saß, rang unwillkürlich nach Luft. Der Captain fragte sich kurz, ob das eine Reaktion auf das Aussehen des G'kkau war oder ihre empathischen Sinne sie auf dessen feindselige Absichten aufmerksam gemacht hatten.

»Counselor?«, fragte er leise.

»Aggression«, flüsterte sie. »Reine, unverdünnte Aggression.«

»Ich verstehe«, sagte Picard. Als er das Gesicht betrachtete, das auf dem Bildschirm erschienen war, hatte er Verständnis für ihre Reaktion. Das Fremdwesen war eindeutig reptilischer Abstammung. Es erinnerte ein wenig an einen Gorn, abgesehen davon, dass der G'kkau noch weniger humanoid wirkte. Schillernde grüne Schuppen bedeckten den Kopf, der den Großteil des Bildschirms beanspruchte, und die nackten Schultern. Eine lange, flache Schnauze, die dem eines terranischen Krokodils ähnelte, ragte aus dem Schädel des Geschöpfs hervor. An der Kehle des G'kkau baumelte eine Wamme. Zwei gelbe Augen, die von schmalen, schwarzen Pupillen beherrscht wurden, saßen über dem Schnauzenansatz unter einer schrägen, schuppenbedeckten Stirn. Ein durchsichtiges drittes Lid wischte schnell über diese Augen, die an die einer Eidechse erinnerten; diese Nickhäute schienen wie in einem Morsekode aufzublitzen, eine endlose Nachricht der Warnung und Feindseligkeit. Den Rest des Körpers des G'kkau konnte Picard nicht sehen, doch aufgrund der Anordnung der Schultern ging er davon aus, dass das Wesen normalerweise nicht aufrecht, sondern auf allen vieren ging – natürlich vorausgesetzt, dass es lediglich vier Extremitäten hatte. Picard waren die Details der G'kkau-Anatomie entfallen; er nahm sich vor, bei nächster Gelegenheit in der biologischen Datenbank der Föderation nachzuschlagen.

»Ich bin Kakkh, Schiffsmeister der Fangzahn«, erklärte das Wesen auf dem Bildschirm. Der allgemeine Translator verlieh Kakkhs Stimme ein maskulines Timbre. »Was haben Sie in diesem Sektor zu suchen?« Mehrere Reihen scharfer Sägezähne klackten beim Sprechen aufeinander; die Evolution hatte die G'kkau eindeutig mit den tödlichen Kiefern von Raubtieren ausgestattet. Picard griff auf seine Starfleetausbildung und all die Jahre der Erfahrungen zurück, die er mit allen möglichen intelligenten Wesen gemacht hatte, um das instinktive ungute Gefühl zu bekämpfen, das der Anblick dieser furchterregenden Zähne in ihm auslöste. Er erinnerte sich, dass sowohl Menschen als auch Klingonen aus Raubtieren hervorgegangen waren und beide Spezies sich trotzdem als fähig erwiesen hatten, sich zivilisiert zu benehmen … auch wenn Picard sich insgeheim eingestand, dass Klingonen wohl eine etwas andere Vorstellung davon hatten, was unter diesem Begriff zu verstehen war. Er hoffte, dass auch die G'kkau dazu imstande waren, trotz der schrecklichen Gegenbeispiele der letzten Jahrhunderte.

Er setzte einen steinernen Gesichtsausdruck auf. »Ich bin Jean-Luc Picard«, erwiderte er, »Captain der U.S.S. Enterprise, und repräsentiere die Vereinte Föderation der Planeten.«

»Wir haben von Ihnen gehört, Enterprise«, sagte Kakkh barsch. Eine gespaltene Zunge schnellte immer wieder aus den auf- und zuklappenden Kiefern des G'kkau-Kommandanten hervor. Der Raum hinter Kakkh war nach menschlichen Maßstäben nur schwach beleuchtet; Picard erhaschte lediglich kurze Blicke auf Schatten und wirbelnde, purpurne Nebel. »Was haben Sie in dieser Gegend zu...


Anton, Uwe
Uwe Anton wurde 1956 in Remscheid geboren und arbeitet seit 1980 als freiberuflicher Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer (unter anderem für "Star Trek"). Seit 1995 gehört er dem PERRY RHODAN-Team an.



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