Johnson | Faded - Dieser eine Moment | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 364 Seiten

Reihe: Faded Duet

Johnson Faded - Dieser eine Moment


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-1151-0
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 364 Seiten

Reihe: Faded Duet

ISBN: 978-3-7363-1151-0
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Es heißt: Berühmtheit hat ihren Preis. Doch was, wenn der Preis die Liebe deines Lebens ist?

Als Felicity Wilde mit nichts außer einem gefälschten Ausweis, ihrer alten Gitarre und ihren Songtexten in Nashville ankommt, will sie nur eins: sich so unauffällig wie möglich ein neues Leben aufbauen. Aber sie hat nicht mit Ryder Woods gerechnet. Der stadtbekannte Rockstar zieht sie vom ersten Moment an in seinen Bann. So sehr Felicity auch versucht, die Gefühle, die er in ihr weckt, zu unterdrücken, fasziniert er sie bei jeder Begegnung mehr. Und schließlich können die beiden nicht anders, als der Anziehung zwischen ihnen nachzugeben. Doch als Ryder einen Plattenvertrag angeboten bekommt, scheint ihre gemeinsame Zeit zu einem Ende zu kommen. Denn ein Leben im Rampenlicht an Ryders Seite ist für Felicity eigentlich unmöglich ...

'Diese Geschichte wird dich mit Mascara verschmierten, tränennassen Augen und einem blutenden Herzen zurücklassen.' INKED AVENUE BOOK BLOG

Auftaktband der FADED-Dilogie von PUBLISHERS-WEEKLY-Bestseller-Autorin Julie Johnson

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Autoren/Hrsg.


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1. KAPITEL


Felicity

Die Rolling Stones hatten recht, als sie »You can’t always get what you want« sangen, denn man bekommt tatsächlich nicht immer, was man will.

Ich wollte nie berühmt sein.

Ich wollte das alles nicht.

Ich wollte einfach nur entkommen. Verschwinden. Mich von diesem Höllenfeuer befreien, in dem ich mich achtzehn Jahre lang damit abgemüht hatte, durch die schlimmsten Flammen zu gehen, ohne vollständig zu verbrennen.

Als ich mit meiner gebrauchten Gitarre in ihrem abgenutzten Koffer und einem Notizbuch voller hingekritzelter Liedtexte, die ich mir direkt aus der Seele gerissen hatte, in Nashville eintraf, hatte ich große Hoffnungen und Pläne. Ich hatte keine Ahnung, dass ich, nicht mal ein Jahr nachdem ich aus diesem Bus gestiegen war, mit einem gebrochenen Herzen und leeren Händen dastehen würde, weil die ganze Welt um mich herum in sich zusammengestürzt war.

Eigentlich stimmt das nicht ganz.

Meine Hände waren nicht leer, als sich meine Bedürfnisse in Wünsche verwandelten und meine Hoffnungen zu Fantasien verblassten. Ich hielt die zerbrochenen Stücke meines Herzens in den Fingern, und auf meiner Handfläche lagen die zerfetzten Überreste meiner Träume. Ich versuchte verzweifelt, sie zusammenzuhalten. Aber es war zu spät. Träume werden aus zerbrechlichem Glas gesponnen und bekommen leicht Risse. Ein paar achtlose Worte können sie so sehr zerbrechen, dass man sie nicht mehr reparieren kann.

Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt: In dieser Geschichte geht es nicht darum, dass ich bekommen habe, was ich wollte.

Denn ich wollte Ryder Woods nie.

Ich brauchte ihn.

Wie eine Melodie die Harmonie, der Rhythmus das Tempo, ein Akkord eine Tonart braucht. Er nahm mich mehr für sich ein, als es den Noten, die durch meine Adern flossen, oder den Texten, die in meinem Kopf herumschwammen, je gelang.

Selbst nachdem er jedes schmerzende Stück meines Herzens genommen und sie alle zwischen seinen nikotinverfärbten Fingern zu Staub zerquetscht hatte.

Ich war dumm genug zu denken, dass ich ihn nie wiedersehen würde. Dumm genug zu denken, dass das Schicksal genug davon hatte, mit mir zu spielen. Dass ich mir nach der Hölle, die ich seinetwegen bereits durchlebt hatte, ein wenig Erholung von der Trostlosigkeit verdient hätte, die damit einherging, ihn zu lieben … und ihn dann zu verlieren.

Nach zwei langen Jahren ohne die Berührung seiner Fingerknöchel an meiner Wange oder den Kuss seines stoppeligen Kinns an meiner Haut oder den Klang seiner rauen Stimme an meiner empfindlichen Ohrmuschel, war ich dumm genug zu glauben, dass ich ihn endlich aus meinem System gespült hätte und von seinem Einfluss geheilt wäre wie bei einer tödlichen Krankheit, die man überstanden hat.

Ich hätte wissen sollen, dass es keine Heilung gab.

Ryder Woods zu lieben war wie eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Wie eine tödliche Krankheit.

Und als er schließlich in mein Leben zurückkehrte … mag er die letzte Person gewesen sein, die ich je wiedersehen wollte … aber wie ich nun schon zum wiederholten Mal gesagt habe …

Was ich wollte, hat nie eine Rolle gespielt.

Nicht wenn es um ihn geht.

Zwei Jahre zuvor

Der Bus wirbelt eine Staubwolke auf, während er davonfährt und dabei lauter grummelt als mein Magen – was wirklich was heißen will, denn das Einzige, was ich heute zu mir genommen habe, war ein fades Sandwich mit Erdnussbutter und Marmelade, das halb zerquetscht war, weil ich mich während der sechsstündigen holprigen Fahrt versehentlich draufgesetzt hatte.

Ich schaue dem Bus hinterher, bis er aus meinem Sichtfeld verschwindet und ich allein auf der leeren Straße zurückbleibe. Es ist mitten am Nachmittag, und hier ist weit und breit kein Mensch unterwegs. Die Lichter von Nashvilles berühmten Musik-Kneipen sind gedimmt – wenn auch nur für ein paar Stunden –, während die Touristen ihre Kater auskurieren und ihren Lebern ein wenig Ruhe gönnen, um sich auf eine weitere Nacht in der Stadt vorzubereiten. Unter der grellen Mittagssonne ist die Stadt der Musik vorübergehend ruhig geworden. Die Musiker, die hier wohnen, sind zu Hause und proben für den nächsten Auftritt, bei dem sie an einem weiteren Abend auf einer weiteren Bühne weitere Lieder singen werden, die sie nicht geschrieben haben, während das Publikum vor lauter Trunkenheit kaum noch in der Lage sein wird, ihnen zuzuhören.

Ich weiß, dass die Ruhe nur vorübergehend ist. Sobald das Licht der Sonne wie die Flamme einer ausgebrannten Kerze verlischt und der Abend hereinbricht, wird dieser Ort wieder voller blinkender Neonschilder sein, die sich hell in den vom Whiskey glasigen Augen der Leute spiegeln. Nashville ist wie Disneyland für Erwachsene, eine Ansammlung von Junggesellinnenabschieden, die bevorstehende Ehen feiern, und unglücklichen Hausfrauen, die vor monotonen Ehen fliehen. Hier träumen hoffnungsvolle Sänger von ihrem großen Durchbruch, und gescheiterte Stars schwelgen in Erinnerungen an den Tag, an dem sie den ihren erlebten.

Es ist eine Art Weltflucht, zu der immer wieder das gleiche Countrylied gespielt wird. Eine Schmerztablette, die man mit einem Mimosa hinunterspült. Ein Ort, an dem Träume geboren werden und an den sie auch gehen, um begraben zu werden. Ein Ort, an dem die Musik als Hintergrundgeräusch auf die Straße hinausschwappt oder einem unter die Haut geht und sich in der Seele einnistet.

Es heißt, dass man entweder für einen einzigen Abend nach Nashville kommt oder ein Leben lang hierbleibt. Leute von außerhalb verlassen die Stadt mit nichts weiter als verschwommenen Erinnerungen an die Bars auf dem Lower Broad und Blasen an den Füßen, die sie ihren funkelnagelneuen Cowboystiefeln verdanken, die sie nie wieder tragen werden, sobald sie nach Hause kommen und in ihr echtes Leben zurückkehren. Wenn man dumm genug ist, länger als ein Wochenende zu bleiben, geht man das Risiko ein, deutlich größeren Schaden davonzutragen … und zwar nicht nur in Bezug auf Füße und Leber.

Man schadet seiner Seele.

Ich umklammere den rissigen Griff meines Gitarrenkoffers ein wenig fester, seufze tief und drehe mich zu dem Gebäude hinter mir um. Abseits des ausgetretenen Broadways ist es etwas weniger augenfällig und prahlerisch als in Tootsies berühmter Orchid Lounge oder dem ausladenden, sich über mehrere Stockwerke erstreckenden Legends Corner, wo unaufhörlich Livemusik aus den Fenstern tönt. Es liegt mehrere Blocks von der Touristenzone entfernt versteckt in einer Seitenstraße. Von den schwarzen Ziegeln der Außenwände blättert die Farbe ab. Das Gebäude bräuchte dringend einen frischen Anstrich. Die Fenster sind dunkel und schmutzig. Über meinem Kopf ragt ein frei hängendes Schild in die Luft, auf dem in verblassten goldenen Buchstaben The Nightingale steht.

Ehrlich gesagt sieht der Laden wie eine Spelunke aus.

Aber gutes Aussehen ist nicht alles. Ich habe festgestellt, dass es sich damit wie mit den meisten Dingen im Leben verhält: Die inneren Werte sind sehr viel wichtiger als eine hübsche äußere Fassade. In Nashville gibt es keinen Ort, der mehr dafür bekannt ist, musikalisches Talent anzulocken. Genau in diesem Moment kann ich mindestens fünf Künstler in den Top Einhundert der Charts aufzählen, die hier, in den Räumlichkeiten dieser unscheinbaren kleinen Spelunke, entdeckt wurden.

Ich straffe die Schultern und strecke eine Hand nach der Türklinke aus. Halb rechne ich damit, dass die Tür fest verschlossen ist, doch sie gibt unter meinem Griff problemlos nach, schwingt auf und gibt den Blick auf eine düstere Bar frei. Ich trete ein, bevor ich einen Rückzieher machen kann. Ich blinzle, während sich meine Augen darum bemühen, sich an das plötzliche Halbdunkel anzupassen.

»Hallo?«, rufe ich und mache ein paar zögerliche Schritte über die Schwelle. »Ist hier jemand?«

Niemand antwortet. Ich gehe an einer verlassenen Empfangstheke vorbei und um mehrere hohe Bartische herum, deren Oberflächen von jahrelanger Benutzung zerkratzt und ramponiert sind. Ein Trio aus Deckenscheinwerfern beleuchtet die Bühne, die sich mir gegenüber befindet, und erhellt ein Meer aus wirbelnden Staubpartikeln in den durchbrochenen Schatten. Ich werde davon angezogen wie eine Motte vom Licht. Bevor mir richtig bewusst wird, was ich tue, habe ich den Raum durchquert und den Rand der erhöhten Plattform erreicht, auf der ein einzelner Hocker neben einem Mikrofonständer steht.

Meine Finger zittern, als ich eine Hand ausstrecke und über die kühle Oberfläche der Bühne streiche. Vermutlich bilde ich es mir nur ein, aber das Eichenholz unter meinen Fingerspitzen scheint Energie auszustrahlen und sie durch meine Venen zu jagen, so als wäre das Holz selbst auf wundersame Weise von der Elektrizität all der Musiker erfüllt, die im Laufe der Jahre darauf gestanden haben. Echte Starenergie, greifbar und übertragbar. Ich kann nur hoffen, dass ein bisschen davon auf mich abfärben wird.

»Was zum Teufel machst du hier?«

Die barsche Stimme sorgt dafür, dass ich zusammenzucke. Ich reiße die Hand von der Bühne zurück, als hätte ich mich daran verbrannt, und wirbele herum, um mich dem Mann zu stellen, der hinter der Theke steht und mit einem fleckigen weißen Lappen ein Glas poliert. Er ist Ende sechzig, und sein kurz geschorenes schwarzes Haar wird bereits dünn. Seine Miene ist so einschüchternd, dass ich überrascht bin, dass ich nicht erschrocken zurückweiche, als meine weit aufgerissenen...


Julie Johnson lebt in Boston und schreibt dort am liebsten junge, gefühlvolle Liebesgeschichten. Wenn sie mal nicht an ihrem Schreibtisch zu finden ist, sammelt sie mit ihrem Reisepass neue Stempel, trinkt mehr Kaffee als ihr guttut, versucht, ihrer wachsenden »Netflix«-Must-Watch-Liste Herr zu werden oder postet Bilder ihres Hundes auf Instagram.

Mehr Informationen unter: www.juliejohnsonbooks.com



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