Johnston | Star Wars: Hoffnung der Königin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 256 Seiten

Reihe: Star Wars

Johnston Star Wars: Hoffnung der Königin


Neuauflage 2022
ISBN: 978-3-7367-9864-9
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 256 Seiten

Reihe: Star Wars

ISBN: 978-3-7367-9864-9
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Wir sind tapfer, euer Hoheit!'. Bestsellerautorin E.K. Johnstons dritter Roman, der Padmé Amidalas Leben während ihrer ersten Jahre im Galaktischen Senat, auf dem Thron von Naboo und schließlich mit Anakin Skywalker, dem Jedi-General, in dieser dunklen Ära der Galaxis beleuchtet. Nach Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger: Die friedliebende Senatorin von Naboo und ihre getreue Zofe Sabé, die einmal mehr in Padmés Rolle schlüpfen muss, finden sich in schrecklichen Kriegszeiten wieder - in den Wirren der sagenumwobenen Klonkriege, in denen Padmés heimlicher Ehemann, Anakin Skywalker, an vorderster Front erbittert kämpft, während Kanzler Palpatine im Verborgenen die Fäden zieht und Intrigen spinnt ... doch es gibt noch Hoffnung.

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1. KAPITEL

Es kam nicht oft vor, aber nun war es so weit: Padmé Amidala hatte keine Ahnung, was sie tun sollte. Sie hütete oft Geheimnisse, aber das hier war anders. Normalerweise halfen ihr die Mädchen – sie waren nicht nur ihre Vertrauten, sie hielten das Netz ihrer Geheimnisse zusammen. Doch nun war sie vollkommen allein. Ein leises Surren aus der Ecke des Raums erinnerte sie daran, dass das nicht wirklich stimmte. Es gab andere, die dieses Geheimnis zusammen mit ihr hüteten. Das Problem war nur, dass es nicht sehr viele waren und sie Padmé im Augenblick nicht helfen konnten. Zumindest glaubte sie das. Aber es konnte nicht schaden nachzufragen. „Ich vermute mal, du weißt nichts übers Schneidern, oder?“, fragte sie die kleine, blaue R2-Einheit.

Der Droide drehte seine Kuppel hin und her, die Imitation eines menschlichen Kopfschüttelns, dann piepste er betrübt, angesichts der Situation vielleicht ein wenig zu theatralisch.

Padmé bedankte sich trotzdem höflich und konzentrierte sich wieder auf den Stoff in ihrem Schoß. Es war nicht genug für ein ganz neues Kleid, aber das hatte sie auch nicht erwartet. Der Stoff war seit Generationen im Besitz ihrer Familie, und jedes weibliche Mitglied bekam einen Teil, um es in seine Hochzeitskleidung einzunähen. Ihre Schwester, die entschieden hatte, nicht zu heiraten, hatte ihren Anteil stattdessen benutzt, um Kleider für ihre Töchter zu nähen – ein Zeichen, dass sie Neuzugänge in der Familie willkommen hieß.

Sich dieser Aufgabe allein widmen zu müssen, schmerzte ein wenig. Anakin verstand es nicht, aber das konnte Padmé auch nicht wirklich von ihm erwarten. Er kannte die Bedeutung der Familie, die Bedeutung von Traditionen, aber von Kleidung verstand er nicht allzu viel. Dennoch wusste sie zu schätzen, dass er ihr die nötige Zeit und den nötigen Raum gab, um an einer Lösung zu arbeiten. Vor allem, da sie sich beeilen musste.

R2-D2 piepste erneut, und als sie den Kopf hob, projizierte er zwischen ihnen ein holografisches Bild in die Luft.

Padmé kannte dieses Kunstwerk: eines der Buntglasfenster aus dem Palast in Theed, das nach der Schlacht von Naboo ausgetauscht worden war. Es zeigte sie als Königin, umgeben von Zofen in orangefarbenen Roben. Die Aufforderung des Droiden war unmissverständlich. „Ich kann nicht, Erzwo“, erklärte sie, obwohl ihr die Worte beinahe körperlichen Schmerz bereiteten. „Was wir tun, muss geheim bleiben. Ich kann sie nicht einweihen.“

Die Projektion wechselte zu einer HoloNet-Aufnahme, die anlässlich der Siegesfeier vor zehn Jahren gemacht worden war. Hier stand Königin Amidala ganz in Weiß neben dem Anführer der Gungans, Boss Nass, während sich die Mitglieder ihres Hofes um sie herum aufgestellt hatten. R2-D2 zoomte an eine der Zofen heran und piepste ermutigend.

„Ich weiß nicht, Erzwo“, erwiderte Padmé. „Es wäre unfair, sie um Hilfe zu bitten, ohne ihr irgendetwas zu verraten.“

Der Astromech gab einen Laut von sich, der wie das Äquivalent eines Schulterzuckens klang, und das Bild löste sich auf.

Dennoch musste Padmé weiter über den Vorschlag nachdenken. Falls sie es tat, würde sie nicht als Königin oder Senatorin um Hilfe bitten, wie sie es gewohnt war. Nein, sie würde es als Padmé tun, und das würde alles verkomplizieren. Sie glaubte zu wissen, wo die Grenzen ihrer Beziehung lagen, aber sie testete sie nur ungern aus. Nachdem es so lange die Pflicht und Aufgabe der Mädchen gewesen war, ihr zu helfen, fühlte es sich anmaßend an, sie nun privat um ihre Unterstützung zu bitten.

Nicht, dass sie keine Freundinnen wären, im Gegenteil. Was Padmé mit ihren Zofen geteilt hatte – den aktuellen wie den vorigen –, war eine Freundschaft, so tief, dass sie in jeder Faser ihres Herzens verwurzelt war. Sie trauerte um Cordé und Versé, sie feierte die Erfolge, die die anderen jenseits des Hofes errangen. Und wenn sie jemanden um Hilfe bitten konnte, dann doch ihre Freundinnen, oder?

Padmé traf eine Entscheidung und rollte den Stoff auf, um nicht darüber zu stolpern, als sie aufstand und zur Kommunikationskonsole hinüberging.

Saché hatte sich vor ein paar Stunden gemeldet, um zu sagen, dass sie erst spät nach Hause kommen würde und Yané ruhig schon ins Bett gehen solle. Da dieses Bett ohnehin voll von schlafenden Kindern war, nahm Yané es ihr nicht weiter übel. Vor vier Tagen hatte es eine Schlammlawine in den östlichen Regionen von Naboos sekundärem Kontinent gegeben, und die einzigen Überlebenden waren acht Kinder, die sich zum Zeitpunkt der Katastrophe an Bord eines Schultransporters befunden hatten.

Während Saché und die anderen Vertreter der Regierung die Aufräumarbeiten koordinierten und das volle Ausmaß der Schäden beurteilten, hatte Yané die Kinder in ihrem gemeinsamen Haus untergebracht. Vier von ihnen waren seitdem von Familienmitgliedern aufgenommen worden, aber die restlichen vier – alle Cousins und Cousinen – schienen ihre gesamte Verwandtschaft verloren zu haben. Yané tat ihr Bestes, damit sie sich sicher und willkommen fühlten, aber sie wusste, dass sich ein derart traumatisches Erlebnis nicht einfach so überwinden ließ. Wenn die Kinder also dicht zusammengedrängt in dem Bett schlafen wollten, das Yané normalerweise mit Saché teilte, dann durften sie das gerne tun. Es war schließlich groß genug.

Yané für ihren Teil tat, was sie meistens tat, wenn sie einen Moment für sich hatte: Sie setzte sich an ihren Webstuhl. Dieser Tage hatte sie nicht mehr so viel Zeit, um Stoffe zu spinnen, aber sie fertigte weiterhin alle ihre eigenen Kleider an, ebenso wie die von Saché – und nun auch die für die Kinder. Es war befriedigend und erfüllend, zur grundlegenden Form dieser Kunst zurückzukehren, und am liebsten hätte sie die Kommunikationskonsole ignoriert, als sie plötzlich summte. Letztlich setzte sich aber doch die Vernunft durch, und als sie sah, wer sie kontaktierte, zitterte sie vor Aufregung. „Senatorin!“, rief sie, kaum dass Padmés Abbild vor ihr erschienen war. „Welchem Umstand habe ich dieses Vergnügen zu verdanken?“

Yané wusste natürlich, dass Padmé auf Naboo war. Die ehemalige Königin war nach dem Zwischenfall auf Geonosis in ihre Heimat zurückgekehrt, wo sie sich in dem Anwesen am See einquartiert hatte – mit der ausdrücklichen Anweisung, dass sie nicht gestört werden wollte. Saché hatte berichtet, dass der Krieg immer weiter um sich griff und höchstwahrscheinlich auch Naboo hineingezogen würde, aber konkrete Details blieben Mangelware. Nichtsdestotrotz war sie hocherfreut, Padmé zu sehen.

„Hallo, Yané!“, sagte die Senatorin via Hologramm. „Es tut mir leid, dass ich so spät anrufe. Ich hoffe, ich störe nicht.“

„Das Timing ist perfekt“, erklärte Yané. „Saché ist wegen dieser Schlammlawine noch immer bei der Arbeit und alle Überlebenden schlafen tief und fest in unserem Bett. Ich stehe Euch voll und ganz zur Verfügung, Senatorin.“

„Oh“, entfuhr es Padmé. „Entschuldige! Die Schlammlawine hatte ich ganz vergessen. Habt ihr alles, was ihr für die Kinder braucht? Du musst schrecklich beschäftigt sein.“

„Als Senatorin muss man sich um viel mehr Dinge kümmern“, erwiderte Yané. „Obwohl ich zurzeit ebenfalls sehr ausgelastet bin, wenn ich ehrlich sein soll. Aber im Moment würde ich mich über ein wenig Ablenkung freuen. Also, worum geht es?“

Padmé zögerte, und in diesem Augenblick wusste Yané, dass sie einen persönlichen Gefallen erbitten wollte. Wäre es um ihre Arbeit gegangen, hätte sie einfach den Grund ihrer Kontaktaufnahme genannt. „Ich würde gerne deinen Rat bezüglich eines Kleides hören“, sagte Padmé schließlich.

Yané erkannte den Stoff sofort. Nicht seine Form, nein – aber seine Funktion. Das sollte ein Brautkleid werden. Für Padmé. Das kam völlig unerwartet. Andererseits war sie nun eine Senatorin, die den Großteil ihrer Zeit fern von Naboo verbrachte. Da war es wohl kaum überraschend, dass sie Yané nicht über alles informierte, was sie tat. Trotzdem tat es weh und sie ließ es in ihrer Miene durchschimmern.

Padmés Gesicht verriet, dass sie ihren Schmerz erkannte und dass sie ihn verstand. Sie brauchten keine Worte für all das. Ein Blick war genug.

„Es als Haube zu benutzen, wäre gut“, sagte Yané hastig. Sie hatten beide gezeigt, wie sie sich fühlten, also wollte sie schnell wieder zum Thema zurückkehren. „Vor ein paar Jahren war es Mode, den Stoff an den Schultern oder am Saum einzunähen, aber ich glaube, ein Schleier wäre hier angebrachter.“ Bei ihrem eigenen Kleid hatte Yané den Hochzeitsstoff an den Schultern und am Saum eingefügt, weil ihr neben dem eigenen Stoff auch der von Saché zur Verfügung gestanden hatte. Ihre Ehepartnerin hatte, ihrem persönlichen Geschmack entsprechend, einen Anzug mit weiten Hosen getragen. Das war inzwischen beinahe zwei Jahre her.

„Eine gute Idee“, sagte Padmé. „Das bekomme ich hier alleine hin. Hast du vielleicht auch einen Vorschlag für das Kleid selbst?“

Yané betrachtete erneut den Stoff in den Händen der Senatorin, dann wanderte ihr Blick zur anderen Seite des Zimmers, wo ihr Webstuhl stand. Padmé hatte etwas Besseres verdient als ein Kleid, das sie allein aus dem zusammenschneiderte, was gerade herumlag. Nein, sie hatte etwas verdient, das die Hände einer Freundin eigens für sie angefertigt hatten. Falls Yané den elektrischen Webstuhl aus dem Schrank holte und eine ganze Kanne Kaf trank, könnte sie es schaffen. Saché würde heue Nacht ohnehin nicht mehr nach Hause kommen. „Ich kümmere mich darum“, erklärte...



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