Jolley | Waterland - Ozean in Flammen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 288 Seiten

Reihe: Waterland

Jolley Waterland - Ozean in Flammen

Band 3
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7336-0372-4
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 3

E-Book, Deutsch, Band 3, 288 Seiten

Reihe: Waterland

ISBN: 978-3-7336-0372-4
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Gefährliche Gegner, todbringende Strudel und ein unverhofftes Wiedersehen Jacob, Tristan und Hali ist es vorerst gelungen, den Krieg, den sein Onkel Sato anzetteln will, zu stoppen. Doch nun müssen sie sich auf die Suche nach dem nächsten wertvollen Ozeanjuwel machen, bevor Sato es in die Finger bekommt. Gemeinsam folgen die Freunde einer rätselhaften Karte, kämpfen sich durch einen fleischfressenden Kelbwald und werden schließlich von einem gigantischen Wasserwirbel auf eine abgelegene Insel geschleudert. Dort erwartet Jacob und Tristan eine unglaubliche Überraschung, die alles in Frage stellt, was sie bisher zu wissen glaubten ... Eine brandgefährliche Mission in eine tiefblaue Welt voller Geheimnisse, faszinierender Wesen und überraschender Wahrheiten. Band 3 der packenden Wasserfantasy-Saga! Weitere Bände: Dan Jolley, Waterland - Aufbruch in die Tiefe (Band 1) Dan Jolley, Waterland - Stunde der Giganten (Band 2) Serie bei Antolin gelistet

Dan Jolley begann im Alter von 19 Jahren mit dem Schreiben. Er schreibt Comics, Filmromane (z.B. Star-Trek) und Storyboards für Videospiele. Mit »Waterland« startet er eine mehrbändige epische Fantasyserie. Dan lebt mit seiner Frau und einer Handvoll träger Katzen im Nordwesten von Georgia, USA.
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2


Eine Woche zuvor

Jacob wusste nicht recht, ob man Bergen tatsächlich als eine »Stadt« bezeichnen konnte oder nicht. So oder so war es definitiv einer der ungewöhnlichsten Orte, die er je gesehen hatte.

Mit einem schweren, wasserfesten Sack voll Reis schwamm Jacob von dem Unterwasserbereich in Bergen nach oben. Als er die Wasseroberfläche erreichte, kletterte er die steilen, in das Korallenriff gehauenen Stufen hinauf zu dem Gebäude, das als »Lagerraum 2« gekennzeichnet war. Nachdem er den Sack drinnen abgesetzt hatte, lehnte er sich gegen die salzverkrustete Holzwand und verschnaufte einen Augenblick. Das war immerhin schon der zwanzigste Sack Reis, den er von unten heraufgeschleppt hatte, und es kam ihm vor, als wöge seine wasserdurchtränkte Kleidung inzwischen mindestens genauso viel wie der Reis.

Die Siedlung war in sehr kurzer Zeit ziemlich gewachsen. Ein Großteil der Flüchtlinge aus der Unterwasserstadt Ankerhaven hatte sich hier niedergelassen, denn die meisten von ihnen befanden sich mitten in der Umwandlung vom Trockensiedler zum Flutwesen, somit bot ihnen Bergen mit seinen Behausungen über und unter Wasser den besten Unterschlupf. Als er das erste Mal mit Hali nach Bergen gekommen war, hatten die vielen Schiffswracks, die überall auf dem Korallenriff verstreut waren, nahezu unberührt dagelegen. Inzwischen hatten die Leute jedes einzelne davon eilends in Behausungen, Geschäfte oder Lagerräume wie diesen hier umgewandelt. , dachte Jacob, und seine Augenbrauen zogen sich zusammen. Sato war schon immer vom Nutzen des Handels überzeugt gewesen. Und nun war buchstäblich über Nacht ein neuer Markt aus dem Boden geschossen, und sowohl Flutwesen als auch Trockensiedler waren hier aufgetaucht, um potenziellen neuen Kunden ihre Waren feilzubieten. Trockensiedler und halb-aquatische Flutwesen bewegten sich frei zwischen den Gebäuden, die über Hängebrücken miteinander verbunden waren, und gingen ihren Geschäften nach. Jacob beobachtete zwei Flutvolk-Kinder dabei, wie sie über eine der wackeligen Hängebrücken rannten und vor Lachen aufschrien, als die Treibholzlatten unter ihrem Gewicht auf und ab hüpften.

Es fühlte sich alles so … normal an. Und das war irgendwie schön.

»Platz da, Brüderchen«, rief Tristan und drängte sich an Jacob vorbei, eine Tonne mit Fischen auf den Armen. Fast ohne den üblichen Verzerrungseffekt drang die Stimme seines älteren Bruders durch die Lautsprecher des Wasseratmungshelms – und das dank Hali, denn sie hatte kürzlich ein bisschen an der Übersetzungsfunktion herumgebastelt, ohne die kein voll-aquatisches Flutwesen außerhalb des Wassers sprechen konnte. Tristans riesige dunkle Augen blitzten in seinem goldenen Gesicht mit dem leichten Schuppenmuster, das durch das Wasser in seinem Helm nur wenig verfälscht wurde. Jacob hatte sich schon beinahe daran gewöhnt, seinen Bruder so zu sehen. Beinahe. »Was, bist du etwa außer Atem?«, feixte Tristan. »Wie kannst du außer Atem sein bei dem ganzen Schwimmtraining in letzter Zeit?«

Jacob richtete sich auf, und bestimmt wäre ihm auch noch eine schlagfertige Erwiderung eingefallen, doch dann musste er erneut den Weg frei machen, als Hali und Aiko mit einer weiteren riesengroßen Tonne mit Fischen hereinkamen. Nachdem die beiden Mädchen die Tonne abgesetzt hatten, nahm Aiko Tristans Hand in ihre und hauchte einen schnellen, spielerischen Kuss auf seine Fingerknöchel.

Hali und Jacob stöhnten gleichzeitig auf. Jacob musste lachen und sagte: »Haut ab mit eurem Geturtel!«

»Du wirst es verstehen, wenn du älter bist«, feuerte Aiko grinsend zurück, blendete ihn förmlich mit ihren strahlend weißen Zähnen, dem dichten kobaltblauen Haar und der schimmernden Silberhaut. Sie hielt noch immer Tristans Hand und zog ihn aus dem Lagerraum. »Das war die letzte Tonne. Können wir uns jetzt bitte an einem der Stände was zu essen holen? Wenn ich noch eine Mahlzeit auf der essen muss, reiße ich mir die Haare aus.«

»Das wäre aber sehr schade«, antwortete Tristan leichthin und legte ihr einen Arm um die Taille. »Natürlich, gehen wir was holen.« Er tippte seinen faltbaren Wasseratmungshelm an. »Ich komme bestimmt lange genug ohne den hier klar, um eine Portion Reis mit Eiern zu vertilgen.«

»Die beiden wären ganz schön nervig, wenn sie nicht gleichzeitig so niedlich wären«, seufzte Hali und lehnte sich Jacob gegenüber an die Wand neben dem Eingang. Wie Tristan war sie voll-aquatisch, aber im Unterschied zu ihm trug sie einen Mastertech-Gurt, mit dem ihre Kiemen genauso leicht Luft atmen konnten wie Wasser. Mastertech-Produkte waren extrem selten und neigten gelegentlich dazu, aus heiterem Himmel zu explodieren, aber Jacob vertraute Halis Talent in technischen Dingen voll und ganz: Solange sie diejenige war, die an seinem Mastertech-Gurt herumwerkelte, würde er ihn bedenkenlos tragen. Na ja, zumindest bedenkenlos. Sein eigener Gurt lag ihm jedenfalls um die Schultern, da er sich selbst deaktiviert hatte, sobald Jacob an der Wasseroberfläche aufgetaucht war.

Manchmal war Jacob sehr bewusst, wie sehr sich sein Äußeres von dem seiner Freunde unterschied. Von allen Vieren war nur noch er ein richtiger Luftatmer. Tristan war natürlich auch als Luftatmer geboren worden, aber die wissenschaftlichen Experimente, denen er in Ankerhaven ausgesetzt gewesen war, hatten ihn in ein voll-aquatisches Flutwesen umgewandelt. Dann war da Hali mit ihren riesigen braunen Augen, der bronzefarbenen, von Schwärmen schwarzer Tupfen übersäten Haut und den langen Fingern mit Schwimmhäuten dazwischen. Wahrscheinlich hatte Aiko äußerlich noch die größte Ähnlichkeit mit Jacob, denn sie war nur halb-aquatisch und konnte so lange außerhalb des Wassers bleiben, wie es ihr beliebte.

Neben den Dreien fühlte sich Jacob bisweilen spektakulär langweilig.

»Wo sind all die anderen von der Crew hin?«, fragte er jetzt.

»Da lang«, antwortete Hali und zeigte in die entsprechende Richtung. »Die restlichen Vorräte sollten alle zu Lagerraum 1 und 3 gebracht werden. Die sind größer als Nummer 2.« Hali fuhr sich mit der Hand durchs Haar, um etwas von dem Salzwasser rauszudrücken. »Aiko ist nicht die einzig Hungrige hier. Ich bin kurz vorm Umfallen. Du etwa nicht?«

Wie auf Knopfdruck knurrte Jacobs Magen. Als er die heiße Nachmittagssonne auf der Haut spürte, fiel ihm auf, dass sie schon seit dem frühen Morgen die Vorräte aus der verluden, die ein paar Meter unter der Wasseroberfläche trieb. »Doch, ich auch. Und ich bin Aikos Meinung: Was anderes als U-Boot-Futter wäre .«

Hali winkte ihm. »Dann komm mal mit. Auf der anderen Seite gibt es einen Stand mit wirklich unwiderstehlichem Sashimi. Da bin ich früher schon immer hingeschwommen, wenn ich mal ein paar Münzen zusammenkratzen konnte.«

Während sie sich von dem Lagerraum entfernten und Jacob ihr auf eine der Hängebrücken folgte, fragte er: »Wollen wir nicht vielleicht einen der neuen Stände ausprobieren?«

Hali warf ihm über die Schulter einen angewiderten Blick zu. »Essen kaufen, das von einem dubiosen Trockensiedler zubereitet wurde? Und von Ständen, die gerade erst eröffnet haben? Vergiss es.«

Jacob legte einen Schritt zu, damit er neben ihr laufen konnte. Dafür war die Brücke gerade eben breit genug. »Aber wir können uns doch zumindest mal ein bisschen umsehen. Rausfinden, was es hier so Neues gibt.«

Sie traten von der Brücke herunter und auf den Westweg, die einzige Überwasserstraße des Riffs. Obwohl es eigentlich genauso übertrieben war, den Weg als »Straße« zu bezeichnen wie Bergen eine Stadt zu nennen. Der Westweg glich eher einem breiten Pfad, der über die am höchsten gelegenen Bereiche des Riffs verlief und an dem entlang hastig ein paar Verkaufsstände errichtet worden waren.

Jacob rümpfte die Nase, als er und Hali näher kamen.

Den tollsten und beeindruckendsten Markt hatte Jacob wahrscheinlich auf der gesehen, dem gigantischen Bauwerk, das aus vier uralten Ozeandampfern errichtet worden war, deren Rümpfe man größtenteils von ihren Außenwänden befreit hatte. Direkt nach dem Markt auf der Meereskönigin kam wohl der auf der Meeres-Ebene der Turmfestung, dem pyramidenförmigen Gebäude, in dem Jacob und Tristan aufgewachsen waren.

Hier auf dem Westweg sah der Markt dagegen aus, als hätten die Leute ihn aus Ständen zusammengezimmert, die auf den anderen beiden Märkten zerhackt und weggeworfen worden waren. Nun klebten sie dort wie Seepocken an einem Schiffsrumpf.

Jacob und Hali gingen an Trockensiedlern vorbei, die Streifen von übel riechendem getrockneten Fisch verkauften oder unansehnliche Ketten aus zerbrochenen Muscheln, aufgefädelt auf Seetangschnüren, oder halb kaputte, verrostete Werkzeuge, die zweifellos vor der Großen Flut hergestellt worden waren und aussahen, als könnte man schon vom Tetanus bekommen. Die Aneinanderreihung minderwertiger Produkte zog sich in einem fort, je weiter sie liefen.

Allerdings galt Jacobs Interesse nicht so sehr der angebotenen Ware, sondern vielmehr den Verkäufern. Männer und Frauen und manchmal auch Kinder versuchten hier, ihr Bestes zu geben, jedoch hing über allem ein spürbares Gefühl der Verzweiflung. Er fragte sich, wo sie herkamen – aus Ankerhaven stammten bestimmt nicht alle von ihnen. Waren sie vielleicht auch aus der Turmfestung hierhergeflüchtet? Oder von der Sichelspitze oder Treibstadt oder irgendeiner anderen...


Jolley, Dan
Dan Jolley begann im Alter von 19 Jahren mit dem Schreiben. Er schreibt Comics, Filmromane (z.B. Star-Trek) und Storyboards für Videospiele. Mit 'Waterland' startet er eine mehrbändige epische Fantasyserie. Dan lebt mit seiner Frau und einer Handvoll träger Katzen im Nordwesten von Georgia, USA.

Sandmann, Sabrina
Sabrina Sandmann (geb. 1985) hat in Düsseldorf Literaturübersetzen studiert und ist seit 2018 als freiberufliche Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen tätig. Besonders gern mag sie Jugendromane, übersetzt aber auch Sach- und andere Bücher. Neben der Literatur gilt ihre Leidenschaft dem Reisen und dem Tanzen.

Dan JolleyDan Jolley begann im Alter von 19 Jahren mit dem Schreiben. Er schreibt Comics, Filmromane (z.B. Star-Trek) und Storyboards für Videospiele. Mit 'Waterland' startet er eine mehrbändige epische Fantasyserie. Dan lebt mit seiner Frau und einer Handvoll träger Katzen im Nordwesten von Georgia, USA.
Sabrina SandmannSabrina Sandmann (geb. 1985) hat in Düsseldorf Literaturübersetzen studiert und ist seit 2018 als freiberufliche Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen tätig. Besonders gern mag sie Jugendromane, übersetzt aber auch Sach- und andere Bücher. Neben der Literatur gilt ihre Leidenschaft dem Reisen und dem Tanzen.

Dan Jolley begann im Alter von 19 Jahren mit dem Schreiben. Er schreibt Comics, Filmromane (z.B. Star-Trek) und Storyboards für Videospiele. Mit »Waterland« startet er eine mehrbändige epische Fantasyserie. Dan lebt mit seiner Frau und einer Handvoll träger Katzen im Nordwesten von Georgia, USA.
Sabrina Sandmann (geb. 1985) hat in Düsseldorf Literaturübersetzen studiert und ist seit 2018 als freiberufliche Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen tätig. Besonders gern mag sie Jugendromane, übersetzt aber auch Sach- und andere Bücher. Neben der Literatur gilt ihre Leidenschaft dem Reisen und dem Tanzen.



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