Jonas | Verlangen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 258 Seiten

Jonas Verlangen

Erotischer Roman
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-86495-020-9
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

Erotischer Roman

E-Book, Deutsch, 258 Seiten

ISBN: 978-3-86495-020-9
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Rothaarig und sprühend vor Sexappeal ... Als Scott die schöne Amber das erste Mal sieht, steht sie als Countrysängerin auf der Bühne eines schäbigen Nachtschuppens. Nach einer unglaublich heißen Liebesnacht mit ihr, vermisst er nicht nur sie, sondern auch ein wertvolles Erbstück. Einige Zeit später sieht er sie wieder und verfällt ihr sofort aufs Neue. Sein Verlangen sie zu besitzen und zu beherrschen bringt ihn dazu, sie zu entführen - ohne zu ahnen, welch ungewöhnlichem Beruf Amber in Wahrheit nachgeht: Sie ist Auftragskillerin ...

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Prolog
And I’ll bring you Pearls of water on my hips
(Dixie Chicks)
Texas 2000
Das „Moe’s“ war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Kellnerinnen mussten mit ihren voll beladenen Tabletts Slalomläufe veranstalten, um die randvollen Bierkrüge ohne Verluste zu den Gästen zu bringen, wobei sie noch den breiten Pranken der Landarbeiter, Trucker und Viehtreiber ausweichen mussten, die ihnen dauernd auf die prallen Hinterteile klopfen wollten. Die Mädchen trugen ihre besten Samstagsausgehsachen. Sie hatten sich geschminkt und frisiert und bunte Spangen und Bänder in ihre Haare gebunden. Manche trugen Stetson und Fransenjacken, aber die vorherrschende Farbe war Jeansblau, das in allen Variationen von hochgeschlossen bis sexy-offenherzig vorhanden war. Die Männer trugen fast alle Stetsons. Baseballkappen, denen man an der West- und Ostküste begegnete, waren hier verpönt. Bei Moe’s ging’s an den Wochenenden laut zu, es wurde viel getrunken, am liebsten Bier aus großen Krügen, aus denen sich jeder am Tisch bedienen konnte. Manchmal lief so viel weg, dass Moe hinter seinem Tresen gar nicht mit dem Zapfen nachkam. Die Gespräche und Rufe der Gäste übertönten die Jukebox, die in einer Ecke des Raumes vergeblich vor sich hinplärrte. Die Wände hätten dringend eines frischen Anstrichs bedurft. Sie waren dunkel vom Rauch unzähliger Zigaretten und Zigarren. Vor einiger Zeit war das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten worden und niemand räucherte mehr Moe’s Interieur ein. Trotzdem konnte er sich nicht dazu entschließen, die Maler zu rufen. Um die Schäbigkeit zu überdecken, hängte er überall Poster und Plakate von Rodeos und Auktionen oder Werbeplakate für Gebissreiniger und anderen Unsinn auf, in dem Bestreben, die braunen Tapeten zu verstecken. Charly, Moes Sohn, der in Huston studierte und nur an den Wochenenden aushalf, schob die Drinks wie Bowlingkugeln über die Theke. Feine Schweißperlen standen auf seiner hohen Stirn, aber sein Gesicht blieb völlig ausdruckslos, obwohl es um ihn herum turbulent zuging. Mit elegantem Schwung glitt ein neues Glas über das polierte Holz bis zu einem Mädchen, das an der Bar hockte. Sie fing es so geschickt auf, dass nicht ein Tropfen überschwappte und dankte Charly mit einem flüchtigen Lächeln. „Aber dann legt endlich los, um Gottes Willen!“, brüllte Moe dem Mädchen zu. „He, guck dich um, die reißen mir gleich die Bude auseinander.“ Er ließ einen besorgten Blick über die Schar seiner Gäste gleiten, die sich tatsächlich immer verrückter gebärdeten. Amber zuckte nur gleichmütig die Schultern. So ging es hier an jedem Wochenende zu, daran musste Moe sich doch inzwischen gewöhnt haben. Das Lokal hatte sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt für alle, die Country-Music liebten oder sich einsam fühlten. In diesem Laden lernte man immer interessante Leute kennen, man konnte sich austoben oder einfach bei einem Bier oder Whisky den Verrücktheiten der anderen Gäste zusehen. Die „Dogtemps“ waren stolz darauf, hier auftreten zu dürfen. Amber mit ihrem gesunden Selbstvertrauen war einfach zu Moe gestiefelt und hatte ihn um einen Vorspieltermin gebeten. Ganz sicher war es zuerst ihrer umwerfenden Erscheinung zu verdanken, dass er ihnen diese Chance gegeben hatte. Zuletzt hatte ihn jedoch das Können der vier Musiker überzeugt, wobei Moe sich im Stillen beglückwünschte, weil er nicht nur vier supergute Musiker engagiert hatte, sondern auch eine supersexy Sängerin, die die Kerle in den Laden lockte wie eine rollige Katze liebestolle Kater. Caleb Carson trat hinter Amber und tippte ihr auf die Schultern. Amber verstand. Sie trank den Rest ihres Sodas und rutschte vom Barhocker. Hinter Caleb drängelte sie sich durch die Reihen der Gäste, die sofort rhythmisch zu klatschen begannen und „Amber, Amber!“ skandierten. Die Rufe waren wie eine Welle, die von der Bar über das ganze Lokal bis in dessen hinterste Winkel schwappte, wo die Spielautomaten standen, an denen die Zocker standen und ihre letzten Cents verspielten. Auf ihrem Weg zur Bühne fing Amber noch Brian Kissinger ein, der bei einer Gruppe Freizeitcowboys stand und heftig mit ihnen diskutierte. Sie hakte ihn einfach unter, zog ihn mit sich, ohne auf seinen Protest oder die anzüglichen Bemerkungen der Großstadtcowboys zu achten. Collin Orwin stand bereits auf der Bühne und stimmte hingebungsvoll seine Fiedel. Als sich die übrige Truppe zu ihm gesellte, hob er nur kurz den Kopf, schenkte Amber ein verträumtes Lächeln und konzentrierte sich dann wieder voll und ganz auf sein Instrument. „Auf geht’s“, seufzte Brian, bevor er sich sein Banjo schnappte und mit ein paar schrägen Tönen die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Band lenkte. Sofort verstummten alle Gespräche. Erwartungsvolle Stille breitete sich aus, während aller Augen auf Amber ruhten, die mit ihrer Gitarre im Arm ans Mikrophon trat. Sie intonierte ein paar Takte, dann fiel das Banjo ein, dem die Fiedel folgte und gleich darauf erklang die fröhliche Melodie von „Gambling Man“. Amber mochte das Lied, und die Freude daran teilte sich ihrem Publikum mit. Schon fanden sich die ersten Paare, gleich darauf wirbelten die Tänzer ungestüm über die mit Sägespänen bestreute Tanzfläche. Sie hatte sie! Das Gefühl, einen ganzen Saal voller Menschen ganz und gar mit ihrer Musik zu begeistern, erfüllte Amber jedes Mal mit einem rauschhaften Gefühl der Freude, dass sie alles um sich herum vergaß. Es war schöner als jede Droge, ja, sogar noch schöner und erregender als Sex. Ein nicht zu beschreibendes Glücksgefühl, das sie am Ende der Show atemlos und völlig erschöpft zurückließ. Nicht mal in ihren wildesten Zeiten, als sie Gras geraucht und anschließend komplett stoned auf ihrer Gitarre wirre Melodien gezupft hatte, hatte Amber diese Euphorie erlebt. Manchmal allerdings, wenn sie tagelang in ihrem umgebauten Überlandbus unterwegs waren – ohne Aussicht auf ein Engagement und keinen rostigen Nickel in der Tasche – dann hasste Amber dieses Leben aus tiefstem Herzen. Dann begann sie sich vorzustellen, wie schön es sein musste in einem dieser Häuser zu leben, an denen sie vorbeifuhren, mit einer Küche, auf deren Fußboden die Schüssel für den Hund stand, und einem großen Wohnzimmer, in dem das Spielzeug der Kinder herumlag. Sie würde mit ihnen schimpfen, so wie es ihre Mom gemacht hatte, wenn Amber ihr Spielzeug nicht weggeräumt hatte. Und sie würde – wie ihre Mom es getan hatte, als die Welt noch in Ordnung gewesen war – jeden Abend in der Küche stehen und das Essen für ihren Mann und die Kinder kochen. Aber diese Sehnsüchte vergingen rasch. Amber brauchte nur die Saiten ihrer Gitarre unter den Fingerkuppen zu spüren, schon erfasste sie wieder der Rausch, den nur die Musik ihr bescheren konnte. Irgendwie kamen sie ja immer über die Runden, und wenn sie nur vor einem Supermarkt spielten, bis die Cops sie verjagten. Das kam allerdings nur selten vor, denn die meisten Leute freuten sich über die Musik, die sie aus ihrem tristen Alltagstrott herausholte. Bei solchen Auftritten landete dann schon mal eine Dollarnote in Collins Geigenkasten. „… and I grow older too …“ Ambers Blick blieb an einem der Tische haften. Dort saß ein Mann. Die tanzenden, klatschenden Gäste vor der Bühne versperrten ihr immer wieder die Sicht auf ihn, aber der Blick der dunklen Augen, mit denen er sie anstarrte, schien bis auf den Grund ihrer Seele zu dringen. Hastig wandte sie sich Collin zu, der ihr mit einem breiten Grinsen antwortete, das wie ein Halbmond über seiner Fiedel schwebte. Doch dann gewann Ambers Neugierde die Oberhand, und sie sah erneut zu dem Mann, der sie weiterhin mit seinen dunklen Blicken fixierte. Ich glaube, ich sollte ihn mir mal ein bisschen näher ansehen, überlegte sie, während sie auf ihren Einsatz wartete. Es wäre vielleicht ein netter Spaß, bei diesem Mann ein kleines Feuerchen zu schüren und ein wenig mit ihm zu spielen. Mein Gott, sie war schon viel zu lange brav gewesen! Und der Typ sah nicht so aus, als würde er nichts von einer heißen Nummer halten. Nein, der hatte ganz sicher nichts gegen einen netten One-Night-Stand einzuwenden. Von großen Gefühlen hielt Amber nichts. Ihrer Ansicht nach waren alle Männer mehr oder weniger wandelnde Gottesirrtümer, die frau zu nichts wirklich Wesentlichem gebrauchen konnte. Aber die Jagd auf diese Spezies machte Amber unendliche Freude, im Grunde noch viel mehr, als die anschließende Siegesfeier. Mit boshafter Lust am Spiel lauerte sie ihrem männlichen Opfer auf, um es dann nach angemessener Zeit, wenn es sowieso schon fast erledigt war, mit einem feuchten...



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