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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 376 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Jones Dirty Rich - Gefährliches Geheimnis
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0283-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 376 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-0283-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie gefährlich ist es, jemandem vollständig zu vertrauen?
Er war meine große Liebe, meine Leidenschaft - der Grund, warum ich atme. Ich vertraute ihm. Aber das Leben lehrte mich, dass ich niemandem vertrauen konnte. Denn er war nicht der Mann, für den er sich ausgab. Er war gefährlich.
Alle sagten mir, ich solle fliehen und mich verstecken, also tat ich das. Aber er hat mich gefunden - und diesmal laufe ich nicht weg. Weil er immer noch der Mann ist, der für mich die ganze Welt bedeutet. Und wenn das gefährlich sein soll, will ich das Risiko eingehen.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Mit ihren erotischen Liebesromanen hat Lisa Renee Jones eine große Leserschaft gewonnen und wurde mehrfach mit Genrepreisen ausgezeichnet. Die New-York-Times- und USA-Today-Bestsellerautorin hat bereits diverse Serien veröffentlicht, die ebenfalls bei beHEARTBEAT erschienen sind, darunter »Tall, Dark and Deadly« sowie »Amy's Secret« und »Dirty Money«. Jones lebt mit ihrer Familie in Colorado Springs, USA.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Ashley (momentan Sandy)
Zeugenschutz ist ätzend.
Nach drei Monaten habe ich mich immer noch nicht an mein neues Leben gewöhnt, und ich habe auch noch immer nicht aufgehört, mich ständig umzublicken. Selbst jetzt muss ich gegen den starken Drang ankämpfen, mich umzudrehen, aber ich widerstehe. Stattdessen kuschele ich mich nervös in meinen Mantel und beeile mich auf dem kurzen Fußweg von der Arbeit nach Hause. Die Kühle eines der wenigen kalten Tage in Austin, Texas, sammelt sich zwischen den Gebäuden im Stadtzentrum, während die Sonne hinter den Hochhäusern versinkt. Den ganzen Weg über wünsche ich mir, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Wünsche, ich hätte Noah nie kennengelernt. Wünsche, ich hätte mich nie in den Mann verliebt, der mein Leben zerstört hat. Wünsche, ich wäre wieder in New York City und immer noch eine angehende Anwältin. Ich wünsche, mein Name wäre immer noch Ashley. Und ich wünsche, ich wäre immer noch die rechte Hand eines Staranwalts der führenden Kanzlei in New York, die mich aus Houston nach New York geholt hatte.
Aber nein, jetzt arbeite ich in einem Reisebüro, heiße Sandy und kämpfe gegen den Drang an, mich umzublicken.
Weil sie mir sogar meinen Namen weggenommen haben, das Einzige, das mir bis auf meine Erinnerungen an sie von meinen Eltern geblieben ist. Natürlich hat mich das Alleinsein zu einem perfekten Ziel gemacht, niemand würde mich vermissen. Es hat mich auch zu einer leichten Beute gemacht, und zwar von einem sehr heißen Mann, der so weit ging, mir einen Antrag zu machen, obwohl er mich letzten Endes töten wollte. Ich hätte ihn töten sollen. Und ich hätte es mit der Pistole getan, in deren Benutzung er mich unterwiesen hatte, ganz poetische, perfekte Gerechtigkeit. Der Drang, mich umzudrehen, wird immer stärker und holt mich aus meinen Gedanken.
Ich schaue mich um, die wenigen Häuserblocks bis zu meiner Wohnung fühlen sich unendlich weit an. Darum gehe ich direkt auf ein belebtes mexikanisches Restaurant zu. Das wird zwar meiner Figur nicht guttun, aber ich muss mich einfach hinsetzen, mich beruhigen und mir etwas Zeit nehmen, um durchzuatmen.
Ich betrete das geräumige Lokal mit Holzstühlen und -tischen und leiser mexikanischer Musik, die eine angenehme Atmosphäre erzeugt. Mexiko und mexikanisches Essen sind ein Teil der Kultur dieser Stadt, die ich vielleicht genießen könnte, wenn ich nicht einfach nur zurück in New York sein wollte, wo ich einen Job hatte und Freunde. Die Kellnerin begrüßt mich und bietet mir einen Tisch an der Fensterfront an, aber ich lehne ab. Ich will nicht, dass man mich beobachten kann. Ich habe keine Ahnung, ob ich mich je wieder an einem Fenster sicher fühlen werde.
Am Ende bekomme ich einen Tisch in der Ecke, von dem aus ich das ganze Restaurant übersehen kann, das jetzt rappelvoll ist mit ungefähr dreißig Leuten, von denen fünfzehn alle an einem großen Tisch sitzen, der sich zwischen mir und der Tür befindet. Ein Kellner, den ich auf Mitte dreißig schätze, mit dunklem, gelocktem Haar begrüßt mich, und ich bin erleichtert, als er mich kaum eines Blickes würdigt. Ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, die zauberhafte Rothaarige zu sein, die meine Mutter war. Und ich hatte schon immer das Gefühl, dass ich ihr nicht das Wasser reichen konnte. Jetzt habe ich dafür gesorgt, dass ich diese Rothaarige nie mehr sein werde, denn ich bin zu einer Brünetten geworden, obwohl man mir gesagt hat, das müsse nicht sein. Es bietet mir zusätzlichen Schutz. Genau wie die Kurse in Karate und dem Umgang mit Waffen, die ich belegt habe. Kurse, zu denen ausgerechnet er mich in New York überredet hatte und die ich hier in Texas wieder aufgenommen habe. Diese Tatsache ergibt für mich immer noch keinen Sinn. Nichts ergibt einen Sinn.
Der Kellner taucht wieder auf, und ich bestelle ein Gericht, das ich nicht wirklich mag, dann lasse ich mich zurück in meinen Stuhl sinken. Ich schaue mich abermals in dem Restaurant um und runzle die Stirn, als mein Blick auf den Mann fällt, der in der gegenüberliegenden Ecke des Restaurants hinter der Theke sitzt. Ich kann nur seine Hände sehen, und das macht mich unruhig. Es sind kräftige Hände, und so töricht es erscheinen mag, sie kommen mir bekannt vor.
Ich muss an Noah denken – hochgewachsen, ein eher dunkler Typ und gut aussehend mit gewelltem, schwarzem Haar und wie in Stein gemeißelten Gesichtszügen. Er war natürlich furchtbar attraktiv, aber er war so viel mehr als eine hübsche Fassade. Er war charmant und intelligent, und wir hatten so viel gemeinsam. Ich möchte darüber lachen, über mich selbst lachen. Er war CIA-Agent mit einem Abschluss in Jura, und er hat sich als Verräter entpuppt, nicht als Anwalt und Finanzberater. Wir hatten nichts gemeinsam.
Und verdammt, ich sage mir, dass ich das nicht tun sollte, aber wie schon so oft auf der Suche nach dem Grund für all das, bin ich gedanklich wieder in der Vergangenheit gelandet und erinnere mich an meine erste Begegnung mit ihm.
Ich eile durch die Lobby des Bürogebäudes – auf dem Weg zum Gericht, um für meinen Chef eine Akte anzufordern. Cole Brooks übernimmt den Fall einer Frau, die angeklagt ist, ihre Schwester getötet zu haben, und sie hält sie für unschuldig. Wenn irgendjemand sie frei bekommen kann, dann er. Doch ich muss diese Akte anfordern, damit der Fall in diesem Distrikt bleibt. Und gerade jetzt setzt einer der für Houston so seltenen Schneestürme ein.
Ich komme aus dem Gebäude direkt mitten in den Sturm. Nach nur ein paar Schritten trete ich auf eine vereiste Stelle und stürze. Glücklicherweise bin ich dick in einen Mantel gekleidet, aber ich trage keine Handschuhe, und meine Handflächen kleben fast am Eis fest. Ich verfluche die Person, die diesen Gehweg hätte räumen müssen, aber das Unwetter ist heftig und schnell über die Stadt hereingebrochen, mit so was kommen sie hier nicht gut klar. Ich unterdrücke ein Fluchen, denn es sind Dutzende von Leuten hier unterwegs, und sie alle starren mich an, als wäre ich eine Idiotin.
»Brauchen Sie Hilfe?«
Als ich aufschaue, steht ein über die Maßen attraktiver Mann vor mir. Er trägt einen teuren Mantel und Schal über etwas, von dem ich den Verdacht habe, dass es sich um einen gleichermaßen teuren Anzug handelt, und seine Augen sind von einem intensiven Braunton, ebenso wie sein dunkles Haar. Mein Chef ist heiß, und das Gleiche gilt für die Hälfte der Männer, mit denen ich täglich zusammenarbeite, aber sie haben schon längst keine Wirkung mehr auf mich. Sie sind viel zu überheblich und arrogant. Aber diesmal, bei diesem Mann, habe ich Schmetterlinge im Bauch, und das macht mich unsicher. »Nein, danke. Ich komme zurecht.« Ich versuche aufzustehen und schaffe es beinahe, mich aufzurichten, als ich wieder auf dem Boden lande.
Mr. Good Looking lässt sich neben mir auf die Knie. »Sind Sie okay?«
»Ja. Es ist mir nur so peinlich.«
Seine hübschen Lippen formen sich zu einem Lächeln. »Das muss es nicht. Wir sind auf unserem Weg alle mal auf Glatteis geraten.« Er hält mir die Hand hin. »Kann ich Ihnen jetzt helfen?«
Ich starre auf seine Hand und habe dieses Gefühl, als würde sich ab der Sekunde, in der ich ihn berühre, für immer alles verändern. Aber ich nehme das Angebot an. Ich greife nach seiner behandschuhten Hand, und Wärme schießt meinen kalten Arm hinauf, über meinen Oberkörper und tief in meinen Bauch. Seine Augen werden schmal, und ein Anflug von irgendetwas taucht in ihren Tiefen auf, als würde er vielleicht fühlen, was ich fühle, obwohl das unwahrscheinlich ist. Ich habe wohl gerade eine Art Cinderella-Traum, und er spielt die Rolle des Prinzen.
Er steht auf und zieht mich mit sich hoch, und am Ende lehne ich an ihm. Er lässt mich nicht los. Er schaut auf mich herab und senkt den Blick auf meine kalten Lippen, bevor er ihn wieder hebt. »Ich bin Noah.«
»Ashley«, stelle ich mich vor.
»Trinken Sie einen Kaffee mit mir, Ashley.«
»Ich kann nicht. Ich muss zum Gericht.«
»Dann nehmen Sie später einen Drink mit mir. Kennen Sie das Twelve Caverns?«
»Nein. Nein, das kenne ich nicht.«
»Gleich am Gericht. Ich habe um sieben ein Meeting dort. Warten Sie um acht auf mich.«
Ich verspüre den überwältigenden Drang, ihm nachzugeben, aber genau so mächtig ist der Impuls, vor ihm davonzulaufen. Ich verstehe es nicht. Es ergibt keinen Sinn. »Ich werde darüber nachdenken«, antworte ich.
»Ich hoffe, Sie treffen die richtige Entscheidung«, entgegnet er. »Ich habe Sie immerhin vor einem bösen Sturz bewahrt.«
Ich lache. »Ja. Das haben Sie.«
Er hebt meine Finger an die Lippen und küsst sie. »Ich hoffe, Sie bald...




