E-Book, Deutsch, 290 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Jones Entfacht
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7325-2508-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Amy´s Secret
E-Book, Deutsch, 290 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7325-2508-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Geheimnis - Tausend Gefahren.
Eine Liebe - Tausend Gefühle.
Amy's Secret.
Seine Berührung fährt durch mich hindurch, vom Haaransatz bis in die Zehenspitzen, warm und süß, prickelnd und heiß. Ich sollte ihm nicht trauen. Ich sollte ihm nicht meine Geheimnisse verraten. Aber wie könnte ich nicht, wenn er doch der Grund ist, warum ich lebe? Ich brauche ihn so sehr.
Vor Jahren musste Lara fliehen und ihr gesamtes Leben, ihre Familie und Freunde hinter sich lassen. Als Amy lebt sie nun ein ganz neues Leben und hofft, dass niemand sie finden wird. Doch dann erhält sie erneut einen anonymen Anruf. Sie wurde entdeckt. Sie ist in Gefahr. Und sie muss erneut fliehen. Sofort.
Am Flughafen trifft sie auf Millionär Liam Stone, der sie mit seiner düsteren Aura sofort in seinen Bann zieht. Er ist ein Mann der klaren Ziele - und sein neues Ziel heißt Amy. Doch was geschieht, wenn Liam mehr von ihr verlangt als sie ihm jemals geben kann? Wenn er von ihrem dunklen Geheimnis erfährt?
Amy beginnt ein gefährliches Spiel und weiß bald schon nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist ...
»Entfacht« ist der erste Band der spannenden Erotikreihe »Amy's Secret« der New York Times Bestseller-Autorin Lisa Renee Jones.
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2
Alle Passagiere sind in den Flieger eingestiegen, nur ich nicht. Ich bin, abgesehen vom Bodenpersonal, allein am Gate und fühle mich verletzlich und exponiert, da ich mich nicht mehr in einer Menschenmenge verbergen kann. Als ich bereits meine Optionen für diesen Abend durchgehe, falls ich nicht in diesen Flieger einsteigen kann, wird auf einmal mein Name aufgerufen.
»Heute ist Ihr Glückstag, Miss Bensen«, sagt die Frau von vorhin, als ich an den Schalter trete. »Sie wurden in die erste Klasse hochgestuft.«
Ich blinzle überrascht, und das nicht nur, weil es für mich ungewohnt ist, »Miss Bensen« genannt zu werden. »Sind Sie sicher? In die erste Klasse?«
»Ganz genau.«
»Was kostet mich das extra?«, will ich wissen, wobei ich nicht einmal weiß, wie viel Geld ich auf der Kreditkarte, die mir gegeben wurde, zur Verfügung habe. Meine anderen Ersparnisse kann ich nicht anrühren, da man mich so möglicherweise aufspüren könnte.
»Nichts«, versichert sie mir lächelnd und deutet auf mein Ticket. »Ich drucke Ihnen nur schnell Ihre neue Bordkarte aus.«
»Vielen Dank«, sage ich schnell.
Dann husche ich über den Flugsteig zum Flieger, und obwohl ich durchaus erleichtert bin, dass ich noch einen Platz bekommen habe, ist die Erkenntnis, dass ich New York jetzt verlasse, regelrecht niederschmetternd. Alles, was bisher meine Welt bestimmt hat, befindet sich hier, und ich habe mich nicht mehr so hilflos gefühlt seit … sehr langer Zeit.
Ich mag nicht einmal an das denken, was damals passiert ist. Ich denke auch nicht daran, denn sonst kommen die Albträume wieder und die Angst. Jetzt ist der falsche Zeitpunkt, um mich von diesem Schrecken terrorisieren zu lassen. Schließlich habe ich nicht die geringste Ahnung, was die nächsten Tage bringen werden.
»Willkommen an Bord«, begrüßt mich eine Stewardess fröhlich, als ich den Flieger erreiche, und irgendwie gelingt es mir, sie halbherzig anzulächeln, bevor ich zu Reihe sieben gehe, die nur aus zwei Plätzen besteht.
Mein Gangplatz ist leer – obwohl man mir doch erzählt hat, dass das Flugzeug überbucht wäre –, ebenso wie der Platz am Fenster. Meine Hoffnung, dass ich möglicherweise meine Ruhe habe, wird zunichtegemacht, als ich die Tasche sehe, die unter dem Sitz verstaut ist. Ich seufze leise. Eigentlich will ich mich nur hinsetzen und die Augen schließen, bevor mein Sitznachbar zurückkehrt, aber das wird nicht klappen. Erst muss ich mein Gepäck verstauen und mir meine Akte durchlesen.
Achselzuckend lasse ich die übergroße Tasche auf meinen Sitz fallen. Als ich meinen Rollkoffer verstauen will, stelle ich fest, dass das Fach über mir bereits voll ist. Heute sind offenbar alle gegen mich. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und versuche, etwas Platz zu schaffen, um mein Gepäck unterzubringen, und das ist nicht gerade einfach.
»Warten Sie, ich helfe Ihnen.«
Die tiefe, leicht raue Stimme bewirkt, dass ich mich nach links umdrehe, und schon sehe ich in zwei vertraute Augen. Mein Herz setzt einen Schlag aus. Das kann doch nicht wahr sein! Aber es ist so. Ich komme mir richtiggehend dämlich vor, wie ich dastehe und diesen attraktiven Mann anstarre, und werde vor Scham rot. Der Mann vom Gate überragt meine einen Meter sechzig um fast dreißig Zentimeter, und er steht so dicht vor mir, dass ich jetzt mit Sicherheit weiß, welche Farbe seine Augen haben. Sie sind blau, von einem durchdringenden Aquamarinblau, das fast schon grün aussieht, und sind eindeutig auf mich gerichtet.
»Ich … äh … Vielen Dank.«
»Gern geschehen«, sagt er und verzieht auf eine Art und Weise die Lippen, dass es mich in Kombination mit seinen dunklen Bartstoppeln auf dem markanten Unterkiefer und dem kaum erkennbaren Ziegenbart an einen Piraten erinnert. Die Art von Mann, der einer Frau die Sinne raubt, ihren Körper in Besitz nimmt und sie so durcheinanderbringt, dass sie gerade mal wimmern kann, wenn sie mitansehen muss, wie er wieder verschwindet.
Mr »Groß, Dunkel und potenziell Gefährlich« greift über mich in das Fach, wobei sich sein T-Shirt über seiner perfekten, muskulösen Brust spannt. Ich bleibe wie erstarrt stehen, dabei bin ich doch sonst eigentlich ein Mensch, der anderen ungern nahe kommt. Mir ist klar, dass ich eigentlich zur Seite gehen sollte, aber ich habe offenbar die Kontrolle über meine Beine verloren, nachdem mir in dieser Nacht doch schon mein ganzes Leben abhandengekommen ist.
Er blickt auf mich herab, während er die Gepäckstücke herumschiebt. »Nur diese Tasche?«, will er wissen und sieht mich mit flammendem Blick an. Vielleicht ist er aber auch nur amüsiert. Doch in seinen Augen liegt eindeutig eine Herausforderung, was für einen Mann wie ihn doch irgendwann langweilig werden muss.
Dieser Gedanke reicht aus, um mich einen Schritt nach hinten machen zu lassen, was eventuell etwas zu offensichtlich passiert. »Ja. Vielen Dank.« Er schiebt meinen schmalen Koffer hinein, und die Muskeln an seinem Oberkörper spannen sich auf herrliche Weise an. Ich versuche nicht einmal, den Blick abzuwenden. Indem ich ihn bewundere, gelingt es mir, nicht an die über Hundert anderen Menschen in diesem Flugzeug zu denken, die möglicherweise Ärger bedeuten könnten.
»Fertig«, sagt er dann und deutet auf den Sitz. »Möchten Sie am Fenster sitzen?«
»Was?« Mein Magen zieht sich zusammen, und mir stockt der Atem. »Wir sitzen nebeneinander?«
»Sieht ganz danach aus.« Er sieht mich belustigt an und zieht die Mundwinkel hoch, als er hinzufügt: »Die Welt ist klein.«
Bei der Erinnerung an unseren Blickkontakt am Terminal bekomme ich rote Wangen. »Zu klein«, erwidere ich.
Die Durchsage aus den Lautsprechern bittet uns, unsere Plätze einzunehmen, und verhindert, dass ich noch einen frechen Kommentar abgeben könnte, der mir sowieso nicht eingefallen wäre.
»Letzte Chance«, meint er. »Fensterplatz oder nicht?«
Ich will schon dankend ablehnen, als mir bewusst wird, dass ich am Gang von allen Passagieren hinter mir gesehen werden kann. Der einzige Mensch, der mich mit seinen Blicken verschlingen kann, wenn ich am Fenster sitze, ist dieser Mann. »Wenn es Ihnen nichts ausmacht.«
»Ganz und gar nicht.«
»Danke.« Ich nehme meine Tasche und lasse mich auf den Fensterplatz fallen. »Soll ich Ihnen Ihre Sachen rübergeben, die Sie unter den Sitz geschoben haben?«
Er setzt sich neben mich, und ich stelle fest, dass er viel zu groß, breitschultrig und attraktiv ist, um die Damenwelt nicht komplett um den Verstand zu bringen. »Warum stellen Sie Ihre Tasche nicht einfach unter meinen Sitz?«, schlägt er vor.
Sein würziger, maskuliner Geruch steigt mir in die Nase und weckt eine uralte Erinnerung, die ich jedoch schnell wieder verdränge. Dabei ärgere ich mich darüber, dass ich erneut in einem Zustand bin, in dem jede Kleinigkeit einen Flashback auslösen kann. Der heutige Tag hat die Stärke, die ich mir im Verlauf der Jahre mühsam angeeignet habe, komplett verpuffen lassen, und auf einmal bin ich wieder so schwach wie früher.
»Okay«, stimme ich zu. »Aber ich muss noch ein paar Sachen für den Flug rausnehmen.« Rasch hole ich den Ordner und mein Portemonnaie aus der Tasche und reiche sie dem Mann, wobei sich unsere Hände leicht berühren. Sofort rast ein Stromstoß meinen Arm entlang, und ich wende mich rasch ab und schnalle mich an. Vielleicht war es doch nicht so klug, sich hier in die Ecke zu setzen neben einen Mann, bei dem ich meine Reaktionen einfach nicht unter Kontrolle habe.
»Champagner?«
Ich blicke auf und sehe eine hübsche Stewardess, die etwa Mitte zwanzig sein muss und meinen Sitznachbarn mit unverhohlenem Interesse ansieht. Sie erinnert mich an die offene Art, mit der Chloe ihr Leben angeht. Auf einmal fällt mir das Atmen schwer. Ich werde Chloe nie wiedersehen.
»Oh ja, wir hätten sehr gern welchen«, erwidert er, nimmt zwei Gläser entgegen und dreht sich zu mir um, womit die Stewardess abgemeldet ist.
Ich halte eine Hand hoch. »Nein, danke.«
»Sie müssen doch nicht selber fliegen.«
»Alkohol macht mich schläfrig«, protestiere ich, obwohl ich genau weiß, dass ich dank der Nachricht von meinem Schutzengel oder auch Betreuer für sehr lange Zeit Schwierigkeiten beim Einschlafen haben werde.
»Der Flug dauert vier Stunden«, merkt er an. »Da kann das Sandmännchen doch ruhig mal vorbeikommen.«
Das Sandmännchen. Dieser wundervolle, unglaublich maskuline Mann hat gerade das Wort »Sandmännchen« in den Mund genommen, und das erstaunt mich über alle Maßen, da ich das nie erwartet hätte. »Da haben Sie vermutlich recht.« Ich nippe an dem süßen, perlenden Getränk.
In seinen Augen flackert Zufriedenheit, als würde er sich darüber freuen, dass ich tue, was er will. Dann nimmt er mir das Glas ab und stellt unsere Gläser in die Becherhalter, die sich zwischen uns befinden. Die Selbstverständlichkeit, mit der er die Kontrolle über solche Kleinigkeiten übernimmt und das zu genießen scheint, sollte mich eigentlich stören, aber seltsamerweise fasziniert er mich genau deshalb noch mehr.
Er reicht mir eine Hand. »Liam Stone.«
Mein Herz schlägt beim Klang seines merkwürdig verlockenden Namens sowie der Vorstellung, ihn zu berühren, schneller. Ich will ihm schon die Hand schütteln, zögere dann aber kurz, weil ich das komische Gefühl habe, dass sich mein Leben in diesem Augenblick entscheidend ändert. Doch ich schiebe diesen albernen Gedanken beiseite und drücke meine Handfläche gegen seine. »Freut mich, Sie kennenzulernen, Liam. Ich bin Amy.«
Er legt die Finger um meine Hand, und mir läuft ein warmes Kribbeln den Arm hinauf. »Verraten Sie mir, was ich getan habe, um...




