E-Book, Deutsch, 319 Seiten
Reihe: LYX.digital
Jones Mad Prince - Elite Kings Club
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1026-1
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 319 Seiten
Reihe: LYX.digital
ISBN: 978-3-7363-1026-1
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Liebe ist schmerzhaft, Liebe ist blind, Liebe ist nicht für jeden bestimmt ...
Jeder kennt Nate Malum-Riverside. Er ist charmant, beliebt, attraktiv - und unglaublich gefährlich. Tillie weiß, dass sie sich von ihm und dem Elite Kings Club fernhalten sollte, wenn sie nicht in deren Strudel aus Geheimnissen und Macht gezogen werden will. Doch insgeheim weiß sie längst, dass es dafür schon zu spät ist ...
'Amo Jones' Bücher sind wie Achterbahn fahren - nur ohne Sicherheitsgurt!' MARTA LIKES TO READ
Band 4 der ELITE-KINGS-CLUB-Reihe von Bestseller-Autorin Amo Jones
Amo Jones ist eine erfolgreiche Bestseller-Autorin aus Neuseeland. Sie liebt romantische Spaziergänge (in ihren Weinkeller) und lebt, wie sie schreibt: immer am Rande des Wahnsinns mit einem Glas guten Rotwein in der Hand und ihren Höllenhunden zu Füßen. Weitere Informationen unter: www.amojonesbooks.com
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1. KAPITEL
TILLIE
Vorglühen
»Liebe ist schmerzhaft, Liebe ist blind, Liebe ist nicht für jeden bestimmt …«
Wassertropfen rinnen die Scheibe hinunter und erinnern mich an das eine Mal, als meine Schwester und ich lange aufblieben, um darauf zu warten, dass unsere Mutter vom Einkaufen zurückkam. Zwei Stunden saßen wir am Fenster. Ich mag erst vier Jahre alt gewesen sein, aber ich kann mich so lebhaft daran erinnern, dass ich den Film in Full-HD den Rest meines Lebens vor meinem inneren Auge abspielen könnte. Immer wieder. Ununterbrochen. Sämtliche Einzelheiten, jeder Geruch, jedes kleinste Ticken der alten Uhr als Endlosschleife in meinem Kopf.
Tick.
Tack.
Tick.
Tack.
Als sie uns im Stich ließ, nahm sie nicht nur sich selbst mit fort, sondern auch Teile von mir und meiner Schwester und, grausamer noch, meines Vaters.
Danach begannen die Prügel.
Danach verwandelte er sich von einem rücksichtsvollen Vater in einen schamlosen Teufel.
Vor diesem Tag kann ich mich nicht an sehr viel, doch wenn nur an Gutes, erinnern, aber jeder einzelne Tag danach hat sich in meinem Gedächtnis eingegraben, wie ein Felsblock sich nach einem Vulkanausbruch in den Boden gräbt.
»Alles klar, Puella?«
Ich stoße einen angehaltenen Schwall Luft aus, meine Schultern sinken, und meine Muskeln entspannen sich beim bloßen Klang seiner Stimme.
Ich lecke mir die Lippen und wende ihm das Gesicht zu, meine Hand liegt auf seiner. »Es geht mir gut, Daemon.«
Sein Blick fällt auf das Baby auf seinem Arm und kehrt dann zu mir zurück. Seine schönen Augen leuchten, wenn sie mich ansehen, als wären sie sein ganzes Leben, bis zu diesem Augenblick tot gewesen.
»Nicht mehr lange, dann haben wir es geschafft, Tillie. Du hast dich prächtig geschlagen«, versichert mir Tinker irgendwo zwischen meinen Beinen. Irgendwie ist es mir gelungen, den Schmerz zu unterdrücken, oder es liegt nur daran, dass ich eben ein ungeheuer großes Mädchen zur Welt gebracht habe, aber was es auch sein mag, ich bin sicher, ohne ihn hätte ich die Kraft, das zu schaffen, nicht gehabt.
Daemon schaut mich wieder an, seine Augen funkeln so, wie ich mir ausgemalt habe, dass die Augen ihres Vaters funkeln würden. »Sie ist wunderschön, Puella.«
Ich beiße mir nervös auf die Lippe, als er mir den kleinen Körper auf die Brust legt. Sie gibt einen winzigen, krächzenden Schrei von sich und hebt die Fäustchen zum Mund, während sie den Kopf von einer Seite zur anderen bewegt.
Tinker erscheint neben mir und zieht sich die Chirurgenhandschuhe aus. »Oh, Süße, sie hat Hunger.«
»Ich weiß nicht, wie man das macht.« Ich weiß es wirklich nicht. Bis zu diesem Moment dachte ich immer, ich hätte nicht den mindesten Mutterinstinkt in mir. Diesem Moment, als mir bei dem Gedanken, meinen Sprössling nicht richtig füttern zu können, die blanke Angst in die Knochen kriecht. Dennoch weiß ich mit absoluter Sicherheit, dass ich dieses Kind bis zu meinem Todestag beschützen werde.
»Schon gut«, sagt Tinker und bettet das Baby höher an meine Brust, näher bei mir. Das kleine Gesicht an meiner Brust sieht zerknautscht aus. »Sie weiß schon, was zu tun ist. Zuerst fühlt es sich vielleicht unangenehm an, aber wehtun dürfte es eigentlich nicht. Falls doch, steckst du ihr vorsichtig deinen kleinen Finger in den Mund, ziehst die Brustwarze raus und versuchst es gleich noch mal. Ihr Mund sollte den ganzen Bereich bedecken.« Sie deutet auf den Warzenhof.
Beim nächsten Versuch halte ich mich genau an Tinkers Anweisungen, und der kleine Mund dockt an. Die Brustwarze wird heiß, als würde Wasser in die Spitze fließen, dann brechen ihre Trinkgeräusche das Schweigen.
Tinker kichert. »Ja, sie hat Hunger.«
Die andere Krankenschwester, die geholfen hat, mich zu nähen, packt zusammen und geht. Erst als sie außer Hörweite ist, sagt Tinker: »Sie kommen, Tillie. Sie kommen alle.« Ihre Stimme bleibt flach und gleichmäßig, sie hätte übers Wetter reden können, so ruhig ist sie.
Mich fröstelt. »Was?« Seit Monaten schon erlebe ich ein Tauziehen zwischen Kopf und Herz um meine Gefühle für Nate Riverside-Malum. An manchen schlechten Tagen, wenn ich in meinem Zimmer in Katsias Haus in Perdita eingesperrt bin, habe ich nichts als meine Erinnerungen an Nate, die ich mir immer wieder vorspiele. Dann greife ich auf unsere gemeinsame Zeit, die Gefühle, die ich für ihn gehegt habe, zurück, um mich zu trösten. Ich habe mich in Nate verliebt, weder Herz noch Kopf zweifeln daran, bis in die letzten Verästelungen der Adern in meinem Leib. Er war es immer und wird es immer sein, aber naiv bin ich deshalb noch lange nicht. Ich wusste seit dem Tag, an dem ich zuließ, die Tore aufzuschließen, hinter denen meine Gefühle für ihn verborgen waren, worauf ich mich einließ.
Nate ist ein Spieler.
Ich bezweifle nicht im Geringsten, dass er mich zutiefst verachten würde. Nicht, weil er womöglich glaubte, ich sei vor ihm weggelaufen, sondern weil ich ihm nun, in seiner Vorstellung, seine Tochter vorenthalten habe.
»Tinker«, zische ich scharf und halte mein Mädchen fester. »Was soll das heißen, sie kommen? Die Kings?«
Tinker fährt meiner Tochter mit dem Finger durchs Gesicht und antwortet liebevoll lächelnd: »Ja. Du verstehst nicht, Tillie. Katsia will dem Baby schaden.«
»Schaden?«, kreische ich beinahe. Ich fahre schon beim bloßen Gedanken, jemand könnte sich diesem Kind mit bösen Absichten nähern, die Krallen aus.
Tinker wirft Daemon einen Blick zu.
Daemon nimmt meine Hand. »Ich habe einen Plan, Puella.«
Meine Blicke fliegen, unbewusst nach einem Notausgang suchend, durchs Zimmer. Eine Tür führt in die Haupthalle, die höchstwahrscheinlich ebenso gut bewacht ist wie der Rest dieses beschissen großen Hauses.
»Anders geht es nicht, Tillie. Du musst Daemon anhören, okay?« Die Tür geht auf, und die Krankenschwester von vorhin kommt zurück. Sie hält ein Handy in der Hand. Als ich erstarre, legt mir Daemon beruhigend die Hand auf die Schulter.
»Vertraust du mir, Puella?«, will er wissen und sucht meinen Blick. Daemon, mit seinen unendlich tiefen, dunklen Augen, die ohne Zweifel einige der schrecklichsten Geheimnisse der Menschheit gesehen haben.
Ich schlucke, dann nicke ich. »Ja, ich vertraue dir.«
Er drückt mir einen Kuss auf die Stirn und greift nach dem Handy, das die Schwester ihm hinhält. Sie räuspert sich. »Sie haben ungefähr fünf Minuten, bis die wissen wollen, warum ich hierher zurückgekehrt bin. Also, beeilen Sie sich, Daemon.«
Ich mustere sie mit schräg gelegtem Kopf. Gehört sie auch zu den Guten? Bisher habe ich geglaubt, das gilt nur für Tinker und Daemon, aber vielleicht habe ich mich ja geirrt. Mir fällt ihr Namensschild auf; J E S S I C A steht in breiten schwarzen Blockbuchstaben darauf.
Jessica.
»Er geht nicht dran.« Daemon beendet die Verbindung, sein Blick wandert nervös zu Tinker.
»Wir müssen Zeit gewinnen.« Tinker wendet sich der Krankenschwester zu. »Können Sie uns Zeit verschaffen?«
Die Schwester sieht uns nacheinander widerstrebend an, und ich nutze den Augenblick, um sie auf mich aufmerksam zu machen. »Jessica? Bitte. Ich werde für immer in Ihrer Schuld stehen, wenn ich also jemals etwas für Sie tun kann …«
»Na gut.« Sie atmet vernehmlich aus. »Ich werde sagen, dass Sie das Baby noch nicht bekommen haben und dass es Komplikationen gibt, aber Sie müssen wissen, dass ich das Kind nach der Geburt einem der Verlorenen übergeben muss. Dass ich Ihnen die Kleine nicht gleich weggenommen habe, bringt mich und meine Familie in Lebensgefahr, Tinker.«
»Ich verspreche Ihnen, Jessica, dass wir Sie und Ihre Familie bei alldem beschützen werden«, ruft Tinker ihr zuversichtlich ins Gedächtnis. Als Jessicas Augenwinkel sich entspannen, weiß ich, dass wir sie überzeugt haben.
»Okay.« Wieder schaue ich mich in dem Zimmer um, in dem ich während der letzten Monate festgehalten und versteckt wurde. Was mir, solange es nur um mich ging, ziemlich egal war. Der Gedanke, ein Kind zu haben, war mir selbst während der Schwangerschaft noch unwirklich erschienen. Jetzt jedoch ist das Kind Wirklichkeit, und ich werde ohne jeden Zweifel alles tun, was getan werden muss, um uns aus dieser Lage zu befreien.
»Okay, und was nun? Sie muss sie einem der Verlorenen übergeben. Und dann?«
Daemon hebt den Blick zu Tinker, dann sieht er wieder mich an. »Darüber musst du dir nicht den Kopf zerbrechen, Puella. Sie wird zu mir kommen, und ich werde dafür sorgen, dass ihr nichts zustößt und dass sie dir wohlbehalten zurückgegeben wird, aber wir müssen zusehen, dass sie bis zur Ankunft der Kings still und friedlich bleibt. Verstehst du das?« Er fährt sich durch die Haare und zieht gestresst die Brauen zusammen.
Ich greife nach seiner Hand und halte ihn fest. »Ich verstehe, Daemon. Ich werde alles tun, was du von mir verlangst, okay?«
Er nickt und lässt seine Hand sinken. Sein Telefon leuchtet auf, und rasch nimmt er, Lateinisch sprechend, den Anruf entgegen.
Tinker tritt näher an mich heran. »Nate wird wütend werden, Tillie, aber nur, weil er seine Gefühle nicht zu zügeln weiß. Es gibt so vieles, was du über dich und das Geschlecht deiner Familie noch nicht weißt. Du hast noch so viel zu lernen, ja auch zu üben, Dinge, die dir, wenn du es nur zulässt, Nate beibringen kann. Du kannst gegen diesen Lebensstil nicht anfechten, Tillie. Mach...




