Jones | Silent King - Elite Kings Club | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 342 Seiten

Reihe: LYX.digital

Jones Silent King - Elite Kings Club


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-1017-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 342 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1017-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Alles, was der Elite Kings Club tut, tut er nur für dich

Madison Montgomery wollte nichts als endlich ein ganz normales Leben führen. Doch Vincent Bishop Hayes zog sie in eine Welt aus Macht, Intrigen und Geheimnissen. Obwohl sie sich versprochen haben, immer ehrlich zueinander zu sein, verbirgt er seine Gefühle hinter meterhohen Mauern. Und immer, wenn Madison glaubt, auf dem Weg zur Wahrheit ein weiteres Puzzleteil gefunden zu haben, schlägt der Elite Kings Club alles, was sie zu wissen glaubt, in tausend Stücke. Werden die Geheimnisse um die Kings für immer zwischen ihnen stehen, oder kann Maddie Bishop endlich vertrauen?

'Unfassbar, unvorhersehbar und voller Geheimnisse - klares Jahreshighlight!' MY TESTBOARD

Das große Finale der 'Elite-Kings-Club'-Reihe von Bestseller-Autorin Amo Jones



Amo Jones ist eine erfolgreiche Bestseller-Autorin aus Neuseeland. Sie liebt romantische Spaziergänge - in ihren Weinkeller. Sie lebt wie sie schreibt: immer am Rande des Wahnsinns mit einem guten Glas Rotwein in der Hand und ihren Höllenhunden zu Füßen.
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RÜCKBLICK


Broken Puppet – Elite Kings Club

»Nein!«, schreie ich und sinke zu Boden. Ich schüttle den Kopf und ziehe mir an den Haaren; am liebsten hätte ich mir die Erinnerungen aus dem Kopf gekratzt.

»Madison!« Wer ist das? Es klingt wie Bishops Stimme. »Brantley …«

Ich schaute zum Bett, schluckte und betrat langsam das Zimmer. Es war sehr groß. Geradezu riesig. Und es war dämmrig, fast dunkel. Auf einer Seite stand ein breites Bett. Das Herz hämmerte in meiner Brust, mein Hals fühlte sich wie zugeschnürt an. Während ich auf das Bett zuging, schaute ich es mir genauer an. Alle anderen Lampen im Zimmer spendeten kaum Licht, doch dort am Bett leuchtete etwas hell. Als ich noch näher herantrat, erkannte ich, dass dort eine Kamera auf ein Stativ montiert stand. Von ihr ging ein Lichtstrahl aus, der aufs Bett gerichtet war.

Ich runzelte die Stirn. »Was …«

»Geh zum Bett, Silber.« Diese Stimme. Wie ich diese Stimme hasste. Mir war übel, ich hatte ein flaues Gefühl im Bauch. Etwas war falsch. Wie immer, wenn dieser Mann in der Nähe war. Ich hasste ihn, und doch gehorchte ich ihm, denn so hatte man es mir beigebracht. Auf Erwachsene musste ich hören, denn sie wussten, was richtig war. Warum gab dieser Mann mir dann das Gefühl, schmutzig zu sein? Andere Erwachsene taten das nicht. Wenn er bei mir war, fühlte ich mich traurig und verletzt und zornig. Alles zugleich. Aber vor allem war ich verwirrt.

Ich trat ans Bett und blieb am Fußende stehen. Auf der Bettdecke lag zusammengerollt ein kleiner Junge. Er hatte nichts an. Warum hatte er nichts an? Ihm musste doch kalt sein.

»Aufs Bett, Silber!«, befahl Lucan mit erhobener Stimme. Ich zuckte zusammen und stieg rasch auf die weiche Matratze.

»Hi«, flüsterte ich dem Jungen zu. Er weinte. »Was ist denn los?«, fragte ich ihn. Warum war er so traurig? Ging es ihm genau wie mir? Löste Lucan in ihm die gleichen Gefühle aus?

Der Junge schluchzte und verbarg das Gesicht in der Bettdecke. »Geht weg!«, rief er aus, immer noch weinend. Offenbar war er nicht nur traurig, sondern auch zornig. Also ging es ihm vielleicht wirklich wie mir.

Ich blieb auf der Matratze sitzen. Lucan lockerte die Krawatte und richtete die Kamera auf uns. »Zieh dich aus, Silber.«

»Nein!«, schreie ich; mein Körper ist schweißnass. »Lass mich in Ruhe. Ich heiße nicht Silber. Ich heiße Madison! Madison Montgomery! Ich bin nicht Silber!« Ich wiege mich auf dem Schotterweg vor und zurück und versuche mich aus der Erinnerung zu befreien.

»Ich … Was ist mit dem Jungen?«

Lucan betrachtet den Jungen auf dem Bett und verzieht ein wenig den Mund. »Brantley, mach Platz für Silber.«

Ich reiße die Augen auf und fahre hoch, ohne auf die vielen kleinen Steinchen in meiner Haut zu achten. »Brantley!«, schreie ich.

Brantley dreht sich zu mir um. Seine Miene wird ausdruckslos.

Ich erbleiche am ganzen Körper. Der Schmerz, die Wut, die Traurigkeit, alles wird wieder lebendig. Plötzlich bin ich wieder das verängstigte kleine Mädchen von damals.

»Verdammt, wovon reden die beiden?«, fragt Hector mit dröhnender Stimme; er wirkt nicht mehr ganz so gelassen. »Was zum Teufel ist da eben passiert, Madison?«

Scheinwerferlicht streicht über die Blockhütte, doch ich achte nicht darauf. Ich achte auf gar nichts.

Und auf einmal überfällt mich Wut. Reine Wut, belebend wie ein Schuss Adrenalin. Ich strecke den Rücken und sehe endlich Lucan an. Den Mann, der mich als Kind missbraucht hat. Dem meine Eltern vertraut haben. Von dem ich geglaubt habe, ich könnte ihm trauen. Der mich mit seiner Autorität als Erwachsener dazu gebracht hat, sein Geheimnis zu wahren.

Den Mann, den ich töten will.

»Du!«, sage ich leise und drohend.

Lucan erwidert meinen Blick. Er sieht noch genauso aus wie damals. Nur viel älter. Sein Kopf ist kahl, auch im Gesicht hat er keine Haare mehr. Aber diese Augen. Sie werden immer das gleiche Gefühl in mir auslösen. Ich kann spüren, wie es sich in mir ausbreitet, genau wie damals, als ich ein kleines Mädchen war. Doch ich kämpfe dagegen an. Ich bin kein Kind mehr. Ich bin älter. Erfahrener. Und auch wenn diese Begegnung mit Lucan mir auf eine Weise wehtut, die ich vermutlich noch monatelang spüren werde, am Ende wird es sich gelohnt haben. Irgendwo hinter mir werden Autotüren zugeschlagen; auch darauf achte ich nicht. Meine gesamte Aufmerksamkeit gilt Lucan. Was sonst noch in meiner Nähe geschieht, blende ich aus.

In meinem Rücken nähern sich Menschen – oder zumindest eine Person; ich höre Schritte auf dem Schotter. Aber auch das ignoriere ich.

Lucan lacht leise. »Niemand wird dir glauben, Silber.«

Die Schritte verstummen.

Ein eiskalter Wind weht mir die Haare ins Gesicht. In dem Moment weiß ich es. Die Schritte stammen von Bishop und den Kings.

Lucan stürzt sich auf mich, packt mich an den Haaren und zieht mich mit dem Rücken an sich. Es geschieht so schnell, dass ich kaum blinzeln kann; als ich es dann doch tue, sehe ich die Jungs. Lucan zieht mich rücklings an sich und hält mir eine Pistole an die Schläfe. Flehend schaue ich Bishop an, doch der sieht nicht mich an, sondern Lucan. Unter seinen zornigen Atemzügen heben und senken sich seine Schultern.

»Was zum Teufel geht hier vor, Junge?«, fragt Hector ihn ruhig; dass mir Lucan jederzeit das Gehirn wegpusten kann, kümmert ihn offenbar nicht sonderlich. Mein Herz überschlägt sich; vor Angst habe ich am ganzen Körper Gänsehaut. Nein. Auf keinen Fall. Ich habe nicht all die schlimmen Erinnerungen überlebt und den ganzen Mist unterdrückt, um mich jetzt von Lucan umbringen zu lassen. Er hat mir schon so vieles gestohlen. Mein Leben wird er mir nicht auch noch nehmen.

Bishop macht einen Schritt nach vorn, den Mund drohend verzogen, die Augen pechschwarz. Diesen Blick habe ich noch nie gesehen. Es ist der Blick eines Raubtiers. Ich schaue an ihm vorbei, und dort steht Nate, in der gleichen Haltung, und lässt die Fingerknöchel knacken. Jetzt fängt er an, auf der Stelle zu hüpfen, als wollte er sich in einen Kampf stürzen. Die übrigen Jungs sind ebenfalls da, jederzeit bereit, wenn sie gebraucht werden. Ob sie die Hintergründe kennen oder nicht, eines weiß ich: Sie sind Bishop treu ergeben. Ohne Fragen zu stellen. Die Elite Kings in Bestform.

»Ah!« Lucan drückt mir den Pistolenlauf kräftiger gegen die Schläfe. »Keine Bewegung, verdammt. Da heute ohnehin Menschen sterben werden, möchte ich zunächst ein paar Dinge klarstellen, damit Silber weiß, woran sie ist.«

»Nenn mich nicht so«, zische ich drohend.

»Hey, ich tu dir einen Gefallen.«

»Scheiß drauf.«

Er lacht. Ich spüre seinen Atem im Nacken. Abscheu überwältigt mich, ich muss würgen und bin kurz davor, mich zu übergeben.

»Was zum Teufel geht hier vor?«, fragt Hector erneut.

Wo steckt Brantley? Das Ganze ist doch ein abgekartetes Spiel. Er und Khales sind nirgendwo zu sehen. Ich blicke mich noch einmal genauer um, so gut das in der Situation möglich ist, und richtig, beide stehen nicht mehr da, wo sie eben noch waren.

Hass.

»Fangen wir doch damit an. Erstens, kennst du eigentlich die Nachnamen dieser Jungen, Silber?«

Wie bitte?

»Was hat das damit zu tun, was du damals mit mir angestellt hast?«

»Darauf komme ich noch.« Er grinst. Seiner widerwärtigen Stimme ist anzuhören, wie viel Spaß ihm das alles macht. Eine komische Sache, das Altern. Stimmen verändern sich erst sehr spät. Lucans Stimme klingt noch genauso wie früher.

»Was hast du vor, Lucan?«, fragt Hector drohend. Sein Tonfall hätte eigentlich jeden einschüchtern müssen, doch Lucan spricht unbeirrt weiter.

»Hector und Bishop Hayes«, sagt er. »Hayes bedeutet übrigens ›der Teufel‹.« Als ich etwas fragen will, bringt er mich zum Schweigen, indem er mir den Mund zuhält. »Ihr haltet jetzt alle die Klappe und lasst mich ausreden, sonst erschieße ich sie, das schwöre ich.«

Dann räuspert er sich und fährt selbstzufrieden fort: »Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, bei den Namen. Lucan und Brantley Vitiosus. Zur Bedeutung der Namen und ihrer Übersetzung ins Englische komme ich noch, wenn ich fertig bin.« Er lacht. Dann beugt er sich herab, bis seine Lippen meine Ohrmuschel berühren, und flüstert: »Du weißt ja, dass ich eine Vorliebe fürs Theatralische habe, nicht wahr, Silber?«

Eine erste Träne, gefolgt von Ärger und Wut.

Lucan redet weiter. »Max, Saint und Cash Ditio. Phoenix und Chase Divitae. Raguel, Ace und Eli Rebellis.« Bei den letzten zwei Namen lacht er. Unwillkürlich sehe ich Nate an. Chase und Cash halten ihn fest. Sein Blick ist tödlich. Auch wenn ich wegen des schwachen Lichts und der Tränen in meinen Augen nicht viel erkennen kann, ich spüre es verdammt deutlich.

Lucan redet weiter. »Nate Malum-Riverside.« Dann lacht er und beugt sich erneut zu meinem Ohr herab.

Ich schließe die Augen und schlucke die Galle hinunter, die durch seine Berührung in mir aufsteigt. »Johan, Hunter, Jase und Madison Venari

Ich erstarre. Das Blut weicht mir aus dem Gesicht.

»Hast du gehört, Silber? Du wurdest adoptiert. Du und dein wahnsinniger Bruder.«

Was? Meine Augen füllen sich erneut mit Tränen. Das kann nicht stimmen. Auf...


Amo Jones ist eine erfolgreiche Bestseller-Autorin aus Neuseeland. Sie liebt romantische Spaziergänge - in ihren Weinkeller. Sie lebt wie sie schreibt: immer am Rande des Wahnsinns mit einem guten Glas Rotwein in der Hand und ihren Höllenhunden zu Füßen.



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