E-Book, Deutsch, Band 6, 396 Seiten
Reihe: Walker Security
Jones Tall, Dark and Deadly - Riskante Versuchung
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-7419-2
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 6, 396 Seiten
Reihe: Walker Security
ISBN: 978-3-7517-7419-2
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er ist tätowiert und gefährlich. Sie ist so wunderschön wie geheimnisvoll - und könnte seinen Untergang bedeuten ...
Ashers Jugend im drogenverseuchten Untergrund der New Yorker Clubszene liegt lange hinter ihm. Doch nun braucht ihn das Team von Walker Security für einen Undercover-Einsatz in genau dem Milieu, dem er einst entkommen ist. Ein Wahnsinniger ermordet Frauen, und die Uhr tickt, bis das nächste Opfer gefunden wird. In dieser brutalen und gefährlichen Welt trifft Asher auf Sierra. Sie ist so schön wie geheimnisvoll und bringt seine dunklen Seiten ans Tageslicht, die er viel zu lange unterdrückt hat. Doch Sierra hat ein Geheimnis. Eines, das sie und Asher in große Gefahr bringt - und zu einem Spiel auf Leben und Tod.
Die NEW YORK TIMES und USA TODAY BESTSELLER-SERIE: Tall, Dark and Deadly - die drei Walker Brüder leiten sehr erfolgreich ihre eigene Sicherheitsfirma 'Walker Security'. Jeder Bruder ist einzigartig und hat seine ganz speziellen Methoden und Fähigkeiten. Doch eins haben sie gemeinsam: Sie brennen leidenschaftlich für die Menschen, die sie lieben - und sind gnadenlos, wenn sie für eine Sache kämpfen, an das sie glauben. Kein Fall ist ihnen zu schwer und keine Gefahr zu groß.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Mit ihren erotischen Liebesromanen hat Lisa Renee Jones eine große Leserschaft gewonnen und wurde mehrfach mit Genrepreisen ausgezeichnet. Die New-York-Times- und USA-Today-Bestsellerautorin hat bereits diverse Serien veröffentlicht, die ebenfalls bei beHEARTBEAT erschienen sind, darunter »Tall, Dark and Deadly« sowie »Amy's Secret« und »Dirty Money«. Jones lebt mit ihrer Familie in Colorado Springs, USA. © Teresa Lee Photography.
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KAPITEL EINS
ASHER
Leder. Tattoos. Wein. Whiskey. Musik. Frauen.
Diese Welt hatte ich vor zehn Jahren hinter mir gelassen, tätowiert und total neben der Spur, und mir geschworen, nie mehr zurückzukommen. Und dennoch bin ich hier, hinter der Bar einer New Yorker Bumskneipe, aus den Lautsprechern dröhnt Back in Black von AC/DC, und ich reiche einem Typen mit langen Haaren, Tattoos und mit mehr Eyeliner als die blonde Frau neben ihm ein Bier. Er schnappt sich die Flasche, gibt mir ganze zwei scheiß Dollar Trinkgeld und geht. Seine Freundin aber nicht. Sie bleibt noch ein paar Takte lang, wirft mir einen Blick aus ihren Schlafzimmeraugen zu, der mich auffordert: Besorg's mir im Hinterzimmer und zwar sofort. Also, bei mir hat eine Frau, die mit einem Kerl mit Eyeliner bumst, null Chancen.
Ich winke ab. Sie schaut böse, dreht ab und hakt sich bei dem Eyeliner-Typen unter, wobei ich mich nur eins frage: Wie verflucht kann eine Frau, die auf so einen Typen abfährt, auf mich abfahren? Na ja, okay, klar, ich hab Tattoos, und meine blonden Haare sind eher länger, aber das kommt noch aus der Zeit der verdeckten Spezialeinsätze. Und das einzige verdammte Make-up, das ich trage, ist das, was ich vom Mund von einer scharfen Braut runtergeküsst habe, bevor ich sie auch sonst überall küsse.
Ich werfe das Geld in die Trinkgeldkasse für irgendeine andere arme Seele, die zwei Dollar braucht, um in New York City zu überleben. Und das bin ich nicht, weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinn, und ich bin auch kein Opfer oder Spinner, was ich nur den harten Lektionen zu verdanken habe, die diese beschissene Art zu leben mich gelehrt hat. Wenn es momentan auch nicht ganz so beschissen ist, wenn man bedenkt, dass gerade ein weibliches Mitglied des Personals gleich rechts von mir auf dem Tresen tanzt, in Shorts, die kaum ihren hübschen Arsch bedecken. Andererseits bin ich genauso wenig wegen hübschen Ärschen hier wie wegen der Musik. Ich bin hier, um einer Mutter und einem Vater die Gerechtigkeit zu verschaffen, die sie verdienen, weil ihre Tochter zu früh von uns gegangen ist, zusammen mit drei anderen, ähnlich aussehenden jungen Frauen, die alle tot sind, nachdem sie in Bars wie dieser gewesen sind. Sie alle starben nach dem Konsum eines Drogencocktails, an dem sonst niemand zu sterben scheint.
Mein Wunsch, den Eltern ihren Frieden zu geben und einen mutmaßlichen Serienmörder zu fassen, ist der einzige Grund, warum ich mich von meinem Chef überhaupt in dieses Dreckloch habe reinquatschen lassen. Ich scanne den dämmrigen Bereich und checke die Bars, die links und rechts den lagerhausähnlichen Raum einfassen, beide mit neonblauen Totenköpfen, die genauso aussehen wie der hinter mir. Dazwischen befinden sich Doppeltüren zur Bühne und zu den Sitzplätzen, die jetzt noch geschlossen sind, aber bald geöffnet werden.
Zwei junge Typen treten an die Bar und bestellen kichernd Drinks mit ordinärem Namen, die sie auf eine Art witzig finden, dass ich inständig hoffe, so was selbst nie witzig gefunden zu haben. Ich gieße den Mix in Gläser schiebe sie ihnen hin. »Zwei buttrige Nippel«, sage ich, beuge mich vor, um die Musik zu übertönen, und füge hinzu: »Kommt wieder, wenn ihr was Richtiges wollt, dann gehen die Drinks auf mich.«
Sie beschimpfen mich, und dieses Mal kriege ich nicht mal zwei Dollar Trinkgeld. In einem sehr passenden Moment wechselt die Musik zu Pour Some Sugar on Me von Def Leppard, und jetzt finde ich es wirklich witzig. Ich stoße ein bellendes Lachen aus, als mein Blick auf den Eingang zur unteren Ebene des zweistöckigen Gebäudes fällt, und meine Zielperson zur Tür reinkommt, von dem mein Team bei Walker Security glaubt, das sei der Typ, hinter dem wir her sind. »Ju-Ju«, nennt er sich, seiner Meinung nach ein Spitzname für einen Drogendealer, nach meiner für einen saudummen beschissenen Idioten und vielleicht einen Mörder. In letzterem Fall würde ich ihm gern den Zusatz »Tot« zum Spitznamen verpassen, aber laut Gesetz darf ich ihn stattdessen lediglich »Verhaftet« nennen. An Tagen wie diesem vermisse ich die Zeit bei den Navy SEALs, als ich Scheißkerle wie ihn in Dschungeln, Wüsten und dunklen Höhlen entsorgte und sogar den Befehl dazu erhielt.
Ju-Ju winkt mir einen Zwei-Finger-Gruß zu; sein One-sleeve-Tattoo zu schwarzen Jeans und einem weißen T-Shirt ist dem, was ich trage, nicht unähnlich. Ich habe mein Outfit so gewählt, dass ich in der Menge untergehe, und ich würde meinen neuen BMW darauf verwetten, dass das auch für ihn gilt. Er ist dumm, aber er ist nicht bescheuert, und jeder, der nicht kapiert, dass dumm ein Geisteszustand ist und bescheuert einfach nur bescheuert, hat Glück gehabt, denn er hat noch nie mit jemandem wie Ju-Ju zu tun gehabt. Ich schon, viel zu oft.
Ich schenke ihm einen Whiskey Sour ein, sein üblicher Drink, wie ich schon weiß: ein kleiner Schuss mit viel Zitrone. Es wäre ein einfacher Drink, wäre da nicht der Spitzen-Whiskey, den er bevorzugt, der und der kleine Schuss sagen mir, dass er einen klaren Kopf braucht und den teuren Whiskey nicht verschwenden will. Der klare Kopf, den er behalten will, hat mit dem dummen Drogenbusiness zu tun. Er gibt den Frauen, die ihn begleiten, ein Zeichen, auf einem Zweisitzer Platz zu nehmen, und kommt in meine Richtung. Ich bediene einen Kunden, und als ich fertig bin, steht er vor mir und klatscht einen Hunderter auf den Tresen.
»Für dich«, sagt er und schiebt mir den Schein rüber, bevor er an seinem Drink nippt, und zwar ein bisschen zu kennerisch, was nicht so recht zu seiner schwarzen Stachelfrisur und seinem tätowierten Hals passt. Er ist nicht von hier. Hier versteckt er sich nur.
Ich nehme den Schein und stopfe ihn ins Trinkgeldglas. Er runzelt die Stirn. »Der ist für dich.«
»Gemeinschaftskasse«, sage ich.
»Hier arbeitet sonst niemand.«
»Heute Abend fängt eine Neue an.«
Er beugt sich näher ran. »Lass uns reden, wenn die Bar zu macht. Triff dich mit mir.«
»Tut mir leid, Mann. Wenn du nicht noch ein ganzes Stück hübscher wirst, was zu bezweifeln ist, bist du nicht mein Typ.«
Er lacht. »Du bist echt witzig. Ich will dir helfen, 'n bisschen Kohle zu machen. Mach 'ne Pause, bevor der Club schließt. Dann unterhalten wir uns.« Er zeigt hinter mich. »Bring uns was, was die Girls mögen.« Er legt einen weiteren Hunderter auf den Tresen. »Das da ist ein Geschenk, kein Trinkgeld. Steck's ein.« Er geht.
Bingo.
Ich bin drin.
Und vielleicht kommt der Vater von Lily Waters zu der Gerechtigkeit, für die die Polizei nicht gesorgt hat. Der Mann hat diese Gerechtigkeit verdient, und außer ihm noch andere. Seine Kleine war achtzehn und auf dem Weg nach Yale, als sie starb, vergiftet an einem Abend, an dem sie laut ihren Freunden nur eine Band in einem Club wie diesem hören wollte. Und so erging es allen Mädchen, die jetzt tot und begraben sind, alle mit derselben, mit Gift versetzten Droge im Leib. Einer Droge, die, wie ich festgestellt habe, nur Ju-Ju verkauft, und weil das hier jetzt seine Stammkneipe ist, ist es jetzt meine Stammkneipe.
Um seine Frauen zu befriedigen, was er, wie ich vermute, nicht kann, mixe ich zwischen drei Bestellungen zwei Schoko-Martinis, bevor ich Ju-Ju und seinen »Girls« die Drinks serviere. Ich schaue sie nicht an. Ich schaue kaum ihn an. So einfach bin ich nicht zu kriegen. Ich mache kehrt und sehe Riley, den mürrischen alten Ex-Rocker, der den Laden hier schmeißt, mit einer neuen Tänzerin hinter meiner Bar stehen. Sie hat lange braune Haare, eine schlanke Figur und große Brüste. Ich schätze, wenn ich um die Bar komme, werde ich superkurze Shorts zu sehen kriegen und einen Arsch, bei dem alles an mir Habachtstellung annimmt. Hey, das hab ich mir verdient. Ich habe gerade Ju-Ju geknackt.
Ich schließe zu dem Duo auf der anderen Seite der Theke auf. Dort angekommen, erledige ich eine Bestellung. Als ich damit fertig bin, zeigt Riley auf die Frau. »Weise Sierra ein. Ich hab zu tun.« Er lässt mich mit der Frau allein, die keine knappen Shorts trägt, sondern ausgebleichte hautenge Jeans, die trotz mangelnder nackter Haut fast genauso aufregend sind.
Ich will gerade ihre Wahl der Dienstkleidung infrage stellen, als die Musik abbricht, ein Zeichen, dass die Menge gleich in den Saal gelassen wird, wo am Wochenende abends eine Tanzfläche freigemacht wird. Ein Großteil der Barkundschaft wird sich bald dorthin verziehen, zumindest vorübergehend, was eine Verschnaufpause bietet und die Gelegenheit, Ju-Ju bequemer zu überwachen. Die Tänzerin, die gerade auf dem Tresen steht, springt herunter und schlägt dieselbe Richtung ein, wo sie, wie mir gesagt wurde, mit einigen anderen zusammen die Bühne entern wird, um die Menge zu unterhalten, bis die Band zu spielen anfängt. Ich schaue mir die Neue genauer an und stelle fest, sie ist wirklich superscharf, und Scheiße noch mal, genau nach meinem Geschmack superscharf, weshalb ich ihr nur zu gern meinen Rat und meine »Einweisung« zuteilwerden lasse.
»Man kriegt bessere Tipps, wenn der Arsch raushängt«, sage ich.
»Dann ziehst du dich am besten um und hüpfst auf die Bar«, sagt sie mit...




