E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Jordan David ist zurück!
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6971-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7337-6971-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie ein Lauffeuer spricht es sich herum: David Crighton, der vor Jahren nach einem Betrugs-Skandal aus Haslewich geflohen war, ist zurück! Doch wird es ihm je gelingen, das Vertrauen seiner Familie zurückzugewinnen? Die sensible Honor möchte ihm so gern dabei helfen
Am 31. Dezember 2011 starb unsere Erfolgsautorin Penny Jordan nach langer Krankheit im Alter von 65 Jahren. Penny Jordan galt als eine der größten Romance Autorinnen weltweit. Insgesamt verkaufte sie über 100 Millionen Bücher in über 25 Sprachen, die auf den Bestsellerlisten der Länder regelmäßig vertreten waren. 2011 wurde sie vom britischen Autorenverband Romantic Novelists' Association für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Penny Jordan wurde 1946 im englischen Preston geboren. Als Teenager zog sie nach Cheshire, wo sie bis zu ihrem Tode blieb. Sie besuchte die Todmorden Grammar School und arbeitete anschließend als Schreibkraft in Manchester. Während ihrer Zeit als Bankangestellte, schenkte ihr Steve Halsall, Buchhalter und ihr zukünftiger Ehemann, ihre erste Schreibmaschine - eine Autorin war geboren.
Penny behauptete später oft, sie habe Geschichten erfunden, seit sie denken könne. Im Alter von zehn Jahren hörte sie zum ersten Mal vom Mills & Boon-Verlag, als eine Nachbarin ihrer Mutter die Zeitschrift "Woman's Weekly" gab. Mit Anfang zwanzig begann sie zu schreiben und veröffentlichte in den ersten Jahren unter verschiedenen Pseudonymen 25 Regency-Romane, zwei Liebesromane und einen Romantic Thriller.
Dann erfuhr sie, dass der Romance Verlag Mills & Boon nach neuen Autoren suchte. "Ich war immer ein Fan von Mills & Boon-Romanen - am Tag der Veröffentlichung meiner Lieblingsautorenhabe ich immer so früh wie möglich Feierabend gemacht, um rechtzeitig in die Buchhandlungen zu kommen und ein Exemplar zu ergattern, bevor alle vergriffen waren. Irgendwann nahm ich all meinen Mut zusammen und bot Mills & Boon mein erstes eigenes Buch. Ich entschied mich für die Art Liebesroman, die ich selber am liebsten lese, mit einem Wüstenprinzen als Helden. Dieser erschien unter dem Titel 'Falcon's Prey' [bei CORA unter dem Titel "Betörende Nächte in Kuwait" bei Julia erschienen, die Red.]. Über Wüstenprinzen zu schreiben hat mir immer großen Spaß gemacht, und sie sind so etwas wie mein Markenzeichen geworden. "
Die Lektorin, die Penny Jordans Roman 1980 in einem Stapel unveröffentlichter Manuskripte entdeckte, sagte über sie: "Ein Naturtalent - eine geborene Geschichtenerzählerin mit einem einzigartigen, kraftvollen und leidenschaftlichen Ton. "Die Manuskripte, die Penny Jordan auf ihrer alten Schreibmaschine schrieb, waren berüchtigt, weil oft Heldennamen und einzelne Buchstaben fehlten, da Pennys Arbeitsweise impulsiv war ...
Weitere Infos & Material
PROLOG
„Du wirkst so nachdenklich. Liegt dir etwas auf der Seele?“
David Crighton lächelte seinem Gefährten freundlich zu. „Einmal ein Jesuitenpater, immer ein Jesuitenpater, was?“
Der alte Mann lachte. „Ich gestehe, hin und wieder kann ich der Versuchung, einen Menschen zu einer Beichte zu bewegen, kaum widerstehen. Aber glaub mir, das tue ich aus reiner Nächstenliebe.“
David schaute aufs Meer hinaus. „An Abenden wie diesen frage ich mich, warum wir Menschen ein so unvollkommenes Leben führen, obwohl uns eine derartig vollkommene Welt geschenkt wurde. Warum wir nicht versuchen, mehr aus unserem Leben zu machen und selbst Vollkommenheit anzustreben.“
„Es ist wirklich ein wunderschöner Abend“, pflichtete Pater Ignatius ihm bei, während er sich zu David auf den Felsvorsprung setzte, von dem aus man nicht nur den Sternenhimmel über Jamaika betrachten, sondern auch den Blick über die ruhige See wandern lassen konnte. „Aber es hat schon oft solche Abende gegeben. Keiner davon hat dich je zu einem so philosophischen Ausbruch bewegt.“
„Philosophisch?“ David schüttelte den Kopf. „Nein. Wer philosophiert, ist abgehoben, steht über den Dingen und denkt über die menschliche Existenz im Allgemeinen nach. Das habe ich nicht getan. Ich dachte an ganz konkrete Dinge. Schuldgefühle … Selbstzweifel … Wünsche …“
Er verstummte, als der Priester ihn ansah. „Du willst nach Hause“, sagte Pater Ignatius wissend.
„Nach Hause!“ David lachte bitter. „Dies hier ist mein Zuhause, und zwar ein weitaus besseres, als ich es verdient habe.“
„Nein, David“, widersprach der Pater ihm sanft. „Du lebst hier, aber dein Zuhause, deine Heimat, ist dort, wo dein Herz ist. Du bist in England zu Hause, in Cheshire.“
„In Haslewich“, ergänzte David trocken. „Ich habe in der letzten Nacht von meinem Vater geträumt“, erzählte er dann unvermittelt. „Ich würde zu gern wissen, was sie ihm über mich gesagt haben. Über mein plötzliches Verschwinden, meine ich. Ich frage mich, ob er …“
„Nach dem, was du mir über deine Familie und deinen Zwillingsbruder erzählt hast, bezweifle ich, dass sie ihm etwas gesagt haben, das ihm wehtut“, wandte Pater Ignatius ein. „Aber wenn es du wirklich wissen willst, solltest du zu ihnen allen zurückkehren.“
„Zurückkehren?“, wiederholte David brüsk. „Nein, das kann ich nicht.“
„Natürlich kannst du“, beharrte sein Gefährte.
„Ich bin ein Dieb, ein Krimineller. Ich habe Geld gestohlen“, erinnerte David ihn scharf.
„Du hast gegen eines von Gottes Geboten verstoßen“, verbesserte der Priester. „Aber du hast deine Sünde von Herzen bereut und ernsthaft Buße getan. In den Augen Gottes hast du versucht, deinen schweren Fehler wiedergutzumachen.“
„In den Augen Gottes vielleicht“, meinte David mit grimmigem Lächeln. „Aber in den Augen des Gesetzes bin ich noch immer schuldig.“
„Was ist dir wichtiger, David?“, fragte Pater Ignatius ihn sanft. „Die Last der Schuld gegenüber deiner Familie oder die vor dem Gesetz?“
„Vielleicht ist mein Vater gar nicht mehr am Leben.“
„Du hast noch andere Angehörige“, erinnerte der Geistliche ihn.„Einen Bruder, eine Tochter, einen Sohn.“
„Denen geht es ohne mich besser“, vermutete David und wandte das Gesicht ab, damit sein Freund nicht darin lesen konnte, wie weh dieser Satz ihm tat.
„Vielleicht … vielleicht aber auch nicht.“
„Ich kann nicht zurückkehren“, wiederholte David, aber der Pater hörte die Ungewissheit und Sehnsucht in seiner Stimme.
Seit er in der Inselzeitung gelesen hatte, dass Davids Neffe Max auf der Suche nach seinem Onkel ausgeraubt und niedergestochen worden war, hatte Ignatius sich auf diesen Moment vorbereitet. David war ihm wie ein Sohn ans Herz gewachsen, und die Liebe, die er für ihn empfand, war die eines Vaters, auch wenn er nicht Davids Vater war. Und selbst wenn er es gewesen wäre, hätte es zu den Pflichten eines liebenden Vaters gehört, seinem Kind die Freiheit zu geben, damit es sein eigenes Leben leben konnte.
David hatte hier hart gearbeitet und ihm in seiner sich selbst auferlegten Pflicht geholfen, die Todkranken dieser Insel zu pflegen und bis zu ihrem Ende zu begleiten. Gemeinsam hatten sie denen beigestanden, die von der Gesellschaft ausgestoßen worden oder zu arm waren, um anderswo Geborgenheit zu finden. Erst im Laufe ihrer Zusammenarbeit war Ignatius klar geworden, was für ein einsames und aufopferungsreiches Leben er selbst geführt hatte.
David hatte er betrunken in einer stinkenden Gosse von Kingston gefunden, und er wusste noch immer nicht, warum er stehen geblieben war und ihm geholfen hatte. Einem wildfremden Mann, der ihn lallend verflucht hatte. Und dann hatte David ihn, als er endlich nüchtern war, vorwurfsvoll gefragt, warum er ihn nicht hatte sterben lassen.
Es hatte Monate gedauert, bis David den Mut fand, über sich, sein Leben und seine Vergangenheit zu sprechen. Der Priester hatte ihn nicht verurteilt. Warum auch? Es war nicht seine Aufgabe, über andere Urteile zu fällen. Es war seine Aufgabe, ihnen zu helfen, ihnen Trost zu spenden, sie zu lieben.
Als er Priester wurde, war er voller Visionen und Ideale gewesen, aber dann war etwas geschehen, das seinen Glauben zutiefst erschüttert hatte. Der Mann, den er am meisten bewunderte, der sein Vorbild gewesen war, hatte eine der unverzeihlichsten Sünden begangen. Pater John hatte sein Keuschheitsgelübde gebrochen und nicht nur eine heimliche Beziehung mit einer Frau gehabt, sondern mit ihr auch noch ein Kind gezeugt. Und er, der junge Priester, hatte sich gegen die Loyalität und für die Kirche entschieden und aus seiner Enttäuschung keinen Hehl gemacht.
Das Ergebnis war katastrophal gewesen. Pater John hatte sich das Leben genommen, und er, Francis O’Leary, den seine Kirche als Pater Ignatius kannte, hatte sich die Schuld daran gegeben. Einzig und allein sich selbst. Sogar der Bischof schien das genauso zu sehen.
Er war fortgeschickt worden in eine Gemeinde fern der Heimat, um einen neuen Anfang zu machen. Doch seine Schuld folgte ihm selbst dorthin. Man wusste, welche Rolle er bei dem tragischen Ende Pater Johns gespielt hatte. Er wurde zu einem Unberührbaren, zu jemandem, dem man aus dem Weg ging. Zu einem Priester, der nicht nur den Glauben an andere verloren hatte, sondern auch den an sich selbst. Also hatte er sich um eine Stelle als Missionar beworben und eine bekommen.
„Selbst wenn ich nach Hause zurückkehren wollte, ich könnte es nicht“, sagte David und holte den Priester jäh in die Gegenwart zurück. „Ich könnte das Geld für das Flugticket niemals aufbringen.“
Das stimmte, denn sie lebten sehr ärmlich und hatten nur das Notwendigste. Sie aßen Gemüse, das sie selbst anbauten, und für den Rest verließen sie sich auf die Großzügigkeit und Dankbarkeit ihrer Patienten und deren Familien.
„Du musst nicht unbedingt fliegen“, wandte Pater Ignatius ein. „Es gibt andere Möglichkeiten. Im Hafen liegt eine Jacht, die darauf wartet, zurück nach Europa gesegelt zu werden. Der Kapitän war gestern in der Coconut Bar. Er hat erzählt, dass er eine Mannschaft sucht, die für Kost, Logis und die Passage arbeitet.“
„Eine Jacht, die nach Europa fährt? Was hat sie geladen? Drogen?“, entgegnete David trocken.
„Nein, aber ihr Besitzer liegt im Sterben und will nach Hause.“
Die beiden Männer wechselten einen wissenden Blick.
„AIDS?“, fragte David unverblümt.
„Ja, das könnte ich mir vorstellen“, antwortete Ignatius.
Ein großer Teil ihrer Patienten befand sich im Endstadium dieser schrecklichen Krankheit, im Stich gelassen von ihren verängstigten Angehörigen und Freunden. David hatte lange genug an der Seite des Priesters gearbeitet und gelernt, diese Krankheit und diejenigen, die an ihr litten, zu respektieren. Sie zu respektieren und nicht zu fürchten.
„Ich kann einfach nicht gehen. Nicht jetzt“, flüsterte David, aber die Sehnsucht in seiner Stimme war nicht zu überhören.
„Träumst du oft von deinem Bruder?“, fragte Pater Ignatius ihn direkt.
„Nicht so wie letzte Nacht“, gestand David. „Ich habe davon geträumt, wie wir Kinder waren. Es war so voller Leben. Wir hatten gerade unsere ersten Fahrräder geschenkt bekommen, aber das Seltsame war …“ Er verstummte und zog die Stirn kraus. „In dem Traum habe ich auf meinem Fahrrad gesessen, aber meine Gefühle waren die von Jon.“
Der Priester sagte nichts. Er wusste, dass David seinen Bruder Jon Crighton aus sicherer Entfernung beobachtet hatte, als er Max im Krankenhaus besucht und seinen Sohn schließlich nach Hause geholt hatte. Das Leben war etwas so Wertvolles, und weil er immer deutlicher merkte, wie sehr seine eigenen Kräfte schwanden, betete er für David. Er betete, dass David Crighton sich ein Herz fassen und zu seinem Zwillingsbruder heimkehren würde.
„Ich kann nicht gehen“, wiederholte David, aber sein Freund wusste, dass er es nicht nur konnte, sondern auch tun würde.
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