E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
Jordan Irrwege zum Glück
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6968-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-6968-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gerade will Maddy die Scheidung einreichen, als ihr treuloser Ehemann von Jamaica heimkehrt. Offenbar geläutert: Denn Max ist sanft und liebevoll. Schon spürt Maddy, wie ihr Verlangen nach ihm wächst. Doch sie bleibt kühl. Noch traut sie seiner wundersamen Wandlung nicht ...
Am 31. Dezember 2011 starb unsere Erfolgsautorin Penny Jordan nach langer Krankheit im Alter von 65 Jahren. Penny Jordan galt als eine der größten Romance Autorinnen weltweit. Insgesamt verkaufte sie über 100 Millionen Bücher in über 25 Sprachen, die auf den Bestsellerlisten der Länder regelmäßig vertreten waren. 2011 wurde sie vom britischen Autorenverband Romantic Novelists' Association für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Penny Jordan wurde 1946 im englischen Preston geboren. Als Teenager zog sie nach Cheshire, wo sie bis zu ihrem Tode blieb. Sie besuchte die Todmorden Grammar School und arbeitete anschließend als Schreibkraft in Manchester. Während ihrer Zeit als Bankangestellte, schenkte ihr Steve Halsall, Buchhalter und ihr zukünftiger Ehemann, ihre erste Schreibmaschine - eine Autorin war geboren.
Penny behauptete später oft, sie habe Geschichten erfunden, seit sie denken könne. Im Alter von zehn Jahren hörte sie zum ersten Mal vom Mills & Boon-Verlag, als eine Nachbarin ihrer Mutter die Zeitschrift "Woman's Weekly" gab. Mit Anfang zwanzig begann sie zu schreiben und veröffentlichte in den ersten Jahren unter verschiedenen Pseudonymen 25 Regency-Romane, zwei Liebesromane und einen Romantic Thriller.
Dann erfuhr sie, dass der Romance Verlag Mills & Boon nach neuen Autoren suchte. "Ich war immer ein Fan von Mills & Boon-Romanen - am Tag der Veröffentlichung meiner Lieblingsautorenhabe ich immer so früh wie möglich Feierabend gemacht, um rechtzeitig in die Buchhandlungen zu kommen und ein Exemplar zu ergattern, bevor alle vergriffen waren. Irgendwann nahm ich all meinen Mut zusammen und bot Mills & Boon mein erstes eigenes Buch. Ich entschied mich für die Art Liebesroman, die ich selber am liebsten lese, mit einem Wüstenprinzen als Helden. Dieser erschien unter dem Titel 'Falcon's Prey' [bei CORA unter dem Titel "Betörende Nächte in Kuwait" bei Julia erschienen, die Red.]. Über Wüstenprinzen zu schreiben hat mir immer großen Spaß gemacht, und sie sind so etwas wie mein Markenzeichen geworden. "
Die Lektorin, die Penny Jordans Roman 1980 in einem Stapel unveröffentlichter Manuskripte entdeckte, sagte über sie: "Ein Naturtalent - eine geborene Geschichtenerzählerin mit einem einzigartigen, kraftvollen und leidenschaftlichen Ton. "Die Manuskripte, die Penny Jordan auf ihrer alten Schreibmaschine schrieb, waren berüchtigt, weil oft Heldennamen und einzelne Buchstaben fehlten, da Pennys Arbeitsweise impulsiv war ...
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Im Moment war er seiner Familie reichlich überdrüssig. Max Crighton, dreißig, verheiratet, erfolgreich, sexy und Vater zweier gesunder Kinder im Vorschulalter, sah sich mit zynischer Verachtung im Festsaal des Grosvenor Hotels in Chester um, in dem man soeben die Hochzeit seiner Schwester Louise mit Gareth Simmonds feierte.
Mit kühler Belustigung stellte er fest, wie schwer es den meisten seiner Verwandten fiel, seinem Blick standzuhalten. Nein, sie mochten ihn alle nicht besonders, doch das bedrückte ihn nicht weiter. Warum auch? Er hatte noch nie etwas darauf gegeben, ob die Leute ihn mochten oder nicht. Sein brandneues Bentley-Cabrio, seine Stellung als Partner in einer der angesehensten Londoner Anwaltskanzleien – all das war ihm nicht zuteil geworden, weil man ihn mochte. Der Ehrgeiz, einer der hervorragendsten Rechtsanwälte in ganz London zu werden, war stets die treibende Kraft in seinem Leben gewesen.
Onkel David, dem Zwillingsbruder seines Vaters, hatte einst eine ebenso glorreiche Zukunft gewinkt, doch er war gescheitert. Und es hatte eine Zeit gegeben, da hatte auch Max befürchtet, scheitern zu müssen, trotz aller seiner ambitionierten Vorsätze. Damals hatte es so ausgesehen, als sollte ihm in letzter Minute das vor der Nase weggeschnappt werden, wofür er so verbissen gekämpft hatte. Dennoch hatte er einen Weg gefunden, die Lage zu seinen Gunsten umzudrehen und denen, die versucht hatten, ihn zu Fall zu bringen, zu zeigen, wie töricht sie gewesen waren.
Er blickte zu seiner Frau Madeleine hinüber. Zwar war keine seiner Cousinen und auch keine der Ehefrauen seiner Cousins der Typ glamouröse Vorzeigefrau, aber immerhin hübsch genug – vor allem Lukes Frau Bobbie –, um Madeleine noch biederer und langweiliger wirken zu lassen, als sie ohnehin schon aussah.
Jetzt hob Madeleine den Kopf und merkte, dass er sie beobachtete. Zynisch lächelnd registrierte Max, wie in ihre Augen sofort ein erschrockener, verängstigter Ausdruck trat, ehe sie den Blick hastig wieder abwendete.
„Was heißt das, du willst unser Kind nicht?“, hatte sie entsetzt und ungläubig gefragt, nachdem sie ihm damals voller Freude offenbart hatte, sie erwartete ein Baby.
„Das heißt, mein ach so dummes Frauchen, dass ich es nicht will!“, hatte Max grob erwidert. „Ich habe dich nicht geheiratet, damit wir eine weitere Generation kleiner Crightons in die Welt setzen. Das überlasse ich gern den anderen.“
„Aber … warum hast du mich dann geheiratet?“, hatte Madeleine unter Tränen geflüstert.
Die Furcht in ihrem Blick hatte ihn amüsiert. „Weil ich nur so in eine anständige Kanzlei einsteigen konnte“, war sein kalter, grausamer Kommentar gewesen. „Warum so schockiert? Das musst du doch gewusst haben!“
„Du sagtest, du liebtest mich“, hatte Madeleine ihn voller Schmerz erinnert.
Er hatte den Kopf in den Nacken geworfen und schallend gelacht. „Und das hast du geglaubt, Maddy? Wie dem auch sei – lass es wegmachen“, hatte er zum Schluss mit einem verächtlichen Blick auf ihren bereits leicht gerundeten Bauch gefordert.
Doch Maddy hatte sich ihm widersetzt. Und inzwischen hatten sie zwei laute, temperamentvolle Gören, die sein Leben durcheinanderbrachten. Oder besser gesagt, hätten bringen können, wenn er es zugelassen hätte.
Er hielt es für einen persönlichen Geniestreich von sich selbst, seinen Großvater so stark abhängig von Maddy zu machen, dass dieser keinen anderen Menschen außer ihr mehr um sich duldete. Maddy dazu zu überreden, dauernd in Haslewich zu leben, der Kleinstadt in Cheshire, in der Max aufgewachsen war und sein Vater die von seinen Urgroßvater gegründete Kanzlei leitete, war danach fast ein Kinderspiel gewesen. Durch diesen cleveren Schachzug konnte er jetzt ungestört sein eigenes Leben führen, fernab von einer lästigen Ehefrau und zwei nervenaufreibenden Kleinkindern.
Max empfand nicht die geringsten Skrupel wegen seiner zahllosen außerehelichen Affären. Die meisten Frauen waren Mandantinnen, deren Interessen er insofern vertrat, dass sie nach der Scheidung von ihren reichen Ehemännern den Lebensstil aufrechterhalten konnten, den sie von ihrer Ehe her gewohnt waren.
Eigentlich hatte Max nur so lange mit Maddy verheiratet bleiben wollen, bis er sich fest etabliert hatte, doch dann hatte sich diese Ehe durchaus als echter Vorteil entpuppt. Erstens machte die Tatsache, dass er verheiratet war und zwei kleine Kinder hatte, jeder neuen Geliebten von Anfang an klar, dass es sich nur um eine Affäre auf Zeit handeln konnte.
Zweitens mehrten sich neuerdings die Gerüchte, dass ihr Vater für den schon bald neu zu besetzenden Posten des Lord Chief Justice, des obersten Richters von Großbritannien, im Gespräch war. Es konnte Max’ eigener Karriere nur förderlich sein, wenn sich diese Gerüchte bewahrheiten sollten.
Max war sich bewusst, dass Madeleines Eltern ihn nicht sonderlich schätzten, doch das kümmerte ihn nicht. Schließlich mochten ihn seine eigenen Eltern auch nicht, und das beruhte durchaus auf Gegenseitigkeit. Das einzige Familienmitglied, dem Max je so etwas wie Zuneigung entgegengebracht hatte, war sein Onkel David gewesen, und selbst dieses Gefühl war von Neid überschattet gewesen, weil sein Großvater David abgöttisch liebte. Darüber hinaus empfand Max auch leichte Verachtung für seinen Onkel, denn trotz aller Lobeshymnen seines Großvaters hatte es David nur bis zum Seniorpartner in der kleinstädtischen Familienkanzlei gebracht.
Liebe, dieses starke Gefühl, das andere Menschen verband und zusammenschmiedete, war für Max ein Fremdwort. Sicher, er liebte sich selbst, aber seine Gefühle für andere reichten von milder Verachtung über Gleichgültigkeit bis zu Verärgerung und absoluter Feindseligkeit. In Max’ Augen war es nicht seine Schuld, dass die anderen ihn nicht mochten – sie waren selbst schuld daran. Ihnen entging dadurch etwas, nicht ihm.
Er sah entnervt auf die Uhr. Noch eine halbe Stunde, dann würde er fahren.
Bobbie Crighton war nicht entgangen, wie Max die arme Maddy angesehen hatte, und wieder einmal schoss es ihr durch den Kopf, wie abscheulich Max doch war.
Ja, arme Maddy. Bobbie war es schleierhaft, wie sie es in dieser Ehe aushalten konnte, aber nun ja, da waren natürlich die Kinder. Verstohlen lächelnd strich sie sich über den noch flachen Bauch; erst vor einer Woche hatte sie erfahren, dass sie zum zweiten Mal schwanger war. Ihr Mann Luke, der zum Familienzweig aus Chester gehörte und dort in der Familienkanzlei arbeitete, hatte sich riesig über die frohe Botschaft gefreut.
Während Bobbie sich nun im Festsaal umsah, musste sie unwillkürlich an das erste Mal denken, als sie an einer großen Feier dieser Familie teilgenommen hatte. Damals hatte sie die Crightons noch nicht gekannt, Joss, der jüngere Bruder der Zwillinge Louise und Katie, hatte sie dazu eingeladen.
Max hatte sich ihr gegenüber sehr zuvorkommend verhalten. Etwas zu zuvorkommend für einen verheirateten Mann, wie Luke sofort unverblümt bemerkt hatte. Sie und Luke hingegen waren vom ersten Augenblick an aneinandergeraten und hatten sich anfangs nicht ausstehen können …
Noch jemand hing in diesem Moment ähnlichen Gedanken über Maddy Crighton nach.
Jennys Herz zog sich zusammen, als sie ihrer Schwiegertochter einen verstohlenen Blick zuwarf. Ein Unbeteiligter hätte sie einfach nur für ruhig und gelassen halten können, doch Jenny hatte vor wenigen Minuten noch gesehen, wie plötzlich Tränen in ihren Augen gestanden hatten, und sie wusste ganz genau, wer dafür verantwortlich war.
Selbst nach all den Jahren konnte sie sich nicht damit abfinden, was für ein Mensch ihr Ältester war, und es schmerzte sie unsagbar, dass ausgerechnet ihr Sohn der Grund für so viel Kummer und Schmerz war. Am liebsten hätte sie ihn gefragt, warum er so war, was ihn dazu trieb; doch sie wusste, wenn sie das tat, würde er nur halb spöttisch, halb verächtlich grinsen, die Schultern zucken und weggehen.
Maddy war für sie die perfekte Schwiegertochter, ja, sie hätte auch nichts dagegen gehabt, wäre sie ihre leibliche Tochter gewesen, und sie liebte sie von Herzen. Aber Jenny war intelligent genug, zu wissen, dass sie nicht die geeignete Ehefrau für ihren Sohn war. Max suchte Widerstand, Herausforderung, Aggression. Er wollte stets das am meisten, was er nicht bekommen konnte. Und Maddy war nicht … konnte einfach nicht … Arme Maddy.
Madeleine Crighton indessen ahnte ziemlich genau, was gerade in ihrer Schwiegermutter vorging, und sie konnte ihr das nicht im Geringsten verübeln.
Max war erst eine Stunde vor Beginn der Feier in Queensmead eingetroffen, in dem herrlichen alten Haus, das seinem Großvater gehörte und in dem sie und die Kinder inzwischen ein echtes Zuhause gefunden hatten. Das war nicht eben ein vielversprechender Auftakt gewesen. Dazu kam, dass Leo zurzeit eine überaus trotzige Phase durchmachte und sich ungewohnt heftig an seine Mutter klammerte. Im Gegensatz zu seinem Vater hielt er sie anscheinend nicht für so unattraktiv, dass man keinen Grund zur Eifersucht zu haben brauchte … Und so hatte er seinen Vater bei dessen Ankunft nur böse angesehen und sich geweigert, auf ihn zuzugehen.
Insgeheim wusste Maddy, dass es Max völlig gleichgültig war, ob die Kinder ihn beachteten oder nicht. Schließlich hatte er sie beide nicht gewollt. In der Öffentlichkeit war das jedoch etwas ganz anderes....




