Jury / Fine | BURN - Der Anfang vom Ende | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 400 Seiten

Jury / Fine BURN - Der Anfang vom Ende


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-641-13660-4
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 400 Seiten

ISBN: 978-3-641-13660-4
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



»Independence Day« meets »Top Secret!«

Tate hat den Scanner verloren, den er um jeden Preis schützen wollte und den sein Vater als unabdingbar für das Überleben der Menschheit ansah. Doch Tate ist vollauf damit beschäftigt, sich und Christina in Sicherheit zu bringen – vor Aliens und feindlich gesinnten Menschen gleichermaßen. Im Safe House seines Vaters stößt er auf einen Hinweis, der ihm klarmacht, was den Planeten wirklich bedroht. Bald verdichten sich die Zeichen, dass sein Gegner mächtiger und gefährlicher ist, als er dachte…

Walter Jury wurde in London geboren, arbeitet als Produzent in der Filmbranche und ist ein großer Fan der New York Giants. Scan und Burn sind seine ersten Jugendromane, die in Zusammenarbeit mit S.E. Fine entstanden.
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EINS

In meiner Welt sind die Dinge kompliziert. Zumindest im Moment. Gerade habe ich einen Walmart zerstört. Jeden Moment wird mein schlimmster Feind aus dem Vordereingang stürmen, wild entschlossen, mich niederzustrecken. Da ich ein paar Hundert Meter weiter schutzlos und verletzlich am Straßenrand stehe, wird er nicht lange dafür brauchen. Und das Ding, um das ich gekämpft habe, ist weg.

Die vergangenen drei Tage haben mein Verständnis von mir selbst und von diesem Planeten so drastisch verändert, dass ich mir nicht sicher bin, ob noch eine weitere schwierige Wahrheit in meinen Kopf reingeht. Alles, was ich weiß, fällt in meinem Kopf wild durcheinander:

Meine Mutter wird operiert. Wegen einer Schussverletzung. Sie kann mir nicht helfen.

Race Lavin, der Kerl, vor dem sie mich beschützen wollte – und der zufällig einer außerirdischen Rasse namens H2 angehört –, erlangt vermutlich genau jetzt in der Haushaltswarenabteilung das Bewusstsein wieder.

Seine Männer haben den Scanner mitgenommen, die Erfindung meines Vaters, die zwischen H2 und Menschen unterscheiden kann, das Gerät, von dem mein Vater sagte, es sei der Schlüssel zu unserem Überleben, das Teil, für das er gestorben ist. Und sein bester Freund George, dem ich vertraut habe, der mir helfen sollte, dieses Puzzle zusammenzusetzen, hängt ein paar Meter von mir entfernt über seinem Lenkrad. Der Sitz ist mit seinem Blut beschmiert. Noch ein Leben, das wir in unserem geheimen Krieg verloren haben.

»Tate, ich glaube, wir müssen gehen.« Christinas schmale Finger greifen nach meinem Handgelenk. »Ich höre Sirenen.«

Ich blinzele. Ein paar blonde Haarsträhnen wehen um ihr Gesicht, das zwar blass, aber auch voller Entschlossenheit ist.

»Ich weiß nicht, wohin wir …« Ich habe keine Ahnung, wohin wir gehen sollen. Meine Mom meinte, wir treffen uns am Krankenhaus, aber das scheint mir nicht sicher zu sein.

Gar nichts scheint sicher zu sein.

Christinas Griff wird stärker. »Wir müssen trotzdem los. Ich glaube, im Moment ist es gar nicht so wichtig, wo wir hingehen. Hauptsache, wir sind weg von hier.«

Ich werfe einen letzten Blick auf Georges von Kugeln durchlöchertes Auto. Ich hätte ja erwartet, dass es gepanzert ist; immerhin arbeitet er für die Waffenfirma Black Box. Aber selbst wenn der Wagen gepanzert wäre, hätte das bei der großkalibrigen Munition, die Races Agenten aus ihrem glänzenden schwarzen Hubschrauber abgefeuert haben, nichts genutzt. Unser jetziges Fahrzeug – eine geliehene Limousine aus dem Fuhrpark von Rufus Bishop und seiner inzestuösen, dem Überlegenheitswahn verfallenen Sippe – hätten sie wie Papier zerreißen können. In der Rückseite der Karre klafft bereits ein Einschussloch: ein Abschiedsgeschenk der Bishops für den Unfalltod von Aaron, Rufus’ ältestem Sohn.

Ich habe mir diese Woche viele Feinde gemacht. Außerirdische und Menschen.

Meine einzige Verbündete schleift mich gerade zurück zu unserem Auto. Ich muss so viele Dinge begreifen, so viele Dinge erledigen, aber als ihre Hand in meine gleitet, wird mir klar, dass ich Prioritäten setzen muss. Und ganz oben auf meiner Liste steht, sie zu beschützen. Ich setze meine Füße in Bewegung und trabe neben ihr her. Dann schwingen wir uns ins Auto und ich lenke den Wagen auf die Straße in Richtung Norden.

»Fahren wir zurück nach New York?«, fragt Christina.

»Ich weiß nicht«, sage ich heiser. »Ich muss in das Labor meines Vaters und herausfinden, woran er gearbeitet hat, aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass die Agenten des Kerns nur darauf warten, dass ich dort auftauche.«

Die Führung der H2 hat in der Vergangenheit jegliche Bedrohungen ihrer Geheimnisse brutal unterdrückt – und ich bin garantiert eine, sogar ohne den Scanner. Bevor ich Race um sein Bewusstsein gebracht habe, hat er klargemacht, dass er nicht nur hinter dem Scanner her ist. Er wollte, dass ich ihm helfe, in das Labor meines Vaters zu kommen. Von wegen!

»Das Telefon von deinem Dad.«

Christinas Stimme reißt mich aus meinen abschweifenden Gedanken. »Was?«

Sie berührt mein Gesicht. »Es brummt in deiner Tasche, Tate«, sagt sie ruhig. »Wieso lässt du mich nicht fahren? Du musst über einiges nachdenken, da kann ich das doch übernehmen.«

Ich fahre vom nationalen Highway hinunter in eine Wohnsiedlung, wo ich vor dem öffentlichen Schwimmbad parke. Nachdem wir die Plätze getauscht haben, beuge ich mich zu ihr hinüber und küsse sie auf die Wange. »Ohne dich wäre ich in gewaltigen Schwierigkeiten«, sage ich und bereue es augenblicklich. Sie sollte überhaupt nicht hier bei mir sein. Ihre größte Sorge sollte sein, ob sie morgen die Abschlussprüfung in Chemie besteht.

Ich starre auf meine Hände hinab und kratze mit meinem Daumennagel ein paar rote Flecken ab. Das ist das dritte Mal in drei Tagen, dass Blut von jemandem an mir klebt, der mir wichtig ist. Diesmal ist es Georges Blut, doch beim letzten Mal … Ich schaue zu meiner Freundin hinüber. Unter ihrem dicken, welligen Haar verdeckt ein weißer Verband die genähte Wunde, die ihr die Kern-Agenten verpasst haben. Nicht einmal von der Gehirnerschütterung, die sie vor zwei Tagen davongetragen hat, konnte sie sich erholen. Sie hatte noch gar keine Gelegenheit dazu, weil wir fast nur auf der Flucht waren und kämpfen mussten, seit das passiert ist.

»Christina … du musst wegen deinem Kopf wirklich mal zum Arzt! Weißt du noch, was David Bishop zu dir gesagt hat? Du brauchst eine CT. Vielleicht solltest du …«

»Versuch’s gar nicht, Tate. Mir geht’s gut. Und ich kann deinem Gesicht ansehen, dass du großzügig sein und mich nach Hause schicken willst, aber das wird dir nicht gelingen. Ich stecke da mit dir zusammen drin und fertig. Zerbrich dir den Kopf lieber über was anderes, zum Beispiel darüber, wer da versucht, dich zu erreichen.« Sie runzelt die Stirn. »Oder wohl eher, wer da versucht, deinen Dad zu erreichen«, murmelt sie.

Ich ziehe Dads glattes, nicht zu ortendes Telefon aus meiner Tasche. »Jemand hat eine SMS geschickt.«

»Wer denn?«

Ich starre auf den schwarzen Briefumschlag auf dem Bildschirm. Daneben steht der Name »Raymond A. Spruance.« Als ich den schwarzen Umschlag antippe, öffnet sich ein Fenster, das ein Passwort abfragt.

»Ist das einer von den Fünfzig?«, fragt sie mit nervösem Unterton. Die Fünfzig sind eine Gruppe menschlicher Familien, die die Bedrohung, die vom Kern ausgeht, sehr gut verstehen. Sie verteidigen sich gegen die Alien-Elite, seit die H2 vor vierhundert Jahren mit ihren Raumschiffen im Meer notgewassert sind – als Flüchtlinge vor etwas wirklich Schlimmem, wenn man Race Lavin glauben will. Was ich nicht tue. Aber mein Vater, der im Vorstand der Fünfzig saß, hat mich gewarnt, ich solle mich vor ihnen in Acht nehmen, und damit hatte er absolut recht. Bislang haben zwei von ihnen versucht, uns umzubringen: Rufus Bishop und Brayton Alexander, Dads ehemaliger Chef.

»Ich weiß auch nicht, aber der Name …« Ich starre ihn an und krame in meiner Erinnerung. »Hier geht es nicht um die Fünfzig. Raymond A. Spruance war ein berühmter Admiral im Zweiten Weltkrieg.« Mein Herz nimmt seinen Takt wieder auf. Eine verschlüsselte, geheime Textnachricht von einem lange verstorbenen Admiral, dessen Schriften ich auf Anordnung meines Dads ausführlich studieren musste. »Was, wenn die Nachricht von meinem Dad ist?«, flüstere ich.

»Tate …«

An der Art, wie sie meinen Namen sagt, erkenne ich ihre Sorge, ich könne den Verstand verlieren. »Nein, hör mal zu. So etwas wäre genau sein Ding.« Jahrelang hat er mich Militärgeschichte lernen lassen. Außerdem Chemie, Physik, Ballistik, Jiu-Jitsu und einen Haufen anderer Dinge. Ich dachte ja, er wäre einfach nur krass drauf, aber er hat mich auf das hier vorbereitet, und jetzt muss ich mein Wissen anwenden. »Was, wenn er so was wie ein Nachrichtensystem entworfen hat? Für den Fall, dass ihm etwas zustößt?«

»Botschaften, die an sein eigenes Telefon geschickt werden?«

»Wer weiß, an wen diese Nachricht sonst noch ging?«

»Aber, Tate, wie sollte er denn ahnen, dass ihm etwas passiert ist? Und … er ist am Montag gestorben. Jetzt haben wir Donnerstag. Obwohl es sich anfühlt, als wäre es schon viel länger her«, ergänzt sie ruhig.

»Ich weiß. Doch irgendwas könnte das Nachrichtensystem ja gesteuert haben. Vielleicht, weil er sich in den letzten zweiundsiebzig Stunden nicht eingeloggt hat. Oder jemand hat in seine Systeme eingegriffen oder versucht, ohne Erlaubnis in sein Labor reinzukommen? Race hat mir ganz offen gesagt, dass der Kern da reinwill.« Ich setze mich auf und starre auf die Passwortabfrage. »Es öffnet sich nur, wenn man das Passwort kennt.«

»Kennst du es denn?«

»Nein, genau darum geht es ja. Ich könnte wetten, dass er es niemandem verraten hat.«

Obwohl: Vielleicht hat er das ja doch. Die letzten Worte, die er an mich gerichtet hat, waren: »Wenn die Zeit kommt, ist es Josephus.« In dem Feld für das Passwort sind acht kleine Abstände – so lang muss das Passwort sein. Mit zitternden Fingern tippe ich JOSEPHUS hinein.

Der Bildschirm leuchtet rot auf und der Quadrant oben links wird schwarz. »Scheiße.« Ich senke den Kopf und versuche, mein Herz dazu zu bringen, sich zu beruhigen. Ich muss nachdenken. Er hat die Nachricht nicht willkürlich unter dem Namen »Spruance« verschickt. Ich tippe 03071886, das Geburtsdatum von Admiral Raymond A. Spruance.

Wieder leuchtet der Bildschirm rot auf und diesmal...


Jury, Walter
Walter Jury wurde in London geboren, arbeitet als Produzent in der Filmbranche und ist ein großer Fan der New York Giants. Scan und Burn sind seine ersten Jugendromane, die in Zusammenarbeit mit S.E. Fine entstanden.



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