Just | DER MODDETEKTIV BESIEGT CORONA | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Just DER MODDETEKTIV BESIEGT CORONA


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-903184-71-8
Verlag: MILENA
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

ISBN: 978-3-903184-71-8
Verlag: MILENA
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Mit ungekannter Härte bricht die zweite Coronawelle über die Welt herein. Gemeinsam mit der aufregend bipolaren CIA-Spezial-Agentin Tracy Contact tritt der Moddetektiv einen aussichtslos erscheinenden Kampf gegen die mörderische Seuche an. Der Moddetektiv hat zwei Probleme: Er steht vor den Trümmern der großen Liebe seines Lebens, und sein Haarschnitt muss dringend fassoniert werden. Doch wegen der Pandemie hat sein Friseur seit Monaten geschlossen. Dem nicht genug, sieht es ganz danach aus, als ob Wiens bestaussehender Privatermittler selbst infiziert ist. Von Notfall-Hotline-Telefonistinnen als testunwürdig eingestuft, nimmt der Moddetektiv den Kampf gegen das tödliche Virus auf. Mit stetig schwindenden Kräften kämpft er sich auf der Suche nach einem Heilmittel durch einen von misanthropischen Milliardären, blutgierigen Plasma-Junkies und Apokalyptischen Anniesern bevölkerten Albtraum einer im Sterben liegenden Stadt. Dass dem amphetaminaffinen Berufsbeschatter langsam die Drogen ausgehen, macht die Sache auch nicht einfacher. Genial, verrückt, real. Mit seinem monumentalen Roman um die Vernichtungsmaschine SUPERSPREADER schreibt sich Christopher Just endgültig in die Reihe der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart ein.

Christopher Just Geb. 1968 in Wien, zählt zu den Pionieren der elektronischen Musikszene. Mit seinen Kompositionen, die er unter eigenem Namen sowie unter zahlreichen Pseudonymen ('Ilsa Gold', 'Sons of Ilsa' und 'Punk Anderson' u. a.) veröffentlichte, gelangen ihm weltweite Club-Hits. Just hat an der Hochschule für Angewandte Kunst Malerei studiert, sich früh der Musik und zuletzt auch dem Schreiben zugewandt. geb. 1968 in Wien, zählt zu den Pionieren der elektronischen Musikszene. Mit seinen Kompositionen, die er unter eigenem Namen sowie unter zahlreichen Pseudonymen ('Ilsa Gold', 'Sons of Ilsa' und 'Punk Anderson' u. a.) veröffentlichte, gelangen ihm weltweite Club-Hits. Just hat an der Hochschule für Angewandte Kunst studiert, sich früh der Musik und zuletzt auch dem Schreiben zugewandt. Sein Debütroman Der Moddetektiv erschien 2017 unter heftigem Applaus seitens Presse und Publikum, sein zweiter Roman Catania Airport Club stand dem um nichts nach. Werkliste: DER MODDETEKTIV BESIEGT CORONA (2020) CATANIA AIRPORT CLUB (2018) Der Moddetektiv (2017)
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Gestern ist Birgit gestorben.

Vielleicht auch vorgestern. Er weiß es nicht. Er hat den Bus um zwei genommen. Es war sehr heiß. Er hat im gegessen, wie gewöhnlich. Sie haben alle viel Mitgefühl mit ihm, und Krambambo hat gesagt: »Man hat nur eine Birgit …«

Von einem klappernden Geräusch aus schrecklichen Träumen geholt, reißt der Moddetektiv die Augen auf. Er sitzt steil aufgerichtet im Bett. Seine Muskeln sind steinhart und krampfen unkontrolliert. Er hört sich keuchen, vermeint trotz der Dunkelheit weiße Atemwölkchen vor seinem Mund zu sehen. Er ist schweißnass und ihm ist eiskalt. Es gelingt ihm, die Knie an die Brust zu ziehen. Er umschlingt die Beine mit den Armen, versucht, sich mit zitternden Händen Unterschenkel und Oberarme warm zu reiben. Woher kommt dieses klappernde Geräusch, so nah an seinem Ohr, nein, in seinem Ohr – es sind seine Zähne, die wie Kastagnetten aufeinanderschlagen. Er muss augenblicklich aufstehen, raus aus dem Bett, eine heiße Dusche, Wärmeflasche, ein Purple einwerfen. Unmöglich, sein Körper ist wie festgefroren. Wo kommt bloß diese Eiseskälte her? Seine Augäpfel schmerzen wie geschält und auf einen Spieß gesteckt. Unter nadelspitzen Stichen flackert sein Blick haltlos im Raum umher, wird bald vom Nachtkästchen, vom Bücherregal, dem Deckenlüster, von den Stühlen aufgesaugt, fortgezogen, mitgerissen, vom ganzen Mobiliar mitgezerrt, das in einem rhythmischen Ringelreigen mal langsam, mal rasend schnell unter fortwährendem Tempo- und Richtungswechsel um ihn herum tanzt. Die Dinge flüstersingen hämische Kinderreime, ändern fortwährend ihre Größe, er fühlt ihr Gewicht in seinen zu Ballons aufgeblasenen Händen, sie werden fluffigleicht und riesig, dann winzig klein und tonnenschwer. So weit, so gut, Fieberwahn.

Dann bleibt sein Blick an einem Punkt hängen. In der Ecke, gleich neben dem Kleiderschrank, da ist etwas, das dort nicht hingehört, etwas, das kompakter, schwarzer ist, als das Schwarz dahinter. Ein Schatten, der dort verdammt noch mal nicht sein sollte … Sein Herzschlag stolpert, rappelt sich hoch, rast los – das sind Umrisse, Umrisse einer Gestalt, die regungslos in der Ecke steht und ihn beobachtet. Ein Schädel auf breiten Schultern, dahinter eine schmale Klinge … Der verdammte Sensenmann, es gibt ihn also wirklich, und er steht in der rechten Ecke seines Schlafzimmers, gleich neben dem Kleiderschrank.

»Sch-sch-sch-eiß Corona«, zischt der Moddetektiv seine wenig geschichtsträchtigen letzten Worte durch die rasend scheppernden Backenzähne.

», Sir«, kommt es zackig aus der Schlafzimmerecke retour.

»Co-c-coc-co-ro-ner???«, schlottert der Moddetektiv wie von Sinnen.

»Korrekt, Sir, Coroner. Coroner Ron Corner«, erwidert die Präsenz staubtrocken.

Der Moddetektiv lacht wie wahnsinnig auf: »Coroner Ron Corner? Lungern Sie deshalb so verronnen in der Zimmerecke herum?«

Keine Antwort. Stattdessen werden die Konturen konkret, vage Umrisse nehmen kompakte Formen an, Einzelheiten treten scharf hervor, die diffuse Gestalt materialisiert sich zu einer Person. Eine Person in Uniform. Die mutmaßliche Sensenklinge entpuppt sich als messerscharf geschnittene Krempe eines schwarzen Stetson. Die Hutschnur, ein doppelt gelegtes, silbernes Seil, an beiden Enden Quasten; darüber, ebenfalls silbern schimmernd, das Emblem eines Lorbeerkranzes. Im Schatten der Krempe blitzen Augen stahlgrau; glühen Wangen apfelrot; funkeln Eckzähne gefährlich gesund; Kopf und Hals, ein einziger massiver Pflock, von einer baggerschaufelbreiten Kinnlade unterteilt. Die kräftigen Schultern, mit Spangen versehen, spannen ein graues Hemd, auf dem bis zum letzten Knopf geschlossenen Kragen prangen vier Sterne. Den ausladenden Brustkasten, von einer akkurat geknöpften, schwarzen Krawatte in zwei Hälften unterteilt, betonen beidseitig aufgesetzte Klappentaschen, darüber ein großes goldenes Abzeichen, das einen kreisrund eingefassten Stern zeigt. Zudem weitere Sterne an den Manschetten. Tadelloser Auftritt.

Die Krämpfe des Moddetektivs haben sich gelöst und er zittert nicht mehr. Er blickt um sich. Die Gegenstände stehen still und artig an ihren angestammten Plätzen. Ruhe ist eingekehrt. Somit war die größte Spannung vorbei, und das Tempus wandelte sich zurück ins Imperfekt.

Nach wie vor kreuzlahm, die Arme fest um die angezogenen Beine gezurrt, jedoch von einer seltsamen Gleichgültigkeit erfüllt, hörte sich der Moddetektiv sagen: »Ihr habt mir einen gehörigen Schreck eingejagt. Davon muss ich mich erst mal erholen. Doch ehe mir die Äuglein zuzwitschern und ich schnarche: «

»Sir?«, fragte der Coroner.

»Was treibt Ihr dort hinter dem Schlafzimmerschrank?«

»Sir, Sie sind krank. Wie fühlen Sie sich?«

Mit einem Finger ein flatterndes Augenlid glättend, den schweren Blick schläfrig im Kreis schweifend, sagte der Moddetektiv: »Zwar etwas schwach, doch meine Genesung ist deutlich.«

»Sir, das freut mich«, sagte der Coroner. Ein knapp bemessenes Lächeln erstrahlte, erstarb, von Grund auf amerikanisch.

Der Moddetektiv kniff rätselnd die Augen zusammen. »Coronerchen, Ihr erscheint mir total bekannt – begegneten wir uns bereits in einem anderen Irgendwoirgendwann, um nicht zu sagen: Land?«

»Eine gute Frage, Sir! Allerdings gibt’s darauf einen ganzen Ranzen voll Antworten, kommt ganz drauf an, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort man frägt.«

»Gut, dann frage ich jetzt intuitiv hier«, sagte der Moddetektiv.

»In diesem Fall, negativ, Sir«, sagte der Coroner.

»Und nehmen wir mal an, ich hätte die Frage schon zuvor gestellt …«

Der Coroner lachte freudlos. »Sir, Sie wissen nicht, was vorher passieren wird.«

»Wisst Ihr es?«, sagte der Moddetektiv.

»Menschen wurden zu Zielen, Sir«, sagte der Coroner.

»Das klingt wenig beruhigend. Dennoch tut mir Eure Anwesenheit gut, obwohl mir düngt –«

»Sir, man schreibt es mit .«

»Keine dichterischen Finessen, bitte, wir sind hier nicht in der Erzdiözese – aber danke, mir also, dass Ihr beim Sprechen den Mund kaum aufbekommt. Und wie Ihr soeben bemerken konntet, sind mir auf dem Euch zugewandten Ohr bereits ein wenig die Konsonanten stumpf geworden. Wäre es möglich, dass Ihr näher trätet?«

»Bin gleich da, Sir«, antwortete der Coroner und setzte sich in Bewegung. Er trat eine Zeit lang auf der Stelle, gewissenhaft, stechschrittzackig. »Bin fast da …«

»Sieht nicht gut aus, sieht gar nicht gut aus«, kommentierte der Moddetektiv ungeduldig, präzisierte: »Scheint, als renntet Ihr gegen eine unsichtbare Wand an.«

Der Coroner blieb stehen, salutierte. »Nichts zu machen, Sir. Befehl ist Befehl, vorgeschriebener Mindestabstand.«

»Befehl? Von wem?«

Plötzlich rutschte die Tonlage des Coroners um drei Oktaven höher.

»Daddy hat es mir befohlen. Ich bin sein Kind und muss ihm gehorchen.«

»Euer Daddy ist, wie’s scheint, ein kluger Mann. Was hat er noch gesagt?«

»Er sagt, die Wolken sind so flockig.«

»Sprach er auch über mich?«

»Daddy sagt, die Stimmen in Ihrem Kopf sind im Moment nicht Ihre Freunde. Sie müssen sie verschwinden lassen.« Dann fiel die Stimme des Coroners wieder zurück in die gewohnte Tonlage: »Und wenn ich mir eine persönliche Bemerkung erlauben darf, rufen Sie doch mal wieder Ihren eigenen Vater an, am besten gleich morgen, Sir.«

Die Informationen des Coroners waren so korrekt wie sein Auftreten. Es war mindestens zwei Wochen her, seit der Moddetektiv das letzte Mal mit Dave* telefoniert hatte. Was an sich keine Besonderheit abgab, doch unter den gegebenen Umständen war es vielleicht nicht ganz falsch, mal nachzufragen.

»Gut, Coroner, werde ich tun. Gleich morgen am Morgen. Doch zurück zu Ihrem Daddy – warum ist er nicht selbst gekommen?«

»Der Geist darf sich nicht um Personen kümmern, Sir.«

»Wollt Ihr damit andeuten, Euer Daddy sei tot?«

»Positiv, Sir.«

»Wie kam’s?«

»Längere Geschichte, Sir«

»Nur zu, Ihr habt mein Interesse geweckt.«

»Falscher Ort, falsche Zeit.«

»Um mir...


Christopher Just

Geb. 1968 in Wien, zählt zu den Pionieren der elektronischen Musikszene. Mit seinen Kompositionen, die er unter eigenem Namen sowie unter zahlreichen Pseudonymen ("Ilsa Gold", "Sons of Ilsa" und "Punk Anderson" u. a.) veröffentlichte, gelangen ihm weltweite Club-Hits. Just hat an der Hochschule für Angewandte Kunst Malerei studiert, sich früh der Musik und zuletzt auch dem Schreiben zugewandt. geb. 1968 in Wien, zählt zu den Pionieren der elektronischen Musikszene. Mit seinen Kompositionen, die er unter eigenem Namen sowie unter zahlreichen Pseudonymen ("Ilsa Gold", "Sons of Ilsa" und "Punk Anderson" u. a.) veröffentlichte, gelangen ihm weltweite Club-Hits. Just hat an der Hochschule für Angewandte Kunst studiert, sich früh der Musik und zuletzt auch dem Schreiben zugewandt. Sein Debütroman Der Moddetektiv erschien 2017 unter heftigem Applaus seitens Presse und Publikum, sein zweiter Roman Catania Airport Club stand dem um nichts nach.

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