Kaczynski | Das Unabomber Manifest | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 139 Seiten

Kaczynski Das Unabomber Manifest

Die Industriegesellschaft und ihre Zukunft
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7575-0664-3
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Industriegesellschaft und ihre Zukunft

E-Book, Deutsch, 139 Seiten

ISBN: 978-3-7575-0664-3
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der Aufsatz 'Die Industriegesellschaft und ihre Zukunft' von Theodore Kaczynski einem amerikanischen Terroristen, auch besser bekannt als der UNABOMBER, hat einst in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregt. In seinem Aufsatz, der 1995 durch die Washington Post veröffentlich wurde, kritisiert der ehemalige Mathematikprofessor die Auswirkungen der Industriegesellschaft auf die menschliche Psyche und die Natur. Er argumentiert, dass die Industriegesellschaft zu einem ungesunden Lebensstil und zu zunehmender Umweltzerstörung führt und schlägt stattdessen eine Rückkehr zu einem einfacheren Lebensstil vor. Seine Kritik an der Industriegesellschaft und ihren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt ist aktueller denn je und löst immer noch intensive Debatten aus. Man kann den Aufsatz Kaczynskis einerseits als ernsthaften philosophischen Beitrag betrachten oder alternativ als geistig, erstaunlich tiefsinniges Konstrukt eines isolierten Einzelgängers zur Rechtfertigung seiner außergewöhnlichen Gewalttaten.

Theodore John Kaczynski, auch bekannt als der Unabomber, ist ein amerikanischer Terrorist und ehemaliger Mathematikprofessor. Er war ein mathematisches Wunderkind, gab aber seine akademische Laufbahn auf, um ein primitives Leben zu führen. 1971 zog Kaczynski in eine abgelegene Hütte ohne Strom und fließendes Wasser in der Nähe von Lincoln, Montana, wo er als Einsiedler lebte und Überlebenstechniken erlernte, um sich selbst versorgen zu können. Er wurde Zeuge der Zerstörung der Wildnis in der Umgebung seiner Hütte und kam zu dem Schluss, dass ein Leben in der Natur unmöglich geworden war. Er beschloss, die Industrialisierung und ihre Zerstörung der Natur durch Terrorismus zu bekämpfen.
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MINDERWERTIGKEITSGEFÜHLE

10. Mit „Minderwertigkeitsgefühle“ meinen wir nicht nur Minderwertigkeitsgefühle im eigentlichen Sinn, sondern ein ganzes Spektrum verwandter Eigenschaften: niedriges Selbstbewusstsein, Gefühle der Machtlosigkeit, depressive Neigungen, Defätismus, Schuld, Selbsthass, etc. Wir behaupten, dass moderne Linke zu einigen solcher Gefühle (möglicherweise mehr oder weniger unterdrückt) neigen und dass diese Gefühle bei der Bestimmung der Richtung der modernen Linken entscheidend sind.

11. Wenn jemand fast alles, was über ihn (oder Gruppen, mit denen er sich identifiziert) gesagt wird, als abwertend empfindet, schließen wir daraus, dass er Minderwertigkeitsgefühle oder ein schwaches Selbstbewusstsein hat. Diese Tendenz ist unter Aktivisten für Minderheitenrechte ausgeprägt, ganz gleich, ob sie zu den Minderheitengruppen gehören, deren Rechte sie verteidigen. Sie sind hinsichtlich der Worte, die benutzt werden, um Minderheiten zu bezeichnen, und allem, was über Minderheiten gesagt wird, übersensibel. Die Begriffe „Neger“, „orientalisch“, „behindert“ oder „Mieze“ für einen Afrikaner, einen Asiaten, einen behinderten Menschen oder eine Frau hatten ursprünglich keine abwertende Assoziation. „Braut“ oder „Mieze“ waren einfach nur die weiblichen Gegenstücke zu „Typ“, „Kerl“ oder „Bursche“. Die negativen Assoziationen wurden diesen Begriffen von den Aktivisten selbst beigefügt. Einige Tierrechtsaktivisten sind so weit gegangen, das Wort „Haustier“ abzulehnen und darauf zu bestehen, dass es mit „Tierkamerad“ ersetzt wird. Linke Anthropologen bemühen sich sehr, irgendwelche Aussagen über primitive Völker zu vermeiden, die eventuell als negativ interpretiert werden können. Sie möchten das Wort „primitiv“ mit „schriftlos“ ersetzen. Sie scheinen fast paranoid hinsichtlich allem zu sein, das darauf hindeuten könnte, dass irgendeine primitive Kultur unserer eigenen unterlegen ist. (Wir möchten damit nicht andeuten, dass primitive Kulturen unserer unterlegen SIND. Wir weisen nur auf die Hypersensibilität linker Anthropologen hin.)

12. Diejenigen, die hinsichtlich „politisch unkorrekter“ Terminologie am empfindlichsten sind, sind nicht der durchschnittliche schwarze Ghettobewohner, asiatische Einwanderer, die verprügelte Frau oder die behinderte Person, sondern eine Minderheit aus Aktivisten, von denen viele nicht einmal zu irgendeiner „unterdrückten“ Gruppe gehören, sondern aus privilegierten Gesellschaftsschichten kommen. Politische Korrektheit hat ihre Hochburg unter Universitätsprofessoren, die eine sichere Stellung mit großzügigen Gehältern haben und von denen die Mehrheit heterosexuelle weiße Männer aus Familien der mittleren und oberen Mittelschicht sind.

13. Viele Linke verspüren eine intensive Identifikation mit den Problemen von Gruppen, die als schwach (Frauen), unterworfen (amerikanische Indianer), abstoßend (Homosexuelle) oder anderweitig unterlegen gelten. Die Linken selbst halten diese Gruppen für unterlegen. Sie würden es nicht einmal vor sich selbst zugeben, dass sie solche Gefühle haben, aber sie identifizieren sich genau deshalb mit diesen Gruppen, weil sie sie als unterlegen betrachten. (Wir deuten damit nicht an, dass Frauen, Indianer, etc. unterlegen SIND, wir treffen nur eine Aussage über linke Psychologie).

14. Feministen sind verzweifelt darauf bedacht, zu beweisen, dass Frauen so stark und fähig sind wie Männer. Sie sind offensichtlich von der Angst geplagt, dass Frauen vielleicht NICHT so stark und fähig sind wie Männer.

15. Linke neigen dazu, alles zu hassen, was im Ruf steht, stark, gut und erfolgreich zu sein. Sie hassen Amerika, sie hassen die westliche Gesellschaft, sie hassen weiße Männer, sie hassen Rationalität. Die Gründe, die Linke für ihren Hass auf den Westen etc. angeben, stimmen offensichtlich nicht mit ihren wirklichen Motiven überein. Sie SAGEN, sie hassen den Westen, weil er kriegerisch, imperialistisch, sexistisch, ethnozentrisch und so weiter ist, aber wenn dieselben Fehler in sozialistischen Ländern oder primitiven Kulturen auftreten, findet der Linke Entschuldigungen für sie oder gibt im besten Fall WIDERWILLIG ihre Existenz zu, während er diese Fehler ENTHUSIASTISCH aufzeigt (und oft übertreibt), wenn sie in der westlichen Gesellschaft auftreten. Deshalb ist offensichtlich, dass diese Fehler nicht das wahre Motiv des Linken sind, Amerika und den Westen zu hassen. Er hasst Amerika und den Westen, weil sie stark und erfolgreich sind.

16. Worte wie „Selbstbewusstsein“, „Eigenverantwortung“, „Initiative“, „Unternehmergeist“, „Optimismus“ etc. spielen im liberalen und linken Wortschatz kaum eine Rolle. Der Linke ist anti-individualistisch, pro-kollektivistisch. Er möchte, dass die Gesellschaft alle Probleme für sie löst, jedermanns Bedürfnisse für sie stillt, sich um sie kümmert. Er ist nicht die Art Mensch, der ein inneres Selbstvertrauen in seine Fähigkeit hat, seine eigenen Probleme zu lösen und seine eigenen Bedürfnisse zu stillen. Der Linke steht dem Konzept des Wettbewerbs feindlich gegenüber, weil er sich tief im Inneren wie ein Versager fühlt.

17. Kunstformen, die modernen linken Intellektuellen zusagen, neigen dazu, sich auf Elend, Niederlagen und Verzweiflung zu konzentrieren, oder sie nehmen einen orgiastischen Tonfall an, werfen rationale Beherrschung ab, als ob es keine Hoffnung gäbe, irgendetwas durch rationale Berechnung zu erreichen, und einem nichts anders übrigbliebe, als sich den Eindrücken des Moments hinzugeben.

18. Moderne linke Philosophen neigen dazu, Vernunft, Wissenschaft und objektive Realität abzulehnen und darauf zu beharren, dass alles kulturell relativ ist. Es stimmt, dass man die Grundlagen wissenschaftlichen Wissens infrage stellen kann und sich auch fragen kann, wie das Konzept objektiver Realität definiert werden kann. Aber es ist offensichtlich, dass moderne linke Philosophen nicht einfach nur besonnene Logiker sind, die die Grundlagen des Wissens systematisch analysieren. Sie sind in ihrem Angriff auf Wahrheit und Realität tief emotional involviert. Sie greifen die Konzepte aufgrund ihrer eigenen psychologischen Bedürfnisse an. Zum einen ist ihr Angriff ein Ventil für Feindseligkeit und insoweit dies erfolgreich ist, befriedigt es den Machtdrang. Noch wichtiger, der Linke hasst Wissenschaft und Vernunft, weil sie bestimmte Glaubenssätze als wahr (z.B. erfolgreich, überlegen) und andere Glaubenssätze als falsch (z.B. gescheitert, unterlegen) klassifizieren. Die Minderwertigkeitsgefühle des Linken gehen so tief, dass er keinerlei Klassifizierung mancher Dinge als erfolgreich oder überlegen und anderer Dinge als gescheitert oder unterlegen tolerieren kann. Dies liegt auch der Ablehnung zugrunde, die viele Linke für das Konzept der psychischen Krankheiten und der Nutzung von IQ-Tests zeigen. Linke stehen genetischen Erklärungen menschlicher Fähigkeiten oder Verhaltensweisen antagonistisch gegenüber, weil solche Erklärungen dazu neigen, manche Menschen anderen gegenüber als überlegen oder unterlegen erscheinen zu lassen. Linke ziehen es vor, der Gesellschaft den Verdienst oder die Schuld für die Fähigkeiten eines Menschen oder deren Mangel zuzuschreiben. Wenn eine Person „unterlegen“ ist, ist es also nicht seine Schuld, sondern die der Gesellschaft, da er nicht angemessen aufgezogen wurde.

19. Der Linke ist nicht typischerweise die Art Mensch, dessen Minderwertigkeitsgefühle ihn zu einem Angeber, einem Egoisten, einem Tyrann, einem Selbstinszenierer, einem rücksichtslosen Wettbewerber machen. Diese Art Mensch hat nicht gänzlich den Glauben an sich selbst verloren. Er weist in seinem Gefühl für Macht und Selbstwert ein Defizit auf, kann sich aber immer noch als jemand betrachten, der die Fähigkeit besitzt, stark zu sein, und seine Bemühungen, sich stark zu machen, erschaffen sein unangenehmes Verhalten. Aber der Linke ist dazu nicht mehr in der Lage. Seine Minderwertigkeitsgefühle sind so tiefsitzend, dass er sich nicht als individuell stark und wertvoll betrachten kann. Darin liegt der Kollektivismus des Linken begründet. Er kann sich nur als Mitglied einer großen Organisation oder Massenbewegung, mit der er sich identifiziert, stark fühlen.

20. Man beachte die masochistische Tendenz linker Taktiken. Linke protestieren, indem sie sich vor Fahrzeuge legen, sie provozieren Polizisten oder Rassisten absichtlich, sie zu misshandeln, etc. Diese Taktiken mögen oft effektiv sein, aber viele Linke benutzen sie nicht als Mittel zum Zweck, sondern weil sie masochistische Taktiken VORZIEHEN. Selbsthass ist eine linke Eigenschaft.

21. Linke mögen behaupten, dass ihr Aktivismus von Mitgefühl oder moralischen Prinzipien motiviert ist, und moralische Prinzipien spielen für den Linken des übersozialisierten Typus durchaus eine Rolle. Aber Mitgefühl und moralische Prinzipien können nicht die Hauptmotive für linken Aktivismus sein. Feindseligkeit ist eine zu hervorstechende Komponente linken Verhaltens, ebenso wie Machtdrang. Außerdem ist viel linkes Verhalten nicht so rational berechnet, dass es den Leuten zugutekommt, von denen die Linken behaupten, dass sie versuchen, ihnen zu helfen. Zum Beispiel, wenn jemand glaubt, dass Fördermaßnahmen für schwarze Menschen gut sind, macht es dann Sinn, Fördermaßnahmen auf feindselige oder dogmatische Weise zu fordern? Offensichtlich wäre es produktiver, einen diplomatischen und versöhnlichen Ansatz zu verfolgen, der gegenüber weißen Menschen, die glauben, dass sie durch Fördermaßnahmen diskriminiert werden, wenigstens verbale und symbolische Zugeständnisse macht. Aber linke Aktivisten verfolgen einen solchen Ansatz nicht, weil es ihre emotionalen...



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