E-Book, Deutsch, Band 2, 384 Seiten
Reihe: Die Storm-Dragons-Reihe
Kagawa Storm Dragons – Verrat am Anfang der Zeit
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-641-31616-7
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Zweiter Band des epischen Drachenabenteuers ab 10 Jahren
E-Book, Deutsch, Band 2, 384 Seiten
Reihe: Die Storm-Dragons-Reihe
ISBN: 978-3-641-31616-7
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Einst beherrschten sagenumwobene Drachen die Magie, nach der auch die Menschen von Galecia strebten. Als das Königreich ins Wanken gerät, beginnt die Suche nach den fantastischen Wesen. Doch die gefährliche Reise bringt Düsteres ans Licht.
Nachdem Remy und Prinzessin Gem das Gewitter am Ende der Welt knapp überlebt haben, erhalten sie einen Hinweis auf das Versteck eines Wahren Drachen. Gemeinsam folgen sie der Spur bis in scheinbar verlassene Gebiete der schwebenden Welt.
Während Gem hofft, mithilfe der magischen Kreatur den Absturz ihrer Heimat verhindern zu können, nutzt Remy die Zeit, um sich mit seinem Drachen auf einen Einsatz als Himmelsritter vorzubereiten.
Doch als sie ihr Ziel erreichen, kommt alles anders als erwartet – und das Wissen um einen schrecklichen Verrat zwingt die Kinder zu einem Beweis, dass aus ihnen inzwischen ein Team geworden ist.
Der zweite Band des epischen Drachenabenteuers für alle Fantasyfans ab 10 Jahren
Alle Bände der Storm Dragons-Reihe:
Storm Dragons – Gewitter am Ende der Welt (Band 1)
Storm Dragons – Verrat am Anfang der Zeit (Band 2)
Schon in ihrer Kindheit galt Julie Kagawas große Leidenschaft dem Schreiben. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie ihr Interesse zum Beruf. Mit ihren Fantasy-Serien »Plötzlich Fee« und »Plötzlich Prinz« wurde sie rasch zur internationalen Bestsellerautorin. In ihrer neuesten Erfolgsserie »Plötzlich Rebell« erzählt sie von einer magischen Liebe, die nicht sein darf. Julie Kagawa lebt mit ihrem Mann in Louisville, Kentucky.
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Kapitel 1
Unsere Inseln sind in Gefahr«, sagte die Prinzessin mit ernster Miene. »Die Kristalle, die sie über Wasser halten, versagen. Wenn wir nichts dagegen unternehmen, wird unsere ganze Welt in den Mahlstrom stürzen und für immer verloren sein. Sir Bartello, Ihr seid vielleicht der einzige Mensch, der weiß, wie man die Welt retten kann.«
Remy wurde ganz flau im Magen. Neben ihm starrten auch Bart und Sturmblitz Gem schockiert an, als erwarteten sie, dass das alles nur ein Scherz war. Doch die Prinzessin des Königreichs, Gemillia Sonnenwind Gallicia XIV., stand ihnen an Deck der Wilden Königin unnachgiebig gegenüber, während der Wind an ihren dunklen Haaren zerrte. Ihre Miene war ernst, ihre blauen Augen noch ernster, und nichts an ihr machte den Eindruck, als wäre das alles nur ein Scherz.
Sie waren gerade erst Jhaeros entkommen, einem schrecklichen Piraten, der zwei von Remys Freunden entführt hatte. Einer von ihnen war Bartello, der alte Mann, den Remy seit Jahren als »Brummbart« kannte, ein Geschichtenerzähler im Salzfass – einer Spelunke auf der Halsabschneider-Insel.
Der andere war Sturmblitz.
Sturmblitz war ein Drache. Ein blau-silberner Drache mit leuchtenden Blitzen auf dem Rücken und den Flügeln. Jhaeros hatte sowohl Sturmblitz als auch Bart aus der Piratenstadt auf der Halsabschneider-Insel entführt und war mit ihnen auf seinem Himmelsschiff, der Windhai, davongeflogen. Remy hatte daraufhin geschworen, seine Freunde zurückzuholen, und sich einer anderen Piratencrew angeschlossen, um ihnen hinterherzujagen. Er hatte nicht gewusst, dass auch die Prinzessin des Königreichs an Bord desselben Schiffs war und nach Bart suchte. Gemeinsam hatten sie sich auf die Windhai geschlichen, Bart und Sturmblitz gefunden und es geschafft, zu entkommen. Natürlich hatte es ein paar Schwierigkeiten gegeben, und sie wären beide beinahe gestorben, aber am Ende waren sie heil davongekommen. Sie waren in Sicherheit.
Das hatte Remy zumindest geglaubt.
»Die Kristalle versagen?«, wiederholte Bart tonlos. Der weißhaarige alte Mann, der einen zerschlissenen Kapitänsmantel trug, sah die Prinzessin mit großen Augen an. »Wie? Warum? Was ist mit ihnen passiert?«
»Wir wissen es nicht«, erwiderte Gem. »Mein Vater … der König …« Sie senkte die Stimme, als wollte sie vermeiden, dass jemand anders ihre Worte hörte. »Der König und die Erzmagier haben das Versagen untersucht. Die Krone hat die Lage zu einem geheimen Notfall erklärt. Sie haben alle verfügbaren Sturmmagier in die Hauptstadt gerufen, um die Kristalle aufzuladen, aber die Kristalle werden trotzdem immer schwächer. Die Inseln sinken in den Mahlstrom.« Gem hielt inne und biss sich auf die Lippe, ehe sie leise fortfuhr: »Erzmagier Aetrius glaubt, sie könnten innerhalb eines Jahres komplett versagen.«
»Aber …« Remy sog scharf die Luft ein und ein kalter Schauer rieselte ihm über den ganzen Körper. Der Mahlstrom war ein wogendes, wirbelndes Meer aus Wolken, Wind und magischen Blitzen, das die ganze Welt umfasste. Man konnte ihm nicht entrinnen. Egal, wohin man sich auch wandte, der Mahlstrom war da. Er lauerte unter jeder Insel, unter jedem Schiff, unter jedem Stein, so weit das Auge reichte. »Wenn die Inseln in den Mahlstrom stürzen …«
»Dann werden wir alle sterben«, sagte Gem sanft. »Ja. Uns ist der Ernst der Lage bewusst.« Sie sah zu Bart. »Jetzt wisst Ihr, warum ich Euch gesucht habe, Sir Bartello. Mein Vater tut alles, um den Magiern in der Hauptstadt zu helfen und eine Lösung zu finden, doch wegen seiner Position hat er dort alle Hände voll zu tun. Deshalb habe ich beschlossen, mich selbst darum zu kümmern und nach Antworten zu suchen. Je mehr Menschen an einer Lösung arbeiten, desto besser.«
»Prinzessin …« Bart schüttelte langsam den Kopf. Seine Stimme war ganz schwach und seine Haut aschfahl geworden. Plötzlich sah er viel älter und gebrechlicher aus, als er sich gegen den kalten Wind stemmte, der über das Deck fegte. »Warum glaubt Ihr, dass ich Euch bei dieser Sache helfen kann?«, fragte er. »Ich bin kein Magier. Ich weiß sehr wenig über Magie und noch weniger über Sturmkristalle.«
»Aber Ihr wisst etwas über Drachen«, erwiderte Gem. »Über Wahre Drachen. Ihr habt mit ihnen gesprochen. Auf einer Insel im Mahlstrom.«
Sturmblitz sah abrupt auf und seine violetten Augen weiteten sich. , wiederholte er, und seine Stimme hallte klar und deutlich in Remys Kopf nach.
Remys Magen zog sich zusammen. Die Sehnsucht in Sturmblitz’ Stimme war regelrecht greifbar. »Ich dachte, die Wahren Drachen wären ausgestorben«, sagte Remy. »Alle erzählen, sie wären beim Großen Beben vor zweitausend Jahren gestorben.«
»Das sollten wir zumindest alle glauben«, sagte Bart. Er war immer noch ganz blass im Gesicht. »Aber nein, die Prinzessin hat recht. Die Wahren Drachen existieren. Niemand weiß, wo sie sich aufhalten oder wie sie überleben, aber sie sind nicht ausgestorben. Sturmblitz ist der Beweis dafür.«
Remy schwirrte der Kopf. Das alles fühlte sich so unwirklich an. Es war noch gar nicht so lange her, da waren die einzigen Drachen, von denen Remy je gehört hatte, kleiner, weniger intelligent und sprachen nicht. Sie wurden von reichen Adeligen und Himmelsrittern als Reittiere genutzt und ähnelten mehr Pferden als den uralten Wahren Drachen aus den Legenden. Genau wie Tendril, das große Ungeheuer, das im Mahlstrom hauste, existierten die Wahren Drachen nur in Mythen und abenteuerlichen Himmelsgeschichten.
Sturmblitz war der erste Wahre Drache, den Remy je gesehen hatte, der erste Wahre Drache, den überhaupt – außer vielleicht Bart – in zweitausend Jahren gesehen hatte. Aber wenn Gem die Wahrheit sagte, dann waren da draußen noch andere Wahre Drachen. Irgendwo.
»Die Insel.« Bart war noch blasser geworden. Sein Blick richtete sich in die Ferne und ein gequälter Ausdruck erschien auf seinen Zügen. Einen Moment lang fürchtete Remy, der alte Mann würde entweder zusammenbrechen oder wie festgefroren stehen bleiben und nichts weiter sagen. Als er schließlich doch weitersprach, war seine Stimme kaum mehr als ein heiseres Flüstern. »Das war … vor sehr langer Zeit«, wisperte er. »Ich … ich wollte diesen Teil meines Lebens vergessen. Diese Erinnerungen bereiten mir nichts als Schmerz.« Er sah zu Sturmblitz und presste die Lippen zusammen. »Ihr habt einen Wahren Drachen direkt vor Euch, Prinzessin«, sagte er und deutete auf Sturmblitz. »Ich höre seine Stimme so klar wie jede andere. Ich muss Euch nicht in den Mahlstrom führen, um nach einem anderen zu suchen.«
»Sturmblitz ist noch ein Baby«, wandte Gem ein, und der blaue Drache schnaubte entrüstet.
, widersprach er und breitete seine Flügel aus.
Remy unterdrückte ein Lächeln. Es war schwer zu glauben, dass Sturmblitz, als er ihn vor nicht allzu langer Zeit gefunden hatte, gerade einmal so groß wie eine Katze gewesen war. So klein, dass er sich um Remys Schultern geringelt und kaum etwas gewogen hatte. »Schade«, sagte er zu dem Drachen. »Du hast einen guten Schal abgegeben.«
Sturmblitz rümpfte die Nase.
»Entschuldige, Sturmblitz«, sagte Gem rasch. »Ich wollte dich nicht als Baby bezeichnen. Ich wollte damit nur sagen, dass du immer noch ein sehr junger Wahrer Drache bist. Du hast nicht das Wissen, das die ältesten Wahren Drachen besitzen. Oder?« Sie legte den Kopf schief, Hoffnung lag auf ihrem Gesicht. » du das Wissen, nach dem wir suchen?«
Sturmblitz blinzelte verwirrt.
»Die Wahren Drachen lebten schon in der Zeit vor dem Großen Beben«, fuhr die Prinzessin fort. »Es heißt, sie besitzen uraltes Wissen. Es heißt, sie haben den Menschen Magie beigebracht. Sie sind vielleicht die Einzigen, die wissen, wie wir verhindern können, dass die Kristalle versagen und unsere Inseln in ihr Verderben stürzen.« Sie lehnte sich vor, plötzlich war sie vollkommen ernst. »Sturmblitz, wenn du irgendetwas darüber weißt, wie wir das Versagen der Kristalle aufhalten können, dann müssten wir nicht zu dieser Insel reisen«, sagte sie. »Wir könnten mit dem Wissen in die Hauptstadt zurückkehren und das Königreich jetzt sofort retten.«
Doch der Drache schüttelte den Kopf. ich , sagte er traurig. Er stieß seufzend Rauch in die Luft und beobachtete die Sonne, die langsam am Horizont versank. , sagte er, und selbst seine Stimme klang müde.
Remy legte dem Drachen eine Hand auf die schuppige blaue Schulter. »Wir finden einen«, versicherte er seinem Freund, als der ihn traurig ansah. »Immerhin wissen wir, wo wir hinmüssen, oder, Bart?« Er sah zu dem alten Mann, der seinem Blick jedoch auswich. »Die Insel, auf der du gestrandet warst. Du hast gesagt, es gab dort Wahre...




