Kainer / Nolden | Das große Buch zur Schwangerschaft | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: GU Schwangerschaft

Kainer / Nolden Das große Buch zur Schwangerschaft

Das Standardwerk zu Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Baby
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8338-9889-1
Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Das Standardwerk zu Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Baby

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: GU Schwangerschaft

ISBN: 978-3-8338-9889-1
Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das große Buch zur Schwangerschaft - Ihr unverzichtbarer Begleiter Mit über 250.000 verkauften Exemplaren ist Das große Buch zur Schwangerschaft der Bestseller unter den Schwangerschaftsratgebern - jetzt vollständig überarbeitet und auf dem neuesten Stand der Medizin! Dieses Standardwerk begleitet werdende Eltern Woche für Woche durch diese besondere Zeit und liefert fundiertes Fachwissen, einfühlsame Unterstützung und praktische Tipps. Ihre Schwangerschaft - Woche für Woche Erleben Sie die faszinierende Entwicklung Ihres Babys und erfahren Sie alles über die körperlichen und emotionalen Veränderungen während der Schwangerschaft. Unser Ratgeber beantwortet alle wichtigen Fragen rund um: - Schwangerschaft und Geburt - Stillen und das Wochenbett - Die ersten Wochen mit Ihrem Baby Anschauliche Illustrationen und leicht verständliche Inhalte helfen Ihnen, jeden Schritt besser zu verstehen und optimal vorbereitet zu sein. Expertenwissen für Ihre Sicherheit Das Buch wurde von Fachleuten wie Prof. Dr. med. Franz Kainer und Annette Nolden erstellt und bietet Ihnen: - Die neuesten medizinischen Erkenntnisse - Detaillierte Infos zu Vorsorgeuntersuchungen und diagnostischen Methoden - Praktische Ernährungstipps für jede Phase der Schwangerschaft Warum dieses Buch ein Muss ist: Woche-für-Woche-Begleitung durch alle Phasen Ihrer Schwangerschaft Medizinisches Fachwissen von renommierten Expert:innen Über 300 anschauliche Abbildungen zur Orientierung Praktische Tipps für Ernährung, Geburt und die Babyzeit Vertrauen und Unterstützung für werdende Eltern Ob Sie gerade erst erfahren haben, dass Sie schwanger sind, oder bereits in den letzten Wochen vor der Geburt stehen - dieses Buch ist der ideale Begleiter, der Ihnen Sicherheit gibt und Antworten auf Ihre Fragen liefert. Beginnen Sie die schönste Reise Ihres Lebens mit einem Ratgeber, der Sie zuverlässig unterstützt und Vertrauen schenkt.

Franz Kainer, geboren in Lind, Österreich, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Nach dem Abschluss des humanistischen Gymnasiums in Wien-Hietzing studierte er Humanmedizin an der Karl-Franzens-Universität Graz, wo er 1980 promovierte. Seine medizinische Ausbildung führte ihn über die Chirurgie im Unfallkrankenhaus Graz und die Innere Medizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz/Eggenberg zur Gynäkologie und Geburtshilfe. Ab 2004 übernahm er die Leitung des Perinatalzentrums in München und ist seit Dezember 2012 Chefarzt der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Klinikum Hallerwiese in Nürnberg.
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Der Beginn der Schwangerschaft


Die Empfängnis


Die erste Woche einer Schwangerschaft beginnt mit dem ersten Tag der letzten Periode: ein Zeitpunkt, zu dem weder ein Ei herangereift ist noch eine Befruchtung überhaupt stattgefunden haben kann. Dennoch bereitet sich der Körper jeder gebärfähigen Frau Monat für Monat schon in diesem Stadium auf eine eventuelle Schwangerschaft vor. Der erste Tag der Periode ist somit Tag eins der 280 Tage dauernden Schwangerschaft.

Die Eizelle

Die Natur hat es so eingerichtet, dass die geschlechtsreife Frau Monat für Monat bereit ist für eine mögliche Empfängnis und Schwangerschaft. So sind in ihren Eierstöcken bereits bei der Geburt etwa 600 000 bis 800 000 Eizellen vorhanden. In der Pubertät sind es noch um die 500 000 Eizellen, von denen dann bis zum Ende des gebärfähigen Alters etwa 400 bis 500 heranreifen können. Als größte Zelle im menschlichen Körper trägt die Eizelle die genetische Erbinformation der Mutter in sich und auch ein Nährstoffpaket, mit dem das neue Leben in den ersten Tagen ausreichend versorgt werden kann. Die Eizelle wird von der äußeren Eihülle, der Zona pelludica, umgeben. Darunter befindet sich die eigentliche Zellmembran, sozusagen die innere Eihülle. Da sich die Eizelle nicht von selbst bewegen kann, ist sie auf den Eileiter als Transportmittel angewiesen. Der rund 15 Zentimeter lange Eileiter bildet einen Kanal zur Gebärmutter. Zum Eierstock hin erweitert er sich und endet in einem großen Trichter. Dieser legt sich zum Zeitpunkt des Eisprungs über den Eierstock und nimmt die Eizelle durch rhythmisches Zusammenziehen auf. Für die Beförderung der Eizelle durch den Eileiter sind winzige Flimmerhärchen verantwortlich, die mit ihren fächelnden Bewegungen die Eizelle in Richtung Gebärmutter schieben. Unterstützend wirken zudem ein Sekret der Drüsen, die sich im Eileiter befinden, sowie Muskelkontraktionen.

Um eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten, ist die Periodenblutung unerlässlich: Bis zum vierten Blutungstag etwa wird die »alte« Gebärmutterschleimhaut, in die sich beim letzten Zyklus keine Eizelle eingenistet hat, abgebaut und ausgeschieden. Es folgt eine Phase der Regeneration, in der die Schleimhaut wieder dicker und besser durchblutet wird. Gleichzeitig erfolgt ein Anstieg der weiblichen Sexualhormone. Die Reifung mehrerer Follikel im Eierstock beginnt. Follikel sind Eibläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind und jeweils eine Eizelle in sich tragen. Meist reift ein Follikel heran, der um den 14. Zyklustag mit einem Durchmesser von 20 bis 25 Millimeter platzt und die Eizelle freigibt. Aus dem Eibläschen wird nach dem Eisprung der Gelbkörper, der nun im Eierstock zusätzlich zum Östrogen das Hormon Progesteron produziert.

Das Spermium

Im Gegensatz zur weiblichen Eizelle können sich die Spermien von alleine bewegen. Diese geschwänzten Zellen, die übrigens zehnmal kleiner sind als eine Eizelle, setzen sich aus vier Teilen zusammen: Kopf, Hals, Mittel- und Schwanzstück. Der ovale Kopf trägt den Kern mit den Erbinformationen in sich, der Hals ist das Verbindungsstück zwischen Kopf- und Mittelstück und das Mittelstück beherbergt Zellstrukturen (Mitochondrien), die die Energie zur Fortbewegung der Spermien liefern. Den längsten Teil des Spermiums bildet der Schwanz. Mit peitschenartigen Bewegungen treibt er das Spermium in Richtung Eizelle.

Um so weit zu kommen, muss das Spermium ähnlich der weiblichen Eizelle erst einmal eine durch körperliche Hormone gesteuerte Entwicklung vollziehen: Nach der Reifung in den männlichen Hodenkanälchen wandern die funktionsfähigen Spermien langsam in den Nebenhoden. Ein Entwicklungsprozess, der rund drei Monate dauert. Beim nächsten Samenerguss machen sich die reifen Spermien dann auf den Weg zur Befruchtung. Die erste Etappe geht bis vor den Gebärmutterhals der Frau, wo sich das Ejakulat sammelt. Nun steigen die Spermien auf, wandern durch Gebärmutterhals und -höhle und gelangen schließlich in die Eileiter, um eine Eizelle zu befruchten.

Von der dritten bis zur vierten Woche

Die gesprungene Eizelle wird vom Fimbrientrichter des Eileiters mit seinen kleinen Fangarmen aufgenommen und in den Eileiter hineintransportiert. 12 bis 24 Stunden lang ist die Eizelle dort bereit, von einer männlichen Samenzelle befruchtet zu werden.

Da die männlichen Spermien fünf bis sechs Tage im Körper der Mutter überleben können und zeugungsfähig bleiben, ist es möglich, dass sie zum Zeitpunkt des Eisprungs bereits im Eileiter auf die Eizelle »warten«. Jetzt kann die Befruchtung beginnen.

INFO: Die Zeit des Eisprungs

Der Zyklus einer jeden Frau ist individuell. Daher kann auch nicht grundsätzlich vorhergesagt werden, wann ein Eisprung stattfindet bzw. zu welchem Zeitpunkt die Frau fruchtbar ist. So hat sich die verallgemeinernde Aussage etabliert, dass ein Eisprung rund um den 14. Zyklustag erfolgt. Bei einer regelmäßigen Zykluslänge von 28 Tagen gelten der 10. bis 14. Tag als fruchtbar. Ist der Zyklus sehr kurz, kann der Eisprung sogar unmittelbar nach der Periode stattfinden. Wer es genauer wissen möchte, wendet die traditionelle Temperaturmethode an und notiert die täglich zur gleichen Zeit gemessenen Temperaturen. Steigt die Temperatur an, kann es sich um den Beginn der fruchtbaren Zeit handeln – aber auch ein Infekt lässt die Temperatur steigen, weshalb diese Methode eher auf Dauer angewendet Anhaltspunkte für die fruchtbaren Tage liefert. Auch digitale Ovulationstests sind am erfolgreichsten, wenn der Zyklus der Frau regelmäßig verläuft. Teststäbchen, die rund um die vermuteten fruchtbaren Tage angewendet werden, verraten wenige Minuten nach der Anwendung, ob Sie gerade fruchtbar sind. Gemessen wird dabei die Konzentration des luteinisierenden Hormons LH im Urin.

Es gelingt nur einer einzigen Samenzelle unter Millionen, in die Eizelle einzudringen.

Während mit dem Samenerguss des Mannes etwa 40 bis 300 Millionen Samenzellen freigesetzt werden und in die Scheide der Frau gelangen, schafft es nur eine von ihnen, in die Eizelle einzudringen. Nur ein Spermium wird – mit Kopf und Hals, aber ohne Schwanz – eingelassen. Sobald der Kopf des Spermiums die äußere Eihülle durchdrungen und die innere berührt hat, wird die äußere Wand der Eizelle so fest, dass keine weitere Samenzelle eindringen und die Verschmelzung der beiden Zellkerne zu einem neuen Zellkern ungestört ablaufen kann. Die Befruchtung hat stattgefunden.

Bei der Verschmelzung von Samen- und Eizelle finden unterschiedliche Chromosomensätze von Vater und Mutter zusammen. Die 23 Chromosomen der Samenzelle und die 23 Chromosomen der Eizelle bilden einen Gesamtsatz von 46 Chromosomen (= 23 Chromosomenpaare), auf denen etwa 40 000 Gene angeordnet sind. Genetisch gesehen sind Kinder eine Mischung ihrer Eltern. Da es also von jedem Gen ein väterliches und ein mütterliches gibt, wird in der Embryonalphase die Entscheidung getroffen, wessen Merkmale das Kind übernehmen wird. Dabei spielen sogenannte dominante und rezessive Gene eine Rolle, wobei sich dominante Genvarianten ihrem Gegenstück gegenüber durchsetzen. Das Gen, das nicht zum Zuge kommt, nennt man rezessiv. Ein Beispiel für den Einfluss eines dominanten Gens ist die Vererbung der Haarfarbe Braun. Bekommt das Kind vom Vater das Merkmal Blond (= rezessiv) und von der Mutter das Merkmal Braun (= dominant), wird es braunhaarig. Nur wenn das Kind von beiden das Merkmal Blond erhält, wird seine Haarfarbe Blond sein. Doch auch wenn das Genmaterial weitgehend entschlüsselt ist, bleibt es doch ein Geheimnis, welches Kind aus der Begegnung zweier Menschen entsteht.

INFO: Junge oder Mädchen?

Betrachtet man einen Chromosomensatz aus 23 Chromosomenpaaren, zeigen sich 46 einzelne Chromosomen. Sie werden zur Bestimmung ganz einfach durchnummeriert. Und so wird mit den Chromosomen 45 und 46 das Geschlecht des Kindes festgelegt. Weibliche Geschlechtschromosomen werden mit einem X benannt und männliche mit einem Y. Da jede Eizelle der Frau ein X-Chromosom enthält, die männliche Samenzelle aber ein X- oder Y-Chromosom, ist sie maßgeblich dafür verantwortlich, ob Sie einen Jungen oder ein Mädchen erwarten. Trifft also ein X-Chromosom der Eizelle auf ein Y-Chromosom der Samenzelle, entsteht das Chromosomenpaar XY, und es entwickelt sich ein männlicher Embryo. Befruchtet eine Samenzelle mit einem X-Chromosom die Eizelle, resultiert daraus das Chromosomenpaar XX und das Kind wird ein Mädchen.

Die Reise in die Gebärmutter

Rund vier Tage reist die befruchtete Eizelle (Zygote) mit einer anfänglichen Größe von 0,1 bis 0,15 Millimetern durch den Eileiter, wo sie am Tag nach der Befruchtung damit beginnt, sich erstmals zu teilen. Von da an folgen im Abstand von mehreren Stunden weitere Teilungen, während die so entstandene Zellkugel (Morula) mithilfe sanfter Schübe der Eileiter-Flimmerhärchen ihre Reise in die Gebärmutter fortsetzt. Dort angekommen, schwebt die kleine Kugel rund drei Tage wie ein Ballon frei herum. Dann ist es so weit und sie nistet sich mit ihren mittlerweile über 100 Zellen an einem beliebigen Ort in der schützenden Schleimhaut ein. Diesen Moment der Einnistung, der bei manchen Frauen mit einer leichten Schmierblutung einhergehen kann, nennt man Nidation.

Die Zellkugel wird nun Blastozyste (Keimbläschen) genannt und bildet während der Einnistung ein zartes, fingerartiges Geflecht. Damit...


Nolden, Annette
Annette Nolden, geboren 1963, ist seit vielen Jahren als freie Autorin in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Lebenshilfe tätig. Ihre eigene Schwangerschaft mit 36 inspirierte sie zur Entwicklung des erfolgreichen Schwangerschaftskalenders, den sie 2005 bei GU veröffentlichte und mit einem Babykalender fortsetzte. Sie verfasste zudem Standardwerke wie "Das große Buch zur Schwangerschaft" und "Das große Buch für Babys erstes Jahr" in Zusammenarbeit mit Ärzten und Hebammen.

Kainer, Prof. Dr. med. Franz
Franz Kainer, geboren in Lind, Österreich, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Nach dem Abschluss des humanistischen Gymnasiums in Wien-Hietzing studierte er Humanmedizin an der Karl-Franzens-Universität Graz, wo er 1980 promovierte. Seine medizinische Ausbildung führte ihn über die Chirurgie im Unfallkrankenhaus Graz und die Innere Medizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz/Eggenberg zur Gynäkologie und Geburtshilfe. Ab 2004 übernahm er die Leitung des Perinatalzentrums in München und ist seit Dezember 2012 Chefarzt der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Klinikum Hallerwiese in Nürnberg.

Franz Kainer, geboren in Lind, Österreich, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Nach dem Abschluss des humanistischen Gymnasiums in Wien-Hietzing studierte er Humanmedizin an der Karl-Franzens-Universität Graz, wo er 1980 promovierte. Seine medizinische Ausbildung führte ihn über die Chirurgie im Unfallkrankenhaus Graz und die Innere Medizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz/Eggenberg zur Gynäkologie und Geburtshilfe. Ab 2004 übernahm er die Leitung des Perinatalzentrums in München und ist seit Dezember 2012 Chefarzt der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Klinikum Hallerwiese in Nürnberg.Annette Nolden, geboren 1963, ist seit vielen Jahren als freie Autorin in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Lebenshilfe tätig. Ihre eigene Schwangerschaft mit 36 inspirierte sie zur Entwicklung des erfolgreichen Schwangerschaftskalenders, den sie 2005 bei GU veröffentlichte und mit einem Babykalender fortsetzte. Sie verfasste zudem Standardwerke wie "Das große Buch zur Schwangerschaft" und "Das große Buch für Babys erstes Jahr" in Zusammenarbeit mit Ärzten und Hebammen.



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