E-Book, Deutsch
Reihe: dp Verlag
Kappel Love on Ice
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96817-317-7
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
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E-Book, Deutsch
Reihe: dp Verlag
ISBN: 978-3-96817-317-7
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Neues Spiel, neue Liebe: In den Rocky Mountains wird das Team der Dynamites neu aufgemischt!
Der knisternd-romantische Liebesroman für Fans von Sports Romances
Clarissa hat genug davon sich die Wunden zu lecken, die ein furchtbarer Unfall vor Jahren hinterlassen hat. Sie will ihre beendete Karriere auf dem Eis hinter sich lassen und steigt deshalb in die erfolgreiche Sportagentur ihrer Familie ein. Gleich zu Beginn steht sie vor der schwierigen Aufgabe das skandalgebeutelte Eishockey Team ihres Onkels zu managen. Die größte Herausforderung dabei: Jackson Rosza. Der neue und verdammt attraktive Teamcaptain der Dynamites mischt Clarys Leben und Gefühle von Anfang an gehörig auf. Können Jack und Clary es schaffen das Team gemeinsam zum Erfolg zu führen? Oder lassen sie zu, dass die Vergangenheit sie einholt und nicht nur ihre Beziehung, sondern auch die Mannschaft keine Chance auf eine Zukunft hat?
Erste Leser:innenstimmen
„Eine tiefgründige und herzerwärmende Sports Romance, die mich absolut begeistert hat!“
„Clary und Jackson sind so sympathische und authentische Protagonisten, denen man die Liebe aus tiefstem Herzen wünscht.“
„Unterhaltsamer New-Adult-Liebesroman, nicht nur für Eishockeyfans.“
„Packende Liebesgeschichte – Daniela Kappel versteht es flüssig und spannend zu erzählen!“
Daniela Kappel wurde 1988 in Wien geboren und lebt derzeit mit ihrem Mann und den beiden Söhnen in Niederösterreich. Neben ihrem Beruf als Krankenschwester nutzt sie das kreative Schreiben als Ausgleich und Ruhequell im oftmals stressigen Alltag: 'Die Liebe zu Geschichten brachte mich dazu selbst zu schreiben.'
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Badass
Jack
Mit ziemlicher Sicherheit war ich der Letzte im Raum, der sich umdrehte. Die überraschende und durchaus willkommene Ablenkung verschaffte mir ein wenig Zeit. Zeit, in der ich mich vollends fassen konnte. Wir waren erst seit wenigen Minuten hier. Im Center. In unserem neuen Leben. Mir war klar gewesen, dass alles anders und aufregend sein würde. Damit hatte ich nicht gerechnet. Mit der pompösen Anlage, dem präzise vorbereiteten Empfang und dass mir unsere Managerin kopflos vors Auto laufen würde. Ich konnte nicht sagen, was mir am meisten zusetzte. Die Tatsache, dass wir überhaupt gemanagt werden würden, wobei sich mir noch nicht erschloss, was genau das bedeutete, oder dass besagte Managerin versucht hatte, mir wie eine Furie die Stoßstange vom Wagen zu treten. Diese Frau, die in ihrem eng anliegenden schwarzen Rock und dem Nadelstreifenblazer rein optisch zwar mit den Anzugträgern im Raum mithalten, sich aber offensichtlich nicht sicher im Straßenverkehr bewegen, geschweige denn unter Kontrolle halten konnte, sollte für unsere Außenwirkung sorgen? Das war ein schlechter Scherz. Genauso wie ihre Bemerkung über meine Fahrkünste.
„Da bist du ja, Hudson“, ertönte Cameron Clarks Stimme, brachte das andauernde Klatschen und meine Gedanken gleichermaßen zum Verstummen.
Ein Kerl mit kinnlangen hellen Haaren stand in der Saaltür und grinste. Das hieß, sein Mund grinste, der Zug um seine Augen zeugte eher von Ärger. Der Eindruck verstärkte sich, als er den Kopf in meine Richtung wandte. Kurz glaubte ich, seine Brauen würden sich meinetwegen zusammenziehen. Ein leises Einatmen hinter mir ließ mich realisieren, dass sein Zorn offenbar unserer Managerin galt. Das war interessant.
„Ich bin hier, um die Neuen zu einem Probetraining einzuladen“, verkündete er. Die hätte nicht geringschätziger klingen können, und seine Einladung hörte sich vielmehr nach einer Herausforderung an.
War Hudson einer der Stammspieler? Und bildete ich mir die negativen Schwingungen, die von ihm ausgingen, nur ein, oder war er uns tatsächlich so feindlich gestimmt?
Sofort spürte ich die Blicke der Jungs auf mir. Tys und Finchs erwiderte ich, wog ab, ob ich mich ernsthaft darauf einlassen sollte.
Paxton nahm mir die Entscheidung in bellendem Tonfall ab. „Das erste Training habe ich für morgen angesetzt.“
Einen Moment lang lag Hudsons Aufmerksamkeit auf ihm, dann wieder auf einem Punkt hinter mir.
Das arrogante Grinsen auf Hudsons Lippen vertiefte sich, gleichzeitig reckte er das Kinn. „Dann will ich nicht länger bei den Festivitäten stören.“
Damit drehte er sich um und verschwand. Was für ein Auftritt. Mir war nicht klar, was das zu bedeuten hatte. Doch die Vermutung lag nah, dass er und wahrscheinlich der Rest der Spieler unsere Aufnahme ins Team nicht als sonderlich positiv empfanden. Rivalität gab es in jeder größeren Mannschaft. Ich hatte mich nicht der Illusion hingegeben, dass unser Start vollkommen reibungslos verlaufen würde. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass mehr hinter seinem Verhalten steckte.
„Wollen wir?“ Als wäre alles in bester Ordnung, machte Clarissa Clark weiter im Text.
So unbeeindruckt sie klang, die Szene war nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Mit steifen Bewegungen und einem aufgesetzten Lächeln winkte sie uns an einen Tisch, auf dem fein säuberlich Papiere bereitlagen. Unsere Verträge.
Sie erläuterte die Einzelheiten, sodass mir kaum Zeit blieb, um über die Geschehnisse seit unserer Ankunft nachzudenken. Wahrscheinlich war das auch besser so, denn der Teufel steckte im Detail. Neben den eigentlichen Spielerverträgen hatten wir die Managementverträge, diverse Verschwiegenheits- und Verzichtsklauseln zu unterzeichnen und Datenblätter zu unserem Gesundheitszustand auszufüllen.
Ty, der mit einem breiten Grinsen als Erster an Clarissa Clark und die Papiere herangetreten war, sah mittlerweile wenig begeistert aus. Während er eine Seite mit der Überschrift überflog und den Stift dabei fest umklammerte, teilte unsere Managerin jedem seine Papiere zur Durchsicht aus.
„Die Kopien erhaltet ihr morgen nach dem Gesundheitscheck und eurem ersten Shooting.“ Damit reichte sie mir meine Unterlagen.
Shooting? Wovon, zum Geier, sprach sie da?
„Shooting“, wiederholte ich, anstatt die Unterlagen entgegenzunehmen.
„Ja, Shooting.“ Ihre Stimme klang ruhig, aber in ihren grünbraunen Augen brauten sich Gewitterwolken zusammen.
„Wozu?“ Noch immer ließ ich die Hand gesenkt.
Ihr Blick fixierte meinen. „Wer ist bislang für eure Ausrüstung aufgekommen?“
Ich hatte keine Ahnung, worauf sie hinauswollte, und bemühte mich, mir meine Verwirrung nicht anmerken zu lassen.
„Wir.“
Bedächtig nickte sie. „Ab jetzt übernimmt das euer Sponsor, Mister Feldon, der Besitzer von Banffs ältestem Sportartikelfachgeschäft. Und damit das so bleibt, ziert sein Logo den Rand der Eisfläche und eure Gesichter bald seine Auslage.“
Ich wollte ihr sagen, dass wir hier waren, um Eishockey zu spielen und nicht, um die neuesten Werbegesichter irgendeines Sportgeschäfts zu sein. Sie würde, ohne mit der Wimper zu zucken, kontern und mir erklären, dass das zum Business gehörte und so weiter und so fort. Dazu kam es nicht. Jemand packte mich an der Schulter.
„Jack, du musst diese Teigdinger probieren. Die sind unglaublich!“, schmatzte Finch mir ins Ohr. Seine Wangen waren ausgebeult wie bei einem Hamster, und in den Mundwinkeln klebten Krümel. Er streckte mir eine Hand entgegen, in der er einen Stapel Häppchen vom Büfett balancierte. Seine Augen strahlten vor Begeisterung.
„Bist du noch nicht fertig?“, wollte Ty wissen, der hinter Finch auftauchte. „Du solltest dich beeilen. Die Termite ist nicht aufzuhalten. Bald ist nichts mehr da.“
Mir entging nicht, dass er mir und den Papieren lediglich marginale Beachtung schenkte, ehe er sich gänzlich auf Clarissa Clark konzentrierte.
„Was?“, nuschelte Finch um den Bissen in seinem Mund herum. Sein empörter Ausdruck kam mit den vollgestopften Wangen nicht so richtig zu Geltung. Geräuschvoll schluckte er, schob sich zwei weitere Snacks zwischen die Lippen und hielt mir die verbleibenden auffordernd hin.
Die Andeutung eines Lächelns stahl sich auf mein Gesicht, verflog allerdings, als ich anstatt nach den Häppchen nach den Papieren griff.
***
Ich hatte meinen Missmut über Clarissa Clark mitsamt aller Bedenken heruntergewürgt – ungefähr so angestrengt wie Finch seinen zu großen Bissen – und die verfluchten Verträge unterschrieben. Finch hatte in der Zwischenzeit beim Leeren des Büfetts tatkräftige Unterstützung vom Rest der hungrigen Meute erhalten, sodass sich Tys Warnung bewahrheitet hatte und für mich nur mehr angetatschte Reste übrig geblieben waren.
Auch der Ärger darüber war mittlerweile in den Hintergrund gerückt. Clarissa Clark führte uns durch die Trainingsanlage. Das Center war nicht bloß von außen, gesäumt von einem pudrig bedeckten Ausläufer der Rockys, eine imposante Erscheinung. Überall wo man hinsah, leuchteten schneeweiße Wände, eisblaue Glasflächen oder blank polierter Chrom. Highlight der Besichtigungstour war der Kraftraum, der fast die gleiche Fläche einnahm wie der großzügige Saal, in dem wir in Empfang genommen worden waren. Beim Betreten des Muskeltempels blitzten mir die rotorangen Strahlen der untergehenden Sonne entgegen. Durch die westseitige Glasfront drangen sie ungehindert nach innen und tauchten die unzähligen Geräte, die Regale voller Trainingsutensilien und die schwitzenden Leiber in weiches Licht. Die Ausstattung war atemberaubend, ebenso das Panorama der Skyline, hinter der sich dunkel ein Bergkamm gegen den violetten Abendhimmel abhob. Bei diesem Anblick hatte ich unwillkürlich das Gefühl, frische, schneegeschwängerte Bergluft zu atmen, obwohl wir uns in einem geschlossenen Raum befanden.
Ich war mir sicher, dass Kev am liebsten gleich hiergeblieben wäre, aber Clarissa Clark verlor nur ein paar Sätze zur Ausstattung und führte uns den Gang entlang weiter. Ich hatte meine Jungs noch nie so still erlebt. Staunend besichtigten wir den Rest des Centers. Zimmer für Physiotherapie, Massagen und diverse andere Behandlungen, ein weiß gefliestes Arztzimmer, Aufenthaltsräume, eine Bar, die mit Smoothies, Isodrinks und Eiweißshakes lockte, Saunen, Dampfbäder und Infrarotkabinen und eine lang gezogene Schwimmbahn. Alles eindrucksvoll und mehr, als wir uns erträumt hatten. Am Ende eines mit Tageslichtlampen erhellten Flurs erwartete uns das Herzstück der Anlage.
Clarissa Clark lief voran an den Spindreihen der Umkleiden vorbei und stoppte vor einer doppelflügeligen Tür an der gegenüberliegenden Wand. Sie war von unserer Managerin zu einer Touristenführerin mutiert. Ich hatte mich von ihren Erklärungen berieseln lassen, während die Frau an sich in den Hintergrund gerückt war. Jetzt da sie mit dem Rücken zu mir vor der Tür stand, die Hände auf den Klinken lagen und sie innehielt, erregten ihre hochgezogenen Schultern und die sichtlich angespannte Haltung meine Aufmerksamkeit. Es wirkte auf mich, als wäre sie vor den Toren einer Schatzkammer oder wahlweise vor der Pforte zur Hölle gelandet. Sie atmete tief durch – und öffnete die Türen.
Dahinter lag ein von einzelnen Spots beleuchteter Korridor, die in regelmäßigen Abständen ihre Lichtkegel auf den dunkelblauen Teppich sandten. Ich konnte sie riechen, bevor ich sie sah. Der schleusenartige Flur mündete direkt in die Eisfläche, nur getrennt durch die Seitenplanke, deren Durchgang offen war. Das Geräusch von Kufen auf...




