E-Book, Deutsch
Kappel Perfect Opposites
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98637-704-5
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
From Enemies to Lovers
E-Book, Deutsch
ISBN: 978-3-98637-704-5
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Was sich liebt, das hasst sich erst …
Der prickelnde und spannende Liebesroman für Fans von Bad Boy Romances
Die nerdige Informatikstudentin Lynne hat gerade ihren Abschluss in der Tasche und weiß genau, wie ihre Zukunft aussehen soll. Doch als die überzeugte Einzelgängerin nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter deren Bar erbt, fällt sie aus allen Wolken. Plötzlich wird sie nicht nur mit unliebsamen Kindheitserinnerungen konfrontiert, sondern muss sich auch noch mit dem ebenso arroganten wie verboten heißen Barkeeper Lex befassen, der Lynne regelmäßig zur Weißglut bringt.
Draufgänger Lex hat der Tod seiner Chefin schwer getroffen. Er verdankt ihr einiges und es gefällt ihm gar nicht, dass er sich nun mit ihrer eigenartigen Tochter herumschlagen muss. Obwohl beide beschließen sich nicht zu mögen, müssen sie sich zusammenraufen, um die Bar am Laufen zu halten. Dass Lynne ungewohnte Gefühle in ihm auslöst, macht die Angelegenheit nicht gerade einfacher. Trotz ihrer Gegensätze kommen sie sich näher als geplant, doch als herauskommt, dass Lynnes Mutter in illegale Machenschaften verstrickt war, wird es gefährlich …
Dies ist eine überarbeitete Neuauflage des bereits erschienenen Titels Perfect Opposites.
Erste Leser:innenstimmen
„Eine schöne Lovestory, mit diesem Barkeeper würde ich auch gerne mal zusammenarbeiten …“
„Das Knistern zwischen den gegensätzlichen Charakteren zieht einen sofort in den Bann!“
„Vereint Liebe, Drama, Spannung, Leidenschaft und Gefühl auf wunderbare Art.“
„Fesselnder Schreibstil, sympathische Charaktere und eine aufregende Liebesgeschichte – einfach großartig!“
Daniela Kappel wurde 1988 in Wien geboren und lebt derzeit mit ihrem Mann und den beiden Söhnen in Niederösterreich. Neben ihrem Beruf als Krankenschwester nutzt sie das kreative Schreiben als Ausgleich und Ruhequell im oftmals stressigen Alltag: 'Die Liebe zu Geschichten brachte mich dazu selbst zu schreiben.'
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Sargnagel
Lex
Gedankenverloren wischte ich über die schwarz lackierte Holztheke. Mein Blick ging ins Leere, und meine Lippen formten lautlos den Text des Songs, der aus der Jukebox dröhnte. Schon lange nicht mehr war ich so spät – oder sollte ich besser sagen früh? – in der Bar gestanden. Es war bereits Viertel nach sieben an einem Montagmorgen, und es kam äußerst selten vor, dass ich den Laden gerade sonntagnachts bis in den Morgen hinein geöffnet ließ. Allerdings gab es auch wenig Gelegenheiten dazu, wie in diesem Fall ein Junggesellenabschied, dessen betrunkene Schar nicht hatte abziehen wollen. Was dieser Umstand für die bevorstehende Hochzeit bedeuten würde, konnte ich nur erahnen.
Das Quietschen der Eingangstür riss mich aus meiner Trance.
Wir hatten seit zwei Stunden geschlossen, verdammt, und ich hatte keine Lust auf irgendeinen besoffenen Vollidioten, der noch immer um die Häuser zog und hoffte, bei mir einen Absacker abstauben zu können.
Warum hatte ich nicht abgeschlossen? Selbst schuld, Lex!
Seufzend pfefferte ich den Putzlappen ins Spülbecken und drehte mich Richtung Tür.
Beim Anblick des ernst dreinschauenden Schlipsträgers, der mit großen Schritten auf mich zukam, blieb mir die unfreundliche Begrüßung im Hals stecken.
Dieser Kerl war nicht betrunken, und ich war mir fast sicher, dass er nicht wegen eines Drinks hergekommen war.
Er wedelte die Rauchschwaden beiseite, die von meiner Zigarette im Aschenbecher aufstiegen, und hievte seinen Aktenkoffer auf die Theke.
„Mein Name ist Eliot Jenkins. Ich bin Notar und mit der Erbschaftssache von Marian Stuart betraut“, teilte er mir mit professioneller Gleichgültigkeit mit und streckte mir die Hand entgegen.
Meine wischte ich schnell, und wie ich hoffte, unauffällig an meiner Jeans ab, bevor ich Jenkins’ schüttelte. Dabei versuchte ich mir einzureden, dass die Feuchtigkeit vom Lappen rührte und nicht meiner steigenden Nervosität zuzuschreiben war. Doch wem wollte ich eigentlich etwas vormachen? Dieser Typ war wegen Marians Vermächtnis hier. Meine Zukunft stand auf dem Spiel.
Nachdem ich seinen laschen Händedruck erwidert hatte, räusperte sich Jenkins gekünstelt und löste die Verschlüsse seines Aktenkoffers. Der Deckel klappte gespenstisch geräuschlos auf und verdeckte sein Gesicht. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, und jetzt war ich mir hundertprozentig sicher, dass ich die feuchten Hände meiner Aufregung zu verdanken hatte. Ich ermahnte mich, cool zu bleiben, griff aber gleichzeitig nach meiner halb abgebrannten Zigarette und nahm einen tiefen Zug. Ich zitterte leicht, was die Asche an der Spitze hinabregnen ließ. So viel also zum Thema Coolness.
„Den bei mir hinterlegten Papieren zufolge war Marian Stuarts einziger Besitz dieses Haus, was die Bar und die beiden Wohnungen im Obergeschoss einschließt“, begann er.
Verkrampft hielt ich mich an der Thekenkante fest. Die Bar war Marians Leben gewesen und meines, zumindest seit sie mich vor knapp fünf Jahren als Barkeeper eingestellt und mir das freie Apartment neben ihrem überlassen hatte.
Ihr Tod hatte nicht nur sie aus dem Leben gerissen. In dem Moment, als ich sie reglos in ihrem Bett gefunden hatte, war meine Welt aus den Fugen geraten. Ich hatte ihren kalten Körper aus den Laken gezerrt, den Notruf gewählt und sie so lange vergeblich wiederzubeleben versucht, bis die Rettungskräfte eingetroffen waren. Einer der Sanitäter hatte auf mich eingeredet und mich irgendwann, weil ich nicht reagierte, gepackt und von Marian weggezogen. Einen Tag später hatte ich mich beim Bestatter wiedergefunden und ihr Begräbnis organisiert, bei dem gerade mal zwei weitere Personen anwesend gewesen waren, eine davon der Pfarrer, die andere ein Stammgast aus der Bar.
Und seitdem bangte ich jeden verdammten Tag darum, wie es mit mir weitergehen würde.
„Sie sind doch Alexander Richardson, oder?“
Jenkins’ Frage riss mich aus den Gedanken. „Äh … ja …, der bin ich“, antwortete ich schnell.
„Könnten Sie sich bitte identifizieren?“
„Ja, natürlich“, murmelte ich und griff mir in die hintere Hosentasche, um mein Portemonnaie hervorzuholen. „Hier.“ Ich legte meinen Führerschein neben Jenkins’ Aktenkoffer.
Nickend griff er danach und notierte sich die Nummer, bevor er ihn mir wieder aushändigte. „Miss Stuart hat Ihnen ein unbegrenztes Bleiberecht für das eine der beiden Apartments in diesem Haus eingeräumt. Das ist die Beglaubigungsurkunde.“
Jenkins streckte mir ein Blatt entgegen, das ich, ohne auch nur ein Wort davon zu lesen, zweimal faltete und hinter meine Geldbörse in die Hosentasche schob.
Missbilligend sah mich Jenkins an. „Da wäre noch etwas.“
Ich hielt die Luft an.
„Die Bar …“, begann er.
Ja, die Bar! Was, zur Hölle, passierte mit der Bar? Hatte Marian sie mir etwa ebenfalls vererbt? Mir wurde heiß und kalt gleichzeitig.
„Miss Stuart hat sie ihrer Tochter vererbt.“
Ihrer Tochter? Nein, das konnte nicht sein. Marian hatte keine Tochter!
„Da muss ein Fehler vorliegen“, hörte ich mich mit rauer Stimme sagen.
„Kein Fehler. Nur ein Problem“, räumte er meinen Einwand ungerührt aus.
Eine Tochter? Meine Augenbrauen wanderten nach oben.
„Was für ein Problem?“, presste ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, kurz davor, die Geduld mit diesem stoischen Mistkerl zu verlieren.
„Wir können sie nicht erreichen. Der hinterlegte Kontakt stimmt offenbar nicht.“
Mein Hirn war wie leer gefegt. Ich konnte einfach nicht fassen, dass Marian eine Tochter gehabt und sie all die Jahre über mit keinem einzigen gottverdammten Wort erwähnt hatte. Diesem Mädchen, wer auch immer es war, gehörte nun die Bar. Marians Bar. Meine Bar. Scheiße!
Automatisch griff ich nach einer neuen Zigarette und steckte sie mir an.
Wieder wedelte Jenkins gegen den aufsteigenden Qualm an. Missmutig schloss er seinen Aktenkoffer und schob ein Blatt Papier über den Tresen zu mir. Ich schielte darauf und erkannte die Kopie eines Reisepasses. Daneben stand in Marians Handschrift eine Telefonnummer.
„Wenn Sie Miss Stuart nicht innerhalb von zehn Tagen erreichen, geht das Haus in den Besitz der Bank über, und Ihr Bleiberecht für die Wohnung erlischt leider“, erklärte Jenkins in nüchternem, geschäftsmäßigem Tonfall. Ich legte die Stirn in Falten. Was faselte er da eigentlich? Marian war doch tot und … Da verstand ich erst, was oder vielmehr wen Jenkins meinte. Er sprach gar nicht von Marian, sondern von ihrer Tochter. Diese Miss Stuart musste ich finden, wenn ich nicht in zehn Tagen alles verlieren wollte, was ich mir in den letzten fünf Jahre aufgebaut hatte.
Ich nickte steif. Zu meiner Erleichterung verschwand Jenkins und ließ nur seine Visitenkarte auf der Theke zurück.
Zischend stieß ich Luft aus, trat gegen den Sodacontainer und wandte mich zu den Spirituosen um.
Jenkins’ Karte und die Ausweiskopie von Marians Tochter ignorierte ich erfolgreich, griff mir die nächstbeste Flasche, umrundete die Theke und schloss die Tür ab.
Bevor ich die Treppe erreicht hatte, schraubte ich den Deckel ab und genehmigte mir einen großen Schluck.
Der Scotch brannte angenehm in meiner Kehle, während ich die Stufen hinaufstapfte.
Als mein Blick auf Marians geschlossene Wohnungstür fiel, setzte ich die Flasche gleich noch einmal an. Ich bog nach rechts ab und knallte die Tür meines Apartments hinter mir zu, ließ mich daran nach unten sinken und trank einen weiteren Schluck.
Ich hatte ein pelziges Gefühl auf der Zunge, und das Licht der untergehenden Sonne war schmerzhaft hell in meinen Augen.
Stöhnend fuhr ich mir durchs Haar, rappelte mich auf und wäre beinah gegen den Beistelltisch neben der Wohnungstür gekracht.
Ich gab einen Fluch nach dem anderen von mir, setzte die Scotchflasche etwas zu fest auf dem Couchtisch ab und schleppte mich ins Bad.
Als Erstes stellte ich das Wasser in der Dusche an, weil es immer Ewigkeiten brauchte, um warm zu werden. Dann zog ich mir das T-Shirt über den Kopf und stieg aus meiner Jeans, den Socken und Boxershorts.
Mein grimmiges Gesicht blickte mir aus dem Spiegel entgegen, und ich war drauf und dran, mit der Faust hineinzuschlagen.
Stattdessen begnügte ich mich mit einem tiefen Seufzen und stellte mich unter die laufende Brause.
Nachdem ich fertig geduscht und abgetrocknet war und mich glücklicherweise wieder einigermaßen lebensfähig fühlte, griff ich nach meinen muffigen Klamotten auf dem Fliesenboden. Als ich sie anhob und gerade in den Wäschekorb stopfen wollte, fiel mein Portemonnaie aus der Tasche, gefolgt von einem gefalteten Blatt Papier.
Die Erinnerungen holten mich ein, ließen mein Herz einen Schlag aussetzen.
Heilige Scheiße, die Tochter. Marians Tochter. Ich musste sie finden, sonst würde ich in weniger als zehn Tagen auf der Straße stehen.
Leise grummelnd schnappte ich mir Geldbörse und Beglaubigung, ging ins Schlafzimmer und zog mir frische Sachen an.
Bereits auf dem Weg die Treppe nach unten begrüßte mich der altbekannte Geruch der Bar. Eine undefinierbare Mischung aus Alkohol, Schweiß und kaltem Rauch.
Auf dem Tresen, genau dort, wo ich sie am Morgen zurückgelassen hatte, lagen immer noch Jenkins’ Visitenkarte und die Passkopie.
Ich zündete mir eine Zigarette an und holte eine Coke aus der Kühllade. Nach einigen großen Schlucken konnte ich das Unvermeidliche nicht länger vor mir herschieben. Also griff ich nach dem Blatt und betrachtete es eingehend.
Die Kopie hatte keine sonderlich gute Qualität, aber ich konnte alles...




