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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 172 Seiten
Reihe: beTHRILLED
Karmann Taxi, Tod und Teufel - Mord auf Platt
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-1643-7
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nordsee-Krimi
E-Book, Deutsch, 172 Seiten
Reihe: beTHRILLED
ISBN: 978-3-7517-1643-7
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Folge 8: Taxifahrerin Sarah stolpert über den nächsten Toten und damit direkt in einen neuen Fall: Der Fahrgast, den sie abholen sollte, wurde erschlagen. Seine Wohnung ist ein einziges Chaos - offensichtlich hat der Täter nach etwas gesucht, aber hat er es auch gefunden? Sarah fallen eine Videokamera sowie eine Kiste randvoll mit alten Filmen auf VHS-Kassetten auf. So etwas besitzt doch heutzutage eigentlich niemand mehr! Während der Kommissar den Bändern keine Bedeutung zumisst, hat Sarah eine seltsame Ahnung, dass diese einen Hinweis auf den Mörder enthalten könnten ...
Über die Serie: Palinghuus in Ostfriesland: Zwischen weitem Land und Wattenmeer lebt Sarah Teufel mit ihrem amerikanischen Ex-Mann James in einer Windmühle. Gemeinsam betreiben sie das einzige Taxiunternehmen weit und breit - mit einem Original New Yorker Yellow Cab! Bei ihren Fahrten bekommt Sarah so einiges mit. Und da die nächste Polizeistation weit weg ist, ist doch klar, dass Sarah selbst nachforscht, wenn etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Denn hier im hohen Norden wird nicht gesabbelt, sondern ermittelt!
eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!
Die gebürtige Schwäbin Lena Karmann lebt mit Mann und Kind in der Nähe von Bremen. Sie arbeitet als kaufmännische Angestellte, liest gern, vor allem Krimis, und geht mit ihrem Hund am Strand spazieren. Ihre Begeisterung für ihre neue Heimat Ostfriesland hat sie zu ihrer ersten eigenen Krimireihe "Taxi Tod & Teufel" inspiriert.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Kapitel
»Was? Hab ich verschlafen?«, murmelte James Todd, als er von Schritten aus dem Schlaf gerissen wurde. »Ist es schon sieben?« Er blinzelte, obwohl nur ein schwacher Lichtschein aus dem Treppenhaus ins Schlafzimmer fiel.
»Wenn neben dir ein Schrank umfällt«, gab Sarah Teufel zurück und lächelte ihren Mann an, »dann schläfst du einfach weiter. Aber sobald ich auf Strümpfen durchs Haus schleiche, stehst du fast senkrecht im Bett.«
»Nur was sich leise nähert, ist eine potenzielle Gefahr«, sagte er und gähnte ausgiebig. »Ist es schon sieben?«
»Nein, kurz vor fünf. Ich muss Herrn Asmussen nach Hamburg zum Flughafen bringen. Du erinnerst dich bestimmt.«
Er ächzte leise. »Ja, ich weiß. Wir müssen unbedingt eine Petition einreichen, damit Palinghuus seinen eigenen internationalen Flughafen bekommt. Dann musst du weder Achim noch sonst jemanden drei Stunden lang bis nach Hamburg fahren.«
»Wird ja gut bezahlt«, hielt sie dagegen. »Das, was ich für Hin- und Rückfahrt von ihm krieg, kann ich sonst nich in sechs Stunden verdienen. Oder jedenfalls nich allzu oft.« Sie zuckte mit den Schultern. »Außerdem is die Strecke schön, und Herr Asmussen is 'n angenehmer Mitfahrer. Redet nich so viel. Und wenn er redet, dann wenigstens nich übers Wetter. Ich weiß nich, warum die meisten Fahrgäste meinen, sie müssten mit mir übers Wetter reden.«
»Man kann damit nicht viel falsch machen«, meinte James.
»Kommt drauf an. Wenn mir einer vorschwärmt, dass vierzig Grad doch noch keine hohe Temperatur is, dann kann ich dem nich zustimmen.« Sie schüttelte den Kopf. »Schließlich bin ich den ganzen Tag im Auto unterwegs, und auch mit Klimaanlage is die Hitze kein Vergnügen.«
James grinste sie an. »Das ist halt das Problem, wenn man keine massenkompatible Persönlichkeit hat.«
Sie streckte ihm die Zunge raus und griff nach ihren bequemen Schuhen. »Wenn ich gut durchkomme, werde ich vor Mittag wieder zu Hause sein. Oder gibt es was, das ich dir aus Hamburg mitbringen kann?«
»Puuh«, machte James. »Keine Ahnung. Bin aber auch noch nicht wach genug. Du rufst doch sowieso an, bevor du zurückfährst, oder?«
»Auf jeden Fall«, versicherte sie ihm. »Und ich bringe Croissants von unserem Lieblingsbäcker mit.«
»Schinken, Käse ...«, begann er und leckte sich die Lippen.
»... Ei, zwei Blatt Salat und einen Schuss Remoulade, ich weiß«, vollendete sie seine Aufzählung, beugte sich übers Bett und verabschiedete sich mit einem Kuss. »Und jetzt schlaf weiter, du hast noch zwei Stunden.«
Sie war noch nicht an der Schlafzimmertür angekommen, da hörte sie ihn schon wieder schnarchen.
Als sie ihre Windmühle verließ, wartete der Fährmann Achim Asmussen bereits am Gartentor auf sie. Er stand gegen den Zaun gelehnt da und ließ sich den frischen Wind durch die dunkelblonden Haare wehen, die er länger trug als üblich. Auch sein Bart war inzwischen in Dimensionen vorgedrungen, die dazu angetan waren, es mit dem eines alten Wikingers aufzunehmen.
»Moin, Herr Asmussen«, begrüßte sie ihn, während sie nach links ging, wo ihr Taxi in der Zufahrt geparkt stand.
»Moin, Frau Teufel«, erwiderte er und stieg über den Zaun, um nicht erst noch das Tor öffnen zu müssen.
»Schon lang hier?«
»Geht so.«
»Ich bin aber nich zu spät, oder?«
»Nee, Frau Teufel, du bist zeitig«, beruhigte er sie. »Ich bin nur zu früh. Hab die ganze Nacht kein Auge zugetan. Bin ja noch nie geflogen.«
»Wird schon alles gut gehen«, meinte Sarah unbesorgt.
»Das sagen alle«, gab er zurück. »Bis sie's irgendwann zum letzten Mal sagen.«
Sarah machte den Kofferraum auf, damit er seinen Koffer verstauen konnte, dann ging er zur Beifahrerseite und stieg ein, während sie hinterm Steuer Platz nahm.
»Ich werd jedes Mal neidisch, wenn ich dein Taxi sehe«, meinte Achim, als sie rückwärts vom Grundstück auf die Straße rangierte.
»So was Besonderes ist ein Yellow Cab nun auch wieder nich«, hielt sie dagegen.
»In New York vielleicht nich, wo die Dinger herkommen«, sagte er. »Aber hier bei uns auf'm platten Land, da kannst du lang suchen, bis du so was noch mal findest.«
»Ja, okay«, lenkte sie ein. »Hier is das schon was Seltenes. Ich meinte auch nur, dass von dem Modell Zigtausende produziert worden sind, also nichts mit Seltenheitswert.«
»Ich würd auch jeden anderen Straßenkreuzer nehmen«, fuhr er fort. »Einen Cadillac oder so was. So'n sechseinhalb Meter langes Ungetüm, bei dem du keinen Anfang und kein Ende siehst, wenn du drinsitzt.«
Sarah vergewisserte sich, dass die Straße auch wirklich frei war. Um diese Uhrzeit sprach zwar alles dafür, dass niemand außer ihr unterwegs war, doch darauf verlassen durfte sie sich natürlich nicht.
»Wenn du ernsthaft interessiert bist, dann solltest du mal mit James reden«, schlug sie ihm vor. »Er hat etliche Kontakte in seiner alten Heimat. Da kannst du dir sicher sein, dass du keinen frisch lackierten Schrotthaufen kaufst, sondern einen Wagen, der in jeder Hinsicht in Ordnung is. Außerdem hättest du den Vorteil, dass James sich mit dem Wagen auskennt und du nur in seine Werkstatt müsstest, wenn was hakt, statt zu irgendeinem Wucherer, der gnadenlos jede Schraube zum Horrorpreis abrechnet.«
»Nee, lass mal, Frau Teufel«, sagte er nach kurzem Überlegen. »Wenn ich so'n Auto kaufe, dann muss ich mir auch gleichzeitig 'ne Tankstelle anschaffen. Sonst kann ich die Tankfüllungen nich bezahlen.« Er winkte lachend ab. Plötzlich stutzte er. »Wo is eigentlich dein Wackel-Elvis?«
»Gute Frage, Herr Asmussen«, erwiderte sie und sah reflexartig auf die Stelle, an der seit Jahren eine Elvis-Figur auf dem Armaturenbrett gestanden und anstelle von Elvis-Oldies Sprüche und Weisheiten von sich gegeben hatte, die mal nach den Erkenntnissen eines tibetanischen Mönchs geklungen hatten, mal aber auch so, als wären zwei Sprichwörter willkürlich zu einem zusammengefügt worden. »Irgendwann is mir aufgefallen, dass er nich mehr da is, aber ich kann dir beim besten Willen nich sagen, seit wann er weg is.«
»Du meinst, er war einfach weg? Elvis has left the cab?«, hakte er nach. »Einfach so?«
»Einfach so natürlich nich. Irgendein Passant muss ihn geklaut haben, als ich für einen Fahrgast was aus dem Kofferraum geholt und vielleicht sogar bis zur Tür getragen habe. Vielleicht war's auch ein Fahrgast, aber das glaub ich eher nich. Die haben selten Gelegenheit für so was, weil sie nich lange genug allein im Taxi sind. Wenn er nich wieder irgendwo auftaucht, muss ich mir einen neuen beschaffen.« Sie seufzte leise. »Nur schade, dass der Nachfolger mir dann Elvis-Lieder vorsingen wird. Die abstrusen Sprüche meines Originals werden mir fehlen.«
»Ich hab noch dieses Lied im Ohr, dass er einmal und dann nie wieder gesungen hat«, sagte Achim und begann zu singen: »Es is noch Labskaus da, es is noch Labskaus da! Wer hat noch nich, wer will noch mal?«
Ein plötzlich aufflammendes helles Licht rechts von ihr irritierte Sarah, sodass sie langsamer wurde und in die entsprechende Richtung sah. Wirklich erkennen konnte sie nichts. Da war nur ein riesiger rötlich-gelber Fleck am Nachthimmel, der zu wabern schien, als würde er von einem immensen Feuer verursacht, dessen Flammen von der Wolkendecke reflektiert wurden.
»Hast du das gesehen?«, fragte Achim, gerade als sie zu exakt der gleichen Frage ansetzen wollte.
»M-hm«, machte sie. »Gut sah das nich aus.«
»Find ich auch. Was liegt in der Richtung?«
»Westerholt, würd ich mal schätzen«, sagte Sarah.
»Joh, das könnte passen«, stimmte er ihr zu. »Aber wenn du die Luftlinie weiterdenkst, dann kann es auch in Emden sein. Da könnte was im Hafen hochgegangen sein.«
»Wenn das da im Hafen von Emden war, dann aber gute Nacht.«
»Na ja, aber 'n Knall hab ich nich gehört«, gab er zu bedenken. »Und bei einer Explosion hätten wir auch bestimmt 'nen Feuerball gesehen.«
Sarah nickte und gab wieder Gas. »Wenn ich so die Landkarte vor mir seh, kann das sogar hinter der Grenze bei unseren Nachbarn gewesen sein. Vielleicht da, wo sie Erdgas gewinnen.« Sie runzelte die Stirn. »Im Dunkeln kann man das einfach nich genauer sagen.«
»So groß, wie das aussah, werden wir ja bestimmt noch erfahren, was da passiert is«, erwiderte Achim. »Trotzdem ruf ich gleich mal die Feuerwehr an. Nich, dass jeder denkt, dass da schon jemand die Feuerwehr informiert hat, und am Ende tut gar keiner was.«
»Gute Idee«, stimmte Sarah ihm zu.
»Joh, Moin moin, die Herren. Asmussen hier ... joh, wir ham da grade so 'ne Art Stichflamme oder so was am Himmel gesehen, so als wär da was hochgegangen. ... Nee,...




