E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Kay Bitte sag Ja zur Liebe
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1781-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7337-1781-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als Alex die hübsche Lisa kennenlernt, weiß er sofort: Sie ist die Richtige. Doch kaum gesteht er ihr, dass er nicht so mittellos ist, wie sie glaubt, sondern ein Multimillionär mit ernsten Heiratsabsichten und großem Kinderwunsch, erstarrt seine Traumfrau plötzlich zu Eis ...
Patricia Kay hat bis heute über 45 Romane geschrieben, von denen mehrere auf der renommierten Bestsellerliste von USA Today gelandet sind. Ihre Karriere als Autorin begann, als sie 1990 ihr erstes Manuskript verkaufte. Inzwischen haben ihre Bücher eine Gesamtauflage von vier Millionen Exemplaren in 18 verschiedenen Ländern erreicht! Patricia ist die älteste von vier Schwestern und stammt aus dem amerikanischen Bundesstaat Ohio. Sie ist viel gereist und hat unter anderem in New York State, Kalifornien und Schweden gelebt, bevor sie und ihr Mann sich endgültig in Texas niederließen. Sie haben drei erwachsende Kinder und drei Enkelkinder. Ihre größten Hobbys sind Lesen und der Besuch von Musicals, vorzugsweise direkt am Broadway in New York.
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1. KAPITEL
Sechs Wochen später …
Zufrieden blickte Alex sich in seiner neuen Bleibe um. Die nichtssagende Ausstattung und die Discountermöbel waren nicht zu vergleichen mit seinem Apartment in der Stadt. Das störte ihn jedoch nicht weiter. Er brauchte keinen Luxus. Er lebte nur deshalb in einer so edlen Wohnung im Nobelviertel von Seattle, weil es in seiner Position als Direktor der Harrison Hunt Foundation von ihm erwartet wurde.
Beim Gedanken an die Stiftung runzelte er die Stirn. Die dringenden Fälle hatte er alle selbst noch bearbeitet. Anschließend hatte er sämtliche Aufgabenbereiche unter seinen Mitarbeitern aufgeteilt und sich für unbestimmte Zeit beurlaubt. Auf seine überaus tüchtige Assistentin Martha Oliver war Verlass: Marti, wie sie von guten Bekannten liebevoll genannt wurde, würde auch Unvorhergesehenes zu neunundneunzig Prozent lösen können.
Das eine übrige Prozent bereitete ihm ein gewisses Kopfzerbrechen. Andererseits war er nur neunzig Minuten Fahrt von der Innenstadt von Seattle entfernt und über Handy zu erreichen. Außerdem hielt Marti ihn gewissenhaft per SMS in allen wichtigen Belangen auf dem Laufenden. Er nahm sich vor, ihr einen saftigen Bonus zu geben, sobald diese Situation geklärt war und er wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren konnte. Was hoffentlich schon bald geschah.
Er wusste, dass es keinen Grund zur Sorge gab. Was sollte während seiner Abwesenheit schon schiefgehen? Wichtig war nur, dass er schnell eine passende Frau fand.
Ohne arrogant oder eitel zu sein, war er sich seiner Anziehungskraft durchaus bewusst. Sein ganzes Leben lang bekam er immer wieder zu hören, dass er gut aussah, und wohin er auch kam, flirteten die Frauen reihenweise mit ihm. Er musste sich also nur aus dem Überangebot ein Wesen heraussuchen, das ihn interessierte und auf Zustimmung bei seinem Vater und Tante Cornelia stieß.
Nachdem seine Brüder und er beschlossen hatten, auf Harrys Ultimatum einzugehen, hatte Alex sich eine genaue Strategie zurechtgelegt. Natürlich konnte er die Brautsuche auf keinen Fall durchführen, während er in der Stiftung arbeitete. Dafür brauchte er einen Ort, an dem ihn niemand kannte. Außerdem hatte er sich vorgenommen, einen mittelmäßigen Job unter gewöhnlichen Leuten anzunehmen.
Nach gründlichen Recherchen über sämtliche Tochterunternehmen von HuntCom hatte er sich für das Lagerhaus in Jansen entschieden. Jansen befand sich anderthalb Autostunden entfernt von Seattle. Da die meisten Einwohner den lokalen Fernsehsendern und Zeitungen aus dem nahen Portland absoluten Vorrang gaben, war sein Gesicht dort also nicht bekannt. Falls ihn doch jemand mit der Hunt Foundation in Zusammenhang brachte, musste er nur sagen, dass er häufig mit einem der Brüder verwechselt wurde.
Eigentlich bestand überhaupt kein Grund zur Sorge. Er verhielt sich stets unauffällig, und er hasste die Feste der High Society ebenso sehr wie die Klubszene. Wäre da nicht die Stiftung, würde ihn vermutlich niemand mit der Familie Hunt in Verbindung bringen.
Nun stand jedoch die große Bewährungsprobe bevor: In einer knappen Stunde sollte er seine Stelle im Hauptauslieferungslager von HuntCom antreten.
Ein neuer Job. Ein neues Apartment. Und ein neuer Name.
Für die Dauer seiner Brautschau wollte er sich Alex Noble nennen, nach seinem ersten Stiefvater. Seine Mutter Lucinda Parker Hunt Noble Fitzpatrick war mittlerweile zum dritten Mal verheiratet. Zynisch hatte Alex damals prophezeit, dass es nicht ihre letzte Hochzeit bleiben würde. Allerdings musste er inzwischen einsehen, dass Terrence Fitzpatrick wohl doch der Richtige für sie war: Die Ehe der beiden hielt immerhin seit vierundzwanzig Jahren.
Terrence besaß einige unangenehme Eigenschaften. Zum Beispiel war er der festen Überzeugung, mit Geld jedes Problem lösen zu können. Außerdem überhäufte er seine Tochter Julie mit teuren Geschenken und verwöhnte sie nach Strich und Faden.
Als er an seine geliebte kleine Halbschwester und ihre jüngsten Eskapaden dachte, runzelte Alex die Stirn. Er wünschte sich, er könnte mehr Einfluss auf sie nehmen. Aber sie lachte stets nur über seine Bedenken: Sie warf ihm vor, uncool und altmodisch zu sein und vergessen zu haben, wie es war, jung zu sein.
Auch wenn ihr Spott durchaus liebevoll gemeint war, verletzten ihn ihre Worte. Er hielt sich nicht für „uncool“ – er war eben vernünftig und pragmatisch. Geld und Macht bedeuteten für ihn nicht alles im Leben. Stimmte deswegen etwas nicht mit ihm? Die Clique seiner kleinen Schwester sah das vermutlich so.
Als er den Personalparkplatz des Auslieferungslagers von HuntCom erreichte, verdrängte er Julie bewusst aus seinen Gedanken. Er konnte es sich nicht leisten, sich von irgendjemandem oder irgendetwas ablenken zu lassen. Um seine Maskerade erfolgreich durchzuziehen, brauchte er seinen ganzen Verstand.
Es dauerte fast eine Stunde, in der Personalabteilung die vorgeschriebenen Formulare für den Arbeitsantritt auszufüllen. Um neun Uhr führte ihn Kim, die Assistentin der Personalleiterin, in die gigantische Lagerhalle.
Dort herrschte ein reges Treiben. Schmunzelnd schaute er einem jungen Mädchen mit pinken Haarstacheln hinterher, das auf Inlineskates an ihnen vorbeisauste.
„Das ist Ruby“, erklärte Kim. „Sie ist auch Pickerin.“
Er runzelte die Stirn. „Was ist das denn?“
„Entschuldigung. So nennen wir hier die Lageristen, die Teile aus den Regalen ‚picken‘ und sie zum Versand an den Kunden zusammenstellen. Das wird auch Ihr Job sein.“
„Aha, ich verstehe“, murmelte Alex. Amüsiert dachte er daran, was seine Kollegen in der Stiftung wohl sagen würden, wenn sie ihn nun als „Picker“ sehen könnten. Die meisten dort bewunderten ihn. Schließlich gehörte er zu den mächtigen Hunts. Sie respektierten ihn, weil er mindestens so hart arbeitete wie sie, und sie wussten, dass ihm das Amt am Herzen lag. Wie einen Ebenbürtigen konnten sie ihn nicht behandeln. Für sie spielte er in einer anderen Liga.
Unverhohlen warf Kim ihm bewundernde Blicke zu und prophezeite zuversichtlich: „Sie machen Ihren Job bestimmt gut.“
Er war nicht an ihr interessiert. Zumal sie einen Ehering trug. Also sagte er nur: „Das hoffe ich.“
Schließlich führte sie ihn in ein Büro zu einer jungen Frau – einer sehr attraktiven jungen Frau – mit wild gelocktem rotem Haar. Sie trug enge Jeans und eine weiße Bluse, die am Hals offen stand. Mit tiefblauen intelligenten Augen musterte sie ihn aufmerksam.
„Das ist Alex Noble, der Neuzugang in deinem Team“, eröffnete Kim. „Und das ist Lisa Kinkaid, die Abteilungsleiterin.“
Im Stillen fragte er sich, ob seine neue Vorgesetzte ihren Vornamen genauso wenig leiden konnte wie eine seiner Cousinen, die sich statt mit Lisa immer mit Lilli ansprechen ließ, was Alex extrem albern fand. Hoffentlich hatte die Neue nicht ebenso einen Spleen. Lisa war doch ein ausgesprochen schöner Name!
„Hallo.“ Lisa streckte die rechte Hand aus. „Willkommen bei HuntCom.“
Er schüttelte ihr die Hand mit festem Druck, den sie unvermindert zurückgab. „Hallo.“
„Viel Glück“, wünschte Kim, lächelte ihn an und verschwand.
Lisa betrachtete ihn so eindringlich, dass es ihn ein wenig nervös machte. Ahnte sie etwas? Er zwang sich, ihrem Blick standzuhalten.
„Ich habe schon gehört, dass Sie bereits Erfahrung in dem Job haben.“
Ja, das war eindeutig ein Anflug von Misstrauen in ihrer Stimme. In der Kürze liegt die Würze, dachte er sich und bestätigte knapp: „Stimmt.“
„Und Sie haben vorher wo gearbeitet?“
Er hielt sich an seinen frei erfundenen Lebenslauf und erwiderte: „In einem Lagerhaus in Sacramento.“
„Welche Art von Produkten?“
„Haushaltsgeräte.“
Skeptisch sah sie ihn weiterhin an. „Warum haben Sie dort aufgehört?“
„Es war mir zu weit, von hier dorthin zu pendeln.“
Sie nickte, doch der Instinkt verriet ihm, dass sie ihm die Story nicht ganz abkaufte. „Haben Sie alle Formulare ausgefüllt?“, wollte sie wissen.
„Ja.“
„Haben Sie auch den Drogentest und den medizinischen Check-up gemacht?“
„Ja.“ Das stimmte zwar nicht, aber laut einem Attest hatte Alex beide Untersuchungen bestanden.
„Also sind Sie bereit, an die Arbeit zu gehen?“
„Das bin ich.“
Daraufhin ging sie zur Tür und rief: „Rick!“
Ein dunkelhaariger Mann mit ebenso dunklen Augen eilte zu ihr. Er war Ende zwanzig oder Anfang dreißig und trug Jeans wie alle anderen Arbeiter in der Halle. Auf seinem schwarzen T-Shirt prangte das Bild einer Rockband, der Red Hot Chili Peppers.
„Rick“, sagte Lisa, „das ist Alex Noble. Du wirst ihn einweisen.“ Sie wandte sich an Alex. „Das ist Rick Alvaro. Er ist seit sieben Jahren in der Firma und kann Ihnen alle Fragen beantworten.“
Die beiden Männer schüttelten sich die Hand. Rick wirkte sympathisch. Alex mochte ihn auf Anhieb und spürte, dass dies der Beginn einer langen Freundschaft sein könnte.
„Komm mit“, forderte Rick ihn auf und verließ das Büro. „Wir machen gleich mal eine Runde durch die Halle. Dann kriegst du einen Überblick, wo hier was verstaut ist.“ Er redete weiter, während sie in den nächsten Gang einbogen. „Weißt du schon was über die Firma?“
„Ja, einiges. Ich habe ein bisschen recherchiert, als ich mich entschlossen habe, hier zu arbeiten.“
„Alles hat damit angefangen, dass der...




