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E-Book

E-Book, Deutsch, 400 Seiten

Keeland Hot Client

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-641-25666-1
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 400 Seiten

ISBN: 978-3-641-25666-1
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Layla ist eine junge, aufstrebende Anwältin bei einer großen New Yorker Kanzlei. Als sie beauftragt wird, einen neuen, schwerreichen Top-Klienten der Firma zu betreuen, kann sie ihr Glück kaum fassen. Wenn alles gut läuft, wird sie bestimmt endlich zur Partnerin ernannt. Doch dann betritt ihr neuer Mandant den Konferenzraum: Gray Westbrook. Gray Westbrook, den sie aus dem Gefängnis kennt, wo sie wegen eines Fehltritts Berufungsfälle betreuen musste. Gray Westbrook, der ihr das Herz gebrochen hat und den sie nie mehr wiedersehen wollte ...

Vi Keeland ist eine New-York-Times-Bestsellerautorin. Mit über einer Million verkaufter Bücher wird sie inzwischen in sechsundzwanzig Sprachen übersetzt. Vi Keeland hat ihre große Liebe mit sechs Jahren kennengelernt. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern in New York.
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1. Kapitel

Layla

»Tut mir leid. Ich hab vergessen, dich anzurufen. Ich kann heute keine Mittagspause machen.« Ich seufzte und deutete auf die Papiere, die auf meinem Schreibtisch lagen. »Pittman hat mich gebeten, eine Präsentation für einen neuen Mandanten vorzubereiten.«

»Der alte Pittman oder Joe?«

»Der alte Pittman. Nun ja, gebeten ist nicht ganz das richtige Wort. Er ist ohne anzuklopfen in mein Büro geplatzt. Ich war gerade in einer Telefonkonferenz. Er hat mich gezwungen, den Mandanten mitten im Satz in die Warteschleife zu hängen und dann etwas geblafft von wegen um drei Uhr im Konferenzraum in der obersten Etage, dann war er wieder weg. Ich musste seine Sekretärin anrufen, um Genaueres zu erfahren.«

»Das ist doch toll. Endlich stehst du wieder in der Gunst der Namenspartner. Ich wusste, dass du das hinkriegst.« Oliver kam um den Schreibtisch herum und küsste mich auf dem Weg nach draußen auf den Scheitel. »Ich bring dir die frischen Thunfisch-Tacos mit, die du so gern magst.«

»Du bist der Beste.«

Seit ungefähr einem Monat war ich mit Oliver Blake zusammen, davor waren wir fast fünf Jahre lang nur Freunde gewesen. Er war Juniorpartner in der Abteilung für Urheberrecht in der Kanzlei, in der ich arbeitete, und ich habe nicht übertrieben – er ist wirklich der Beste.

Als ich letztes Wochenende krank war, hatte er mir Hühnersuppe vorbeigebracht. Wenn ich mal niedergeschlagen war, erinnerte er mich an all die guten Dinge in meinem Leben. Schon bevor wir ein Paar geworden waren, war er mein größter Unterstützer gewesen – er ermutigte mich, dem Sturm hier bei Latham & Pittman zu trotzen, nachdem man mir vor zwei Jahren fast die Anwaltslizenz entzogen und mich gefeuert hätte. Klug, gut aussehend und beruflich erfolgreich – er war der ideale Mann, den eine Frau gern ihren Eltern vorstellen würde. Und das ganze Gegenteil von den Idioten, zu denen ich mich normalerweise hingezogen fühlte.

Letzte Woche hatte er erwähnt, dass sein Mietvertrag in einigen Monaten ausliefe, und angedeutet, dass er es toll fände, wenn ich ihm bei der Suche nach etwas Größerem helfen würde. Er hoffte, ich würde künftig öfter bei ihm sein. Klug, gut aussehend, beruflich erfolgreich und … frei von Bindungsängsten.

Ich nahm mir vor, seine Schränke heimlich auf versteckte Leichen zu durchsuchen, wenn ich das nächste Mal bei ihm wäre, und wandte mich dann wieder meiner Präsentation zu.

Ich hatte schon mehrmals Präsentationen der Seniorpartner beigewohnt, doch es war das erste Mal, dass ich selbst eine hielt. Und es widerstrebte mir zutiefst, dass ich nur zwei Stunden Zeit hatte, um die Folien durchzugehen und mir Notizen zu machen. Ganz zu schweigen davon, dass ich von dem Investmentunternehmen, dem ich uns vorstellte, nur wusste, dass es sich um ein Start-up mit einem Riesenbudget handelte. Wahrscheinlich irgendein erfolgreicher, arroganter Investmentbanker, der bei seiner Firma gekündigt und milliardenschwere Investoren mitgenommen hatte – genau die Art von Mandant, die die Seniorpartner liebten.

Konservative Investmentfirmen waren gute Mandanten – unablässig konnten Rechnungen für das Prüfen von Verträgen, Subskriptionen und unzähligen Vereinbarungen mit der Börsenaufsicht gestellt werden. Junge, arrogante, moderne Investmentfirmen aber, die von Yuppies geführt wurden, produzierten Rechnungen, als würden sie mit Spielgeld bezahlen. Sie wurden wegen sexueller Belästigung von Angestellten, Diskriminierung, Vertragsbruch und Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz verklagt. Teufel, selbst unsere Steuerrechtsabteilung war involviert, weil diese jungen Typen sich für schlauer hielten als die Steuerbehörde.

Zwei Stunden später, als es Zeit für meine Präsentation war, fuhr ich mit dem Fahrstuhl in die oberste Etage und trat durch die dicken Glastüren in den Vorstandsbereich. Meine Kanzlei war keineswegs geizig – mein Büro war komfortabel, die Einrichtung hochwertig. Doch die Chefetage roch geradezu nach Geld, nach altem Geld – Empfangstresen aus Mahagoni, Kristallleuchter, Perserteppiche und perfekt ausgeleuchtete Kunst.

Es war mir nur zu bewusst, dass ich das letzte Mal vor fast zwei Jahren hierher eingeladen worden war. Damals hatte man mich aufgefordert, mein Handeln, das eine Klage durch die Anwaltskammer von New York zur Folge hatte, zu erklären. Wenn man in die oberste Etage beordert wurde, hatte es immer etwas zu bedeuten – ob gut oder schlecht –, weshalb ich noch neugieriger war, warum man mir die heutige Präsentation überließ.

Auf dem Weg zum Konferenzraum traf ich Sarah Dursh, eine Seniorpartnerin. »Bereit?«

»So bereit wie möglich, nachdem ich nicht viel über den Mandanten weiß.«

Sarah legte die Stirn in Falten. »Wie meinen Sie das, Sie wissen nicht viel über ihn?«

»Ich kenne nur die Basics. Die Firmenbroschüre war noch nicht verfügbar, darum weiß ich nichts über die Hauptakteure. Ich fühle mich nicht wirklich gut vorbereitet.«

»Aber Sie haben doch schon mit dem CEO zusammengearbeitet.« Sie schüttelte den Kopf. »Aus diesem Grund hat er darum gebeten, dass Sie die Präsentation machen.«

»Man hat nach mir verlangt? Das war mir nicht klar. Wer hat darum gebeten?«

Als wir die Glastür zum Konferenzraum erreichten, sah ich Archibald Pittman auf der anderen Seite stehen. Er unterhielt sich lachend mit einem Mann, der uns den Rücken zuwandte, sodass ich sein Gesicht nicht gleich erkennen konnte.

Und ich schaltete auch nicht gleich, als Sarah sagte: »Da ist er ja. Das ist Mr. Westbrook. Er hat darum gebeten, dass Sie die Präsentation leiten.«

Da ich mit einem Arm voller Akten, meinem Laptop und einem Pappbecher mit Kaffee beladen war, öffnete Sarah die Tür, und ich trat als Erste hindurch. Ich hatte genau zwei Schritte getan, als sich der Mann, mit dem Pittman sich unterhalten hatte, umdrehte. Dann brach alles zusammen.

Buchstäblich. Ich erstarrte.

Sarah, die direkt hinter mir war, rannte gegen mich, woraufhin mir die Akten aus den Händen glitten. Ich beugte mich vor, um sie aufzufangen. Mein Kaffeebecher geriet dabei ins Wanken, und ich verstärkte den Griff um ihn, sodass der Deckel aufsprang. Bei dem Versuch, ihn wieder zuzudrücken, verschüttete ich fast den gesamten Kaffee auf dem Teppich. Ich konnte gerade noch verhindern, dass mein Laptop ebenfalls auf den Boden knallte.

Ehe ich meine Sachen aufsammeln oder mich wieder aufrichten konnte, packte eine kräftige Hand meinen Ellbogen. Der Mann war direkt vor mir in die Hocke gegangen, und ich konnte nichts anderes tun, als ihn anzustarren.

Ich traute meinen Augen nicht.

Und ich wusste auch nicht, wie ich meine sonst so große Klappe dazu bringen konnte, auch nur ein einziges Wort hervorzubringen. Er war direkt vor mir. Die Kraft unserer Verbindung raubte mir den Atem. Mein Puls raste, mein Herz hämmerte, und ich unternahm noch nicht einmal den Versuch, die Akten aufzuheben oder mich um den verschütteten Kaffee zu kümmern.

Er hielt weiterhin meinen Ellbogen fest und streckte mir die andere Hand hin.

»Schön, dich zu sehen, Sommersprosse.«

Keine Ahnung, wie ich es schaffte, mit der Präsentation zu beginnen. Ursprünglich hatte ich gedacht, ich wäre wegen Mr. Pittman und der anderen Namenspartner im Raum nervös. Doch da ahnte ich noch nicht, dass Gray Westbrook mich vom anderen Ende des Tisches aus taxieren würde. Sein Blick war durchdringend, und sein Grinsen ärgerte mich und schüchterte mich zugleich ein.

Weitaus schlimmer war, dass er noch umwerfender aussah, als ich ihn in Erinnerung hatte. Seine Haut war leicht gebräunt, wodurch seine grünen Augen umso intensiver leuchteten. Und er war kräftiger geworden, in seinem maßgeschneiderten Anzug steckte ein Körper, der genauso gemeißelt wirkte wie sein Kinn. Vor der Stirnseite des Tisches sitzend strahlte er eine Macht aus, die all meine Sinne ansprach. Ich hatte ganz vergessen, dass ein Mann eine derartige Wirkung auf meinen Körper haben konnte.

Ich bemühte mich, ihn zu ignorieren und mich an meine Folien zu halten. Doch das machte er mir so gut wie unmöglich. Kaum hatte ich angefangen, zwang er mich durch Fragen, mit ihm zu interagieren. Meine Präsentation umfasste ungefähr dreißig Folien, und er hatte mich schon bei mindestens zehn unterbrochen. Zunächst machte mich das nervös, obwohl seine Fragen im Grunde leicht zu beantworten waren. Doch nachdem ich mich wieder einigermaßen gefasst hatte, fing seine ständige Fragerei allmählich an, mich zu nerven.

»Unsere Wertpapierabteilung arbeitet eng mit der Börsenaufsicht, der FINRA, dem Justizministerium und der Wertpapieraufsicht des Staates New York zusammen, um …«

Er unterbrach mich. Schon wieder. »Wer wird mein Team leiten?«

»Wie ich Sie gerade wissen lassen wollte, wird die Abteilung für Finanzrecht von einem Seniorpartner geleitet, der im Justizministerium gearbeitet und Prozesse wegen Aktienbetrugs in elf …«

Während ich sprach, schaute Gray auf seine Armbanduhr. Dann unterbrach er mich ungefähr zum zwanzigsten Mal in noch nicht einmal einer halben Stunde. »Es tut mir leid. Ich habe ein Meeting auf der anderen Seite der Stadt. Ich muss mich umgehend auf den Weg machen.«

Wären meine Blicke Dolche, würde der Mann jetzt aussehen wie ein Schweizer Käse. Was zum Teufel treibt er hier? Will er sich dafür rächen, wie die Sache mit uns auseinandergegangen ist?

Ich verschränkte die Arme über der Brust. »Wussten Sie nicht, dass die...


Keeland, Vi
Vi Keeland ist eine New-York-Times-Bestsellerautorin. Mit über einer Million verkaufter Bücher wird sie inzwischen in sechsundzwanzig Sprachen übersetzt. Vi Keeland hat ihre große Liebe mit sechs Jahren kennengelernt. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern in New York.

Schröder, Babette
Babette Schröder war dreizehn Jahre in der Filmbranche tätig, unter anderem als selbständige Produzentin für TV- und Kinospielfilme, bevor sie ein zweites Leben als Übersetzerin für amerikanische, englische und französische Literatur begann. Seither hat sie über siebzig Romane übersetzt, darunter Bestsellerautorinnen wie Katherine Webb, Beth O’Leary, Josie Silver und Vi Kleeland.



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