E-Book, Deutsch, 197 Seiten
Keeland / Ward Merry Kissmas
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7363-1600-3
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Vier Weihnachtsgeschichten in einem E-Book
E-Book, Deutsch, 197 Seiten
ISBN: 978-3-7363-1600-3
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Vier prickelnde und romantische Liebesgeschichten zu Weihnachten
Lights out Love
Cole ist absolut genervt von der üppigen Weihnachtsdekoration seiner Nachbarin Josie. Als dann auch noch der Strom ausfällt, steht er vor ihrer Tür, um ihr seine Meinung zu sagen. Sie verbringen den Abend gemeinsam, und Cole merkt bald, dass er vielleicht doch mehr für das Fest der Liebe empfindet, als er immer dachte - und für Josie ...
Kissmas in New York
Als Margos beste Freundin ihr vorwirft, nicht spontan sein zu können, und sie herausfordert, einen fremden Mann zu küssen, zögert diese nicht lange und geht auf die Wette ein. Der Kuss mit Chet haut sie um. Margo staunt nicht schlecht, als sie ihm kurz danach vor Gericht wieder gegenübersteht - als Anwalt ihres Bald-Exmanns ...
Sexy Scrooge
Das Letzte, was Meredith an diesem verschneiten Weihnachtsabend brauchen kann, ist, sich ein Uber mit dem großspurigen Anwalt Adam zu teilen. Doch während sie sich zusammen durch den Schneesturm kämpfen, entsteht eine Verbindung zwischen ihnen. Als die Fahrt zu Ende ist, trennen sich ihre Wege. Bis sie sich vor Gericht überraschend wieder gegenüberstehen - allerdings auf verschiedenen Seiten ...
The Merry Mistake
Piper sollte sich wirklich endlich eine Brille zulegen, verwechselt sie doch einen gut aussehenden Mann, der vor ihrem Gebäude sitzt, mit einem Obdachlosen. Sie will ihm helfen - schließlich ist Weihnachten. Peinlich, doch zum Glück wird sie ihn nie wiedersehen ... wenn das Schicksal nicht andere Pläne hätte.
Weitere Infos & Material
1
Josie
»Was soll das denn werden?«
Ich bückte mich gerade unter meinen Briefkasten, um eine Lichterkette um deren Pfosten zu wickeln, als mich die bellende Stimme eines Mannes hochfahren ließ. Prompt knallte ich mit dem Kopf gegen den Briefkasten.
»Autsch.« Ich rieb mir den Scheitel und blinzelte den Mann an, dessen Stimme mich erschreckt hatte. Mein Nachbar saß in seinem lächerlich großen Truck und hielt direkt vor meinem Haus. »Herrgott, musst du dich so anschleichen? Wonach sieht es denn aus?«
Er ließ den Blick über meinen Vorgarten schweifen. »Es sieht aus, als hätte jemand bei dir alles mit Weihnachten vollgekotzt.«
Ich kniff die Augen zusammen. Gott, mein neuer Nachbar war ständig so mies drauf. Das war echt schade, denn eigentlich war er heiß. Er erinnerte mich an diesen britischen Schauspieler aus »Die Bestimmung«, Theo Irgendwas, keine Ahnung. Aber bloß weil er volle Lippen und ein kantiges Kinn hatte und seine Augen die Farbe geschmolzener Schokolade besaßen, würde ich es noch lange nicht auf mir sitzen lassen, dass er meinen geliebten Weihnachtsschmuck beleidigte.
Ich stemmte die Hände in die Hüften. »Ich fange gerade erst an. Bis alles fertig ist, brauche ich zwei Wochen.«
»Du meinst, da kommt noch mehr?«
»Natürlich kommt noch mehr.«
Er schüttelte den Kopf. »Die Lichter auf deinem Dach werden sicher nachts durch mein Fenster scheinen.«
Ich hätte fast gelacht. Er regte sich wegen der zwei armseligen Lichterketten auf, die ich heute Nachmittag angebracht hatte? Das war gar nichts im Vergleich zu dem, was ihn bis zum 1. Dezember erwartete. Die Astronauten im Weltraum würden sich während der Feiertage über den strahlenden Anblick meines Hauses freuen können.
Ich zuckte die Achseln. »Vielleicht solltest du dir Verdunkelungsrollos besorgen. Du weißt schon, solche für Nachtarbeiter, die tagsüber schlafen.«
Mr Miesepeter runzelte finster die Stirn und warf mir einen bösen Blick zu, trat wortlos aufs Gaspedal und bog in die Einfahrt gegenüber ein. Ich dachte, damit wäre der Fall erledigt, aber als er ausgestiegen war, kam er noch einmal zurück über die Straße.
»Jetzt sag mir bloß nicht, dass deine Festbeleuchtung eine Attraktion sein wird und die ganze Nacht über Leute kommen, um sich einen Haufen Lämpchen und Kitschfiguren anzusehen, die auf deinem Rasen tanzen.«
Ich spitzte die Lippen. »Okay. Werde ich nicht.«
Seine Augen wurden schmal. »Was wirst du nicht?«
»Ich werde dir nicht sagen, dass die Leute von überall herkommen, um sich meine Dekoration anzusehen, obwohl es so sein wird.«
Mr Miesepeter fuhr sich mit der Hand durchs Haar. »Ich habe mir das Haus da drüben gekauft, weil es in einem ruhigen Viertel liegt. Die meisten Häuser hier werden nur im Sommer genutzt, und wenn zu dieser Zeit Betrieb herrscht, bin ich unterwegs. Ich dachte, im Winter wäre hier nichts los.«
Da hatte er recht. In diesem Teil der Hamptons gab es vor allem Zweitwohnsitze. Im Sommer lebten hier fünfzehnmal so viele Menschen wie im Winter. Leute wie ich, die das ganze Jahr über hier wohnten, waren die Ausnahme.
»Den größten Teil des Winters über ist es hier sehr ruhig«, sagte ich, ohne zu erwähnen, dass unser kleiner Block in nur wenigen Wochen einen beständigen Strom vorbeifahrender Autos anlocken würde. Die Menschen kamen aus allen Nachbarstädten, um sich meine Weihnachtsdekoration anzusehen. Er würde damit leben müssen. Schließlich diente das Geld, das die Schaulustigen spendeten, einem guten Zweck.
Mr Miesepeter musterte mein Gesicht, als würde er etwas suchen, wurde aber anscheinend nicht fündig, denn er stapfte nur mit finsterer Miene und ohne ein weiteres Wort zurück zu seinem Haus.
Seufzend kniete ich mich wieder hin, um den Briefkasten fertig zu schmücken, und murmelte dabei leise: »So was von unhöflich.«
»Unhöflich ist es, wenn man keine Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt!«, rief mein Nachbar von seiner Einfahrt aus.
Wie zum Teufel hatte er mich hören können?
Ich legte die Hände um den Mund, beugte mich zu seinem Haus vor und rief zurück: »Oder wenn man sagt, dass die harte Arbeit anderer Leute aussehe wie hingekotzt!«
Er knallte als Antwort die Haustür zu.
Was für ein Idiot.
In der folgenden Woche ging ich mit meiner Freundin Sarah neuen Weihnachtsschmuck kaufen, um meine Dekoration zu ergänzen. Sarah wohnte in Manhattan und verbrachte den Sommer meistens in den Hamptons, aber ich brauchte das Wort Einkaufsbummel nur zu erwähnen, und schon kam sie für einen Tag zu Besuch.
Nachdem wir unsere Mission erfüllt hatten, luden wir in der Einfahrt den Kofferraum meines Wagens aus. Es mussten mindestens zwanzig Tüten mit Lichterketten und anderer Deko sein, außerdem lagen auf der Rückbank zwei wunderschöne zwei Meter große Nussknacker, die ich als unglaubliches Schnäppchen bei einem Vorsaisonverkauf ergattert hatte. Während ich weitere Tüten aus dem Kofferraum nahm, fuhr Mr Miesepeters großer hässlicher Truck die Straße entlang. Ich hatte ihn seit unserer reizenden letzten Begegnung an meinem Briefkasten vor ein paar Tagen nicht mehr gesehen. Als er vorbeirollte und in seiner Einfahrt parkte, schüttelte er den Kopf.
Meine Freundin drehte sich um und erhaschte einen Blick auf den Mann hinter dem Lenkrad. »Ooooh …«, gurrte sie. »Den hatte ich ja ganz vergessen. Der heiße Nachbar ist im Frühling eingezogen, oder? Warum haben wir ihn im Sommer gar nicht gesehen?«
Ich zuckte die Achseln. »Er hat das Haus im April gekauft, glaube ich. Aber bis vor Kurzem war er kaum da.«
Sarah schaute über die Straße und winkte ihm zu. »Gott, er ist wirklich zum Anbeißen. Emily Vanderquints Mann hat ihn bei deiner Labor-Day-Party erwähnt. Er meinte, er sei so was wie ein Schriftsteller und im Sommer auf Lesereise gewesen. Scheint recht bekannt zu sein – das ist wahrscheinlich der Grund, warum er nicht so oft hier war.«
»Ja, kann schon sein. Aber er ist auch ein Arsch.«
»Wirklich?« Sie leckte sich die Lippen. »Ich habe nichts gegen Ärsche. Je größer die Macke, umso heißer der Sex. Bist du … an ihm interessiert?«
Ich schnaubte verächtlich. »Ganz sicher nicht. Wenn er mich jetzt noch nicht hasst, dann in sechs Tagen auf jeden Fall.«
»Du hättest also nichts dagegen, wenn ich rübergehe und Hallo sage?«
Ein unerwarteter Anflug von Eifersucht überkam mich, obwohl das lächerlich war. Ich zuckte mit den Schultern und schloss den Kofferraum. »Nur zu. Lass dich nicht aufhalten.«
Sarah lächelte, strich sich das Haar glatt und zog an ihrem Pulloversaum, damit ihr V-Ausschnitt mehr Dekolleté zeigte.
»Lass die großen Nussknacker auf dem Rücksitz«, sagte sie. »Ich werde ihn bitten, uns beim Ausladen zu helfen.«
»Ähm … das ist wahrscheinlich keine gute Idee. Der Mann hasst meinen Weihnachtsschmuck.«
Aber Sarah war bereits auf dem Weg über die Straße. Sie hob die Hand und rief: »Hallihallo! Herr Nachbar!«, als Mr Miesepeter schon vor seiner Haustür stand.
Ich verdrehte die Augen und brachte die Pakete aus dem Kofferraum in die Garage. Ein paar Minuten später kam Sarah mit Mr Miesepeter im Schlepptau zurück.
»Cole wird uns helfen, die schweren Nussknacker auszuladen.«
Ich grinste ihn an. »Und wehe, wenn nicht, sonst kommt Knecht Ruprecht mit der Rute.«
Mr Miesepeter gab sich alle Mühe, eine stoische Miene zu wahren, aber das kleine Zucken an seinem Mundwinkel entging mir nicht. Sarah öffnete die Hintertür meines Wagens, und mein Nachbar spähte hinein.
»Meine Güte, ein Nussknacker für die Frau, die mir am liebsten die Eier zerquetschen würde. Wie passend.«
»Der war gut.« Ich lachte. »Aber dein Humor macht deine Miesepetrigkeit nicht wett.«
Sarah fiel uns ins Wort: »Ich, äh, muss jetzt los – ich habe einen Termin und bin schon spät dran. Viel Spaß!«
Sie verschwand in ihrem Wagen, noch bevor ich ihr einen bösen Blick zuwerfen konnte. Sie hatte mich absichtlich mit diesem Griesgram allein gelassen.
Er schaute ihrem Auto nach, dann drehte er sich zu mir um. »Also, warum genau trage ich noch mal zu dieser Weihnachtskotze bei?«
Ich legte den Kopf schräg. »Weil du tief im Innern eine Seele hast, Cole?«
»Nein, das kann es nicht sein. Die habe ich letztes Jahr zur Fastenzeit abgegeben und nicht zurückbekommen.« Er zwinkerte mir zu und ließ ein schelmisches Lächeln aufblitzen, bei dessen Anblick ein Kribbeln meinen ganzen Körper durchlief.
Cole das Arschloch war heißer als die Hölle.
»Na, ich bin jedenfalls dankbar, dass du deine Muskeln für mich spielen lässt«, sagte ich.
Er betrachtete den Weihnachtsschmuck und die Lichterketten, die ich bisher installiert hatte. »Mal ernsthaft, warum machst du dir diese Mühe? Es ist ein Haufen Arbeit. Warum fährst du nicht einfach irgendwo anders hin und schaust dir dort die Lichter an?«
»Wenn jeder so denken würde, wäre das Leben ziemlich öde. Manchmal muss man selbst die Veränderung vornehmen, die man sich wünscht.« Ich versuchte, die Gefühle zu ignorieren, die in diesem Moment in mir aufstiegen, denn ich wusste natürlich, dass das nicht meine einzige Motivation war. »Ich habe jedenfalls meine Gründe.«
Cole zog eine Braue hoch. »Du stehst drauf, dass du damit Aufmerksamkeit erregst?«
»Wenn Aufmerksamkeit bedeutet, andere...




