Keith / Weiß | BattleTech Legenden 03 - Der Preis des Ruhms | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 437 Seiten

Reihe: BattleTech Legenden

Keith / Weiß BattleTech Legenden 03 - Der Preis des Ruhms

Gray-Death-Trilogie 3
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-95752-607-6
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Gray-Death-Trilogie 3

E-Book, Deutsch, Band 3, 437 Seiten

Reihe: BattleTech Legenden

ISBN: 978-3-95752-607-6
Verlag: Yellow King Productions
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Gray Death Legion hat nach jahrelangen Feldzügen im Dienst des Hauses Marik eine Ruhepause auf ihrem Heimatplaneten verdient, doch bei ihrer Rückkehr finden sie ihre Basis zerstört vor und ihre Verwandten sind, soweit sie überlebt haben, in alle Winde zerstreut: die Legion ist verraten worden, und Carlyle bricht auf, um sich an seinem ehemaligen Herrn zu rächen.

William H. Keith hat das Reisen im Blut. Das ist ein großer Vorteil, denn in der letzten Zeit ist er zu regelmäßigen Pendelfahrten zwischen dem 31. und dem 69. Jahrhundert gezwungen. Während seiner seltenen Abstecher ins 20. Jahrhundert, hat er erhebliche Schwierigkeiten sich daran zu erinnern, welches Jahr man gerade schreibt. Seine Bekannten sind der Ansicht, dass ihn dies zu einem liebenswürdigen Exzentriker macht, er aber besteht darauf, dass es sich um eine Art temporalen Jetlag handelt. Seine Psychiater studieren dieses Merkmal angestrengt, in der Hoffnung, Licht auf die Hintergründe seines monomanischen Triebs zu werfen, leere Computerbildschirme mit kleinen schwarzen Buchstaben zu bedecken. Wenn er nicht durch die Zeit reist und/oder stolpert, lebt Bill in den Bergen Westpennsylvanias mit seiner Ehefrau, der Söldnerkriegerin Nina; seiner Tochter, dem außerirdischen Genie Heather; einer alten ägyptischen Katzengöttin namens Merneptah und vier hyperaktiven Computern. Die Antwort auf die Frage, welches Mitglied dieser Menagerie zu einem beliebigen Zeitpunkt gerade die Oberhand besitzt, könnte möglicherweise der Schlüssel zur Quantentheorie und zum Letzten Geheimnis des Universums darstellen - möglicherweise aber auch nicht ... (Übernommen aus der Original-Ausgabe, erschienen 1993)
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1

Rauchwolken hingen am bösartig gelbgrünen Himmel. In der eisigen Mischung aus Wasserstoff und Methan, die Sirius V als Atmosphäre diente, konnte kein offenes Feuer existieren, aber die Trümmerreste der letzten Schlacht glühten teilweise noch. Das genügte, um in dieser weit unter dem Nullpunkt liegenden Chemikaliensuppe ölig rotbraune Wolken aus Schwefel und Stickstoffverbindungen zu erzeugen. Düster und schwer hingen sie in der dichten, fremdartigen Atmosphäre.

Grayson Death Carlyle beobachtete die sich nähernde Delegation auf dem Hauptschirm seines kampfgezeichneten Marauders. Die Auspuffsysteme der versiegelten Fahrzeuge zeichneten sich auf dem Infrarotschirm hell vor der Kälte des Hintergrunds ab. Hinter dem Konvoi der Delegation brütete die Stadt Tiantan vor einer Landschaft, die sich bestenfalls als giftige Einöde beschreiben ließ. Bei normalem Licht handelte es sich um eine riesige Metallkuppel, auf der Schwefelverbindungen und Ammoniakschlamm eine dicke Kruste gebildet hatten. In der Infrarotoptik strahlte die Stadtkuppel aus tausend Wärmeaustauschern und Ventilen und erschien wie ein heißer Geysir vor dem sanft leuchtenden Horizont.

Grayson aber war nicht hier, um das Schauspiel zu genießen.

»Kampflanze«, murmelte er in das Mikro vor seinem Mund, »Lambda-Es einspeisen!«

»Bestätigt, Oberst.« Oberleutnant Khaleds Stimme klang ebenso angespannt wie die Graysons. »Läuft.«

Vier Monitore einer Cockpitseite zeigten statische Störungen, dann stabilisierten sich die Bilder, und er sah den heranrückenden Konvoi aus vier verschiedenen Blickwinkeln. Oberleutnant Hassan Khaleds Warhammer, Isoru Kogas Archer, Charles Bears Crusader und Sharyls Shadow Hawk sahen die anrückenden Fahrzeuge jeweils aus einer anderen Position. Kameras im Kopf der verschiedenen Mechs übertrugen die »Lambda-Es« des Piloten, seine Sicht der Lage. Die Bilder wurden auch weiter von unregelmäßigen Statikeinbrüchen gestört. Sirius war ein heißer, junger Stern der Spektralklasse A1, dessen energiegeladene Stimme die Entfernung von 6 AE mit Leichtigkeit überbrückte und immer wieder Funk- und Videosendungen in Unordnung brachte.

Bears Crusader war der Kolonne am nächsten. Die flackernde Datenanzeige seines Bildschirms gab die Entfernung zum ersten Kettenfahrzeug mit 2000 Metern an. Schwer bewaffnete und gepanzerte Truppentransporter kämpften sich dahinter durch roten Schlamm und eisbedeckte Pfützen aus flüssigem Ammoniak.

Grayson überprüfte die Karte auf seiner Konsole, die ihm anzeigte, wo seine übrigen Einheiten Aufstellung bezogen hatten – drei Mechs der Erkundungslanze deckten weit auseinandergezogen ihren Rücken, während der vierte am gerade eroberten Raumhafen Wache stand. Seine eigene Befehlslanze unterstützte die Kampflanze und hatte sich auf dem Bergkamm vor der Stadt postiert.

Er schaltete auf eine andere Frequenz. »Befehlslanze. Status-Check.«

»Kalmar, Shadow Hawk. Okay.« Oberleutnant Lori Kalmar hörte sich angespannt und erwartungsvoll an.

»Clay, Wolverine. In Position.« Der lakonische Delmar Clay hatte mit seinem Wolverine auf einem Eishügel im Norden Stellung bezogen, von wo er dem Gegner, wenn nötig, den Rückweg abschneiden konnte.

»McCall. Meine wie Bannockburn ist b‘rreit, Sayr.« Der rotbärtige Davis Montgomery McCall hielt seinen Rifleman in Reserve, als zusätzliche Sicherung gegen einen Liao-Luft/Raumjägerangriff.

Die Monitore der Kampflanze zeigten volle Einsatzbereitschaft an. Der Feind kam immer näher. Graysons Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf die von Bears Crusader übertragene Szene.

»Bear! Maximale Vergrößerung.«

Die Szene auf dem Monitor wurde auf seinen Befehl hin größer und konzentrierte sich auf den weißen Fleck, der Grayson ins Auge gefallen war. An der Antennenpeitsche des vordersten Wagens flatterte eine weiße Fahne.

Grayson änderte die Gefechtsfunkfrequenz. »Ramage? Wie ist die TakSit?«

Hauptmann Ramages Stimme war über die Kopfhörer in Graysons Helm zu vernehmen. »Wir sind in Position, Oberst. Ich habe beide Züge hinter Hügel 103 aufgestellt, und die Männer sind fertig zum Einsatz.«

»Gut. Nicht feuern, bis ich ein Zeichen gebe. Ich sehe eine weiße Fahne am vordersten Fahrzeug. Aber halten Sie sechs Uhr im Auge. Das könnte eine Übergabe sein ...« Er ließ die Warnung unvollendet. Wenn die Wagen Gesandte der Stadt enthielten, die Übergabebedingungen aushandeln sollten, bestand die Möglichkeit, dass sich der Siriusfeldzug seinem Ende näherte.

Aber Grayson musste vorsichtig sein. Ebenso gut konnte es sein, dass die Fahrzeuge Teil einer Falle waren, die zu einem ganz anderen Ausgang der Kampagne führen konnten.

»Jawoll. Sechs Uhr ist sicher.« ›Sechs Uhr‹ war ein seit langem etablierter Gefechtssprachebegriff für den Rücken der Einheit. Ramages Bodentruppen waren so aufgestellt worden, dass sie einem Feindvorstoß aus dieser Richtung begegnen konnten.

Die Wagen kamen 150 Meter vor der Kampflanze zum Stehen. Die weiße Fahne schlug in der unruhigen Atmosphäre mal zur einen, dann zur anderen Seite. Eine Stimme mit schwerem Akzent und sorgfältiger Aussprache hallte aus einem Außenlautsprecher des vordersten Fahrzeugs. »Hier spricht Botschafter Gregar Chandresenkhar, Besonderer Diplomatischer Liaisonoffizier des Lyranischen Commonwealths bei der planetaren Regierung von Sirius. Als offiziell registrierter Neutraler in den Auseinandersetzungen zwischen Haus Marik und Haus Liao bin ich von den Stadtvätern Tiantans gebeten worden, als ihr Sonderbeauftragter zu fungieren. Ich er bitte diplomatische Privilegien, Sir.«

Grayson warf einen Schalter um. »Hier spricht Oberst Grayson Carlyle«, erwiderte er. »Kommandant der Gray Death Legion, in Diensten des Hauses Marik und der Liga Freier Welten. Diplomatische Privilegien zugestanden, Sir.«

»Diplomatische Privilegien akzeptiert, Sir. Darf ich näherkommen?«

Grayson atmete tief durch. Eine Verletzung diplomatischer Privilegien war unwahrscheinlich. Trotzdem ...

»Sie dürfen, Herr Botschafter.«

Das vorderste Fahrzeug setzte sich wieder in Bewegung. Langsam näherte es sich den KampflanzenMechs, erreichte sie, fuhr an den Stahlkolossen vorbei. Graysons schwerer Marauder trat ein paar Schritte vor, damit der Botschafter wusste, wer der Kommandant des Grauen Tods war, dann verriegelte er den Bewegungsmechanismus.

Grayson war klar, dass viel von den Ereignissen der nächsten Sekunden abhing. Er öffnete eine Privatverbindung. »Lori?«

Seine Stellvertreterin meldete sich aus ihrem in den vergangenen Gefechten auch nicht unberührt gebliebenen Shadow Hawk. »Hier, Chef. Wollen wir ihnen vertrauen?«

»Wir müssen, Lori. Sie haben diplomatische Privilegien erbeten.«

»Mit so etwas haben wir uns draußen nicht großartig abgegeben.«

»Hmmm. Kann ich mir denken.«

Lori Kalmar war auf Sigurd geboren und aufgewachsen, einer der halbbarbarischen Welten der riesigen Peripherie jenseits der Grenzen der Inneren Sphäre. Für sie hatte es keine zivilisierten Konventionen der Kriegsführung gegeben, bis sie zur Gray Death Legion gestoßen war.

»Was ist?« witzelte er mit einer noch immer angespannten Stimme. »Wird dir der Krieg zu zivilisiert?«

»Nein, ich beginne mich nur zu fragen, wem man noch trauen kann. Pass auf, Gray! Er kommt.«

Eine einzelne Gestalt stieg aus dem Wagen. Ihr Gesicht war von der Atemmaske bedeckt, ohne die Menschen in der kalten, giftigen, sirianischen Atmosphäre nicht überleben konnten. Sie wirkte ungemein winzig neben dem massigen Gefährt. Dann wurde die Gestalt von einer Rauchwolke verdeckt, die aus den Trümmern eines auf dem eisigen Untergrund liegenden Vindicator aufstieg.

»Zeit zum Aufbruch«, stellte Grayson fest. »Pass gut auf uns auf, Oberleutnant.«

Er nahm seinen Neurohelm ab und hängte ihn in die Halterung über seinem Sitz, schnallte sich los, und quetschte sich an den Instrumenten, die das Cockpit seines Marauders ausfüllten, vorbei zur Heckluke. Marauder haben mehrere Einstiege. Der im Feld am häufigsten benutzte liegt an der Oberseite des Rumpfes, kurz vor der Autokanonenkupplung. Grayson war nicht der kleinsten einer, daher hatte er zwischen den Lagerregalen mit 120 mm-Granatmagazinen für die Rückenkanone des Marauders kaum Platz, obwohl sein AK-Munitionsvorrat schon mehr als zur Hälfte verbraucht war. Die Situation konnte im ganzen Regiment...



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