Kelly | Professional Crush | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 263 Seiten

Reihe: LYX.digital

Kelly Professional Crush


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7363-1720-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 263 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1720-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Julia und Greg sind beste Freunde seit der Highschool. Damals war sie das einzige Mädchen, das sich weigerte, mit ihm auszugehen. Greg hat inzwischen eine erfolgreicher Karriere in der National Hockey League hingelegt, während Julia eine aufstrebende Sport-Reporterin ist. Ein bisschen flirten gehörte immer dazu bei ihnen, doch als Greg sie beim zehnjährigen Klassentreffen auffordert, das Versprechen einzulösen, dass sie beim Abschluss in sein Jahrbuch geschrieben hatte, verschwimmen die Grenzen zwischen Freundschaft, Liebe und Leidenschaft. Greg ist fest entschlossen, Julia für sich zu gewinnen. Doch Julia hat eine eiserne Regel: Keine Dates mit Spielern!

Kelly Professional Crush jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


2


GREG

Als ich beim Klassentreffen ankomme, lauert eine Handvoll Reporter hinter einer Absperrung aus Metall, die der Sicherheitsdienst aufgestellt hat. Ich bleibe stehen, schüttle Hände, lächle für ein paar Fotos und lache, als ich gefragt werde, ob ich gern noch mal an der Highschool wäre und etwas anders machen würde.

»Nein, einmal hat gereicht.«

Eine sichere Antwort, aber nicht mal ansatzweise die Wahrheit. Es gibt Unzähliges, das ich gern nicht verpasst hätte – Opfer, die ich für den Sport gebracht habe. Auf dem Niveau, auf dem ich ihn während der Highschool betrieben habe, musste ich dafür auf so ziemlich alles andere verzichten. Das soll nicht heißen, dass ich ändern würde, was ich mittlerweile erreicht habe – auf keinen Fall. Aber wenn ich mit dem Wissen, dass ich dort landen würde, wo ich heute bin, in die Vergangenheit zurückkehren könnte? Ja, dann würde ich es tun, ohne zu zögern.

Julia ist wahrscheinlich der einzige Mensch, dem gegenüber ich das je zugegeben habe. Und die Einzige, die es wirklich verstanden hat.

Ich lächle für ein paar weitere Fotos, bevor ich die Stufen zu den Eingangstüren hinaufsteige.

Es ist gar nicht so lange her, dass ich an der Bearings High war. Ich habe zwar nie im Eishockeyteam der Schule gespielt, trotzdem habe ich gute Erinnerungen an meine Zeit hier. Deshalb erschien es mir logisch, das Programm zu unterstützen, und durch die Gänge des weitläufigen Gebäudes aus Ziegelstein zu schlendern ist mir nicht so fremd wie manchen anderen. Dennoch fühlt es sich eigenartig an, die Eingangstür als Erwachsener aufzuschieben und durch die von Spinden gesäumten Flure zu gehen. Auf rationaler Ebene weiß ich, dass ich nicht um die Ecke biegen und Julia lachend bei unseren Spinden vorfinden werde. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass diese honigbraunen Augen demnächst wieder in meine blicken werden.

Aber heute Abend ist es anders. Ich weiß, dass ich sie sehen werde, nur wird sie nicht am Ende der South Hall abhängen.

Als ich die Sporthalle erreiche, müssen wohl mehrere Hundert Handys gezückt sein. Und nein, nicht meinetwegen. Auch wenn mein Ego voll ausgewachsen ist, bin ich nicht so eingebildet zu glauben, all die Leute wären hier, um mich zu sehen. Beim Klassentreffen bin ich nur ein gewöhnlicher Absolvent, der sich auf ein Wiedersehen mit Freunden freut, die ich seit dem Abschluss nicht mehr gesehen habe.

Nur ein gewöhnlicher Typ, der sich auf ein Wiedersehen mit Julia freut.

Die übrigens gerade am Tisch mit den Namensschildern steht, umringt von geschätzt der Hälfte der Football-Auswahlmannschaft unseres Jahrgangs, die sie gecoacht hat. Lachend frage ich mich, ob sie es nicht weiter geschafft hat, bevor sie von den Jungs umschwärmt wurde. Woraus ich ihnen keinen Vorwurf machen kann – ich habe sie vor gerade mal dreieinhalb Sekunden gesichtet und verspüre schon den Drang, mich ihr zu nähern. Um sie lächeln zu sehen. Um sie zum Lachen zu bringen.

Diesmal versucht Julia nicht, ihr Aussehen herunterzuspielen wie am Spielfeld oder bei den wenigen von ihrem Sender veranstalteten Partys, bei denen sich unsere Wege im Verlauf der Jahre gekreuzt haben. Sie sieht mehr wie sie selbst aus. So habe ich sie schon lange nicht mehr gesehen. Das blonde Haar trägt sie offen und ein wenig wild. Wie brechende Wellen ergießt es sich über ihre Schultern. Ihr blaues Kleid hat ein eng anliegendes, spitzenbesetztes Oberteil und erstreckt sich kokett bis knapp über die Knie. Ihre Augen wirken sinnlich, und ihr Mund … Verdammt, für diesen Mund hatte ich schon immer eine Schwäche. Dieser üppige Mund setzt mir schon gefährlich unanständige Ideen in den Kopf, seit ich damals nach Bearings gezogen bin, um in Reichweite eines Teams der obersten Liga zu sein. Und heute Abend glänzt dieser Mund mit rosa Lippenstift und hat das Lächeln aufgesetzt, das zu sehen mir so gefehlt hat.

Als ich mich einen Schritt in ihre Richtung bewege, habe ich plötzlich ein Dutzend Kerle vor mir, und jemand schüttelt mir so begeistert die Hand, als hätte ich ihm gerade einen Scheck über eine Million Dollar überreicht.

»Baxter, Mann – tolles Spiel gestern Abend!«

»Danke«, antworte ich und versuche, die Gesichter einzuordnen. Aus einem Dutzend werden zwei, und ein Chor von Stimmen umgibt mich.

Nach Spielen und bei Fanveranstaltungen bin ich das gewohnt. Aber hier ist es anders, weil ich weiß, dass ich mit diesen Leuten zur Schule gegangen bin. Schlimmer noch: Während anscheinend alle mich kennen, kann ich gerade mal drei Gesichter aus der Menge zuordnen.

JULIA

Greg Baxters Gesichtsausdruck ist unbezahlbar, aber was hat er denn erwartet? Er ist der Lokalmatador, der Star-Center des Eishockeyteams der Chicago Slayers – das für Furore gesorgt hat, als er letztes Jahr unter Vertrag genommen wurde. Greg hätte mit Bodyguards auftauchen und sich in Stacheldraht wickeln sollen.

Mir ergeht es nicht viel besser, aber ich bin schon seit Jahren wieder in Chicago. Ich bin zu Hochzeiten und Babypartys eingeladen worden. Einmal bin ich nach Hause gekommen, und meine kleine Schwester hatte die Hälfte ihrer alten Highschool-Klasse in unserer Wohnung empfangen. Mich umgibt kein so geheimnisvolles Flair. Und wenngleich wir beide landesweit bekannt sind, ist der größte Unterschied heute Abend zwischen meinem Publikum und seinem, dass diese Jungs für mich in der Highschool wie eine Familie waren. Und Greg … Na ja, er hatte damals nicht die Zeit, solche Beziehungen zu knüpfen.

Er hebt den Kopf, und unsere Blicke begegnen sich. Er verzieht dabei die Lippen und lässt die Zähne aufblitzen, und obwohl es nur kurz anhält, genügt es, um mich zum Lachen zu bringen, als ich mich wieder meinen Leuten zuwende. Unwillkürlich frage ich mich, wie weit er den Scherz zwischen uns ausreizen will. Zum Glück sieht es so aus, als hätte ich noch etwas Zeit, bevor ich es herausfinden muss.

»Leute, so gern ich den ganzen Abend über Spiele aus ruhmreichen Zeiten plaudern würde, ich sehe da ein paar Leute, die ich gern begrüßen würde. Wir reden ein bisschen später weiter, okay?« Die Männer um mich herum sind zwar groß, aber nichts im Vergleich zu den Jungs, mit denen ich im Zuge meiner Karriere Umgang hatte. Mühelos bahne ich mir einen Weg durch die Menge zu ein paar Freundinnen von früher, die mir kichernd mit ihren Drinks zuwinken.

Fünfundvierzig Minuten später stehe ich in der Schlange an der Bar, als ich spüre, wie sich die Haut an meinen Armen und im Nacken erwärmt.

»Hoffentlich hast du deinen Lippenstift mit Kirschgeschmack dabei.«

Diese tiefe, grollende Stimme würde ich überall erkennen. Ich drehe mich um und schenke Greg ein kesses Grinsen. »Warum? Hast du ’ne Frau für mich zum Küssen? Meinst du, das könnte mir gefallen?«

Greg gibt einen erstickten Laut von sich, seine Augen werden glasig, und seine fein geschnittenen Lippen verziehen sich.

»Du stellst es dir wirklich gerade vor!« Ich schnappe nach Luft, haue ihm gegen die Schulter und muss der Versuchung widerstehen, sie erneut zu berühren, als ich merke, wie kräftig sie ist.

Er hebt zwischen uns die Hände. »Du hast damit angefangen, Jules. Was glaubst du wohl, wohin meine Gedanken abdriften, wenn du mir so ein Bild von dir und Candy hinwirfst?«

»Candy?«

Greg grinst. »Ich bin ein respektvoller Mensch. Sogar spärlich bekleidete, meiner Fantasie entsprungene Frauen, die auf Lippenstift mit Kirschgeschmack stehen, bekommen einen Namen.«

Ich verdrehe die Augen, aber ich hätte es wissen müssen. So ist Greg nun mal. Ein überdrehter, unverschämter Bad Boy. Greg Baxter.

Er wippt auf die Fersen zurück, verschränkt die Arme vor der breiten Brust und mustert mich von oben bis unten. Es ist kein anzüglicher Blick, sondern der eines alten Freunds, der sich über ein Wiedersehen freut. Das weiß ich, weil ich ihn auf dieselbe Weise mustere. Es ist komisch, aber obwohl ich ihn vor weniger als einem Jahr persönlich gesehen habe, erstaunt mich, wie groß er tatsächlich ist. Und breiter, als er im Fernsehen wirkt. Und dann sein Haar – es steht in allen möglichen Winkeln ab, ein kunstvolles Durcheinander, für das man vermutlich keine fünfzehn Sekunden braucht, um es zu perfektionieren. In seinem marineblauen Anzug mit Krawatte sieht er verboten gut aus. Trotzdem wünscht sich ein Teil von mir, er trüge abgewetzte Jeans und eines dieser Hockey-T-Shirts, die nie groß genug für den Körper darin zu sein scheinen.

Nach einem tiefen Atemzug grinst er und zieht mich in eine Umarmung, durch die dieses Klassentreffen schlagartig alles erfüllt, was ich mir erhofft habe.

»Ist toll, dich wiederzusehen.«

Ich schließe die Augen und genieße das Gefühl seiner großen Arme um mich, begleitet von einem sauberen, holzigen Duft, der sich seit der Highschool irgendwie nicht verändert hat. »Gleichfalls, Baxter.«

Er lässt mich los und bringt einen Schritt Abstand zwischen uns, behält jedoch eine raue Handfläche an meinem Arm.

»Wann hörst du endlich auf, dich mit diesen Football-Weicheiern abzugeben, und fängst an, über richtigen Sport zu berichten?«

Ich lache über den alten Witz zwischen uns und deute mit dem Kopf auf einige freie Plätze an einem Tisch in der Nähe. Ich könnte Greg nach dem jüngsten Spiel fragen. Oder danach, wie es seiner Rippe nach der Verletzung im letzten Jahr geht. Aber die Antworten darauf liegen in meinem Büro beim Sender und entsprechen nicht dem, was ich wirklich wissen will.

»Wie ist es, wieder in...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.