E-Book, Deutsch, Band 0361, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Kendrick / Braun / Milburne Julia Extra Band 361
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-468-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0361, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-95446-468-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EINE SEKUNDE, TAUSEND GEFÜHLE von MILBURNE, MELANIE
'Niemals heirate ich diesen Mann!', ruft Sienna voller Empörung. Aber die Ehe mit dem ebenso verhassten wie verführerischen Playboy-Milliardär Andreas Ferrante ist leider die Voraussetzung, wenn sie ein malerisches Schloss in der Provence erben will ...
DAS WANKELMÜTIGE HERZ DES SCHEICHS von KENDRICK, SHARON
Ein Blick aus Scheich Tariqs dunklen Augen - und Isobel ist verloren. Was ist bloß in sie gefahren? Bislang hat ihre Vernunft sie immer davor bewahrt, Tariqs sinnlichem Charme zu verfallen. Schließlich ist er nicht nur ihr Boss, sondern auch ein berüchtigter Herzensbrecher ...
GEBORGEN IN DEINEN STARKEN ARMEN von DUNCAN, TINA
'Ich brauche keinen Aufpasser!', versucht Shara den sexy Bodyguard Royce zu vergraulen, der von ihrem Vater engagiert wurde. Bis sie einsehen muss, dass Royce sie als Einziger vor ihrem gefährlichen Exmann schützen kann. Aber wer schützt sie vor Royce und seiner Anziehungskraft?
GIB UNSERER LIEBE EINE CHANCE! von BRAUN, JACKIE
Es ist bloß eine leidenschaftliche Affäre während eines Schneesturms. Jetzt hat sich das Wetter wieder beruhigt, und es gibt keinen Grund für Caro, länger bei Jake zu bleiben. Abgesehen davon, dass sie unrettbar ihr Herz an ihn verloren hat! Doch ihre Liebe scheint ohne Zukunft ...
Fast ihr ganzes Leben lang hat sich Sharon Kendrick Geschichten ausgedacht. Ihr erstes Buch, das von eineiigen Zwillingen handelte, die böse Mächte in ihrem Internat bekämpften, schrieb sie mit elf Jahren! Allerdings wurde der Roman nie veröffentlicht, und das Manuskript existiert leider nicht mehr. Sharon träumte davon, Journalistin zu werden, doch leider kam immer irgendetwas dazwischen, und sie musste sich mit verschiedenen Jobs über Wasser halten. Sie arbeitete als Kellnerin, Köchin, Tänzerin und Fotografin - und hat sogar in Bars gesungen. Schließlich wurde sie Krankenschwester und war mit dem Rettungswagen in der australischen Wüste im Einsatz. Ihr eigenes Happy End fand sie, als sie einen attraktiven Arzt heiratete. Noch immer verspürte sie den Wunsch zu schreiben - nicht einfach für eine Mutter mit einem lebhaften Kleinkind und einem sechs Monate alten Baby. Aber sie zog es durch, und schon bald wurde ihr erster Roman veröffentlicht. Bis heute folgten viele weitere Liebesromane, die inzwischen weltweit Fans gefunden haben. Sharon ist eine begeisterte Romance-Autorin und sehr glücklich darüber, den, wie sie sagt, "besten Job der Welt" zu haben.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Der Anruf seiner jüngeren Schwester Miette kam in den frühen Morgenstunden.
„Papàs ist tot.“
Drei Worte, die unter normalen Umständen eine Flut von Emotionen auslösen würden. Doch für Andreas bedeuteten sie nur, dass er von nun an nie wieder gute Miene zum bösen Spiel machen musste, wenn sich seine Wege mit denen seines Vaters kreuzten – was ohnehin nur noch selten passiert war. „Wann findet die Beerdigung statt?“, fragte er.
„Donnerstag. Kommst du?“
Andreas sah auf die Frau, die neben ihm in dem Hotelbett schlief, und rieb sich über die Bartstoppeln. War das nicht wieder mal typisch? Selbst zum Sterben suchte sein Vater sich den unmöglichsten Zeitpunkt aus. Am Wochenende, nachdem in Washington alles Geschäftliche erledigt war, hatte er vorgehabt, Portia Briscoe einen Antrag zu machen. Er hatte sogar schon den Ring besorgt. Jetzt würde er auf eine andere Gelegenheit warten müssen. Seine Verlobung sollte auf keinen Fall auf ewig mit seinem Vater in Verbindung gebracht werden, nicht einmal mit dessen Ableben.
„Andreas?“ Miettes Stimme riss ihn aus seinen Überlegungen. „Es wäre gut, wenn du kommen würdest. Ich könnte deine Unterstützung brauchen. Du weißt, wie sehr ich Beerdigungen verabscheue – vor allem seit Mamàs.“
Voller Grimm dachte Andreas an ihre wunderschöne Mutter zurück und wie niederträchtig sie betrogen worden war. Er war absolut sicher, dass das für ihren Tod verantwortlich gewesen war, nicht der Krebs. Die Schande, dass ihr Mann eine Affäre mit der Haushälterin hatte, während sie mit endlosen Chemotherapien gegen den Krebs ankämpfte, hatte ihren Lebenswillen gebrochen.
Und um das Fass zum Überlaufen zu bringen, hatten diese Hexe Nell Baker und ihre kleine Schlampe von einer Tochter, Sienna, die Beerdigung seiner Mutter auch noch zu einer billigen Seifenoper gemacht.
„Ich werde da sein“, sagte er.
Aber das hitzköpfige Flittchen Sienna Baker sollte sich besser nicht blicken lassen!
Der Erste, auf den Siennas Blick fiel, als sie in Rom bei der Beerdigung ankam, war Andreas Ferrante. Allerdings hatte ihr Körper seine Gegenwart vorher bereits gespürt. Sobald sie durch das Portal der Kathedrale trat, geriet ihr Herzschlag ins Stolpern. Dabei hatte sie Andreas seit Jahren nicht mehr gesehen.
Er saß ganz vorn in der Bank, und obwohl er also den Rücken zu ihr gekehrt hatte, wusste sie, dass er genauso verboten attraktiv aussah wie früher. Eine aristokratische Aura umgab ihn, die Aura von Reichtum und Macht. Sein rabenschwarzer Schopf ragte mehrere Zentimeter aus der Reihe der anderen Trauergäste heraus, das leicht wellige Haar weder lang noch kurz und perfekt geschnitten.
Er wandte den Kopf und flüsterte der jungen Frau an seiner Seite etwas zu. Sein Gesicht im Profil zu sehen, stellte unmögliche Dinge mit Siennas Puls an. Jahrelang hatte sie sein Bild aus ihrem Kopf verbannt, sie hatte nicht an ihn denken wollen. Er gehörte zu einer Vergangenheit, für die sie sich schämte. Zutiefst. Sie war so jung und dumm gewesen, so unreif und naiv. Sie hatte nie an die Konsequenzen gedacht, die Halb- und Unwahrheiten nach sich zogen. Wer tat das schon mit siebzehn?
Als hätte er ihren Blick gespürt, drehte er sich um. Seine grünbraunen Augen stießen auf ihre, und Sienna war, als hätte sie ein Blitzschlag getroffen. Mit zusammengekniffenen Lidern funkelte er sie an, spießte sie mit seinem Blick auf wie einen Käfer auf einer Korkplatte.
Sienna setzte ein unverbindliches Lächeln auf, schüttelte das silberblonde Haar zurück und schob sich auf der anderen Seite des Kirchenschiffs in eine der hinteren Bänke.
Sie konnte seine Wut und seinen Ärger bis zu sich herüberpulsieren spüren.
Sie bekam eine Gänsehaut, ihr Puls raste, ihre Knie wurden weich. Sie hatte das Gefühl, als könnte sie jeden Moment wie ein nasser Waschlappen in sich zusammenfallen.
Nichts davon ließ sie sich anmerken. Nein, sie wahrte eine kühl-souveräne Haltung, um die der Teenager, der sie vor acht Jahren noch gewesen war, sie glühend beneidet hätte.
Die Frau neben Andreas war seine aktuelle Begleiterin, das wusste Sienna aus der Presse. Wollte man den Medien glauben, so hatte Portia Briscoe länger durchgehalten als jede andere bisherige Gespielin. Weshalb Sienna sich unwillkürlich fragte, ob an den Gerüchten über eine bevorstehende Verlobung vielleicht tatsächlich etwas dran war.
Nicht, dass Andreas Ferrante der Typ wäre, der sich wahrhaft verliebte. Ihrer Meinung nach war er die Verkörperung eines Playboyprinzen, strotzend vor Reichtum und ausgestattet mit den entsprechenden Privilegien. Sollte er einmal heiraten, dann würde seine Wahl auf eine geeignete Braut aus dem alten Geldadel fallen, genau wie sein Vater und sein Großvater es vor ihm gemacht hatten. Mit Liebe hatte das nichts zu tun.
Vom Äußeren her schien Portia Briscoe die perfekte Kandidatin für die nächste Generation der Ferrante-Bräute zu sein – eine klassische Schönheit mit vollkommener Frisur und sorgfältig aufgetragenem Make-up, die ausschließlich teure Designer-Garderobe trug. Die Art Frau, der es im Traum nicht einfallen würde, spontan bei einer Beerdigung aufzutauchen, noch dazu in verwaschenen Jeans und Turnschuhen.
Andreas Ferrante würde schon darauf achten, dass seine Braut nicht einen ihrer in Designerschuhen steckenden Füße über die Grenze des Anstands setzte. Seine Braut würde nicht auf eine Historie von falschen Entscheidungen und verantwortungslosem Benehmen zurückblicken müssen. Auf ein Benehmen, das so viel Schande und Unglück verursacht hatte, dass Sienna gar nicht daran denken wollte.
Nein, seine Braut musste jemand sein wie Portia Perfekt, nicht wie die skandalöse und beschämende Sienna.
Na dann, viel Glück!
Sobald die Trauermesse ihrem Ende zuging, verließ Sienna die Kathedrale. Eigentlich war ihr noch immer nicht klar, woher der plötzliche Drang gekommen war, einem Mann den letzten Respekt zu erweisen, den sie nie wirklich gemocht hatte. Aber als sie die Todesanzeige in der Zeitung las, hatte sie sofort an ihre Mutter denken müssen.
Nell hatte Guido Ferrante geliebt.
Jahrelang hatte Nell für die Ferrantes gearbeitet, ohne dass Guido sie als mehr als seine Haushälterin anerkannt hätte. Sienna erinnerte sich noch gut an den Skandal, den ihre Mutter auf Evaline Ferrantes Beerdigung ausgelöst hatte. Die Presse war über sie hergefallen wie Hyänen über Aas. Mitzuerleben, wie ihre Mutter als amoralische Hexe dargestellt wurde, war eine der erniedrigendsten Erfahrungen gewesen, die Sienna durchgemacht hatte. Sie hatte sich geschworen, dass sie sich nie, niemals von einem reichen Mann abhängig machen würde. Nein, sie würde diejenige sein, die die Kontrolle behielt und ihr eigenes Schicksal bestimmte. Sie würde sich von niemandem vorschreiben lassen, was sie zu tun hatte, nur weil er mehr Geld besaß.
Sie würde sich nie verlieben.
„Entschuldigung … Miss Baker?“ Ein gut angezogener Endfünfziger kam auf sie zu. „Sienna Louise Baker?“
Sienna drückte den Rücken durch. „Wer will das wissen?“
„Wenn ich mich vorstellen darf …“ Der Mann streckte ihr die Hand hin. „Ich bin Lorenzo Di Salle, Guido Ferrantes Anwalt.“
Sie schüttelte kurz die dargebotene Hand. „Angenehm. Wenn Sie mich dann entschuldigen … ich muss gehen.“ Sie kam nur einen Schritt weit, bevor die Worte des Anwalts sie wie vom Donner gerührt stehen bleiben ließen.
„Sie sind zu der Testamentsverlesung eingeladen.“
Mit offenem Mund drehte sie sich wieder um. „Wie bitte?“
„Als einer der Erben von Guido Ferrante sind Sie …“
„Erben?“ Sie schnappte nach Luft.
„Ja. Signor Ferrante hat Ihnen einen Besitz vermacht.“
„Einen Besitz“, wiederholte sie tonlos. „Welchen Besitz?“
„Das Château de Chalvy in der Provence.“
„Es kann sich nur um ein Missverständnis handeln.“ Siennas Herz setzte einen Schlag lang aus. „Das war Evaline Ferrantes Familiensitz. Der ist doch sicherlich für Miette oder Andreas bestimmt.“
„Signor Ferrante hat verfügt, dass er an Sie geht“, widersprach der Anwalt. „Allerdings ist das Erbe mit Bedingungen verknüpft.“
Sienna kniff die Augen zusammen. „Bedingungen?“
Lorenzo Di Salle lächelte listig. „Die Testamentsverlesung findet morgen Nachmittag um drei Uhr in der Bibliothek der Ferrante-Villa statt. Ich freue mich auf Ihr Kommen.“
Andreas marschierte in der Bibliothek auf und ab wie ein Löwe im Käfig. Seit Jahren hatte er keinen Fuß mehr in dieses Haus gesetzt, nicht mehr, seit Sienna damals praktisch nackt in seinem Schlafzimmer entdeckt wurde, mit gerade mal siebzehn.
Das kleine Biest hatte sich mit Lügen herausgewunden, hatte ihn als lüsternen Widerling dargestellt und sich selbst als unschuldiges Opfer. Eine Rolle, die sie sehr überzeugend gespielt hatte. Warum sonst hätte sein Vater sie in das Testament einschließen sollen? Sie hatte nichts mit der Familie zu tun, war die Tochter der Haushälterin. Eine Betrügerin, die schon einmal des Geldes wegen geheiratet hatte. Ganz offensichtlich hatte sie sich bei seinem Vater angebiedert, um so viel Geld wie möglich in ihre schmutzigen Finger zu bekommen, nun, nachdem ihr Mann gestorben war und sie ohne einen Penny zurückgelassen hatte. Andreas würde alles tun, um das Anwesen seiner Mutter in der Provence vor Sienna Bakers gierigen Klauen zu bewahren.
Und wenn er alles sagte, meinte er auch alles.
...



