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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Kenny Auf der Jacht des italienischen Millionärs
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1988-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7515-1988-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Welch ein Schock für Gemma! Beim Pokern verspielt ihr Bruder das gesamte Familienerbe an den arroganten Stefano Marinetti. Um es zurückzugewinnen, schlägt ihr der mächtige Reeder Unerhörtes vor: An Bord seiner weißen Jacht soll sie für einen Monat seine sinnliche Geliebte werden!
Solange Janette sich erinnern kann, prägten fiktive Geschichten und Charaktere ihre Welt. Die Liebe zur Literatur entdeckte sie bereits als kleines Mädchen, da ihre Eltern ihr rund um die Uhr vorlasen. Ermutigt durch ihre Mutter, begann Janette schon früh zu schreiben. Anfänglich begnügte sie sich damit, ihren Lieblingssendungen neue, nach ihren Vorstellungen perfekte Enden hinzuzudichten. Doch schon bald reizte sie die Möglichkeit, eigene interessante Charaktere zu erschaffen und sie den verschiedensten Situationen auszusetzen. Ganz nach dem Rat ihres Deutschlehrers verfolgte sie unentwegt ihren Traum von der Schriftstellerei, vergaß dabei jedoch nicht das wirkliche Leben: Janette Kenny machte sich zunächst als Kosmetikerin selbstständig, bevor sie endlich beschloss, die Art von Büchern zu schreiben, die ihr selber am Herzen liegen: Liebesromane! Nach unzähligen Kurzgeschichten veröffentlichte Janette schließlich ihren ersten Roman und ist ihrem Traum einer großen Schriftstellerkarriere damit ein ganzes Stück näher!
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1. KAPITEL
Mit klopfendem Herzen durchschritt Gemma Cardone die Empfangshalle der Marinetti Schiffswerft. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Von der nahe gelegenen Kirche klangen die Glockenschläge hinauf und hallten in der Stille des frühen Morgens nach. Sechs Uhr.
Eigentlich genoss sie jeden Tag ihren Weg durch die Altstadt von Viareggio. Geboren und aufgewachsen war sie in Manarolo, einem der fünf Dörfer der Cinque Terre, deren Häuser wie leuchtend bunte Perlen auf einer Schnur in den Felsen zu hängen schienen. Manchmal hatte sie Heimweh nach den kleinen, friedlichen Dörfern, die von der modernen Zeit unberührt schienen.
Viareggio war genau das Gegenteil. Obwohl es ganz in der Nähe der Cinque Terre lag, schien es mit seinen fröhlichen, lauten Festen, den Touristenströmen, dem quirligen Hafen und den Industriebetrieben Welten entfernt von den kleinen, stillen Orten ihrer Kindheit. Sie liebte dieses lebhafte Städtchen, das niemals zur Ruhe kam, und genoss ihre Arbeit.
Heute allerdings war alles anders.
Vor einer Woche war die Frau des Werftbesitzers bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Er selbst, Cesare Marinetti, lag seither mit einem Herzinfarkt auf der Intensivstation. Das Unternehmen war seit dem Unglück geschlossen, und die Mitarbeiter sorgten sich um ihre Arbeitsplätze. Niemand wusste, wann Cesare wieder einsatzfähig sein würde. Wer sollte den Betrieb bis dahin führen?
Die Antwort auf diese entscheidende Frage hatte Gemma heute bei Tagesanbruch erreicht.
„Ich will nicht lange um den heißen Brei reden“, hatte Cesare am Telefon gesagt. Das Sprechen strengte ihn an, seine Stimme war atemlos und schmerzverzerrt. „Die Ärzte sagen, ich muss eine Bypass-Operation machen lassen.“ Er seufzte kurz, ehe er fortfuhr. „Die Werft kann nicht länger geschlossen bleiben, aber ich werde sicherlich in den nächsten Wochen noch ausfallen.“
„Selbstverständlich“, pflichtete Gemma ihm bei und empfand Mitleid mit ihrem Chef, der nicht nur gerade seine Frau verloren hatte, sondern auch selbst mit dem Tod kämpfte. „Wen werden Sie als Ihren Vertreter einsetzen?“
Sie hörte ihn leise fluchen. „Mein Sohn wird die Firmengeschäfte übernehmen.“
Nein! Cesare hatte tatsächlich seinen Sohn zurückgeholt, der seiner Familie vor fünf Jahren den Rücken gekehrt hatte?
„Gemma, Sie müssen alle Papiere, die Sie und meine Tochter betreffen, in Sicherheit bringen. Nehmen Sie die Akten mit nach Hause und verstecken Sie sie dort. Die Wahrheit darf nicht ans Licht kommen – nicht zu diesem Zeitpunkt und ganz besonders nicht vor Stefano.“
Natürlich hatte Cesare recht. Wenn sein Geheimnis öffentlich wurde, gab es einen Skandal.
„Machen Sie sich keine Sorgen“, beruhigte sie ihn. „Ich regle alles.“
„Grazie! Seien Sie vorsichtig im Umgang mit Stefano. Und wenn Sie nach Mailand fahren, passen Sie auf, dass er es nicht mitbekommt.“
Immer und immer wieder hallte diese Warnung in ihrem Kopf nach. Welche Überraschungen standen ihr an diesem Tag noch bevor?
Sie wollte gar nicht daran denken. Zielstrebig schritt sie die breite, geschwungene Treppe des Firmensitzes empor und steuerte die Chefetage an. Die hohen Absätze ihrer Sandaletten klackten geräuschvoll auf dem glänzenden Parkettboden und hallten in dem leeren, stillen Gebäude wider.
Sie konnte Cesare jetzt nicht im Stich lassen. Nicht nach allem, was sie gemeinsam durchgestanden hatten.
Gerade als sie das Ende des Ganges erreicht hatte, hörte sie, wie irgendwo eine Tür ins Schloss fiel. Erschrocken schwang sie herum, rührte sich nicht und horchte in die Stille. Sie versuchte, die Panik niederzukämpfen, die von ihr Besitz ergriff. Wer außer ihr war im Haus?
Niemand von den Angestellten kam vor sieben Uhr. Jedenfalls niemand, der gute Absichten hatte.
Vermutlich war es nur der Wachmann, der seine Runden drehte. Ja, so musste es sein.
Dennoch hastete Gemma nervös die letzten Meter bis zu ihrem Büro, ging hinein und atmete tief durch. Wenn jemand sie erwischte, hatte sie verloren. Sie war eine schlechte Lügnerin und hatte eigentlich keinerlei Grund, um diese Uhrzeit hier zu sein.
Eilig durchquerte sie ihr kleines, helles Zimmer und öffnete die schwere Tür zu Cesares Büro. Mit zitternden Fingern tastete sie nach dem Lichtschalter. Als die Deckenlampe den großen, mit dunklem Holz vertäfelten Raum erhellte, ging ihr Blick unwillkürlich zu einem Bild an der gegenüberliegenden Wand, hinter dem sich der Safe verbarg.
Obwohl es noch kühl war, standen ihr Schweißperlen auf der Stirn, und ihre Handflächen waren feucht. Die Luft schien aufgeladen von der Anspannung, die sie umfing. Es war, als braute sich ein Unwetter zusammen. Draußen oder hier in der Firma? dachte sie voller Ironie.
Gemma ahnte, dass Cesares Sohn Unruhe in das Unternehmen bringen würde.
Nach allem, was sie über ihn gehört hatte, war Stefano Marinetti ein skrupelloser Geschäftsmann und ein Schürzenjäger. Und seit sie ihn auf der Beerdigung seiner Mutter gesehen hatte, glaubte sie die Gerüchte ohne Zweifel.
Zugegeben, er wurde wegen seiner klugen Entscheidungen und seines Talents, millionenschwere Gewinne zu erzielen, in der Geschäftswelt geschätzt. Doch gleichzeitig eilte ihm der Ruf eines internationalen Playboys voraus.
Mit schmalen Lippen dachte sie an die letzte Schlagzeile, die durch die Medien gegangen war: Mit dem Verkauf von Luxusjachten verdiente Stefano ein Vermögen, seine Firma war weltweit eine der erfolgreichsten in dieser Branche. Währenddessen hatte sein Vater monatelang kaum die Gehälter seiner Angestellten bezahlen können.
Cesares Konkurrenten munkelten schon seit Langem, dass die Marinetti Werft kurz vor dem Bankrott stehe. Gemma kannte die Wahrheit und wusste, warum das Unternehmen plötzlich in solchen Schwierigkeiten steckte.
Mit klopfendem Herzen zwang sie sich zur Konzentration. Langsam drehte sie den Zahlencode des Tresors. Nur das Ticken der antiken Wanduhr unterbrach das leise, metallische Klicken der Wählscheibe.
Plötzlich hörte sie die Eingangstür ins Schloss fallen, und eine männliche Stimme rief „Ciao“ durch das Treppenhaus. Ihr Herz schien stehen zu bleiben.
Schnell durchsuchte sie die Unterlagen im Safe und nahm die Akten heraus, die sie brauchte. Es konnte nur noch Sekunden dauern, bis jemand hereinkam.
In diesem Moment hörte sie Schritte an der Tür und zwei Männer, die sich schnell und temperamentvoll unterhielten. Ins Gespräch vertieft, blieben sie anscheinend vor der Tür stehen.
Beherzt nutzte Gemma den geschenkten Augenblick, um auch die Fotos an sich zu nehmen, die zwischen den Ordnern lagen.
Sie stopfte alles in ihre Handtasche, schloss leise den Safe, hängte das Bild wieder davor und schlüpfte durch die Verbindungstür aus Cesares Büro in ihr eigenes.
Ihr Herz raste, während sie sich in ihrem Bürostuhl niederließ und die Tasche unter dem Schreibtisch verstaute. Geschafft! Jetzt musste sie nur noch möglichst beschäftigt und wichtig erscheinen.
Sie hatte gerade einen dicken Ordner auf ihrem Schreibtisch platziert und sich scheinbar darin vertieft, als die Tür aufging und jemand hereinkam. Stefano Marinetti war groß und muskulös, sein perfekt geschnittener Anzug betonte seine breiten Schultern. Er bedachte sie mit einem kurzen, kühlen Blick, und Gemma überlegte, dass sein Gesichtsausdruck ebenso gefühllos wirkte wie auf der Beerdigung seiner Mutter.
Die Ähnlichkeit mit seinem Vater war verblüffend, doch seine Bewegungen hatten eine fast raubkatzengleiche Anmut, die Cesare fehlte. Sein volles, dunkelbraunes Haar war leicht gewellt, seine Lippen waren gerade so sehr geschwungen, dass sie männlich und gleichzeitig sinnlich aussahen.
Mit einem kritischen Blick aus seinen moccafarbenen Augen schien er jeden Zentimeter ihres Körpers zu erfassen. Gemma spürte, wie sie errötete, und war froh zu sitzen, denn ansonsten hätten ihre Knie nachgegeben. Er schien sie nicht nur mit seinen Blicken auszuziehen, sondern traf sie bis unter die Haut und entfachte ein seltsames Gefühl in ihr. War es Lust? Sie wollte nicht darüber nachdenken.
Tief durchatmend zwang sie sich, seinem Blick auszuweichen. Ein Fehler, wie sie sofort bemerkte, denn der herbe, würzige Duft seines Aftershaves steigerte ihr Begehren noch.
Diese fast greifbare erotische Ausstrahlung stieß sie ab, und gleichzeitig wurde sie magisch davon angezogen. Es war verrückt. Erniedrigend. Unvergleichlich.
Solange Cesare krank war, musste sie für ihn arbeiten. Romantische Gefühle konnte sie sich dabei nicht leisten, rief sie sich zur Vernunft. Und wusste gleichzeitig, dass sie nichts dagegen würde tun können.
Gemma dachte daran, was sie Cesare am Krankenbett versprochen hatte, sammelte all ihre Kraft und hielt Stefanos Blick dieses Mal stand.
Der Raum wurde von seiner Gegenwart vollkommen erfüllt. Die Hochglanzmagazine hatten recht: Er sah aus wie ein junger römischer Gott. Grüblerisch. Ernsthaft. Sexy.
Doch es war nicht sein attraktives Äußeres allein, das ihn so unwiderstehlich machte. Erst die Verbindung mit seiner sinnlichen Ausstrahlung erzielte diese unvergleichliche Wirkung, die er zweifellos auf jede Frau hatte. Und er war sich dessen durchaus bewusst und nutzte es zu seinem Vorteil – so wie jetzt, während er vor Gemma stand und sie vollkommen aus der Fassung brachte.
Stefano war der Feind. Er konnte es schaffen, Cesare und die gesamte Firma zu vernichten – das durfte sie niemals...




