Kenny | Ein wenig Vino und viel Amore | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2095, 144 Seiten

Reihe: Julia

Kenny Ein wenig Vino und viel Amore


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-0001-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2095, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-0001-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Empört erwartet Delanie den anonymen Finanzhai, der das Firmenimperium ihres Vaters übernommen hat - und ihre eigene kleine Agentur gleich mit. Da steht plötzlich Marco Vincienta vor ihr: der heißblütige Italiener, der einst ihre Liebe verriet! Delanie stockt der Atem. Marco wirkt noch umwerfender als in ihrer Erinnerung. Und er verlangt, dass sie mit ihm in seine Heimat fliegen soll! Delanie ist verzweifelt. Doch um ihre Firma zurückzugewinnen, sagt sie Ja - mit ungeahnt romantischen Folgen. Denn in Florenz überrascht Marco sie plötzlich mit ein wenig Vino und viel Amore ...



Solange Janette sich erinnern kann, prägten fiktive Geschichten und Charaktere ihre Welt. Die Liebe zur Literatur entdeckte sie bereits als kleines Mädchen, da ihre Eltern ihr rund um die Uhr vorlasen. Ermutigt durch ihre Mutter, begann Janette schon früh zu schreiben. Anfänglich begnügte sie sich damit, ihren Lieblingssendungen neue, nach ihren Vorstellungen perfekte Enden hinzuzudichten. Doch schon bald reizte sie die Möglichkeit, eigene interessante Charaktere zu erschaffen und sie den verschiedensten Situationen auszusetzen. Ganz nach dem Rat ihres Deutschlehrers verfolgte sie unentwegt ihren Traum von der Schriftstellerei, vergaß dabei jedoch nicht das wirkliche Leben: Janette Kenny machte sich zunächst als Kosmetikerin selbstständig, bevor sie endlich beschloss, die Art von Büchern zu schreiben, die ihr selber am Herzen liegen: Liebesromane! Nach unzähligen Kurzgeschichten veröffentlichte Janette schließlich ihren ersten Roman und ist ihrem Traum einer großen Schriftstellerkarriere damit ein ganzes Stück näher!
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1. KAPITEL

„Tja, das war’s.“ Mit einem geräuschvollen Klick legte Henry den Hörer auf das fast schon antik wirkende schwarze Telefon. Seine Miene war so ausdruckslos wie die der Marmorbüsten in David Tates Chefbüro im Londoner Zentrum. „Die Übernahme von Tate Unlimited ist abgeschlossen.“

Delanie saß ganz still und blickte über den Schreibtisch auf den leeren Chefsessel ihres Vaters. Die meisten Frauen in ihrer Lage wären jetzt in Tränen ausgebrochen. Aus Furcht. Angst. Wut. Doch sie fühlte sich seltsam benommen. Unbeteiligt. Es war, als durchlebte eine andere den Tod ihres Vaters, die Qualen der feindlichen Blitzübernahme seines Unternehmens und einer erschreckend ungewissen Zukunft.

Obwohl sie bei seiner Beerdigung keine Trauer zeigen konnte, hatte sie ihm zumindest die letzte Ehre erwiesen. Und selbst das hatte sie große Überwindung gekostet.

„Und was ist mit meinem Antrag, das Haus und das Privatvermögen meiner Familie davon auszunehmen?“ Insgeheim hoffte Delanie immer noch, etwas vom Firmenimperium ihres Vaters gerettet zu haben.

So lange sie denken konnte, war Henry der Anwalt ihres Vaters gewesen. Onkel Henry hatte sie ihn stets liebevoll genannt. Jetzt schüttelte er den Kopf und presste die dünnen Lippen zusammen. „Alles weg. Der neue Eigentümer hat auf dein Angebot, Elite Affair zu kaufen, mit einer Gegenofferte reagiert.“

„Was will er denn?“, fragte Delanie matt.

Als ob das jetzt noch wichtig wäre. Ihre einzige Möglichkeit, überhaupt ein Angebot machen zu können, war davon abhängig gewesen, ob sie die Oldtimer verkaufen konnte. Doch die waren nun ebenfalls weg, und sie besaß nichts, was sie anbieten oder verkaufen könnte.

„Dazu äußert sein Anwalt sich nicht“, erwiderte Henry. „Der neue Firmenchef würde uns nach seiner Ankunft über Einzelheiten unterrichten, sagt er.“

Natürlich. Also wieder warten. Weitere Dramatik bei diesem Meisterstück moderner Firmenpiraterie.

Delanie atmete tief aus, stand auf und strich sich den Rock glatt. Den Gegebenheiten entsprechend, trug sie ein schlichtes schwarzes Kleid, obwohl es sie blass und leblos erscheinen ließ. Und im Moment fühlte sie sich tatsächlich leblos. Gleichzeitig war sie zu wütend und aufgebracht, um klein beizugeben.

Der Zusammenbruch des Unternehmens ihres Vaters war letztlich unvermeidlich gewesen. Dennoch hatte sie gehofft, dass der Feuer speiende Finanzdrachen, der sie seit zwei Wochen unter Beschuss genommen hatte, so viel Anstand bewies, sich ihr Ersuchen wenigstens anzuhören. Dass der Unbekannte, der hinter der Gruppe Varsi Dynamics steckte, menschliche Züge zeigte und sich nicht als seelenloses Ungeheuer aufspielte.

Falsch gedacht.

Wie leicht wäre es nun gewesen, das sprichwörtliche Handtuch zu werfen. Die Leute würden verstehen, dass es einfach zu viel für sie war, innerhalb kürzester Zeit beide Elternteile und ihren gesamten Besitz verloren zu haben. Doch sie war zu stolz, um sich bemitleiden zu lassen. Stolz war alles, was ihr blieb.

Delanie straffte die schmalen Schultern und ging zum verhangenen Fenster. Was blieb ihr anderes übrig, als sich für die Begegnung mit dem teuflischen Industriellen zu wappnen, der den gesamten Besitz ihres Vaters geschluckt hatte. Und alles, was sie selbst besessen und sich mühsam aufgebaut hatte.

Niedergeschlagen schob sie die Vorhänge beiseite und blickte durch die regennassen Sprossenfenster auf das trübe Stadtbild hinaus. Stahlgraue Wolken hinderten die Sonne daran, sich zu zeigen.

Das trostlose kalte Wetter passte zur Beerdigung ihres Vaters und seines verflixten Imperiums. Wenn sie sich wenigstens zurückholen könnte, was rechtmäßig ihr zustand …

Stirnrunzelnd drehte Delanie sich zum Anwalt ihres Vaters um. „Wissen wir denn wenigstens, wer hinter Varsi Dynamics steckt?“

„Nein.“ Henry blickte auf seine Baume & Mercier. Vor Jahren hatte sein Freund ihm die kostbare Uhr in Anerkennung treuer Dienste geschenkt. Inzwischen wirkte das braune Lederband viel zu wuchtig und männlich für sein knochiges Handgelenk. „Aber das werden wir bald erfahren. Er wollte um Viertel nach zwei hier sein.“

Also jeden Moment, dachte Delanie. „Gut. Ich möchte das Ganze so schnell wie möglich hinter mich bringen und nach Hause fahren.“

Da gab es nur ein Problem: Sie hatte kein Zuhause mehr. Besaß nichts mehr. Wohin sollte sie sich wenden? Freunden zur Last fallen? Arbeitsagenturen nach einem Job abklappern?“

Mit bebenden Fingern versuchte sie, sich eine widerspenstige Strähne ihres langen Haars hinter ihr Ohr zu streifen. Seufzend gab sie auf, als die goldblonden Locken ihr wieder ins Gesicht fielen, wie schon vorher auf dem Friedhof.

Wenn sie zu Wutausbrüchen neigen würde, wäre dies der ideale Zeitpunkt. Nur ein Unmensch konnte darauf bestehen, das Treffen unmittelbar nach der Beerdigung ihres Vaters hinter verschlossenen Türen im Büro von Tate Unlimited abzuhalten.

Nur ein Teufel konnte sich so etwas einfallen lassen! Ein Mann ohne einen Hauch von Anstand oder Gewissen.

Der Unhold, der sich hinter Varsi Dynamics verbarg, hatte die Überraschungsattacke auf Tate Unlimited ausgerechnet während der letzten Lebensstunden ihres Vater vorgenommen. Noch vor der Beerdigung des Patriarchen im Familiengrab der Tates hatte der Firmenhai den gesamten Besitz ihres Vaters an sich gerissen – einschließlich des Herrenhauses mit allem, was dazugehörte – darunter auch die Rolls-Royce-Flotte in den Garagen.

„Ich könnte mir vorstellen, dass der neue Eigentümer sich das Vergnügen nicht entgehen lassen will, alle Mitarbeiter persönlich zu feuern.“ Kampfbereit stellte Delanie sich hinter dem weinroten Ledersessel auf, von dem aus ihr Vater sein Imperium geleitet hatte.

Henry zupfte sich die rotgolden gestreifte Krawatte zurecht, das erste Anzeichen, dass er nicht ganz so ruhig war, wie er sich gab. „Na ja … sein Anwalt hat mir zugesichert, dass alle Angestellten für sechs Monate auf Probe übernommen werden.“

Das hatte Delanie nicht erwartet. Der erste Sonnenstrahl an diesem schrecklichen Regentag. „Das überrascht mich.“

„Mich auch.“ Henry blickte erneut auf die Uhr. „Zeit für mich, nach unten zu gehen und den Mann heraufzubegleiten. Ich darf nicht riskieren, dass er im Gebäude herumirrt und sich verläuft. Geht es dir gut, Delanie? Kommst du einen Moment allein zurecht?“

Seine Fürsorge entlockte ihr ein schwaches Lächeln. „Ja. Natürlich.“

Henry nickte kurz und ging. Für einen Mann seines Alters bewegte er sich erstaunlich flott.

Schweigen erfüllte das Büro, mit dem Delanie nur bittere Erinnerungen verbanden. Nein, sie würde Tate Unlimited nicht vermissen. Elite Affair dafür umso mehr. Die Firma, die ihr Vater ihr aus den Händen gerissen hatte, bedeutete ihr alles. Sie war die Erfüllung ihrer Träume gewesen. Durch sie war sie frei und unabhängig geworden, hatte sich dem Beherrschungsdrang ihres Vaters endgültig entziehen können.

Es geht mir überhaupt nicht gut, dachte Delanie und presste die Finger in den weichen Lederrücken des Chefsessels.

Schwacher Gewürzduft erfüllte die Luft. Das Aftershave ihres Vaters. Es war, als hätte er das Büro gerade erst verlassen.

Der gewohnte Drang davonzulaufen, erfasste Delanie wie eisiger Regen, und sie erschauerte. Für ihren Vater hatte eine Frau zu heiraten und einen Erben zu liefern. Einen männlichen Erben, wie er ihrer Mutter vorgehalten hatte, nachdem sie ihrer Pflicht nicht nachgekommen war.

In seinen Augen war Delanie nicht besser gewesen. Sie grub die Finger tiefer in das Leder, weil sie wieder an seine zynischen Vorhaltungen dachte: Eine Enttäuschung. Eine Belastung. Genau wie deine Mutter.

Wenn er sie nicht erpresst hätte, noch das eine Jahr zu bleiben, wäre Delanie gegangen. Rückblickend hätte sie genau das tun müssen. Jetzt blieb ihr nichts mehr – es sei denn, ein Wunder geschah, und der neue Firmeneigentümer machte ihr ein annehmbares Gegenangebot.

Das Klingeln des ankommenden Lifts hallte über den Korridor. Wie eine Armee rückten Männerschritte über den Marmorfußboden heran. Mit jedem Schritt beschleunigte sich Delanies Puls.

Das Warten war vorbei.

Er war da.

Eisige Schauer überliefen sie, doch sie zwang sich, aufrecht dazustehen, um die nächste Hürde zu nehmen. Tief einatmen. Langsam aus. Doch selbst das half nicht gegen ihr Herzjagen und das Zittern in den Knien.

Dennoch dachte Delanie nicht daran, dem Feind auch nur ein höfliches Lächeln zu schenken. Nur ein Dummkopf lächelte, wenn ihm ein Hai entgegenschwamm.

Henrys Stimme drang klar und deutlich zu ihr durch. „Miss Tate erwartet Sie im Büro ihres Vaters. Wenn Sie mir bitte folgen wollen, Sir.“

„Das wäre dann alles“, erwiderte eine dunkle Männerstimme, die Delanie jeden anderen Gedanken vergessen ließ.

Nein! Sie musste unter Wahnvorstellungen leiden.

Doch es war kein Irrtum. Das war der melodische italienische Akzent, der sie seit Jahren in ihren Träumen verfolgte. Den sie nie wieder hatte hören wollte.

„Sir“, widersprach Henry befremdet. „Ich muss darauf bestehen, dabei zu sein …“

„Lassen Sie uns allein!“ Der scharfe Ton weckte schmerzliche Erinnerungen, die Delanie seit Langem verdrängt hatte.

Der Mann aus ihrer Vergangenheit war zurück. Was wollte er? War das der anonyme Industriellenhai, der ihr rücksichtslos alles rauben wollte?

Gehetzt blickte...



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