Kimmich | Leeres Land | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 221 Seiten

Kimmich Leeres Land

Niemandsländer in der Literatur
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-8353-9735-4
Verlag: Konstanz University Press
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Niemandsländer in der Literatur

E-Book, Deutsch, 221 Seiten

ISBN: 978-3-8353-9735-4
Verlag: Konstanz University Press
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Wem gehören Niemandsländer? Bei der Debatte um individuelles, gemeinschaftliches oder staatliches Eigentum an Grund und Boden konkurrieren seit der Antike theologische, philosophische, juristische und soziologische Argumente. Auch in der Literatur sind Niemandsländer ein Modell, Machtverhältnisse, Legitimation von Besitz, Autonomie und Zugehörigkeit zu reflektieren. Niemandsländer sind Räume begrenzter Staatlichkeit und damit nur schwach oder gar nicht reguliert. Sie gelten den einen als gefährliche Landstriche, den anderen als Gebiete, die man ungestraft erobern darf. Verlassene Gegenden, Stadtbrachen, verwilderte Gärten und aufgelassene Industriegelände werden als Niemandsland bezeichnet und damit zu faszinierenden Orten. Sie bergen ein Risiko, wecken aber auch Neugierde und Kreativität, ziehen Flaneure, spielende Kinder, Verliebte, Dealer, Diebe, Künstler und Phantasten an und erlauben probeweise das Aussetzen der Regeln des Alltags. Im ersten Teil ihres neuen Buches steckt Dorothee Kimmich das kulturtheoretische Feld ab, in dem über Eigentumstheorien, Kolonialgeschichte, Pufferzonen, Bannmeilen, Kontaktzonen und Freiräume verhandelt wird. In einem zweiten Teil zeigen die Analysen literarischer Texte - u. a. von Johann Wolfgang von Goethe, Adalbert Stifter, Robert Musil, Franz Kafka, Walter Benjamin, Oskar Loerke, Michel Leiris und Chinua Achebe -, wie Erzählungen die komplexen Verhältnisse um Grund und Boden in Narrative von Heimat und Auswanderung, Zugehörigkeit und Fremde, Imagination und Spiel, Grenzübertritt und Gefangenschaft übersetzen. Sie gestalten den prekären Status, den oft widersprüchlichen Charakter, die diffusen Eigenschaften und widerstrebenden Gefühle, die zum Niemandsland gehören.

Dorothee Kimmich ist Professorin für literaturwissenschaftliche Kulturwissenschaft und Kulturtheorie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Bei KUP erschienen 'Ins Ungefähre. Ähnlichkeit und Moderne' (2017) und 'Lebendige Dinge in der Moderne' (2011).
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Umschlag;1
2;Titel;4
3;Impressum;5
4;Inhalt;6
5;Vorwort;8
6;Einleitung: Zur Theorie der Niemandsländer;10
6.1;1 »Drawing a line«;10
6.2;2 Wem gehört die Erde? Zur Geschichte des Eigentums an Grund und Boden;20
6.3;3 Grenzwu?sten, Spielplätze und Möglichkeitsräume;38
7;Lektu?ren;50
7.1;I Niemandsländer um 1800: An der Grenze zum Paradies und zur Hölle;55
7.1.1;1 Christoph Martin Wielands Helden »im Neglischee«: Niemande im Elysium;55
7.1.2;2 Goethes Faust im Niemandsland;73
7.1.3;3 Niemande in der Höhle: Odysseus, Herakles und Tannhäuser;86
7.2;II Im Niemandsland der Wohnsitzlosen: Realistische Literatur und ihr Grund und Boden;103
7.2.1;1 Gottfried Kellers Äcker;103
7.2.2;2 Adalbert Stifters öde Landschaften;118
7.2.3;3 Theodor Storms Niemandsland auf dem Deich;127
7.3;III Moderne Niemandsländer: Wu?sten, Keller, Stollen und Passagen;137
7.3.1;1 Franz Kafkas Grenzwu?sten;137
7.3.2;2 Siegfried Kracauer und die Passagen der Gestorbenen;148
7.3.3;3 Robert Musils Bergstollen im Grenzland zwischen Leben und Tod;155
7.4;IV Niemandsländer u?berall: Aborte, Mu?llhalden, Lager und die letzten verwilderten Gärten;164
7.4.1;1 Michel Leiris und das Geheimnis des Elternschlafzimmers;164
7.4.2;2 Chinua Achebe: Bad bush – ajo ofia;170
7.4.3;3 Giorgio Agamben: Zone und Lager;177
7.4.4;4 Ruderalflächen: Spielplätze fu?r Kinder – und Erwachsene;187
7.4.5;5 Cowboys lost in no man’s land;200
8;Schluss;218


Kimmich, Dorothee
Dorothee Kimmich ist Professorin für literaturwissenschaftliche Kulturwissenschaft und Kulturtheorie an der Eberhard-Karls-Universität Tu¨bingen. Bei KUP erschienen »Ins Ungefähre. Ähnlichkeit und Moderne« (2017) und »Lebendige Dinge in der Moderne« (2011).



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