E-Book, Deutsch, 507 Seiten
King Das Verlangen des Highlanders
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95885-460-4
Verlag: Venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Roman
E-Book, Deutsch, 507 Seiten
ISBN: 978-3-95885-460-4
Verlag: Venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Für die schöne Rebellin Mhairi vergisst der Offizier Rowan all seine Befehle: 'Das Verlangen des Highlanders' von Susan King als eBook bei venusbooks. Schottland, im 16. Jahrhundert. Als ihr Bruder irrtümlich verhaftet und zum Tode verurteilt wird, bleibt Mhairi nur ein Ausweg: Um sein Leben zu retten, muss sie den Hinrichtungsbefehl stehlen. In mondlos schwarzer Nacht lauert sie allerdings dem Falschen auf und fällt ausgerechnet dem Offizier Rowan Scott in die Hände. Von der wilden Schönheit überwältigt, willigt der Gesetzeshüter ein, ihr bei der gefährlichen Mission zu helfen - und bricht dabei alle Regeln. Denn während die Flamme der Leidenschaft zwischen ihnen züngelt, weiß Mhairi doch, dass sie Rowan niemals ihr Herz schenken kann ... 'Eine großartige schottische Saga. Einfach wundervolle Charaktere, eine rasante Handlung und ein fantastisches Setting. Ich konnte es nicht zur Seite legen, bis auch der letzte Buchstabe gelesen war.' Romance-Erfolgsautorin Patricia Potter Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Das Verlangen des Highlanders' von Susan King. Lesen ist sexy: venusbooks - der erotische eBook-Verlag.
Susan King wurde 1951 in New York geboren. Sie studierte und promovierte in Kunstgeschichte. Während ihrer Promotion schrieb sie ihren ersten Roman, der sofort zum internationalen Überraschungserfolg wurde. Seitdem begeistert die Bestseller-Autorin regelmäßig mit ihren historischen Liebesromanen. Bei venusbboks erscheinen auch folgende Highland-Romane von Susan King: »Der Schatz des Highlanders« »Sturm über dem Hochland« »Der Fluch des Highlanders« »Im Bann der Versuchung« »Die Ehre des Highlanders« »Der Kampf des Highlanders« »Das Verlangen des Highlanders« »Die Insel der wilden Disteln«
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
»O nein, O nein, Geliebte mein, So darf es niemals sein …« ›Die Schlacht von Harlaw‹ Im Grenzgebiet Schottlands
Oktober 1588 Kalt und rauh wie der Atemhauch des Teufels umfing sie der tosende Wind. Plötzlich einsetzender Regen durchnäßte ihren schwarzen Umhang. Ihr Pferd fest am Zaumzeug packend, blieb sie stehen und konzentrierte ihren Blick auf den finsteren Weg, der vor ihr lag. Eine weitere Windböe ließ sie erschauern, und ihre Knie zitterten vor Furcht. Doch Mhairi Macrae blieb tapfer stehen, packte die Zügel fester und mahnte sich zur Besonnenheit. Sie widerstand dem plötzlich starken Impuls zu fliehen. Sie hatte erneut ausreiten müssen. Von ihrem Mut und ihrer Willenskraft hing hier und jetzt einfach zuviel ab. Ihr Bruder Iain, festgenommen und inhaftiert, hatte nur sie allein zur Fürsprecherin. Aufgrund des Regens blickte sie mit blinzelnden Lidern über die Hügelkette und das Moor. Von fern wirkte die morastige Straße wie ein ausgefranstes dunkelbraunes Band. Dreimal hatte sie im Verlauf der letzten Wochen nun schon auf dieser Anhöhe gestanden und auf die Kuriere des Kronrats gewartet, die diesen Weg nahmen. Diese Nächte waren mondhell oder neblig trüb gewesen, aber kein Regensturm hatte sie jemals durchnäßt. Trotzdem bot der Regen ihr und ihrem bislang noch nicht eingetroffenen Begleiter den Vorteil des Überraschungsmanövers. Wer auch immer diesen Weg nahm, rechnete nicht damit, daß bei einem solchen Unwetter weitere Reiter im Moor unterwegs waren. Mit jeder Sekunde, die verstrich, wurde sie zuversichtlicher, daß der Kurier des Kronrats von König James kommen würde, um die Dokumente an den Aufseher des schottischen Grenzgebiets weiterzuleiten, dessen Festung nicht weit von dieser Stelle entfernt lag. Eine innere Stimme sagte ihr, daß der Reiter bald eintreffen mußte. Auch wenn sie nicht über das Zweite Gesicht verfügte, wie es ihr Zwillingsbruder Iain von ihrer Mutter geerbt hatte, hatte Mhairi oft erlebt, daß auch sie die Vorboten der Freude oder des Unglücks spürte. Als ein Kind der Highlands hatte sie es gelernt, auf diese inneren Empfindungen zu achten. Während sie wartend auf dem Hügel stand, spürte sie die befremdliche Atmosphäre, eine beängstigende Ruhelosigkeit. Zunächst hatte sie es auf das wechselhafte, stürmische Wetter geschoben. Doch nun durchzuckte sie die Gewißheit wie ein lodernder Blitz. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Stunden würde hier ein Mann entlangreiten. Mit der Hilfe ihres Begleiters würde sie auch diesen überwältigen. Denn ohne einen solchen Schritt war das Leben Iains, der fälschlich beschuldigt büßen sollte, verwirkt. Und das konnte Mhairi nicht zulassen. Als sie sich umdrehte, fiel ihr Blick auf die Burgruine, die unweit von ihr auf einem der vielen Hügel thronte. Der hohe Eckturm ragte grau und gezackt in den regenverhangenen Himmel, und die zerstörten Außenmauern wirkten abweisend und verlassen. Im Innern, das wußte sie, gab es nur eingestürzte Gesteinsmassen und hohle Gänge. Aber es ging das Gerücht, daß es auf Lincraig Castle spukte. Jahrzehntelang hatten die einheimischen schottischen Grenzbewohner einen Riesenbogen um dieses Anwesen gemacht. Ganz zu schweigen davon, daß sich jemand ins Innere vorgewagt hätte. Und seit kurzem munkelte die Bevölkerung, daß die Geister von Lincraig erneut aktiv geworden seien. Mit der ungestümen Kraft der Elemente umtoste sie der Sturm, zerrte an ihrem Umhang und an ihren dunklen Flechten, die ihr über die Schultern fielen. Der heftige Sommerregen klatschte auf ihre Kapuze. Doch im Vergleich zu der bleischwer auf ihr lastenden Furcht war das alles erträglich. Die ledernen Zügel umklammernd, murmelte Mhairi beruhigend auf ihre nervös tänzelnde Stute ein, zwang sich zu gleichmäßigem Atmen und zur Geduld. Zum Warten, einerlei, wie lange es dauerte. Sie kauerte sich zum Schutz gegen den Regen zusammen und blickte erneut nach Lincraig hinüber. Devil’s Christie Armstrong traf sicherlich bald ein, und dann würden sie gemeinsam, wie bereits zuvor, den Kurier in der Dunkelheit überraschen. Falls erforderlich, würden sie ihn sogar niederschlagen, seine Tasche rauben und die darin enthaltenen Dokumente entnehmen, Geld und Wertsachen fortwerfen. Dann würden sie in der Finsternis verschwinden und ihn seinem Schicksal überlassen; sicherlich würde er in aller Eile davongaloppieren, voller Entsetzen, daß die Geister der alten Burg es auf seine Seele abgesehen hatten. Die Gerüchte über die alte Ruine waren Mhairi und Devil’s Christie sehr entgegen gekommen. Trotzdem hatten sie immer noch nicht gefunden, was sie suchten. Vielleicht würden sie in dieser Nacht auf den Exekutionsbefehl stoßen, den der Grenzaufseher vom Kronrat des Königs erwartete. Allein dieses Schreiben war es, was Mhairi wollte. Sie hatte keinerlei Interesse an Geld oder Wertsachen. Während sie den morastigen, einsamen Pfad beobachtete, zuckte Mhairi fröstelnd die Schultern. Ein merkwürdiges Prickeln durchfuhr ihren Körper. Gefahr hing in der Luft, durchsetzte den unablässig strömenden Regen. Eine seltsame Kraft lag über allem. Sie wußte, daß ihre Entscheidung ihr Leben für immer verändern würde. Dennoch spürte sie, daß ihr keine andere Wahl blieb. »Hab Mut, Mhairi-Mädchen, und sei tapfer«, flüsterte sie sich insgeheim zu und schob ihr Kinn vor. »Das bist du Iain schuldig.« Und seiner Frau und dem Neugeborenen, die nicht weit von ihr in einem kleinen Ziegelhaus auf seine Rückkehr warteten. Sie schloß die Augen, spürte den Regen auf den Wangen, der soviel kälter war als die Tränen, die sie nicht vergießen durfte, und dachte an Iain und an all das, was sie verloren hatte. Dann fiel ihr wieder ein, wie Iain sie an jenem Abend vor seinem Ausritt gewarnt hatte. Jetzt war es allerdings zu spät, um der von ihm vorhergesehenen Gefahr zu trotzen. Atem schöpfend erinnerte sie sich an eine weitere Vorahnung vor nur wenigen Wochen. Mhairi, hatte Iain gesagt, Mhairi, ich hatte eine Vision. Wie ein strahlendes, zur Erde gefallenes Stück Himmel schimmerte die winzige Pfütze im Sonnenuntergang. Mhairi raffte ihre Röcke und sprang hinüber. Barfuß wandte sie sich auf dem satten Rasen zu ihrem Bruder um und blickte ihn an. »Erzähl mir, was du gesehen hast«, bat sie. Iain öffnete den Mund, schloß ihn erneut und schüttelte den Kopf. »In Ordnung«, meinte er. »Aber erst später. Ich muß über ihre Bedeutung nachdenken.« Stirnrunzelnd beobachtete sie ihn. »Ich habe zwar keine Visionen, aber eine ausgeprägte Wahrnehmungsgabe«, sagte sie. »Alec Scott ist ein ausgekochter Halunke, der dich irgendwann in ernsthafte Schwierigkeiten bringen wird, Iain Macrae. Versprich mir, daß du heute nacht nicht mit ihm ausreitest.« »Ich muß, leth«, antwortete er ihr in gälisch. »Ich will ihm doch nur helfen, sein Vieh zurückzutreiben, das ihm diese Ganoven gestohlen haben. Alec hat das gleiche für mich getan, als meine Tiere von ihnen fortgeholt wurden.« »Aber, Iain« – sie blickte in den sich verdüsternden Himmel, während sie sprach –, »spürst du denn nicht diese unbehagliche Atmosphäre?« »Ach, Mhairi. Das Unbehagen hat mit dem aufgehenden Mond im Grenzgebiet zu tun. Was ist schon dabei, in einem Unwetter durch das mondbeschienene Grenzgebiet zu reiten und gute Freunde an seiner Seite zu wissen?« »Und einen Beutesack am Sattel, fremdes Vieh vor deinem Pferd und die Grenzpatrouille im Nacken«, ergänzte sie. »Hattest du nicht bereits einen Vorgeschmack, als wir die Highlands verließen, um hier bei unseren Kerr-Vettern zu leben?« Iain grinste, als müsse er ihr recht geben, und seine grauen Augen zwinkerten. Der Wind zerzauste sein goldblondes Haar, das er achtlos zurückstrich, und er wirkte so liebenswert, anziehend und vertraut auf sie, daß Mhairi trotz ihrer Sorge um ihn zurücklächelte. Sie war immer die ruhigere, melancholischere und ernstere der leth-aoin – der Zwillinge – gewesen. Leth, so hatten sie sich immer genannt: Hälften. Der blonde Iain hatte das fröhliche Naturell ihrer Mutter, Elspeth Fraser, geerbt, war anziehend und selbstbewußt. Mhairi ähnelte ihrem Vater mehr, Duncan Macrae, mit dunklem Haar, schöner Haut und der Neigung zur Schwermut. Vorsichtiger und pragmatischer als Iain, hatte sich Mhairi stets auf sein Selbstvertrauen und seine Leichtherzigkeit verlassen. Umgeben von sorglosen Tagdieben waren sie im Haus der Kerrs im Grenzgebiet aufgewachsen, hatten von ihnen die englische Sprache und die Sitten des Südens übernommen. Und gelernt, lautlos Beute zu machen, so wie der Wind die Wolken vor dem Mond wegstahl. »Reite, mit wem du willst, aber nicht mit Alec Scott«, sagte sie. »Eines Tages wird er sich großen Ärger einhandeln.« »Machst du dir Sorgen, weil ihn der Grenzaufseher seines Offizierspostens enthoben hat? Ich vertraue Alec mehr als Simon Kerr.« Er lächelte. »Ich zahle seinem Großvater, dem Auld Laird, die Miete für mein Haus, und für dieses Privileg bin ich ihm etwas schuldig. Die Blackdrummond-Scotts sind jetzt, nachdem ich verheiratet bin und mich hier niedergelassen habe, meine Freunde, obgleich ich ein Highlander in ihrer Mitte bin.« Sie runzelte die Stirn. »Keiner von diesen Scotts kann zu deinen Freunden zählen«, warnte sie. »Sie sind Mörder und Geächtete.« Iain seufzte. »Werden deine Wunden denn nie vernarben?« »Wie sollten sie?« Trotzig schob sie ihr Kinn vor. »Diese Scotts haben meinen Verlobten getötet. Das werde ich nie vergessen.« Erschauernd verschränkte Mhairi ihre Arme vor der...




