E-Book, Deutsch, Band 182020, 144 Seiten
Reihe: Julia
King Verbotene Gefühle für den Boss
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1439-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 182020, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1439-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Theo Knox ist der letzte Mann, von dem Kate Hilfe erwartet. Ihr Boss ist hart und unnahbar - aber auch verboten attraktiv. Soll sie wirklich sein unerwartetes Angebot annehmen, ihre Schulden für sie zu bezahlen? Als Gegenleistung verlangt der charismatische CEO, dass sie für einen wichtigen Business-Deal seine Verlobte spielt. Ist das wirklich eine gute Idee? Dem attraktiven Selfmade-Millionär so nahe zu sein, weckt in Kate ein sinnliches Begehren. Doch sie wurde schon einmal von Theo im Stich gelassen!
Lucy King lebte schon immer am liebsten in ihrer eigenen Welt, inmitten der bunten Liebesgeschichten von Mills & Boon. Bereits in der Schule schrieb sie lieber über glorreiche Helden und die Magie der Liebe, anstatt Mathematikaufgaben zu lösen. Ihrem ganz persönlichen Helden begegnete sie eines Morgens während eines einsamen Spaziergangs an der Themse: Von dem ersten Moment an, als sie den gut aussehenden, in eng anliegendes Elasthan gekleideten Mann aus seinem Ruderboot steigen sah, (der das 3 Meter lange Ruder schulterte als sei es ein Zahnstocher!), wusste sie, dass dies der Mann war, den sie einmal heiraten würde. Glücklicherweise war besagter Ruderer derselben Meinung! Ihre Flitterwochen verbrachten sie an der Atlantikküste Portugals in einem zwischen grünen Hügeln gelegenen, verwinkelten Kloster mit direktem Blick auf das Meer. Noch heute ist es für Lucy der romantischste Ort, an dem sie je gewesen war. Die Londonerin lebt heute mit ihrem Mann in Spanien, wo sie das Strandleben genießt und neben dem Schreiben neuer Romane viel Zeit mit Lesen und Kreuzworträtseln verbringt. Am Schreiben fasziniert sie am meisten, wie real ihr die erfundenen Charaktere selber erscheinen. 'Ich kann kaum glauben, dass sie nicht wirklich existieren!' Was immer sie damals dazu bewegte, sich hinzusetzen und das erste Kapitel niederzuschreiben, noch heute ist Lucy dankbar dafür: Denn das Erträumen ihrer eigenen Helden empfindet sie nach wie vor als den perfekten Job!
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Was um Himmels willen …?
Theo Knox saß an seinem Schreibtisch in der 44. Etage des eleganten Bürogebäudes der Knox-Gruppe und starrte auf das Tablet vor sich. Sein Security-Chef hatte es ihm gerade eben gebracht. Der Browser war geöffnet und zeigte eine Webseite mit einer Art Lebenslauf.
Harmony war die Überschrift, darunter folgten nähere Informationen.
Wohnort: London
Alter: sechsundzwanzig
Größe: einsfünfundachtzig
Maße: 96-71-96
Haarfarbe: Blond
Augenfarbe: Blau
Tätowierungen: eine
Hobbys: Reisen, Lesen, Musik
Sexuelle Erfahrungen: keine
Das schicke Logo der Webseite Belles Angels bestand aus verschnörkelten Buchstaben, und darunter prangten die Worte „Traumhafte Partnerschaften“.
Das war ja schön und gut, aber was sollte er damit?, fragte sich Theo. Er schätzte seinen Security-Chef Antonio Scarlatto und hatte ihn bisher immer für sehr fähig und kompetent gehalten, aber was sollte die ganze Sache hier?
Theo hatte keinen Bedarf an Dating-Webseiten. Überhaupt hatte er kein Interesse an Dates – von gelegentlichen One-Night-Stands in gegenseitigem Einvernehmen einmal abgesehen. Er hatte auch gar keine Zeit für mehr. Als Inhaber und CEO eines weltweit agierenden, milliardenschweren Unternehmens gab es unzählige Dinge, die seine volle Aufmerksamkeit verlangten. Aktuell versuchte er zum Beispiel, den sehr traditionsverhafteten Besitzer eines Unternehmens zu überreden, an die Knox-Gruppe zu verkaufen.
„Antonio, warum verschwenden Sie meine Zeit mit so etwas?“, fragte Theo gereizt. Er löste seinen Blick vom Bildschirm und betrachtete den Mann auf der anderen Seite des Schreibtisches. Er musste wirklich neben sich stehen, wenn er dachte, dass Theo diese Harmony in seinem Leben brauchte.
„Es geht um eine Ihrer Mitarbeiterinnen.“ Antonio zuckte nicht mit der Wimper, als er den harten Blick seines Bosses erwiderte. Andere hätten jetzt schon vor Angst gezittert. „Dies hier ist ihr Profil. Sie hat vor zwanzig Minuten versucht, sich von ihrem Arbeitsrechner aus auf der Dating-Seite einzuloggen. Unsere Firewall hat den Versuch abgeblockt. Es verstößt gegen die Unternehmensregeln, Webseiten wie diese von Firmenrechnern aus zu besuchen. Wie soll ich nun vorgehen?“
„Es ist eine Dating-Seite!“, sagte Theo ungehalten.
„Nein, es ist nicht nur eine Dating-Seite – sonst hätte ich Sie damit nicht behelligt. Scrollen Sie weiter runter.“
Unwirsch wandte Theo seine Aufmerksamkeit wieder dem Tablet zu und scrollte weiter runter. Sein Blick glitt über den Text und plötzlich erstarrte er. Zu Harmonys Profil gehörte ein halbes Dutzend Fotos. Alle waren äußerst gewagt und zeigten sie in aufreizenden Posen. Auf den ersten trug sie immerhin noch Kleidung – wenn auch sehr kurz und knapp. Die letzten beiden zeigten Harmony allerdings in einem Hauch von einem Nichts – einem fast durchsichtigen Negligé, das weder ihre Kurven noch ihre langen schlanken Glieder verbarg. Sie war so gut wie nackt.
Und dieses Gesicht …
Er kannte diese Frau.
Das war Kate Cassidy.
Harmony, die Frau mit dem tollen Körper und den aufregenden Kurven, war Kate Cassidy.
Die Erkenntnis traf Theo wie eine Faust in den Magen.
Warum zur Hölle tat sie so etwas?
Er riss sich zusammen und begann, den Text zu den Fotos auf ihrem Profil zu lesen. Antonio hatte recht gehabt, es handelte sich nicht nur um irgendeine Dating-Seite.
Was dachte sie sich nur dabei? Mit wachsendem Entsetzen klickte er sich durch die Webseite. Er fragte sich mit grimmiger Entschlossenheit, wie er jetzt am besten vorgehen sollte – denn dass er etwas gegen die ganze Sache unternehmen musste, stand für ihn fest.
Kate brauchte anscheinend jemanden, der ein wenig auf sie aufpasste.
Er hätte sich sofort nach dem Tod von Kates großem Bruder vor neun Monaten um sie und ihre kleine Schwester kümmern sollen, dachte Theo reumütig. Er wusste selbst nicht genau, warum er das nicht getan hatte. Vielleicht, weil er Schuldgefühle hatte und versucht hatte, die ganze Sache zu verdrängen …
Er hatte nicht einmal gewusst, dass Kate für sein Unternehmen arbeitete. Theo hatte das Gefühl, in letzter Zeit nur noch durch pure Willenskraft funktioniert zu haben – aber das durfte nicht so weitergehen. Kate ging es ganz offensichtlich nicht gut, und es war seine Aufgabe, sich um sie zu kümmern. Sie musste den Verstand verloren haben, sich auf dieser Webseite anzumelden.
Theo war nicht bereit, einfach zuzusehen, wie sie in ihr Verderben rannte.
Es reichte, dass er bereits zweimal ihm nahestehenden Menschen nicht hatte helfen können. Jetzt, wo er wusste, wie es um Kate stand, würde er etwas unternehmen, um sie vor weiterem Schaden zu bewahren.
„Was soll ich in dieser Angelegenheit unternehmen?“, unterbrach Antonios Stimme seine düsteren Gedanken und verhinderte, dass die Erinnerungen an Mikes Tod und an die schrecklichen Ereignisse aus seiner Kindheit und Jugend wieder zum Leben erwachten.
„Unternehmen Sie etwas gegen den Internetauftritt von Belles Angels“, antwortete Theo harsch und schob Antonio das Tablet zu. Er verdrängte energisch die Erinnerung an die Fotos und den Lebenslauf von Harmony aus seinen Gedanken und fügte entschlossen hinzu: „Egal, was es kostet oder was dafür notwendig ist – die Seite muss verschwinden.“
Sein Security-Chef bestätigte den Auftrag mit einem kurzen Nicken. „Und was die Mitarbeiterin betrifft?“
„Darum werde ich mich persönlich kümmern“, erwiderte Theo.
Kate arbeitete bereits seit fünfeinhalb Monaten für die Knox-Gruppe, und war in dieser Zeit noch nicht einmal in die oberste Etage des schicken Firmengebäudes in der Londoner Innenstadt geordert worden. Ihre Position als Buchhalterin machte diese zweifelhafte Ehre eigentlich auch sehr unwahrscheinlich. Das war Kate insgeheim eigentlich sehr recht gewesen – je weniger sie mit Theo Knox zu tun hatte, umso besser.
Im Grunde kannte sie ihn kaum. Er war ein Freund ihres verstorbenen Bruders gewesen – wobei es ihr schwerfiel, sich ihren zugeknöpften, überkorrekten Chef als Freund von überhaupt irgendwem vorzustellen. Aber begegnet war sie Theo Knox bisher nur ein einziges Mal – bei Mikes Beerdigung vor neun Monaten.
Da diese Begegnung damals nicht besonders erfreulich gewesen war, hatte Kate nicht damit gerechnet, ihn noch einmal wiederzusehen.
Er hatte sie damals eiskalt abblitzen lassen, als sie ihn nach der Beisetzung gebeten hatte, noch gemeinsam etwas trinken zu gehen.
Sie hatte nur reden wollen – nicht mehr.
Alle anderen waren schon gegangen, und Kate hatte sich schrecklich einsam gefühlt. Sie wollte noch nicht in ihr leeres Zuhause zurückkehren und hatte das Bedürfnis, mit jemandem über Mike zu reden.
Doch Theo auf einen Drink einzuladen, war ein großer Fehler gewesen, wie sie schnell feststellte. Arrogant wie er war, hatte er Kates Angebot missverstanden und bedachte sie nur mit einem verächtlichen Blick, bevor er sich auf dem Absatz umdrehte und sie wortlos stehen ließ.
Kate hatte ihm fassungslos hinterhergestarrt – nicht sicher, ob sie lachen oder weinen sollte. Sie konnte nicht glauben, dass er wirklich gedacht hatte, sie hätte ihn anbaggern wollen – auf der Beerdigung ihres Bruders. Das war völlig absurd.
Ihr war noch nie jemand begegnet, der so von sich selbst eigenommen war wie Theo Knox. Seine Arroganz verschlug ihr geradezu die Sprache. Noch schlimmer aber war das furchtbare Gefühl der Geringschätzung, das seine unverhohlene Ablehnung in ihr zurückließ. Es hätte ihr nichts ausmachen dürfen, schließlich kannten sie sich gar nicht, aber er hatte mit einem einzigen Blick jedes bisschen Selbstbewusstsein, das sie besaß, zerstört, und für einen kurzen Augenblick hasste sie ihn mehr als irgendjemanden sonst auf der Welt.
Wenn sie gekonnt hätte, dann hätte sie das Jobangebot seiner Firma kurz darauf einfach abgelehnt. Aber das konnte sie sich leider nicht leisten. Das Gehalt war gut, und irgendwie musste sie schließlich ihre Rechnungen bezahlen.
Natürlich reichte das Geld hinten und vorne nicht, um für ihre jüngere Schwester den teuren Platz im Pflegeheim zu finanzieren und auch noch die Schulden zu tilgen, die ihr Bruder vor seinem Tod gemacht hatte, um eben jenes Pflegeheim zu bezahlen.
Trotzdem hoffte Kate inständig, dass sie die Probezeit schaffte. Deshalb war sie der Aufforderung von Theos Assistentin, um Punkt sechs in die Chefetage zu kommen statt wie normalerweise um diese Zeit nach Hause zu gehen, auch klaglos gefolgt.
Der Fahrstuhl kam langsam zum Halten, und die Türen glitten fast lautlos auseinander. Kate straffte automatisch die Schultern, hob das Kinn und ging mit langen Schritten über den dicken weißen Teppich auf den Empfangstresen zu. Die Mitarbeiterin winkte sie durch in Richtung einer großen hölzernen Doppeltür.
Kate atmete tief durch und klopfte an. Sie musste nicht lange warten.
Eine tiefe Stimme rief: „Herein!“
Kate riss sich zusammen und trat ein. Ihr Blick fiel sofort auf den Mann hinter einem riesigen Schreibtisch aus Eiche.
Theo Knox strahlte Selbstbewusstsein und Macht aus.
Sein Blick war undurchdringlich, als er Kate...




