Kingsley | A very grumpy Christmas | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 405 Seiten

Kingsley A very grumpy Christmas


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96797-437-9
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 405 Seiten

ISBN: 978-3-96797-437-9
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Holy Night, Grumpy Night.

Elias Stoneheart hasst Weihnachten - und Tilikum, die Stadt in der er aufgewachsen ist. Jetzt lebt er in der Großstadt, wo nicht Klatsch und Tratsch an der Tageordnung sind und er steht kurz davor den größten Schritt seiner Karriere zu machen. Es fehlt allerdings noch ein Deal: er muss die Cook Familie dazu bringen ihre Weihnachtsbaumfarm an ihn zu verkaufen. Eigentlich kein Problem, schließlich steht das Unternehmen kurz vor dem Bankrott. Doch leider hat er es dabei mit Isabell Cook zu tun. Störrisch und sentimental hängt ihr ganzes Herz an der Farm. Und leider ist sie auch seine Exfreundin. Doch für Elias steht fest: er wird diesen Deal machen und sich jeglichem Weihnachtszauber entziehen ...



Claire Kingsley schreibt Liebesgeschichten mit starken, eigensinnigen Frauen, sexy Helden und großen Gefühlen. Ein Leben ohne Kaffee, E-Reader und neu erfundene Geschichten ist für sie nicht vorstellbar. Claire Kingsley lebt mit ihrer Familie im Pazifischen Nordwesten der USA.

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1. KAPITEL


Elias


Der Coffeeshop in der Lobby sah aus wie das uneheliche Kind eines kitschigen Weihnachtsfilms und eines hässlichen Weihnachtspullovers. Silberne Girlanden wanden sich über den Tresen, überall hingen funkelnde Lichterketten, und in der Ecke stand ein mit bunten Blinklichtern und Ornamenten behängter Weihnachtsbaum.

Beinahe hätte ich mich umgedreht und wäre wieder gegangen.

Und dann die Musik. Meinten die das ernst? Es war Anfang November, mussten sie da schon diese Lieder spielen?

Eine ominöse Stimme in meinem Hinterkopf sagte: Es geht los.

I’m dreaming of a white Christmas …

Nein, das tat ich nicht. Ich träumte von einem Becher Dark Roast – der Kaffee hier war ausgezeichnet –, und der Schuss irischen Whiskeys, den ich dazugeben würde, würde mir helfen, den Rest dieses alptraumhaften Nachmittags zu überstehen.

Wirklich, wenn ich von etwas träumen könnte, wäre es ein verlassener Strand in den Tropen mit einer umwerfenden Frau in einem durchsichtigen Etwas. Doch ich hatte zu viel Arbeit auf dem Tisch, um diesen Traum wahrzumachen.

Was noch ein Grund dafür war, warum dieser Tag an meinen Nerven zerrte. Wer setzte eine Weihnachtsfeier für Anfang November um drei Uhr nachmittags an?

Offenbar mein Boss. Vielleicht hatte ihn auch die Personalabteilung dazu überredet. Jedenfalls war es einfach nur ätzend, Anfang November eine kitschige E-Mail-Einladung mit Schneemännern und Zuckerstangen für eine Weihnachtsparty zu bekommen. Es war mir egal, dass dann mehr Leute teilnehmen konnten, weil alle im Dezember so viel zu tun hatten. Mir jedenfalls wurde es so erschwert – oder beinahe unmöglich gemacht – zu behaupten, ich hätte schon andere Pläne.

Nicht, dass ich jemals Weihnachtspläne gehabt hätte. Aber im Dezember hätte ich es behaupten können, und niemand hätte es hinterfragt. Anfang November jedoch? Da ist es schwer, eine Ausrede zu finden.

Außerdem hatte ich vor, dieses Jahr ganz oben mitzuspielen, was bedeutete, dass ich nach meinem Außer-Haus-Termin ins Büro zurückkehren und mich auf der Party zeigen musste.

Die Weihnachtsmusik, die ringsum vor sich hindudelte, sorgte dafür, dass mein Nacken sich verspannte und mein Kiefer genervt zuckte. Die Lady vor mir erlitt offenbar gerade eine Entscheidungskrise. Sie brabbelte ohne Punkt und Komma auf die Barista ein. Ihr Lachen ging mir beinahe ebenso sehr auf die Nerven wie die Musik. Ich musste mich zusammenreißen, um sie nicht anzuknurren, damit sie mir aus dem Weg ging.

Endlich bestellte sie etwas und bezahlte. Ich trat an den Tresen. Die Barista trug ein Stirnband mit blauen und weißen Schneeflocken, die bei jeder Bewegung wippten.

»Frohe Feiertage!« Ihre Augen waren viel zu groß, was sie ein bisschen verrückt wirken ließ. Oder vielleicht hatte sie nur zu viel Koffein intus. »Was darf es für Sie sein?«

»Ein einfacher schwarzer Kaffee in einem großen Becher.«

»Ist der große Becher für die Milch?«

»Nein. Für den Whiskey.«

»Sind Sie sicher, dass Sie nicht unsere spezielle Feiertagsmischung möchten?«

Wieder zuckte der Muskel in meinem Kiefer. Ich hasste es, hinterfragt zu werden. »Ja.«

»Okay, kein Problem. Aber sie ist wirklich gut, und wir bieten sie nur für kurze Zeit an.«

Ich hatte keine Ahnung, warum sie glaubte, dass mich das interessieren würde. Sie sah mich weiter mit diesen riesigen, verrückten Augen an und hatte unerklärlicherweise ein Lächeln im Gesicht.

Da sie sich nicht rührte, zog ich meine Kreditkarte aus dem Portemonnaie und hielt sie ihr mit finsterem Blick hin.

»Oh, sorry.« Lachend tippte sie meine Bestellung ein.

Ich bezahlte, doch das zu breite Lächeln blieb auf ihrem Gesicht.

Ich runzelte die Stirn. »Warum lächeln Sie so?«

Sie zuckte mit den Schultern. »Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Sie etwa nicht?«

Ich warf ihr einen leicht angewiderten Blick zu. »Nein.«

Das sorgte endlich dafür, dass dieses nervtötende Grinsen verschwand. Ich trat ein paar Schritte zur Seite und wartete auf meinen Kaffee, wobei ich sowohl das Glas für die Trinkgelder als auch ihr halbherziges »Einen schönen Tag noch« ignorierte.

Sie meinte es nicht ehrlich, und mein Tag würde nicht schön werden.

Es ist die wundervollste Zeit im Jahr …

Nein, war es nicht.

Hätten sie nicht wenigstens bis nach Thanksgiving warten können? Nicht, dass mir dieser Feiertag wichtig gewesen wäre – oder überhaupt irgendein Feiertag. Aber dieser zusätzliche Monat der vorweihnachtlichen Freude vermieste mir das Leben.

Mein Kaffee kam, und ich verließ den Laden, so schnell ich konnte. In der Lobby waren mehrere Leute damit beschäftigt, einen großen Baum in einem der Fenster zu schmücken, die zur Straße hinausgingen. Ich verdrehte die Augen und ging zu den Fahrstühlen.

Idioten.

Vor den Fahrstühlen stand eine Frau, die eine große Ledertasche über der Schulter trug. Sie summte etwas vor sich hin. Was war das für eine Melodie? Jingle Bells? Ich konnte das leise Knurren nicht unterdrücken, das in meiner Kehle rumorte. Ich war diese ganze Sache so leid, und dabei war ich noch nicht mal oben auf der Feier angekommen.

Immer noch summend sah die Frau mich an. Es wirkte, als wollte sie etwas sagen – vermutlich irgendeinen dämlichen Weihnachtsgruß – aber sobald unsere Blicke sich trafen, machte sie ein langes Gesicht und verstummte.

Endlich.

Ding! Ein Fahrstuhl öffnete sich, doch sie rührte sich nicht. Wieder zog ich die Augenbrauen zusammen – was stimmte nur nicht mit den Leuten? – und ging an ihr vorbei. Da sie sich immer noch nicht bewegte, drückte ich auf den Knopf für meine Etage und ließ zu, dass die Türen sich schlossen. Ich wusste nicht, was die Frau für ein Problem hatte – oder warum sie mich angeschaut hatte, als hätte sie gerade einen Geist gesehen –, und es war mir auch egal.

Mit einem weiteren Ding hielt der Fahrstuhl auf meinem Stockwerk an, und ich konnte die Party schon hören, bevor die Türen aufglitten. Gedämpfte Stimmen und Weihnachtsmusik drangen an meine Ohren. Ich atmete tief ein und ergab mich meinem Schicksal.

Der Coffeeshop unten war ja schon schlimm gewesen, aber das hier war mein wahr gewordener Alptraum. Die gesamte Etage war aufs Ekelhafteste in Rot und Grün, Silber und Gold geschmückt. Kränze, Girlanden und Lichter hingen an jeder nur erdenklichen Oberfläche, und wie viele Weihnachtsbäume brauchte man bitte für so eine Feier? Vier? Nein, da stand noch einer im Konferenzraum. Also fünf. Und selbst das laute Rauschen der zahllosen Unterhaltungen half nicht, die Weihnachtsplaylist zu übertönen, die irgendein Trottel für diese Gelegenheit zusammengestellt hatte.

Wenn gleich auch noch Mariah Carey drankam, würde ich wohl kündigen müssen.

Meine Kollegen hatten sich alle der Party entsprechend gekleidet und präsentierten eine schwindelerregende Auswahl grässlichster Weihnachtspullover. Ein paar der Softwareingenieure standen zusammen und amüsierten sich darüber, dass sie alle die gleichen rot-grünen Monstrositäten trugen. Phil aus dem Verkauf hatte eine blinkende Lichterkette um den Hals. Prasad, einer unserer Entwickler, war mit silbernen und goldenen Quasten und einer Weihnachtsmannmütze geschmückt, und Janelle aus der Buchhaltung trug einen Pullover, der eine ihrer Brüste aussehen ließ wie ein Rentiergesicht, komplett mit roter Nase.

Gott steh mir bei.

Ich ignorierte die Festlichkeiten und ging direkt in mein Büro. Es war erst kurz nach drei, doch irgendwo auf der Welt war es bereits fünf Uhr, und auf keinen Fall würde ich das hier ohne einen Drink überleben. Im Konferenzraum gab es vermutlich warmen Eierlikör, aber den...



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