E-Book, Deutsch, Band 2, 358 Seiten
Reihe: Always You Serie
Kingsley Always will
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96797-112-5
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der neue Bestseller von Top-Autorin Claire Kingsley
E-Book, Deutsch, Band 2, 358 Seiten
Reihe: Always You Serie
ISBN: 978-3-96797-112-5
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Selenes Liebesleben ist eine Katastrophe, denn immer hat sie hat eine Schwäche für die falschen Männer. Im Berufsleben läuft es hingegen perfekt und sie ist genau da, wo sie immer hinwollte. Bis ihre Firma von einem Mann aufgekauft wird, den Selene nur allzu gut kennt. Und auf einmal muss sie ihr chaotisches Liebesleben und einen sehr attraktiven Chef unter einen Hut bringen ...
Ronan spielt das Dating-Spiel nicht nur, er beherrscht es meisterhaft. Und er gewinnt immer. Doch als ihm in seinem neuen Unternehmen diese eine Frau gegenübersitzt, erreicht sein Adrenalin-Level eine neue Stufe. Denn es ist niemand anderes als Selene Taylor, die Frau, die er nie vergessen konnte.
Selene zu erobern, bedeutet Risiko. Aber nichts liebt Ronan mehr.
Claire Kingsley schreibt Liebesgeschichten mit starken, eigensinnigen Frauen, sexy Helden und großen Gefühlen. Ein Leben ohne Kaffee, E-Reader und neu erfundene Geschichten ist für sie nicht vorstellbar. Claire Kingsley lebt mit ihrer Familie im Pazifischen Nordwesten der USA.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Selene
Mein Date Aidan erzählt von seinem Tag. Ich halte mich am Weinglas fest, schlage die Beine übereinander und bemühe mich, ehrlich interessiert auszusehen.
Ich sollte wohl so fair sein und Aidan als meinen Freund bezeichnen. Schließlich treffen wir uns schon so lange, dass der Begriff »Date« eigentlich nicht mehr passt. Wir waren schon oft zusammen aus, und obwohl wir nie darüber gesprochen haben, erwartet er bestimmt von mir, dass ich ihm treu bin.
An und für sich ist Aidan perfekt. Er ist gut aussehend und groß – bei meiner Körpergröße von eins achtzig ein absolutes Muss –, zudem klug und hat einen soliden Job in der Finanzbranche. Außerdem gehört er definitiv nicht zu den Bad Boys, mit denen ich mich sonst einlasse.
Das ist auch genau der Grund, warum ich mit ihm ausgehe.
Nach zwei verkorksten Beziehungen im letzten Jahr – der eine hat mich jedes Mal, wenn er auf Reisen war, mit einer seiner, wie meine beste Freundin Kylie es ausdrückte, Reisemätressen betrogen, der andere kurz nach unserem gemeinsamen Urlaub in Mexiko per SMS mit mir Schluss gemacht – habe ich beschlossen, dass es reicht. Ich fühle mich immer zum selben Typ Mann hingezogen: supersexy, mit einem Traumkörper und einer Attitüde, als wären sie Gottes Geschenk an die Frauen. Warum ich diese Art von Arroganz attraktiv finde, weiß ich selbst nicht, aber mein Radar ist eindeutig kaputt.
Also habe ich mir eine Pause von den Männern gegönnt und mich darauf konzentriert, Kylie bei den Vorbereitungen für ihre Hochzeit zu helfen. Vor ein paar Monaten haben sie und mein Zwillingsbruder Braxton geheiratet. Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass er mal irgendwen heiraten würde – noch dazu Kylie –, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt. Mir war bisher nicht einmal klar, dass Braxton zu einer derartigen Bindung überhaupt fähig ist. Wir drei sind uns seit unserer Kindheit sehr nah, und ich hatte immer das Gefühl, ich müsste Kylie vor ihm beschützen. Mein Bruder ist ein toller Kerl, aber er war auch ein fürchterlicher Casanova, und ich wollte auf gar keinen Fall, dass er Kylie verletzt.
Ich konnte ja nicht ahnen, dass er bis über beide Ohren in sie verliebt war. Beinahe hätte ich den beiden alles ruiniert, und deswegen fühle ich mich bis heute schuldig. Zu meiner Verteidigung möchte ich allerdings anmerken, dass Brax ihre Beziehung vor mir verheimlicht hat. Was hätte ich denn denken sollen? Ich wusste immer, dass er auf Kylie steht, aber ich dachte eben, dass er nur mit ihr schlafen will.
Ich bin wirklich unglaublich erleichtert, dass ich mich geirrt habe. Mitanzusehen, wie sich die beiden das Jawort geben, war wohl der beste Moment meines ganzen Lebens. Es ist wundervoll zu wissen, dass sie einander haben.
Nach der Hochzeit habe ich mit Kylie einen Deal gemacht: Bevor ich mich mit jemandem verabrede, muss sie den Typen erst einmal absegnen. Ich habe keine Ahnung, nach welchen Kriterien sie entscheidet, und die Tatsache, dass die Liebe ihres Lebens ausgerechnet mein Bruder ist, lässt mich ihr Urteilsvermögen natürlich ein bisschen infrage stellen. Aber ich brauche eben eine Zweitmeinung. Auf meine eigene kann ich mich ja offenbar nicht verlassen.
Bei Aidan hat sie jedenfalls sofort grünes Licht gegeben. Wir haben uns im Fitnessstudio kennengelernt, was schon mal beweist, dass ihm seine Gesundheit wichtig ist. Er brauchte ein bisschen Zeit, um mich anzusprechen, obwohl wir uns fast jeden Tag begegnet sind, was Kylie als Pluspunkt verbuchte. Als er mich auf einen Kaffee eingeladen hat, habe ich zugestimmt, weil ich mehr über ihn erfahren wollte. Den Rest überließ ich Ky. Sie hat die sozialen Medien nach ihm durchstöbert und nichts Beunruhigendes gefunden. Sein Facebook-Feed enthielt weder haufenweise Frauen noch Selfies, auf denen er mit seinen Bauchmuskeln angibt. Er schien … normal zu sein. Einfach nur ein attraktiver, hart arbeitender Mann, der möglicherweise auf der Suche nach der Liebe ist.
Der perfekte Typ, oder?
Aidan lacht, und ich trinke einen Schluck Wein, um zu verbergen, dass ich seinen Witz nicht mitbekommen habe. Er trägt ein hellblaues Hemd, hat den obersten Knopf jedoch nicht zugeknöpft. Ich liebe diesen Look bei Männern. Normalerweise verleitet er mich dazu, das Hemd langsam aufknöpfen zu wollen, um nach und nach den darunter verborgenen muskulösen Körper zu enthüllen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Aidan ansehnliche Bauchmuskeln hat. Er macht schließlich viel Sport und ist obendrein groß und schlank, daher wäre das naheliegend. Aber wenn ich ihn mir so ansehe, gerate ich trotzdem nicht in Versuchung. Wir treffen uns nun schon seit über einem Monat und haben noch nicht einmal miteinander geschlafen. Kylie hält das für etwas Gutes, aber ich weiß nicht, ob ich das überhaupt will.
»Entschuldige, Selene«, sagt er plötzlich. »Ich rede die ganze Zeit nur von mir. Wie war dein Tag?«
Ich weiß, dass sein Interesse nicht geheuchelt ist, und irgendwie finde ich das süß. An dieser Tatsache halte ich mich immer dann fest, wenn er mich langweilt.
»Stressig, wenn ich ehrlich sein soll«, erwidere ich. »Es war eine lange Woche. Brad, dem die Firma gehört, bei der ich arbeite, führt in letzter Zeit ständig Telefonate hinter verschlossenen Türen, und letzte Woche war er verreist, und niemand weiß, warum. Wir haben bisher immer eng zusammengearbeitet, aber plötzlich redet er nicht mehr mit mir, und das macht mich langsam nervös.«
Aidan legt seine Hand auf meine. »Solche Unsicherheit am Arbeitsplatz ist wirklich schrecklich. Tut mir leid, dass du das mitmachen musst.«
Ich lächele ihn an. Er ist wirklich nett. Warum bin ich dann die ganze Zeit versucht, zur Toilette zu gehen, um bei meiner Rückkehr zum Tisch so zu tun, als hätte ich einen wichtigen Anruf bekommen und müsse gehen?
Die Kellnerin kommt an unseren Tisch. »Kann ich Ihnen noch einen Nachtisch bringen?«
Aidan mustert mich fragend. »Möchtest du noch was? Ein Dessert oder vielleicht einen Kaffee?«
»Nein, danke.«
Er sieht sie an. »Nein, wir sind fertig.«
»Alles klar.« Sie gibt ihm die Rechnung.
Er zückt seine Kreditkarte und überreicht sie der Bedienung. Jedes Mal bietet er zumindest an, die Rechnung zu bezahlen, aber führt sich nicht wie ein Macho auf, wenn ich darauf bestehe, das auch mal zu übernehmen. Er ist so ungemein liebenswürdig. Und er erwartet nie von mir, dass ich mit zu ihm komme. Wenn ich genau darüber nachdenke, hat er es noch nicht einmal vorgeschlagen. Wir treffen uns ein-, zweimal die Woche zum Abendessen, dann bringt er mich nach Hause und begleitet mich wie der perfekte Gentleman bis zur Haustür. Vielleicht will er mir den nächsten Schritt überlassen.
Zuerst hielt ich das für ein gutes Zeichen, weil er offenbar nicht nur darauf aus ist, mich ins Bett zu kriegen. Ein netter Typ eben. Aber inzwischen hätte ich lieber einen Mann, der sich ein wenig ins Zeug legt, um mich nackt zu sehen. Die langsame und süße Tour war anfangs erfrischend, aber mittlerweile frage ich mich, ob er jemals richtig zur Sache kommen wird.
Kann Aidan das überhaupt?
Die Kellnerin kehrt zurück, und er unterschreibt die Quittung. »Bist du so weit?«, erkundigt er sich.
»Ja.«
Wir gehen zu seinem Auto, und er fährt mich nach Hause. Wie jedes Mal küsst er mich an der Haustür. Der Kuss ist … nett. So wie alles an Aidan. Er ist süß und nicht drängend. Als ich die Tür aufschließe, macht er einen Schritt zurück, als wäre es okay für ihn, nicht mit reinzukommen. Dann verabschiedet er sich.
Seufzend schließe ich die Tür hinter mir.
Kylie sitzt auf der Couch und sieht fern. Als sie mich reinkommen hört, macht sie den Fernseher aus.
»Hey, Ky.«
»Hi, Süße«, sagt sie. »Wie war dein Date?«
»Gut«, antworte ich ohne große Begeisterung. »Wo ist Brax?«
»Oben. Er schläft.«
Ich verdrehe die Augen. »Bitte sag mir, dass ihr nicht wieder in meiner Küche Sex hattet. Ich hätte mir am liebsten die Augäpfel gebleicht, nachdem ich euch letzte Woche dabei erwischt habe.«
Sie muss lachen. »Das war nicht unsere Schuld. Du kommst sonst nie mittags nach Hause. Außerdem warst du diejenige, die Brax gebeten hat, mal wieder deinen Müllschlucker zu reparieren.«
»Ich konnte ja nicht ahnen, dass Klempnerarbeiten ein solches Aphrodisiakum sind.«
»Ähm, kennst du deinen Bruder überhaupt? Er macht aus absolut allem ein Sexspiel«, sagt sie. »Aber nein, wir hatten keinen Sex. Er hat eine Nebenhöhlenentzündung und weigert sich, auch nur einen Tag freizunehmen, um sich zu erholen. Ich habe ihn gezwungen, sich hinzulegen, und nach ungefähr zehn Sekunden war er eingeschlafen. Dann war mir langweilig, also bin ich nach unten gekommen.«
»Er ist so ein Klischee.«
»Stimmt«, meint Kylie. »Ich hoffe, es ist okay für dich, dass wir hier sind. Ich hätte dir vorher Bescheid sagen sollen, falls Aidan mit reinkommt. Aber ich dachte mir, er tut es wahrscheinlich sowieso nicht, und dann hätten wir zwei ein bisschen Zeit für uns.«
»Richtig gedacht.« Ich ziehe mir die Schuhe aus und setze mich neben Kylie. »Und ihr könnt jederzeit vorbeikommen, das weißt du doch.«
»Und? Immer noch nichts Neues bei ihm, nehme ich an?«
»Nein«, gebe ich zurück. »Er ist ein wirklich netter Kerl. Höflich. Es ist nett, Zeit mit ihm zu verbringen.«
»Aber nett reicht...




