Kingsley | Book Boyfriend | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 289 Seiten

Reihe: Bookboyfriends Reihe

Kingsley Book Boyfriend

Alex und Mia
3. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96797-043-2
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Alex und Mia

E-Book, Deutsch, Band 1, 289 Seiten

Reihe: Bookboyfriends Reihe

ISBN: 978-3-96797-043-2
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Sache ist die: Ich bin kein schlechter Kerl. Mia anzulügen war nicht Teil eines Plans, es war eine simple Notlüge. Erfolg als Liebesromanautor mit einem weiblichen Pseudonym zu haben, gehörte auch nicht zum Plan. Wer hätte denn auch ahnen können, dass meine Bücher Bestseller werden? Und als wäre es nicht schon kompliziert genug, ist Mia auch noch Buchbloggerin und die beste Chat-Freundin meines Alter Egos. Online hält sie mich für die Bestsellerautorin Lexi Logan. Privat kennt sich mich als Alex Lawson und ist in mich verliebt. Ich weiß nicht, wie ich aus dem Schlamassel jemals wieder herauskommen soll ...

Ich weiß nur eines: wenn Mia herausfindet, wer ich bin, werde ich sie verlieren. Und das darf auf keinen Fall geschehen!



Claire Kingsley schreibt Liebesgeschichten mit starken, eigensinnigen Frauen, sexy Helden und großen Gefühlen. Ein Leben ohne Kaffee, E-Reader und neu erfundene Geschichten ist für sie nicht vorstellbar. Claire Kingsley lebt mit ihrer Familie im Pazifischen Nordwesten der USA.

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2: Alex


»Es ist wirklich schade, dass du nicht etwas Kommerzielleres schreibst; etwas, das eine breitere Leserschaft anspricht«, sagt Kendra und schiebt mir einen Din-A4-Briefumschlag über den Tisch zu. »Oder irgendwas, das du schneller fertig hast. Du schreibst sehr packend, aber hiermit bedienst du nur eine Nische.«

»Ich hab dir das nicht gegeben, um mir Marketing-Ratschläge einzuholen.« Missmutig gieße ich ein wenig Sahne in meinen Kaffee und rühre das Ganze um. »Ich wollte deine Meinung zur Handlung wissen.«

Die Kellnerin stellt Kendras Latte Macchiato vor ihr ab. Kendra hebt das Glas an ihre Nase und atmet den Duft des Kaffees ein. »Mmh, der riecht echt gut. Ich liebe den Kaffee, den sie hier machen.«

Ich sitze mit meiner Schwester im Café Presse, einem kleinen französischen Café im Capitol Hill District. In letzter Zeit treffen Kendra und ich uns fast jeden Samstag hier zum Mittagessen, wo sie mir Feedback zu meinem Roman gibt. Da sie Lektorin ist, hat sie wirklich Ahnung davon.

»Du lässt es schon wieder ausufern«, erklärt sie. »Bis einschließlich Kapitel zehn ist es wirklich gut, aber in Kapitel elf schweifst du ab, und ich habe keine Ahnung, wofür wir die Handlung da brauchen.«

»Das wird später noch wichtig«, entgegne ich. »Die Infos werden im Laufe der Geschichte wieder aufgenommen, glaub mir.«

Kendra verdreht die Augen. »Sag das mal den Lesern. Die werden Kapitel elf lesen und denken: Was soll das denn jetzt? Und dann schmeißen sie das Buch in die nächste Ecke. Du bist nämlich nicht da, um ihnen zu sagen: Das wird noch wichtig.«

Nachdenklich reibe ich mir über die Bartstoppeln an meinem Kinn und starre den Umschlag an. Wahrscheinlich hat sie recht. Eigentlich hat sie meistens recht. »Okay, verstehe. Dann überarbeite ich Kapitel elf noch mal. Vielleicht muss ich in Kapitel sieben ein paar Hinweise mehr einbauen.«

»Das könnte hilfreich sein«, befindet meine Schwester.

In diesem Moment kommt eine gut aussehende Blondine auf unseren Tisch zu. Ich schaue an Kendra vorbei, fange den Blick der Unbekannten auf und verziehe den Mund zu einem schiefen Lächeln. Die Blondine lächelt zurück, sieht dann jedoch weg und geht weiter.

Kendra hebt eine Augenbraue. »Das ist so typisch Mann.«

»Was?«

»Kann ich deine halb aufdringliche Kontaktaufnahme mit der hübschen Blondine dahingehend interpretieren, dass du nicht mehr – wie hieß sie noch mal? – datest?«

»Brandy?«, frage ich.

»Genau. Brandy.«

»Nein, ich date sie nicht mehr.«

»Wieso nicht?«, will Kendra wissen. »Ich dachte eigentlich, sie hätte deine Fünf-Dates-Hürde überwunden.«

»Welche Fünf-Dates-Hürde?«

Meine Schwester zuckt die Achseln. »Vielleicht sind’s auch gar keine fünf. So genau merke ich mir ja auch nicht, wie viele Dates du mit einer Frau hast. Ich meine nur, dass du dich irgendwie nie öfter als vier- oder fünfmal mit einer Frau triffst.«

Da hat sie wahrscheinlich wieder mal recht. Seit meiner Scheidung habe ich keine Lust mehr auf eine längere Beziehung.

»Was geht dich das überhaupt an?«

»Du bist mein Bruder«, sagt sie, als wäre das die Antwort auf sämtliche Fragen des Lebens, des Universums und was es sonst noch so gibt.

Ich trinke einen Schluck Kaffee. »Das mit Brandy habe ich schon vor ein paar Wochen beendet. Und bevor du fragst: Nein, derzeit habe ich keine Dates.«

»Jetzt sei doch nicht so empfindlich«, kommentiert meine Schwester. »Ich fände es einfach nur schön, wenn du wieder eine Beziehung hättest. Mit einer Frau, die du vielleicht sogar der Familie vorstellen würdest.«

»Damit hab ich’s nicht eilig«, entgegne ich. »Und außerdem will ich mich mit dir nicht über Frauen unterhalten. Das ist … schräg.«

»Es ist nur schräg, weil du etwas Schräges daraus machst«, sagt sie.

»Soll ich wirklich mein Sexleben vor dir ausbreiten?«

»Gott, nein«, ruft sie und verdreht erneut die Augen. »Genau das meine ich ja. Ich hab überhaupt nicht von Sex gesprochen. Du interpretierst was Schräges in dieses Gespräch hinein.«

Zum Glück bringt der Kellner uns in diesem Moment unsere Bestellung, und wir fangen an zu essen. Hier im Café gibt es fantastische Sandwiches. Kendra scheint allerdings durch irgendetwas abgelenkt zu sein, das sich hinter meinem Rücken abspielt.

»Wo guckst du denn die ganze Zeit hin?«, frage ich, nachdem sie zum mindestens zehnten Mal an mir vorbeigeschaut hat.

»Nirgends.«

»Anscheinend doch. Du schaust dauernd dahin.« Ich wage einen Blick über die Schulter und sehe ein Pärchen, das nebeneinander an einem schmalen Tisch sitzt. Das Gesicht der Frau wird von dem Mann verdeckt; er hat die Hand um ihr Kinn gelegt und küsst sie. Ich drehe mich wieder zu Kendra um und hebe die Schultern. »Das hier ist ein französisches Café. Wahrscheinlich haben sie sich von der Atmosphäre inspirieren lassen. Ignorier sie einfach.«

»Ja, aber …« Wieder wandert ihr Blick zu dem Pärchen hinüber. »Ist das nicht Janine?«

Ich erstarre. Seit unserem Scheidungstermin habe ich meine Ex-Frau nicht mehr gesehen. Seattle ist groß. Ich musste mich nicht einmal besonders anstrengen, um ihr aus dem Weg zu gehen. Erneut wende ich den Kopf. In diesem Augenblick lehnt der Mann sich zurück, und ich erhasche einen Blick auf das Gesicht der Frau. Jepp. Es ist Janine.

Diese Tatsache versetzt meiner Stimmung einen leichten Dämpfer. Schnell drehe ich mich wieder um und hoffe, sie hat mich nicht gesehen.

»Es wundert mich, dass sie sich in aller Öffentlichkeit küssen lässt«, sage ich. Janine hatte immer etwas gegen öffentliche Liebesbekundungen, vor allem, wenn sie Lippenstift aufgelegt hatte. Also immer.

Kendra atmet tief durch. »Tut mir leid. Ich hab sie schon vorhin entdeckt und hatte Angst, das könnte dich stören.«

Es stört mich, aber das braucht Kendra nicht zu wissen. Es ist auch nicht so, als würde ich mir wünschen, ich sei derjenige, der wild mit Janine in der Öffentlichkeit herumknutscht. Ich vermisse es auch nicht, mit ihr verheiratet zu sein. Unsere Zeit als glückliches Ehepaar war ziemlich kurz, und als die erste Verliebtheit verflogen war, wurde mir klar, dass ich mit einer fordernden und ziemlich engstirnigen Frau verheiratet war. Wer immer der Kerl ist, er kann sie gerne haben, und ich wünsche ihm viel Glück dabei. Trotzdem ist es irgendwie scheiße, die Ex zu sehen – die mich dann auch noch so offensichtlich abgehakt hat. Und es wird nicht besser dadurch, dass ich gerade mal wieder eine kurze Beziehung beendet habe und nun hier mit meiner Schwester beim Mittagessen sitze. Mit meiner Schwester.

»Ist nicht so tragisch«, sage ich.

Kendra wirft mir einen ihrer typischen mitfühlenden und darum nervigen Blicke zu. »Du kannst ruhig zugeben, wenn du dich einsam fühlst, Alex.«

»Ich fühle mich nicht einsam«, entgegne ich. Lügner.

Wieder hebt meine Schwester eine Augenbraue, als wollte sie mir damit sagen, dass sie mich durchschaut.

»Hör auf damit«, versuche ich sie zu bremsen. »Wir haben nicht alle das Ziel, die einzig wahre Liebe zu finden oder so was. Das ist aber auch nicht schlimm. Ich habe momentan ganz andere Dinge im Kopf. Das mit Dad und die Arbeit … Die ist gerade … Arbeit halt. Stressig. Scheiße.«

»Du solltest diesen bescheuerten Job endlich kündigen«, meint Kendra.

»Ja, genau, und dann höre ich auch auf, Miete zu zahlen?«, frage ich. »Außerdem: Was soll Dad dann machen? Du weißt doch, dass er das Haus verlieren würde.«

Seit seiner Rückenverletzung hat mein Dad ziemlich große finanzielle Probleme. Seit Jahren schon kann er nicht mehr arbeiten, und die Arztrechnungen stapeln sich auf seinem Schreibtisch. Meine Schwester kennt nicht das ganze Ausmaß der Geschichte, genauso wenig wie unser Bruder Caleb, der schon genug damit zu tun hat, sein Medizinstudium zu beenden, während er gleichzeitig seine Tochter allein großzieht. Deshalb kümmern Kendra und ich uns um alles. Ich helfe Dad, so gut ich kann, aber er muss mindestens noch einmal operiert werden. Sein Haus zu verlieren ist nur eine Sorge von vielen auf seiner langen Liste.

»Du solltest irgendwas anderes machen«, sagt Kendra. »Du bist ein wirklich guter Autor: Das solltest du machen.«

»Ich arbeite ja daran, aber das dauert eben«, entgegne ich.

»Alex, ich hab dich wirklich lieb, aber du schreibst jetzt wie lange schon an diesem Buch? Fünf Jahre? Also, ehrlich gesagt habe ich nicht das Gefühl, dass du damit als Autor durchstarten wirst.«

Ich würde ihr gerne widersprechen, doch sie hat ja recht. Ich liebe den Roman, den ich schreibe, aber der ist eher ein Hobby. »Ich weiß. Da ist was dran.«

»Wie gesagt, es ist wirklich schade, dass du nichts Kommerzielleres schreibst«, wiederholt sie. »Oder wenigstens etwas, wofür du nicht zehn Jahre brauchst.«

»Ich weiß aber nicht, was ich sonst schreiben soll«, gestehe ich ihr.

»Soll ich mich mal umhören, ob gerade irgendwo Texter gesucht werden?«

Ich schüttle den Kopf. »Nein, ich glaube nicht, dass ich das kann. Außerdem würde es mir auch keinen Spaß machen, nur nach Vorgaben zu schreiben.«

»So schlimm muss es ja gar nicht sein«, beruhigt mich Kendra. »Und du könntest dir deinen Lebensunterhalt mit dem verdienen, was du...



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