Kingsley | Good Girl next Door | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 248 Seiten

Reihe: Jetty Beach

Kingsley Good Girl next Door


2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96797-028-9
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 6, 248 Seiten

Reihe: Jetty Beach

ISBN: 978-3-96797-028-9
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Gute Mädchen kommen in den Himmel ...

Die neue Nachbarin von nebenan? Sie ist atemberaubend, aber für mich tabu. Ich bin kein Freund von festen Beziehungen. Das habe ich schon hinter mir und lasse mir mein Herz nicht noch einmal crashen. Doch dann bittet mich Rebecca um einen ganz speziellen Gefallen. Und ich bin der perfekte Mann für diesen Job! Schließlich sind wir nur zwei Freunde, die Spaß haben. Was kann da schon schiefgehen?

Eigentlich war mein Leben ganz anders geplant. Jetzt bin ich auf einmal wieder Single und in einer neuen Stadt. Zeit endlich nicht mehr die brave, kleine Rebecca zu sein! Ich bin das so leid und möchte endlich meine wilde Seite kennenlernen. Und wer könnte mir dabei nicht besser helfen als der neue, gutaussehende Nachbar Lucas ...



Claire Kingsley schreibt Liebesgeschichten mit starken, eigensinnigen Frauen, sexy Helden und großen Gefühlen. Ein Leben ohne Kaffee, E-Reader und neu erfundene Geschichten ist für sie nicht vorstellbar. Claire Kingsley lebt mit ihrer Familie im Pazifischen Nordwesten der USA.

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Kapitel 3
Lucas


Es ist noch recht früh fürs Wochenende, aber ich bin schon auf, und da ich nichts mehr zu essen im Haus habe, beschließe ich, einkaufen zu fahren. Ich hole meine Schlüssel und gehe nach draußen zum Wagen.

Auf halbem Weg zu meinem Parkplatz fällt mir auf, dass bei dem Wagen neben meinem – einem kleinen roten Toyota Prius – der Motor läuft, obwohl niemand im Wagen sitzt. Ich nehme an, dass die neue Mieterin von nebenan den Motor warmlaufen lässt. Ich war gestern fast den ganzen Tag unterwegs, und als ich nach Hause gekommen bin, stand der Wagen dort. Den Möbelwagen habe ich aber verpasst, sofern einer dagewesen ist. Ich werfe einen Blick auf ihre Tür und sehe sie auf der Treppe sitzen, den Kopf auf die Hände gestützt.

Das ist seltsam.

„Hey, alles okay?“, rufe ich ihr zu.

Sie hebt den Kopf, und ich sehe sofort, dass sie geweint hat. Sie ist echt hübsch, auch wenn sie gerade etwas verheult aussieht. Schulterlanges blondes Haar und große braune Augen. Ihre Unterlippe zittert, und eine Träne läuft ihr über die Wange.

Ich blicke von ihr zu ihrem Wagen und wieder zurück. Sie wird doch nicht …

„Scheiße, haben Sie die Wagenschlüssel stecken lassen?“

Sie nickt.

Oh Mann. Das ist ärgerlich. „Und die Haustür ist auch abgeschlossen?“

Wieder nickt sie.

Sie tut mir leid, auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum sie nur dasitzt und weint, anstatt etwas zu unternehmen. „Vielleicht sollten Sie einen Schlüsseldienst anrufen?“

Schniefend zeigt sie mit einer Kopfbewegung hinter sich. „Mein Telefon liegt im Haus.“

„Aha.“ Das ist dann wohl der Punkt, an dem ich meine Hilfe anbieten sollte, oder? „Soll ich einen Schlüsseldienst für Sie rufen? Sie können reinkommen und bei mir warten.“

Sie zieht die Brauen zusammen. „Nein, danke. Ich möchte Ihnen keine Umstände machen.“

„Das macht keine Umstände.“

„Aber ist ihre, äh …“ Sie zögert kurz und wendet den Blick ab. „… Ist Ihre Freundin denn nicht da?“

„Wie bitte?“

„Ihre Freundin. Ich habe gehört … also, es klang, als wäre gestern Abend eine Freundin bei Ihnen gewesen.“

Ich weiß nicht, was sie meint, da ich definitiv keine Freundin habe. Und gestern Abend … Oh. Richtig. „Ich hatte Besuch, aber sie war nicht meine Freundin. Und nein, sie ist nicht mehr da. Sie ist schon weg.“

„Oh.“

„Was genau haben Sie denn gehört? Reden?“

Sie läuft puterrot an. „Nein. Das heißt, ja, ich habe … Stimmen gehört.“

Ich muss grinsen. „Ach so, verstehe. Tut mir leid.“

„Die Häuser scheinen sehr hellhörig zu sein.“

„Ich werde mir das für die Zukunft merken.“ Ich reiche ihr die Hand, um ihr aufzuhelfen. „Ich bin Lucas.“

Sie nimmt meine Hand und steht auf. „Und ich Becca.“

„Möchten Sie also mit rüberkommen oder warten Sie lieber draußen?“

Sie blickt auf ihren Wagen mit dem immer noch laufenden Motor.

„Ist ja abgeschlossen. Es wird schon niemand damit wegfahren.“

Sie nickt. „Stimmt. Also gut, ich komme mit rein.“

Wir gehen zu mir, und ich sehe, wie sie sich mit großen Augen umschaut. Früher waren es drei Reihenhäuser, aber ich habe alle drei gekauft und zwei nebeneinanderliegende miteinander verbunden, sodass sehr große und offene Räume entstanden sind. Oben gibt es ein Schlafzimmer und ein Bad, unten ein zweites Badezimmer, aber davon abgesehen ist alles offen. Mein Arbeitsbereich befindet sich in einem der früheren Esszimmer. Ich habe einen u-förmigen Schreibtisch, auf dem ein halbes Dutzend Monitore aufgestellt sind. Auf der anderen Seite stehen zwei Sofas vor einem Flachbild-Fernseher an der Wand. Eine frühere Küche habe ich in einen Freizeitbereich verwandelt mit Billardtisch und ein paar alten Spielautomaten.

Ich führe sie zu einem der Sofas und räume ein paar Sachen beiseite, damit sie sich setzen kann. Sie macht ein Gesicht, als zögere sie, etwas anzufassen. Jetzt übertreibt sie aber. So schlimm ist meine Wohnung auch wieder nicht. Im Gegenteil. Sie ist sogar ziemlich ordentlich. Es lagen nur eine Jeans und ein Sweatshirt rum.

Sie setzt sich, und ich rufe einen Schlüsseldienst an. „Er kommt, so schnell er kann.“

„Super, vielen Dank.“ Sie lässt den Blick durch den Raum schweifen. Sie sitzt ganz vorne auf der Sofakante und fühlt sich offensichtlich unwohl.

„Sie werden sich hier schon nichts einfangen“, sage ich spöttisch.

„Wie? Oh nein. Natürlich nicht. Sie haben ein tolles Haus. So geräumig.“

„Ich habe zwei Häuser zusammengelegt, als ich die Immobilie gekauft habe. Ich brauche Platz.“

„Die ganze Immobilie gehört Ihnen?“, fragt sie überrascht.

Ich setze mich ihr gegenüber auf die zweite Couch. „Ja.“

„Wie kommt es, dass ich davon nichts weiß?“

„Ich überlasse die Vermietung des Endhauses einer Hausverwaltung. Ich würde Sie ja gerne reinlassen, aber ich habe keinen Generalschlüssel.“

Sie wirft einen Blick auf meinen Schreibtisch. „Ist das Ihr Arbeitsplatz? Was machen Sie beruflich?“

„Ich bin Day-Trader und arbeite im Homeoffice.“

„Was ist denn ein Day-Trader?“

Ich zucke mit den Schultern. „Einfach ausgedrückt handle ich kurzfristig mit Wertpapieren und nutze die Schwankungsbreiten von Börsenkursen.“

„Wow. Klingt riskant.“

„Das kann es sein, ja. aber ich scheine ein gutes Händchen dafür zu haben.“ Ich mustere sie mit zusammengekniffenen Augen. Ich habe sie schon mal gesehen. Ich weiß, dass sie eine Freundin von Juliet ist, aber kenne ich sie von irgendwoher? Ich bin sicher, dass ich nicht mit ihr im Bett war. Dann würde ich mich noch sehr genau an sie erinnern.

Dann plötzlich dämmert es mir. „Hey, wir kennen uns. Sie waren im Pub an dem Abend, als Finn Juliet kennengelernt hat.“

Sie nickt. „Yep.“

„Genau. Sie haben den ganzen Abend nur von Ihrem Freund gesprochen, diesem Mr. Perfect“, sage ich und muss bei der Erinnerung lachen.

Gerade hat sie noch andeutungsweise gelächelt, jetzt bricht sie wieder in Tränen aus.

Ups.

Ich ahne, warum Becca nebenan eingezogen ist.

„Hey“, sage ich tröstend. „Alles wird gut.“

„Meine Güte.“ Sie zieht die Nase hoch und wischt sich mit den Händen die Tränen vom Gesicht. „Ich kann einfach nicht fassen, dass ich hier sitze und Ihnen was vorheule. Ich bin ja so kindisch.“

Mein Blick fällt auf ihre Brüste, die alles andere sind als kindlich. „Nein, gar nicht. Alles gut.“

„Es ist nur … ich dachte, Brandon würde mir einen Antrag machen, und dann hat er stattdessen Schluss gemacht. Aber damit nicht genug. Er hat mich für eine andere verlassen. So eine doofe Brünette. Ich glaube, sie ist sogar größer als er selbst.“

Okay, jetzt fängt sie also an, mir ihre Sorgen zu erzählen. Das ist eigentlich nicht mein Ressort. Seelsorge ist mehr Finns Spezialität. Sie sollte sich zu ihm an die Bar setzen und ihm bei einem Drink ihr Herz ausschütten. Wahrscheinlich würde ihr etwas Fruchtiges schmecken, aber auch dafür ist Finn der Experte. Ich hätte keinen Schimmer, was ich einer Frau wie ihr bestellen sollte. Außerdem hat sie gerade „doof“ gesagt, und das ist gleichzeitig altmodisch und süß. Ich muss unwillkürlich lachen.

Sie mustert mich. „Lachen Sie über mich?“

„Nein, nein“, versichere ich ihr, aber sie glaubt mir nicht, das sehe ich ihr an. „Gar nicht. Es war nur süß, wie Sie ‚doof‘ gesagt haben.“

„Brandon ist ja so ein doofer Idiot.“

„Wir sollten wirklich etwas an Ihrem Wortschatz arbeiten, zumindest an den Schimpfwörtern.“

Sie funkelt mich böse an, und sogar dann finde ich sie süß. Alles an ihr ist irgendwie zuckersüß. Ja, das beschreibt sie ziemlich genau. Zuckersüß.

„Ich brauche nicht vulgär zu sein, um ein vernünftiges Gespräch zu führen“, sagt sie.

„Nein, natürlich nicht.“ Ich beuge mich vor, die Ellbogen auf die Knie gestützt, und schaue ihr unverwandt in die Augen. „Aber würde es sich nicht gut anfühlen, ihn als Wichser zu bezeichnen?“

Ein Hauch von Rosa überzieht ihre helle Haut. Und das ist etwas, das mich so richtig schwach macht. Oder hart, um genau zu sein. Ich bin froh, dass ich vornüber gebeugt dasitze, sodass sie mir nicht in den Schritt sehen kann. Ich muss an etwas anderes denken als ihre vollen Brüste und ihr Erröten, bevor ich mich wieder aufrichte und eine peinliche Szene heraufbeschwöre.

Aber ich bin sowieso noch nicht geneigt, sie in Ruhe zu lassen. Erst will ich es noch von ihr hören. „Kommen Sie schon“, sage ich aufmunternd. „Sagen Sie es. Nur einmal.“

„Was?“

„Brandon ist ein Wichser.“

Sie presst die Lippen zusammen und sie bewegen sich, als hielte sie mühsam etwas zurück.

„Los, sagen Sie es.“ Ich lecke mir über die Lippen und beobachte aufmerksam, wie sie mit sich ringt. „Halt. Warten Sie.“

Ihre Augen weiten sich vor Überraschung. „Wieso?“

„Sie haben noch nie fuck gesagt, oder?“

„Ich hatte bislang noch nicht das Bedürfnis.“

Mein Blick fällt wieder auf ihre vollen...



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