E-Book, Deutsch, Band 5, 259 Seiten
Reihe: Jetty Beach
Kingsley Weekend Fling
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96797-027-2
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 5, 259 Seiten
Reihe: Jetty Beach
ISBN: 978-3-96797-027-2
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Es ist nur eine Affäre. Oder etwa nicht?
Als Juliet Blake in meiner Bar auftaucht ist sie traurig, weil ihr Mädelswochenende schiefgegangen ist. Also mache ich das, was ich immer mache - mixe einen Drink und höre zu. Spontan biete ich an, den Rest des Wochenendes mit mir zu verbringen, damit sie an ihrem Geburtstag nicht alleine ist. Ich hatte gar nicht die Absicht, mit ihr im Bett zu landen. Ehrlich nicht! Als es dann doch passiert, ist es einfach nur umwerfend und ich will sie unbedingt wiedersehen. Aber nur als Affäre. Nicht als etwas Ernstes. Dazu ist mein Herz nicht bereit. Niemals.
Der sexy Barkeeper Finn O'Conner denkt, er hat die Lösung für meine Probleme. Ein schief gelaufenes Geburtstagswochenende? Nichts, was ein paar Drinks und heiße Nächte nicht lösen könnten. Das Wochenende mit ihm zu verbringen, ist überhaupt nicht meine Art - in meinem Leben ist alles geordnet, geplant, strukturiert. Mich spontan auf eine Affäre einzulassen stand nicht auf meinem Plan. Und ich habe immer noch alles unter Kontrolle ...
Claire Kingsley schreibt Liebesgeschichten mit starken, eigensinnigen Frauen, sexy Helden und großen Gefühlen. Ein Leben ohne Kaffee, E-Reader und neu erfundene Geschichten ist für sie nicht vorstellbar. Claire Kingsley lebt mit ihrer Familie im Pazifischen Nordwesten der USA.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Juliet
Mit einem übertriebenen Seufzer lasse ich mich rücklings auf das Bett fallen. »Sagt mir endlich, was ihr vorhabt. Ich halte es nicht mehr aus.«
Wie oft ich versucht habe, aus meinen Freundinnen mehr über den Plan für das Wochenende herauszubekommen? Elf Mal.
Becca wirft mir eine Strickjacke über das Gesicht. »Schluss jetzt. Du erfährst es erst, wenn wir fertig sind.«
Mit einem gequälten Stöhnen werfe ich die Jacke zurück, die von Becca abgewehrt auf dem Fußboden landet. Becca klemmt sich das blonde Haar hinters Ohr und fährt fort, meinen Koffer zu packen.
Wie oft die beiden auf mein Betteln reagiert haben? Kein einziges Mal.
»Halt die Füße still, Juliet«, ermahnt mich Madison. Ihre lockige braune Mähne wirkt leicht zerzaust, und sie trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift: Zicke. »Erst wird fertig gepackt. Anschließend erzählen wir dir dann – vielleicht – was wir vorhaben.«
Es ist, als würden sie mich kein bisschen kennen. Sie sind um sieben Uhr früh am Donnerstag bei mir aufgeschlagen und haben mich noch vor der Arbeit überfallen. Als Nächstes haben sie mir eröffnet, dass wir drei ein langes Wochenende außerhalb der Stadt verbringen, weigern sich aber nach wie vor hartnäckig, mir zu verraten, wohin wir fahren. Oder was genau sie vorhaben. Ich weiß nichts.
Ich hasse Überraschungen, das sollten sie eigentlich wissen. Außerdem habe ich im Vorfeld unmissverständlich klargemacht, dass ich das Wochenende ohne Trara hinter mich bringen möchte. Keine Feier. Nichts. Nada. Ich will kein Wort darüber verlieren und erst recht nicht feiern. Auf gar keinen Fall.
Aber meine Freundinnen Becca und Madison konnten es einfach nicht dabei bewenden lassen. Die beiden weigern sich, meinen Wunsch zu respektieren, meinen Geburtstag schlicht zu ignorieren.
Und jetzt liege ich hier, während meine Freundinnen meinen Schrank durchwühlen und einen Koffer für mich packen. Das Ganze macht mich kirre. Ich muss unbedingt nachsehen, was sie eingepackt haben, bevor es losgeht. Ich kann nicht ins Wochenende aufbrechen mit einem Koffer, den jemand anders für mich gepackt hat. Das hier kann doch nicht ihr Ernst sein. Ich packe immer nach einer Liste, die ich irgendwann mal erstellt habe, und die beiden weigern sich, auch nur einen Blick darauf zu werfen. Als wüssten sie besser als ich, was ich für ein Wochenende alles brauche.
»Das ist das Bescheuertste, was ihr beiden je ausgeheckt habt«, maule ich.
»Hör auf zu jammern, du Riesenbaby.« Madison lacht. »Wir möchten dir eine Freude machen, und du nölst die ganze Zeit herum.«
»Ihr wollt mir eine Freude machen? Dann schenkt mir eine Flasche Wodka und lasst eine alte Frau ihren Kummer in Alkohol ertränken.«
Becca lacht. »Hör auf, die Drama-Queen herauszukehren. Du bist nicht alt.«
»Aber fast«, entgegne ich düster. »Am Samstag werde ich alt.«
»Wenn achtundzwanzig alt ist, dann sind Menschen die meiste Zeit ihres Lebens alt«, kontert Madison. »Geburtstage sind ein Anlass zu feiern, und wir lassen nicht zu, dass du diesen Tag einfach unter den Teppich kehrst.«
»Okay, dann feiern wir eben«, erwidere ich resigniert. »Aber sagt mir endlich, was ihr vorhabt. Ihr wisst doch, dass ich es hasse, wenn ich nicht alles unter Kontrolle habe.«
»Wir werden es dir trotzdem nicht verraten.« Becca faltet einen Rock und legt ihn in den Koffer. »Du musst dich mal locker machen. Dringend. Wir werden dir beweisen, dass spontan sein Spaß machen kann. Auch wenn du glaubst, es würde dich umbringen. Vertrau mir, das wird es nicht.«
Ich stöhne wieder. »Okay, dann sagt mir eben nicht, wo wir hinfahren. Aber lasst mich wenigstens meinen Koffer selber packen.«
»Da du nicht weißt, was wir vorhaben, weißt du auch nicht, was du für dieses Wochenende einpacken musst«, widerspricht Madison. »Im Ernst, Juliet, überlass das mal uns. Geh nach unten und trink deinen Kaffee. Wir packen fertig, und dann fahren wir los.«
Ich schäle mich aus dem Bett. »Also gut.«
»Dein Latte steht in der Küche auf der Arbeitsfläche. Halber Liter, fettreduziert, mit etwas braunem Zucker, extra schaumig.«
»Okay, vielleicht meint ihr es ja doch gut mit mir«, seufze ich und gehe runter.
Becca und Madison sind wirklich die Besten. Ich liebe die beiden von Herzen, sogar dann, wenn sie mir gerade gehörig auf den Zeiger gehen. Ich begreife nur nicht, warum sie ständig darauf bestehen, dass ich mich zu Dingen überwinde, die einfach nicht meinem Wesen entsprechen. Ich plane gerne im Voraus. Was ist daran auszusetzen? Ich bin organisiert und immer bestens informiert. Ich bin pünktlich und zuverlässig. Das sind doch positive Eigenschaften. Trotzdem beharren die beiden immer wieder darauf, dass ich mal die Vorsicht über Bord werfen und etwas riskieren soll. Ich gehe ständig Risiken ein. Erst letzte Woche war ich in einem Restaurant, in dem ich vorher noch nie war, und habe auch nicht die ganze Karte gelesen, bevor ich bestellt habe. Ich habe mich einfach für eins von den ersten Gerichten entschieden, die gut klangen. Wissen die beiden überhaupt zu schätzen, welche Überwindung mich das gekostet hat? Nein, natürlich nicht. Für sie bin ich ein kopflastiger Kontrollfreak.
Ich schnappe mir den Kaffee, den sie mir mitgebracht haben, und setze mich auf die Couch. Dem Umstand, dass ich ein kopflastiger Kontrollfreak bin, habe ich es immerhin zu verdanken, dass ich es so weit gebracht habe, ich verstehe also nicht, wo das Problem liegt. Ich bin selbstständig, habe letztes Jahr dieses hübsche Stadthaus gekauft und verdiene genug, um mir hübsche Klamotten und Schuhe leisten zu können, wenn mir danach ist. Mein Leben ist wunderbar, so wie es ist. Ich brauche kein Geburtstagsüberraschungs-Wochenende.
»Jules«, ruft Madison von oben. »Wo ist deine Kosmetiktasche?«
»Meine Güte, lasst mich wenigstens meinen Badezimmerkram selbst packen«, rufe ich zurück.
»Sag einfach, wo das Ding ist. So kompliziert ist es ja nicht.«
»Die Tasche und alles andere ist in der zweiten Schublade. Alles ist farblich markiert. Bringt mir nichts durcheinander!«
Madison macht sich nicht die Mühe, darauf zu antworten. Ja, ich werde umpacken müssen, und sie werden rumzetern, weil es so lange dauert.
Minuten später schleppt Becca meinen Koffer die Treppe herunter.
Ich springe auf. »Stell ihn dort ab. Ich schaue mal durch, was du eingepackt hast.«
»Nichts da«, entgegnet sie mit einem breiten Grinsen. »Wir fahren. Jetzt sofort.«
»Ich möchte nur sichergehen, dass die Klamotten nicht verknittern«, protestiere ich.
Madison taucht hinter mir auf, legt mir die Hände auf die Schultern und dreht mich in Richtung Haustür. »Auf, Jules. Los geht’s.«
Becca öffnet die Tür und trägt meinen Koffer nach draußen, während Madison mich hinterherschiebt. Im Vorbeigehen schnappt sie sich noch meine Handtasche und drückt sie mir in die Hand.
»Schlüssel«, sagt Madison knapp. »Her damit.«
»Was? Wieso?«
»Weil ich verhindern möchte, dass du ins Haus zurückläufst oder mit dem Wagen flüchtest. Ich schließe ab.«
Mit einem finsteren Blick krame ich den Schlüsselbund aus der Handtasche und lasse ihn klirrend in ihre ausgestreckte Hand fallen.
»Danke«, sagt sie mit einem zufriedenen Lächeln.
Ich achte darauf, dass sie die Tür auch richtig abschließt, und folge den beiden zu Madisons Auto.
Becca verstaut meinen Koffer im Kofferraum, in dem bereits zwei Gepäckstücke liegen. Sie scheinen es ernst zu meinen mit der Ankündigung, dass wir das Wochenende außerhalb verbringen.
»Das Geburtstagskind darf vorne sitzen«, verkündet Becca und steigt in den Fond.
»Wenigstens etwas.« Ich nehme auf dem Beifahrersitz Platz, während Madison um den Wagen herum auf die Fahrerseite geht.
»Also gut, Mädels«, sagt Madison und startet den Motor. »Seid ihr bereit für ein unvergessliches Wochenende?«
»Ja!«, jubelt Becca.
Ich ziehe die Brauen hoch. »Yay?«
Madison kramt in der Mittelkonsole. Ihre Unordnung stört mich nicht, weil es nicht meine Unordnung ist, aber ich frage mich, wie sie zurechtkommt in diesem Chaos. Überall fliegt etwas herum. Schließlich holt sie ein silbernes Plastikdiadem mit rosafarbenen Plastikedelsteinen hervor.
»Für die Geburtstagsprinzessin«, verkündet sie.
Ich setze lachend das »Krönchen« auf, werfe einen Blick in den Spiegel und streiche mein hellbraunes Haar glatt. »Sehr sexy. Sagt ihr mir jetzt endlich, wohin wir fahren?«
»Nein.«
Ich schüttle den Kopf, lächle aber. Ich kann den beiden nie lange böse sein. Und auch wenn ich mich unwohl fühle bei so spontanen Aktionen, weiß ich, dass wir gemeinsam eine tolle Zeit haben werden. Wie immer.
Madison fädelt sich in den Verkehr ein und fährt in Richtung Highway. Die Fahrtrichtung wird mir einen ersten Hinweis liefern, und ich bin neugierig, welche Route sie einschlagen wird.
Sie hält an einem Stoppschild und wirft mir einen Blick zu. »Soll ich das Gebäude umfahren?«
»Nicht nötig, geht schon.«
»Das Gebäude« ist das Apartmenthaus, in dem Jacob wohnt. Mein Ex. Mein Gerade-erst-Ex.
»Sicher?«, fragt sie. »Ich kann einen Umweg fahren.«
»Ganz sicher. Es macht mir ehrlich nichts aus.« Das...




