E-Book, Deutsch, Band 1, 145 Seiten
Reihe: BIG FOUR
Kinsley BIG FOUR: Ein Anwalt zum Küssen
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7554-2391-1
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Liebesroman
E-Book, Deutsch, Band 1, 145 Seiten
Reihe: BIG FOUR
ISBN: 978-3-7554-2391-1
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Seattle ... kurz vor Weihnachten. Vier Anwälte - ein Apartment - eine verhängnisvolle Wette. Jay Baxter hätte sein Leben durchaus als perfekt bezeichnet. Er war einer der begehrtesten Anwälte Seattles, hatte mit seinen drei besten Freunden nicht nur eine eigene Kanzlei, sondern auch ein Apartment, das ihnen für ihre Wette Tür und Tor öffnete. Dass Phönix Savas ihm in einer einzigen Nacht so den Kopf verdreht, hätte er niemals für möglich gehalten. Als sie ihn Wochen später um Hilfe bittet, macht er ihr ein unmoralisches Angebot: Solange er für ihr Recht kämpft, muss sie die schöne Frau an seiner Seite spielen. Dies ist der 1. Band der 'Big Four' -Reihe. Die vier Bände spielen zeitgleich in Seattle während der Weihnachtszeit.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
Jay
WOHLTÄTIGKEITSVERANSTALTUNG Wiegende Hüften, dünner roter Stoff und lange blonde Haare, die den tiefen Rückenausschnitt umspielten. Schon eine ganze Zeit lang beobachtete ich Miss America, wie sie sich durch die Menge bewegte. Aber nicht nur ihre Rückansicht war sehenswert. Auch ihr herzförmiges Gesicht hatte es mir durchaus angetan. Die strahlend blauen Augen waren von dichten, dunklen Wimpern eingerahmt. Scharf gezeichnete Augenbrauen verliehen ihrem Aussehen eine Arroganz, die sie sich durchaus leisten konnte. Nur das weiche Lächeln um ihre vollen, rot geschminkten Lippen passte nicht ganz dazu. Ich wollte sie kennenlernen, diese eine Frau, die zwischen all den unzähligen Menschen auf dieser Wohltätigkeitsveranstaltung hervorstach. Und das nicht nur, weil sie rot statt schwarz wie die meisten hier trug. Sie war eine Schönheit und genau das Richtige für mein aktuelles Portfolio. Sie würde meinen Monat definitiv aufwerten. „Cheers!“ Lächelnd prostete ich meinem Freund Keanu zu. Der Whisky hatte genau die richtige Temperatur und war geschmacklich sowieso vom Feinsten. Leicht rauchig und doch mild. Aber was anderes hatte ich auf dieser Veranstaltung auch nicht erwartet. Die jährliche „Seattle Best of Arts“-Wohltätigkeitsveranstaltung war das Event für einen Anwalt wie mich. Hier war jeder, der in der Kunstszene Rang und Namen hatte. Automatisch wanderten meine Blicke zurück zu Miss America, und ich fragte mich, wie sie wohl auf diese Veranstaltung gekommen war. Bildende Kunst? Malerei? Schreiberei? So richtig konnte ich sie noch nicht einschätzen. Irgendwie sah sie mehr aus wie eine Kundin, die hier ihre exklusive Kunstsammlung erweitern wollte. Alles an ihr schrie nach Geld und Klasse. Umso besser für mich, dann stand einer heißen Nacht nichts mehr im Wege. Schließlich sollten sich geschäftliche und private Interessen nicht in die Quere kommen. Okay, ich nahm es nicht immer so genau und stieg durchaus auch mit Klienten ins Bett, aber es war besser, wenn man die zwei Hälften eines Lebens trennte. Als Anwalt, der sich auf Markenrecht und Plagiate spezialisiert hatte, war ich hier genau am richtigen Fleck, um neue Kontakte zu knüpfen und neue Kunden an Land zu ziehen. Meine Freunde begleiteten mich gern auf diese Veranstaltungen. Junge Künstlerinnen mit ihrer freigeistigen, fast schon naiven Art waren genau das richtige für einen prickelnden Abend. Es war zwar nicht gerade so, dass ich einen Mangel an willigen Damen hätte, aber es war nie schlecht, die Augen weiter offen zu halten. Schließlich wollte keiner der Verlierer in diesem Monat sein. Ja, ganz recht: Verlierer. Wir, die Big Four, hatten einen monatlichen Wettbewerb, wer die schönsten Frauen verführte. Schon am Dienstag würde ich mich wieder mit meinen besten drei Freunden in unserem gemeinsamen Apartment treffen, um unsere Blackbooks zu vergleichen. Diesmal war ich mir ziemlich sicher, dass ich ganz gut im Rennen lag. Nach meinem Vortrag an der Seattle Academy of Arts hatte ich viele Zuschriften von jungen Künstlerinnen gehabt, die meinen Rat in Naturalien bezahlen wollten. „Was geht in deinem Kopf vor?“, fragte Zayn und lächelte dabei schalkhaft. Wie ein Mann mit so dreckigem Grinsen Familienrecht als Schwerpunkt haben konnte, war mir ein Rätsel. Strafrecht, okay, aber den besorgten Familienanwalt nahm ich ihm in Momenten wie diesen einfach nicht ab. Vielleicht gewann er aber gerade deshalb bis vor kurzen regelmäßig unsere Apartment-Wette und hatte letztes Jahr sogar den Jahressieg eingefahren. Klar, es klang vielleicht nicht sonderlich erwachsen. Vier überaus erfolgreiche Anwälte, die ihre Abende damit verbrachten, schöne, fremde Frauen in unser gemeinsames Apartment zu locken, um sie dort zu verführen. Aber hey, you only life once, also war man quasi dazu verpflichtet, dieses eine Leben in vollen Zügen zu genießen. Lässig grinsend zuckte ich mit den Schultern. „Hübsche Mädels“, gab ich zurück und nahm einen weiteren Schluck aus meinem Glas, während ich mich umwandte, um die Menge nach Miss America abzusuchen. Ich fand sie sofort, nicht schwierig, da alles an ihr herausstach. Allein die elegante Art, wie sie sich bewegte, der sanfte Schwung ihrer Hüften. Wenn sie sich genau so auf mir bewegen würde, würde diese Nacht ein Volltreffer werden. Die kleine Rothaarige von vor drei Tagen zu toppen würde schwierig werden. Es ging doch nichts über willige Studentinnen, die den Hals – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht zu voll bekamen. Heieiei, wenn ich mit dieser Deep-Throat-Geschichte den Monat nicht gewann, dann wusste ich auch nicht. Dennoch hatte ich mir für diesen Abend fest vorgenommen, eine weitere bildschöne Frau zu absolut grenzwertig dreckigem Sex zu verführen, um den Monat endgültig einzusacken. Immerhin winkte dem Gewinner nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch ein Luxusurlaub auf Kosten des Verlierers. „Du brauchst dich nicht anzustrengen“, entgegnete Reese, den wir wegen seinem Nachnamen alle gern Johnny nannten, auch wenn er es hasste. „Wenn ihr meinen Dreier vom Sonntag seht, streicht ihr freiwillig die Segel.“ Und das „sehen“ meinte er wortwörtlich. Für einen Fotobeweis sorgten wir mit unseren Handys, die unsere Blackbooks ergänzten. Wobei keiner von uns es nötig hatte, sich auf irgendetwas außerhalb der Modelwelt einzulassen. Nun, Miss America würde sie alle toppen, da war ich mir ziemlich sicher. Diese Frau hatte Klasse und würde nicht so leicht zu beeindrucken sein wie die kleinen Studentinnen letzte Woche. Ich trank den letzten Schluck meines Whiskys und stellte das Glas dann auf den runden Stehtisch, um den wir uns versammelt hatten. Es war an der Zeit, dass ich mich an Missys Fersen heftete, bevor jemand anders die Schönheit entdeckte. „Was hast du vor?“, fragte Zayn, als ich mich zum Gehen wandte. Ich grinste frech. „ich gehe auf die Jagd.“ Mein Freund runzelte die Stirn und sah sich im Raum um, um zu sehen, für wen ich mich interessierte. Aber ich wartete nicht darauf, dass er die blonde Schönheit entdeckte. Ich wollte sie für mich allein und in diesem speziellen Fall auch keine Konkurrenz. Ich bahnte mir einen Weg durch die Menge vorbei an alten Bekannten, Klienten und allem, was Rang und Namen in Seattle hatte. Lächelnd schüttelte ich Hände und hielt hier und dort für ein wenig Small Talk inne. Allerdings nie, ohne Missy dabei aus den Augen zu verlieren. „Wir haben uns sehr über Ihren Vortrag gefreut, Mr Baxter“, sagte der Dekan der Seattle University of Arts in diesem Moment und schüttelte mir die Hand. Ich lächelte, war aber nicht ganz bei dem Gespräch, denn Missy umrundete in diesem Moment die Bar und würde gleich aus meinem Sichtfeld verschwinden. „Ja, gern …“, sagte ich abwesend und versuchte zu erkennen, wohin sie verschwinden wollte. Missy wandte sich zu einem Typen um, der sie angesprochen hatte, und lächelte dabei. Verdammte Scheiße, wenn ich mich nicht beeilen würde, ging mir die heißeste Frau des Abends noch durch die Lappen! Das durfte ich auf keinen Fall zulassen. „Vielleicht hätten Sie Ende des Jahres Zeit, das Ganze für die Erstsemester zu wiederholen?“ „Ja“, antwortete ich und kniff die Augen zusammen. „Großartig! Meine Sekretärin meldet sich gleich morgen bei Ihnen.“ „Okay, ich muss leider weiter, hat mich gefreut, Sie wiedergesehen zu haben, Mr Plumberg“, sagte ich und schüttelte schnell erst seine Hand, dann die seiner Gattin, die mich irgendwie immer an einen Esel erinnerte. Nicht nur ihre grauen Haare, sondern auch das Gebiss, das sich immer so übermäßig groß nach vorn schob, wenn sie lächelte. Mit ein wenig Geschick gelang es mir, ohne weitere Zwischenstopps an der Bar anzukommen. Missy unterhielt sich lächelnd mit dem Barkeeper, der Typ, der gerade noch mit ihr gequatscht hatte, war Gott sei Dank weit und breit nicht mehr zu sehen. Elegant schob ich mich neben ihr an den Tresen und lächelte charmant, als sie zu mir aufsah. Aus der Nähe waren ihre Augen noch um einiges beeindruckender. Groß und strahlend. In ihrer Iris spiegelten sich die Lichter der Bar und unterstrichen damit die dunklen Streifen, die das hellere Blau durchzogen. „Sind Sie nicht die Künstlerin, die dieses … Ach, wie hieß es noch gleich … Dieses …“, sagte ich grinsend und schnippte in den Pausen mit den Fingern, als würde es mir auf der Zunge liegen. Dabei hatte ich Missy noch nie gesehen, da war ich mir absolut sicher. Eine Frau wie sie würde man niemals wieder vergessen. Lächelnd schüttelte sie den Kopf. „In einer Branche, in der man von lauter kreativen Köpfen umgeben ist, sollte man doch ein wenig mehr Einfallsreichtum erwarten, als immer wieder diesen alten Anmachspruch auszutesten.“ Lachend stützte ich mich am Tresen ab. „Ertappt“, gestand ich. „Aber zu meiner Verteidigung, er funktioniert ziemlich gut, weil die meisten Menschen auf dieses Ego-Streicheln anspringen.“ Neugierig legte sie den Kopf schief. Ein gutes Zeichen, sie nahm mir die...




