Kirchhoff | Essays zur Weltkrise | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 150 Seiten

Reihe: Philosophische Perspektiven

Kirchhoff Essays zur Weltkrise


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7693-4602-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 150 Seiten

Reihe: Philosophische Perspektiven

ISBN: 978-3-7693-4602-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Weltkrise hält uns in Atem. Sie begann nicht gestern. Und es steht auch nicht an, dass sie morgen überwunden sein wird. Sie reicht in tiefste Bewusstseinsschichten der Menschheit und des Gestirns und betrifft unser aller Leben tagtäglich und unmittelbar, keineswegs nur in den abgründigen geopolitischen Ränkespielen und in ihren Widerspiegelungen in den Krisen der deutschen Gesellschaft. Kein anderer Autor hat sich der Überwindung der Weltkrise so umfassend und tiefgründig, mit philosophischem Geist gewidmet wie Jochen Kirchhoff. Kein anderer Autor setzt so auf die Tiefenkräfte des Menschseins und ihr Potenzial, eine umfassende Transformation der Verhältnisse im kosmischen Kontext herbeizuführen. Die hier versammelten Essays spiegeln seine Impulse in den Kämpfen der Zeit der Corona-Krise ebenso wider wie zeitlose Themen der menschlichen Existenz im Spiegel der Jahreszeiten und seine unermüdliche Kritik an der das Bewusstsein der Menschheit übermächtig beherrschenden Naturwissenschaft. Elf Essays erschienen online im Manova-Magazin, einer im Cicero-Onlinemagazin und ein weiterer auf der Website des Institutes für Kritische Gesellschaftsforschung. Für die freundliche Überlassung der Texte für die Print-Veröffentlichung herzlichen Dank den verantwortlichen Redakteuren und dem jeweiligen Korrektor. Diese Essays von Jochen Kirchhoff in ihrer eigentümlichen Stilistik, die dem Medium Internet und seinen Schreiberfordernissen abgerungen wurde, sollen in ihrer Wiedergeburt als lesbarer Taschenbuchtext ihre Leser erreichen im Sinne der Kirchhoff'schen Gedanken: Du, Mensch, bist gemeint vom Universum. Du kannst den Unterschied machen und Deiner Würde als geistig-kosmisches Wesen gerecht werden, in dem Du Dich als integraler Teil des Ganzen erkennst, annimmst und schöpferisch tätig wahrnimmst. Es ist an der Zeit.

Jochen Kirchhoff, geb. 1944, lebt und arbeitet in Berlin. Er hat in den 1990er und Anfang der 2000er Jahre etwa 150 Vorlesungen zu naturphilosophischen Themen gehalten, von denen einige hier als Transkript abgedruckt sind. Bisher ist nur ein Teil der Vorlesungen als Podcast und Transkript veröffentlicht. Über 400 öffentliche Vorträge zu naturphilosophischen und gesellschaftlich relevanten Themen hat er zudem seit 1980 gehalten. Zahlreiche durchgeführte Seminare u. a. zu geomantischen Themen und zur ganzheitlichen Redigierung von klassischer Musik rundeten seine Lehrtätigkeit ab. Auf seinem YouTube-Kanal sind des Weiteren philosophische Gespräche veröffentlicht, die auch auf zeitgeschichtliche Phänomen aus philosophischer Sicht eingehen. Sein schriftstellerisches Werk umfasst bisher seine naturphilosophische Tetralogie, Arbeiten zur Philosophie der Musik, Monografien, Beiträge in Zeitschriften und Schrifttum zur Bewahrung, Aufarbeitung und schöpferischen Pflege des philosophischen Werkes von Helmut Friedrich Krause. Jochen Kirchhoff ist ausgewiesener Kenner des Werkes von Giordano Bruno, Friedrich Wilhelm Schelling, Novalis, Friedrich Nietzsche, Arthur Schopenhauer und Helmut Friedrich Krause u. v. a. Er beteiligt sich regelmäßig mit Essays und Interviews am gesellschaftlichen Diskurs zu zeitgeschichtlichen Phänomenen und grundlegenden Fragen zur Bewältigung der Bewusstseinskrise der Menschheit aus philosophischer Sicht.
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Der Corona-Blues


Die Coronakrise hat sich zunächst einmal sang- und klanglos verabschiedet. Daran ernsthaft noch rühren möchte wohl nur eine Minderheit. Schwamm drüber also. Oder? Nur keine Aufarbeitung, die alte Wunden aufreißen könnte und die die Mitläufer und Jasager an ihre eigene Blindheit und Feigheit erinnert. Das scheint erstmal mehrheitlich Konsens zu sein. Es gibt auch andere Stimmen, aber die dringen nicht durch.

Doch sich jetzt moralisch überlegen zu fühlen, dass man es „schon damals gewusst hat", bringt wenig. Mir geht es hier um anderes. Ich will einige meiner Eindrücke der letzten drei Jahre umreißen, denen ich auch repräsentativen Charakter zuschreibe, und Schlüsse daraus ziehen.

Als der Corona-Wahn anfing, fühlte ich mich überrumpelt, so dass ich eine Weile brauchte, um das Terrain zu ordnen und ansatzweise zu begreifen, was hier eigentlich geschieht. Was ist das? Wer führt hier Regie? Worum geht es in der Substanz? Wie soll ich mich dazu stellen, persönlich und dann auch öffentlich? Was rollt da auf uns zu? Dass es nicht um Gesundheit ging, war schnell klar. Aber worum dann? Waren es die Superreichen, die Großkonzerne, die Pharmaindustrie, manipulierte und gekaufte Politiker, bösartige und geldgierige Mächte, die die Krise raffiniert lancierten und steuerten, um uns zu ruinieren und zu unterjochen? Fragen dieser Art brachen auf, und ich versuchte mich ihnen zu stellen.

Hier muss ich anmerken, dass ich Anfang 2020 als Philosoph primär unpolitisch dachte. Ich hatte lange eine starke Abwehrhaltung gegen alles Politische. Und dies aus einem tiefen Misstrauen heraus. Die Studentenbewegung, deren Zeuge ich in Berlin an der Freien Universität wurde, hat mich 23/24-Jährigen damals nicht im üblichen Wortsinn politisiert. Ich blieb irgendwie draußen, sah mir das Ganze an, ohne in der Tiefe davon tangiert zu sein. Anders war es dann beim Mauerfall und der Wiedervereinigung. Das packte mich sofort, forderte mich heraus und mobilisierte in mir Handlungsenergien, die ich vorher kaum gekannt hatte. Ich wollte einwirken, gestalten, mitmachen im umfassenden Sinne.

Das wurde sicher auch verstärkt durch meine Freundschaft mit Rudolf Bahro, dem bekannten DDR-Dissidenten, der Ende der Siebzigerjahre in den Westen abgeschoben wurde und nun auch hier politisch tätig wurde, im weiten Sinne ökologisch motiviert, getrieben von dem Grundimpuls, über die ökologische Krise einen kompletten Umbau der Gesellschaft ins Werk zu setzen, der auch spirituelle Züge hatte. Das fand ich in erster Lesart und in der Grundlinie damals richtig, trotz Einwänden im Einzelnen und auch im Prinzipiellen. Wir haben viel darüber gesprochen und diskutiert Ich begann im Herbst 1990 an der Humboldt-Universität zu lehren. Zunächst Sozialökologie, dann zunehmend Naturphilosophie und Wissenschaftskritik. Irgendwann erlosch mein politischer Elan. Ich zog mich wieder auf die Philosophie zurück

Erst Corona hat mich dann erneut und sozusagen grundsätzlich politisiert. Mir war klar, dass es jetzt, also im oder ab Frühjahr 2020, darum ging, klar Farbe zu bekennen, zu begreifen, was hier eigentlich läuft, und daraus auch ganz konkrete, sich im Handeln niederschlagende Schlüsse zu ziehen, was auch geschah. Und dies naturgemäß im Rahmen meiner philosophischen Aktivitäten und Forschungen. Ich fühlte mich als Philosoph sozusagen in die Pflicht genommen. Zunehmend wuchs in mir der Impuls, mit kühlem Kopf das zunehmend massiver, bedrohlicher und auch grotesker werdende Corona-Schauspiel geistig zu durchdringen und meine Stimme zu erheben, ohne direkten Politaktionismus, den ich für verfehlt hielt.

Die absurden Zahlen der Computermodelle, mit denen Politik gemacht wurde, zeigten mir schnell, dass die Machthaber sich an der herrschenden abstrakten Naturwissenschaft orientierten, und dies in schwindelerregender Ahnungslosigkeit, was die tieferen Zusammenhänge dieser Zugangsweise zur Welt überhaupt anbelangt. Das breite Publikum nahm alles ergeben hin. Das verwunderte mich nicht.

Der Kotau – nicht nur der Intellektuellen – vor den Naturwissenschaften und der Mathematik war mir seit vielen Jahren vertraut. Verblüffend und auch neu war für mich nur, dass diese Wissenschaftshörigkeit nun eins zu eins ins politische Handeln rückte und das Schicksal von Millionen von Menschen bestimmte.

Alle Irrtümer und Fehler der abstrakten Naturwissenschaft wurden ohne den Hauch einer kritischen Reflexion übernommen. Die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen der allenthalben vorgetragenen abstrakten Modellrechnungen und -prognosen wurden zunächst gar nicht und dann nur ganz vereinzelt kritisch ins Bild gerückt. Sie erwiesen sich durchgängig als falsch. Nichts stimmte, was lautstark behauptet und propagiert wurde und worauf die politischen Coronamaßnahmen beruhten.

Völlige Fehlanzeige in dieser Hinsicht bei den meisten sogenannten Intellektuellen, die fromm und ergeben jeden Wahn aus dieser Richtung hinnahmen, als müsste es so sein. Ich empfand das als ein unwürdiges und peinliches Spektakel. Die meisten waren auf diesen Punkt gar nicht ansprechbar, wiesen alles von sich. Sie vertrauten mehrheitlich dem, was ihnen als Wissenschaft vorschwebte beziehungsweise ihnen als alternativlos präsentiert wurde. Und hier meine ich nicht nur die politische Vereinnahmung der Wissenschaft, also ihre Manipulation im Dienst der Mächtigen – die trat offen genug zutage –, sondern diese Wissenschaft selbst als abstraktes Erkenntnisprinzip, welches im Grundansatz Leben und Bewusstsein ausklammerte und damit die Vorstellung beziehungsweise Illusion eines toten und sinnlosen Weltalls zementierte.

Der erste Lockdown in Deutschland – um diesen fragwürdigen Begriff aus dem Strafvollzug zu verwenden – ab dem 22. März 2020 wirkte auf mich gespenstisch. Von meiner Wohnung aus kann man einen Spielplatz sehen, der immer voller Leben war. Nun herrschte lähmende Stille. Kein Kinderlachen mehr. Das ganze Gelände war abgeriegelt wie militärisches Sperrgebiet. Damals herrschte übrigens, woran sich viele erinnern werden, über Wochen hinweg ein sozusagen makelloser Himmel. Eine unvorstellbare und zauberische Klarheit Ein krasses Gegenbild zu dem kollektiven Irrsinn, der zunehmend die Gesellschaft erfasst hatte. Und dieser Irrsinn, wie sich dann zeigte, gewann nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Staaten die Oberhoheit.

Meine Nächte wurden zunehmend schwierig. Ich lag oft lange wach und grübelte über das alptraumartige Geschehen, das nun alles zu bestimmen schien. Corona morgens, Corona abends. Corona als Dauerthema. Die Medien überschlugen sich. Die kollektive Angst vor dem Virus war spürbar. Blind taumelten die Menschen in einen von den Herrschenden inszenierten Horrorfilm. Die Maske wurde zum religiösen Symbol. Der sich ihr Verweigernde geriet zunehmend in Bedrängnis. Die Polizei machte sich zum Büttel der herrschenden Politik und agierte vielerorts mit beispielloser Brutalität und Dumpfheit.

So gesellte sich zu der Angst vor einem Killervirus, das bald Millionen von Menschen dahinraffen würde, beziehungsweise der Angst vor der Ansteckung durch dieses winzige Monster, und vor dem Mitmenschen als Virusträger und Virusschleuder, die Angst vor der brutal blind agierenden Staatsmacht.

Argumente kritischer Art, die da und dort auftauchten, vor allem in den alternativen Medien, fanden in der gleichgeschalteten Öffentlichkeit keinen Widerhall, sondern stießen auf beinharten Widerstand. In meinem Tagebuch notierte ich schon am 8. März 2020: „Die Front rückt näher."

Immer und immer wieder, über Wochen hinweg, dieser klare Himmel, dieses Licht in kosmischer Majestät, ein Himmel, der eine von Angst und Wahn bestimmte Gesellschaft überwölbte, als ob es ein Dämon darauf angelegt hätte, uns alle in den Untergang zu peitschen, in die Vernichtung. Oder was war es? Wer mischte uns schmerzhaft hinein? Und dies in planetarem Maßstab. Ich empfand es als einen Feldzug gegen das Genuin-Menschliche und Lebendige zugunsten von dämonischen und tötenden Prinzipien. Warum, so grübelte ich, lassen die Menschen das mit sich machen? Weil sie es akzeptieren, für richtig halten, oder weil sie dazu gezwungen werden, egal wie sie dazu stehen?

Die Angst vor dem Virus, dies begriff ich zunehmend, geriet zur Urangst vor dem Tod überhaupt. Corona war der Tod selbst. Corona war der Sensenmann. Diese Fiktion hatte unzählige Menschen voll im Griff. Als ich im Herbst 2020, wie so häufig ohne Maske, in der S-Bahn saß, rief mir eine weibliche Person zu, als sie den Zug verließ: „Viel Spaß auf der Intensivstation!"

Es gab irgendwann nur einen relevanten Tod, den durch Covid. Alle anderen Tode zählten kaum noch. Die eigentlich seit vielen Jahren bekannten Coronaviren gerieten zu alles beherrschenden und tückischen Ungeheuern. Der berühmte PCR-Test zauberte sie immer wieder neu herbei. Der Test-Positive galt nun als verseucht und damit krank. Und alles musste getan werden, um die Gemeinschaft vor ihm zu schützen. Jeder konnte der unbewusste Mörder des Anderen sein. Daher: Masken auf, möglichst überall.

Eine...



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