Klavan | Angstgrab - Die Schuld wird nie vergessen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 293 Seiten

Klavan Angstgrab - Die Schuld wird nie vergessen

Thriller | Wie gut kennst du wirklich die Menschen, die du liebst?
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-257-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller | Wie gut kennst du wirklich die Menschen, die du liebst?

E-Book, Deutsch, 293 Seiten

ISBN: 978-3-98952-257-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das dunkle Herz einer Kleinstadt: Der Psychothriller »Angstgrab - Die Schuld wird nie vergessen« von Andrew Klavan jetzt als eBook bei dotbooks. In der amerikanischen Kleinstadt Highbury bricht Panik aus, als der junge Peter Blue plötzlich Amok läuft und die örtliche Kirche niederbrennt. Psychologe Dr. Calvin Bradley versucht, zu dem offensichtlich tief verstörten Jungen durchzudringen und stellt bald fest, dass Peter immer wieder von einem Waldstück träumt, das Bradley aus seiner eigenen Jugend kennt. Neugierig geworden sucht er den Ort auf - und beobachtet seine Frau Marie in den Armen eines anderen Mannes. Als derselbe Fremde kurz darauf tot aufgefunden wird, ist im klar, dass Marie etwas damit zu tun haben muss - doch die Polizei hat bald Peter im Visier, der aus der Psychiatrie geflohen ist. Schon bald gerät Bradley in einen gefährlichen Konflikt, in dem jede falsche Entscheidung mehr als ein Leben kosten könnte ... »Andrew Klavan gehört zu den originellsten Krimiautoren Amerikas.« Stephen King Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der fesselnde Thriller »Angstgrab - Die Schuld wird nie vergessen« von Bestsellerautor Andrew Klavan wird alle Fans von Harlan Coben und K.L Slater begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Andrew Klavan wuchs in New York City auf und studierte Englische Literatur an der University of California. Danach arbeitete er als Reporter für Zeitungen und das Radio, bevor er sich ganz dem Schreiben seiner Spannungsromane widmete. Heute gilt Klavan als einer der großen Thriller-Experten der USA. Mehrere seiner Bücher sind mit dem begehrten Edgar-Award ausgezeichnet, für weitere Preise nominiert und/oder verfilmt worden. Die Website des Autors: andrewklavan.com/ Der Autor bei Facebook: facebook.com/aklavan/ Bei dotbooks veröffentlichte der Autor seine Thriller »Todeszelle -Was dir niemand glauben wird«, »Angstgrab - Die Schuld wird nie vergessen sein«, »Todeszahl - Was tief begraben liegt«, »Hilfeschrei - Die Dunkelheit in uns«, »Opferjagd«, »Totenbild« und »Todesmädchen«.
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Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Wenn ich sie weniger geliebt hätte, hätte es vielleicht keinen Mord gegeben. Wenn es weniger Hingabe in dieser Liebe gegeben hätte. Viele Männer führen glückliche Ehen. Zuneigung, Partnerschaft, ernste Gespräche, gemeinsame Ziele. Wenn sie mit blinder Leidenschaft beginnen, verblasst diese auch bald. Der Verstand schaltet sich wieder ein. Wenn ich sie nicht so sehr angebetet hätte, hätte ich klarer sehen können. Vielleicht. Wenn ich klarer hätte sehen können, wäre vielleicht niemand gestorben.

Das hier ist wohl so etwas wie ein Geständnis. Mit so etwas kenne ich mich ein bisschen aus. Schließlich habe ich die meiste Zeit meines Lebens als Erwachsener damit zugebracht, mir Geständnisse anzuhören, und ich kann Sie, die Sie das hier gerade lesen, gleich von Anfang an warnen. Ein Mann, der ein Geständnis ablegt, mag sich für eine Weile großtun. Er kann sich der Wahrheit vielleicht auf Umwegen nähern und dabei versuchen, sie ein wenig herauszuputzen, um seine Würde zu bewahren. Doch letztlich wird er Ihnen das Schlimmste von sich erzählen. Er hat keine Wahl. Seine Schuldgefühle und seine Einsamkeit werden ihn antreiben. Seine Hormone haben ihn voll im Griff, stärker und stärker, bis er schließlich sogar den zivilisierenden Einfluss der Heuchelei hinter sich lässt – was ihm genauso wenig nützt wie Geld einem Sterbenden. Wenn Sie genügend Geduld aufbringen, wird er Ihnen alles erzählen, Erlebtes oder Erträumtes. Kümmern Sie sich nicht um die großen Laster, um die romantischen und die, auf die er insgeheim stolz ist. Er wird Ihnen sein gesamtes, mieses kleines Menschenleben aufbürden, wird Sie durch die Abgründe seiner geifernden Fantasien zerren und Sie mit jedem wehleidigen, ekelhaften Traum von Neid und Boshaftigkeit in seinem schwachen und treulosen Herzen treffen. Was ihn immerhin zu einem gefährlichen Erzähler machen kann. Denn wie jeder andere Erzähler möchte auch er Ihr Mitgefühl haben. Er möchte, dass Sie sich mit ihm identifizieren. Er möchte, dass Sie zugeben, dass er gar nicht so viel anders ist als Sie selbst.

Das ist eine Sache. Und dann geht es um mich persönlich – schließlich bin ich nicht gerade das, was man einen Helden nennt. Fangen wir mit der physischen Erscheinung an. Ich bin eher klein, schmal, weich. Habe ein sanftes Gesicht und schütteres dunkles Haar. Meine Augen sind langweilig braun und haben – auch wenn ich in Hochform bin – Tränensäcke. Damit sehe ich älter aus als zweiundvierzig, auch ernster – und verdammt viel weiser –, als ich bin. Ich bin nicht besonders stark. Ich war nie schnell und wendig. Und mit den Frauen konnte ich es überhaupt nicht gut. Meine Tugenden, wenn ich sie überhaupt so nennen soll, gehören zu der Sorte, denen man bei einem vitalen amerikanischen Mann gemeinhin misstraut. Soll heißen, ich bin intelligent und gebildet. Ich versuche, ehrlich und mitfühlend mit den unglücklichen Menschen umzugehen, die mich aufsuchen. Da mir das Leben so viel geschenkt hat – Geld, Privilegien, Ansehen –, versuche ich, den weniger Glücklichen gegenüber großzügig zu sein. Was noch? Ich bin meiner Frau treu. Ich liebe meine Kinder. Mit anderen Worten, ich bin ein einigermaßen anständiger Bursche, aber alles andere als ein Held.

Wie auch immer – wenn Sie wissen wollen, was geschehen ist, dann bin ich der Erzähler, den Sie jetzt am Hals haben. Da ich gesündigt habe, ist es auch mein Geständnis und meine Geschichte, die ich erzähle. Auch wenn das kaum ein Trost ist – ich weiß wahrscheinlich besser als jeder andere über diese Sache Bescheid. Was auch immer ich sonst noch bin – hier und jetzt bin ich der Mann, der Marie geliebt hat. Und ich bin der Psychiater, der Peter Blue behandelt hat.

Peter Blue. Neunzehn Jahre alt. Sanft, verträumt, hart arbeitend, religiös. Und eines Samstags nachts Ende August schlug er seine Freundin, fuhr dann zur Oak Ridge Road und steckte die Trinitiy Church in Brand.

Seine Freundin Jenny Wilbur rief sofort nachdem Peter ihr Haus verlassen hatte die Polizei an. Ihre Stimme auf dem Band der Notrufzentrale klang zunächst laut und verzweifelt und tränenreich: »Er wird sich umbringen! O Gott! Wir hatten einen Streit! Jetzt will er sich eine Pistole besorgen!«

»Hat er Sie bedroht? Hat er Sie geschlagen?«, fragte Sharon Calley, die Sachbearbeiterin. »Sind Sie verletzt – hat er Ihnen irgendetwas angetan?«

Sofort wurde Jennys Stimme schwach und traurig. »Er wollte das nicht«, sagte sie. »Sie müssen ihm helfen. Bitte. Er sagt, er wird sich eine Pistole besorgen.«

Zu dem Zeitpunkt war im Recyclingcenter, der Mülldeponie an der Fair Street, wo Peter manchmal arbeitete, schon der Alarm ausgelöst worden. Der Streifenbeamte, der dem Alarm nachging, traf Jason Roberts, den Betreiber der Anlage, in seinem Büro an.

Roberts berichtete, dass jemand in sein Büro eingedrungen sei und den Safe aufgebrochen habe. Tatsächlich fehlte einzig und allein sein alter Smith & Wesson Revolver Model 10.

Doch schließlich war es Orrin Hunnicut, der Polizeichef von Highbury, der über Peter stolperte. Ich werde Hunnicut kurz beschreiben, weil er in dieser Geschichte eine große Rolle spielt.

Erst mal war der Mann an sich schon gewaltig. Er war an die einsfünfundneunzig groß. Hatte im College Football gespielt und besaß mit dreiundsechzig noch immer diese Statur. Breite Schultern, massige Arme, ein draufgängerischer Brustkorb und ein noch draufgängerischer vorgewölbter Bauch. Kein Hals. Sein Kopf saß einfach wie ein massiver Klotz auf diesem gigantischen Körper. Das Gesicht war irgendwie fleischig und gleichzeitig steinhart. Blasse, rötliche Haut ums Kinn herum. Dünne Lippen und kleine harte Augen. Er hatte kurz geschnittenes Haar, das abstand wie ein zorniges Feuer, das aus seinem Kopf herauszuschlagen schien.

Was ich sagen will ist: Er war ein harter Knochen. Und in letzter Zeit war er sogar noch härter geworden. Seine Frau war nach fünfunddreißig Ehejahren in diesem Winter gestorben. Ein freundliches, aber reizbares kleines Geschöpf, das einfach so dahinschwand. Meine Frau hatte im Rahmen ihrer Kirchenarbeit geholfen, sie bis zu ihrem Ende zu pflegen. Seit ihrem Tod jedenfalls war sein Gesicht noch versteinerter als zuvor. Und die harten Augen schienen noch kleiner geworden zu sein. Sie waren nun kaum mehr als schwarze Punkte, die aus der Tiefe des rötlichen Steins blitzten.

Und seit dem Tod seiner Frau verbrachte Chief Hunnicut, obwohl es in Highbury kaum Straftaten gab, fast seine gesamte Zeit auf dem Polizeirevier. Deshalb fuhr er auch an jenem Samstag so spät nach Hause, etwa um Mitternacht herum. Er fuhr in seinem Dienstwagen, einem Chevrolet Blazer, langsam über die mit Laub bedeckte Oak Ridge Road nach Hause. Es war eine warme feuchte Nacht. Dichte Wolken bedeckten den Himmel. Keine Sterne, aber ein heller dunkelsilberner Fleck im Südwesten, wo sich der Vollmond versteckt hatte. Der Turm der Trinity Church hob sich gegen diesen Fleck ab, und der Glockenturm und die Verschalung waren in diesem Widerschein deutlich sichtbar. Da der Rest der Kirche im Schatten der umstehenden Bäume stand, konnte Hunnicut den seltsamen rosafarbenen Schimmer ausmachen, der hinter den nach Osten hinausgehenden Fenstern wogte.

Mit quietschenden Reifen hielt er am Straßenrand. Eine fleischige Hand hob das Funkmikrofon an seine Lippen, noch während er aus dem Geländewagen mit Allradantrieb ausstieg.

»Hier ist Chief Hunnicut, schickt die Feuerwehr zur Oak Ridge. Bei uns hier brennt die gottverdammte Kirche.«

Was als Nächstes geschah, erfuhr ich zum Teil aus dem Polizeibericht, zum Teil von Hunnicut selbst und zum Teil auch aus seiner komischen, aber vielleicht nicht ganz wahrheitsgemäßen Schilderung des Staatsanwalts. Was ich hörte, war Folgendes:

Hunnicut ging mit donnernden Schritten zur Kirche hinauf. Er versuchte, die Doppeltür zu öffnen. Vergeblich; sie war verschlossen. Also nahm er Anlauf und rammte sie ein. Mit einem einzigen Stoß seiner gewaltigen Schulter. Die Türen flogen nach innen. Und Hunnicut flog hinterher.

Der Anblick, der sich ihm bot, hätte einen schwächeren Mann als ihn erzittern lassen. Zwei Kirchenfahnen, die an den vorderen Säulen hingen, standen in Flammen, so dass der Mittelgang von zwei Feuersäulen eingerahmt war. Zwischen ihnen fing das riesige goldene Kreuz an der Wand über dem Altar den Schein der Flammen ein und loderte dunkelrot auf. Dicker Rauch stieg darunter auf, breitete sich über den Kirchenbänken aus und zog zu den Dachsparren hinauf.

Einen Moment lang blieb unser Chief reglos und ungeschlacht auf der Türschwelle stehen und warf dem Feuer einen einschüchternden Blick zu. Und dann tauchte unter dem glühenden Kreuz und aus den Tiefen des Rauchs, eingerahmt von Dunkelheit und dem prasselnden Feuer, die Gestalt eines Mannes auf. Der große, schlanke Peter Blue trat durch das brennende Portal. Hunnicut konnte den wilden Ausdruck auf seinem Gesicht erkennen. Er konnte auch die Pistole sehen, die Peter umklammerte.

»Verschwinden Sie!«, rief Peter. Er hob die Pistole. »Hauen Sie verdammt noch mal ab!«

Das reichte. Hunnicut stampfte durch den Mittelgang auf ihn zu, schob sich ungerührt durch das Feuer, riss Peter den Revolver aus der Hand, und ohrfeigte den Jungen – peng, peng – zwei Mal.

»Du bedrohst mich mit einer Pistole, du kleiner Scheißer?«, schrie er, während die Flammen um sie herum loderten. »Ich werde dir damit deinen gottverdammten Hintern abwischen!« Er packte Peters Haare am Hinterkopf, zerrte ihn auf die Zehenspitzen, und führte ihn durch den Mittelgang zur Tür. »Du bist verhaftet wegen Brandstiftung und dem ganzen Scheiß, du Vollidiot! Bis du aus dem Gefängnis rauskommst, sind alle, die du mal...



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