Klein | Eine Geschichte | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Klein Eine Geschichte


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7534-3060-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-7534-3060-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Cyrille hat gerade erst die Schule gewechselt. Doch neben den normalen Dingen wie dem Unterricht, neuen Freunden und lauten Jungs, gibt es auch viel Unerklärliches: Warum treibt sich diese fremde Frau ständig auf dem Pausenhof herum? Was weiß ihr Geolehrer darüber? Und wie hängt all dies mit ihrer unfreundlichen Klassenkameradin Bruneline zusammen?

Kathrin Klein war bei Vollendung dieses Buches 15 Jahre alt und besuchte die 10. Klasse eines Gymnasiums. Sie alltagte mit ihrer Familie zwischen Nürnberg und Würzburg. Auf die Idee dieses Buches kam sie während eines Familienurlaubs in Südtirol, als sie wegen eines Schluckaufs nur `Jette´ statt `jetzt´ hervorbrachte.
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Die neue Klasse


Cyrille lag noch immer wach in ihrem Bett und durchlief in Gedanken noch einmal die Ferien, da morgen ein neues Schuljahr beginnen würde.

Sie war mit ihrer Familie in Deutschland am Bodensee gewesen, hatte Rudern gelernt, ihrer Großtante, die dort seit fünf Jahren lebte, beigebracht wie man Emails verschickt und die süßesten Eichhörnchen der Welt gesehen.

Sie hatte viel Spaß dort gehabt, obwohl sie Deutsch kaum verstand. Zum Glück konnten die meisten Englisch.

Zurück in Nord-Südland hatte sie ihrer Klasse mitgeteilt, dass sie die Schule wechseln würde und viele ihrer Freunde so schnell nicht wiedersehen könnte.

Cyrille hatte es ihnen nicht früher erzählt, damit diese es ihr nicht hätten ausreden können, doch jetzt waren sie wütend auf sie, weil sie es nie erwähnt hatte, und wollten sie gar nicht mehr sehen.

Sie wusste nicht, wie sie es wieder regeln sollte, sie hatte sich nicht einmal richtig verabschieden können.

Darüber war sie traurig, doch sie hatte einen wichtigen Grund für ihren Wechsel: Sie wollte zur selben Schule gehen wie ihre Schwester Carola.

Diese ging in der Stadt, in der sie lebten, zur Schule, zum Siegesmund-Eberhardt-Gymnasium.

Cyrille war damals noch an der Schule ihrer alten Heimatstadt eingeschult worden, von der sie drei Monate später weggezogen waren.

An der für sie neuen Schule musste sie Schuluniform tragen, jedoch durfte jeder Schüler selbst entscheiden, welche Farbe er trug solange es das gleiche Modell war.

Erst gestern war das Paket mit fünf Hosen, drei Röcken und acht Pullovern in unterschiedlichen Farben gekommen.

Cyrille hatte eigentlich hauptsächlich orange und lila, ihre Lieblingsfarben, gewollt, doch ihre Mutter meinte, das wäre zu auffällig, um es jeden Tag zu tragen, und nun waren auch weiß und schwarz dabei.

Modeschmuck zu tragen war erlaubt, doch echter Schmuck war verboten, was für Cyrille kein Problem war, da sie nur Haarbänder trug.

Durch die unterschiedlichen Farben war es zwar nicht mehr wirklich eine Uniform, doch wenn es keine Möglichkeit gegeben hätte, sich selbst auszudrücken, hätten viele Schüler es anderweitig versucht und es vermutlich damit übertrieben, was garantiert nicht Sinn und Zweck der Sache war.

Cyrilles Mutter hätte zwar nur schwarz und weiß bestellt, da sie glaubte, dass die meisten dies tragen würden. Doch weil sie Carolas grün und blau akzeptiert hatte, musste sie auch hier nachgeben.

Während Cyrille noch über das alles nachdachte übermannte sie der Schlaf, wobei er sie eher überfraute, da sie ein Mädchen war, was in der Grundschule aufgrund ihres doch eher seltenen Namens nicht alle sofort gemerkt hatten.

Dies war ein weiterer Grund für ihre hüftlangen Haare, da Jungs diese doch eher selten trugen. Doch darüber, und ob sie in ihrer neuen Klasse gleich als Mädchen erkannt werden würde, konnte sie jedoch nicht mehr nachdenken, da sie ja bereits schlief.

Am nächsten Morgen weckte sie ein seltsames Kratzen und sie wusste auch sofort, was es war, nämlich die Krallen von Tom, dem Kampfdackel, an Carolas Zimmertür.

Cyrille stand auf, um ihn zu beruhigen. „Oh nein, jetzt fängt er auch noch an zu bellen!“

„Cyrille, Carola, was ist denn schon wieder mit dem Hund los?“ Cyrilles Mutter kam den Gang entlang.

Cyrille zerrte Tom von der Tür weg und schaffte es, die Lautstärke von einem Bellen auf ein Winseln zu reduzieren. „Er hat doch die ganzen Ferien hier drin nicht gebellt, und heute am ersten Schultag fängt er wieder an!“, rief Cyrilles Mutter und sah so aus, als ob sie nicht wüsste, ob sie Cyrille oder Carola die Schuld geben sollte.

„Die Ferien über sind wir später ins Bett und Tom versteht nicht, warum jetzt alles anders ist“, versuchte Cyrille ihn zu verteidigen, doch ihre Mutter war immer noch wütend: „Ihr müsst eben früher ins Bett, damit ihr morgens früher aufstehen könnt, das ist wichtig. Wenn er morgens immer bellt, dann schmeißen die Vermieter uns irgendwann noch raus! Wo ist jetzt Carola? Carola!“

„Ich muss noch fertig lesen.“

„Was musst du denn jetzt noch lesen, du bist doch gestern mit dem Buch fertig geworden!“, rief ihre Mutter und sah Tom immer noch streng an.

„Ich hab schon wieder ein neues angefangen“, kam ihre Antwort.

Cyrille lachte, ihre Mutter atmete tief schnaufend ein, als Carola endlich die Zimmertür öffnete.Tom sprang sie sofort an und warf sie zu Boden.

Cyrille versuchte, sie zu befreien und als sie es schließlich geschafft hatte, kam ihr Vater aus der Küche und rief: „Frühstück ist fertig!“

Das war es, was sie jetzt alle brauchten.

Cyrilles Vater hatte Rühreier gemacht, doch Tom bekam nur Trockenfutter, worüber er sich sehr ärgerte. Carola gab ihm unter dem Tisch ein paar Schinkenwürfel, was niemand bemerkte, weil ihre Mutter am Telefon mit einer Freundin redete, ihr Vater die Zeitung las und Cyrille sich zu viele Gedanken über die neue Schule machte: ´ , dachte sie traurig.

Ihre Mutter hatte endlich aufgehört zu telefonieren. „Carola, nochmal zu Tom: Könntest du ihm bitte beibringen, dass er morgens nicht bellt?“

„Warum? Ist doch ein super Wecker“, erwiderte diese und streichelte Tom.

„Aber nicht jeder in diesem Haus will um diese Zeit aufstehen!“ „Das denkst du, Mama, aber ich sage dir, dass das Treppenhaus jeden Morgen um sieben Uhr voll ist, weil fast jeder um diese Zeit außer Haus geht.“

„Ja, aber eben nur jeder, meine Liebe, du wolltest ihn doch sowieso für das Turnier in drei Wochen trainieren, das kannst du doch bestimmt noch mit unterbringen, hm?“

„H-hm“, machte Carola, die schon längst wieder beim Essen war.

Die Zeit verging schnell und Cyrille und Carola mussten los (sie wohnten nur fünf Minuten von der Schule entfernt).

Das Treppenhaus war wirklich sehr voll und die Nachbarn ließen kein Wort über Tom verlauten.

Cyrille machte sich derweil wieder Gedanken über ihre neue Schule, die für Carola nichts besonderes mehr war; „Also, wo ist nochmal die Mensa?“ „Zwischen den Musik- und den Kunstsälen.“ „Und wo ist der Wasserspender?“ „In der Aula, gleich neben der Eingangstür.“

Cyrille stellte noch viele weitere Fragen, bis sie sich schließlich trennen mussten, da ihre Klassenzimmer in unterschiedlichen Gängen waren. Sie vergewisserte sich dreimal, ob es wirklich ihr Klassenzimmer war, bevor sie hineinging.

Wie sie es erwartet hatte, trug niemand weiß und schwarz, sie hatte sich also nicht umsonst für ihre bunte Variante entschieden.

Die Klasse schien recht normal zu sein, mit Ausnahme zweier streitender Mädchen neben der Tür.

Das eine Mädchen hatte einen hässlichen Dutt, schlecht überschminkte Pickel und verklumpten Eyeliner auf den Wimpern, ihre Uniform war pink und blau. Sie hielt ein gefälschtes iPhone in der Hand und versuchte das andere Mädchen, welches blau und schwarz trug, zu photographieren.

Diese jedoch hielt ihre Hände vors Gesicht und versuchte, auch ihre Haare zu verdecken, welche abstanden und grau waren.

„Boah, ey, Fetti, jetzt lass mich'n Foddo machen, damit meine Follower wissen, wie hässlich du bist!“

Ein blondes Mädchen in rot und blau stürmte an Cyrille vorbei und auf das Mädchen mit dem Handy zu.

Sie schlug es ihr aus der Hand, was dem Mädchen gar nicht gefiel: „Boah, maan, bist du blöd, Sabrina? Jetzt is mein tolles iPhone bestimmt kaputt, ey!“

„Bruneline, wir wissen beide, dass es gefälscht ist und Jette weiß es auch.“

„Fetti weiß gar nix, die is dumm wie Brot. Wollt ich ja auch meinen Followern zeigen, aber du musst ja immer Fetti beschützen, weil sie es allein nicht schafft!“ Bruneline lachte abwertend und schubste Sabrina weg.

„Du hast nicht mal Follower, hattest du noch nie und wirst du auch nie haben!“, rief Sabrina und rieb sich die Schulter.

„Äh, Sabrina, wie löscht man die Fotos?“ Jette hatte Brunelines Handy, welches doch nicht kaputt war, aufgehoben und wollte die Fotos, die Bruneline von ihr gemacht hatte löschen, doch bei der Fälschung schien es nicht zu funktionieren.

„Gib mir mein Handy, du blödes Vieh!“ Bruneline wollte Jette ins Gesicht schlagen, doch Sabrina hielt sie zurück.

Cyrille wusste, dass sie Jette und ihr helfen musste und somit ging sie zu Jette und löschte die Fotos.

Gerade als das letzte weg war, riss Bruneline sich los und stürmte auf Cyrille und Jette zu.

Jette machte vor Schreck aus Versehen ein Foto von Bruneline. Diese riss den beiden das Handy aus den Händen, schubste sie gegen das Fensterbrett...



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