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E-Book

E-Book, Deutsch, 389 Seiten

Klein Erwacht


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7541-9491-1
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 389 Seiten

ISBN: 978-3-7541-9491-1
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



London: Eine Begegnung mit ungeahnten Folgen. Eine Studentin mit einer ungewöhnlichen Begabung trifft einen Profisportler, der nach dem Sinn des Lebens sucht... Der charmante Sportler David verursacht mitten in London einen Unfall. Bei einem riskanten Manöver übersieht er die Künstlerin Vanessa, die gerade die Straße überqueren möchte. Anstatt auf einen Krankenwagen zu warten, begeht er jedoch Fahrerflucht. Doch das Schicksal der jungen Frau lässt ihn nicht mehr los. Kaum hat sich Vanessas Zustand gebessert, taucht David unerwartet bei ihr auf.  Sie verliebt sich in ihn, ohne die Wahrheit über seine Identität zu kennen... Kann ihre Liebe wirklich eine Chance haben?

John Klein folgt stets seiner Leidenschaft für bewegende Schicksale. Bereits in jungen Jahren schrieb er seine ersten Kurzgeschichten. In seinen Werken verschwinden seither die Grenzen der verschiedenen Genres. Sie nehmen den Leser mit auf einer Achterbahnfahrt durch die Höhen und Tiefe der menschlichen Sehnsüchte. Der Autor hat Kunstgeschichte studiert, lebt und arbeitet in Berlin.
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2. Gestatten, Ralph Griffin




Der monotone Klingelton hallte schon seit Minuten im gesamten Erdgeschoss.
David lag am nächsten Morgen auf seinem Sofa. Zögernd kam er zu sich und versuchte gegen die Müdigkeit anzukämpfen.
Das Sonnenlicht fiel durch die großflächigen Fenster ins luxuriöse Wohnzimmer hinein.
Sein Blickfeld war noch verschwommen, als er zum Marmorkamin hinübersah. Die gesamte Möbelgarnitur, im ersten Stockwerk seiner Villa, bestand aus hochwertigen, lachsfarbenen Leder.
In der Mitte des Raumes stand ein oval förmiger Couchtisch aus kostbarem Onyx. Sein Handy lag auf der Tischplatte und wiederholte die gleiche eintönige Tonreihenfolge.
David wunderte sich über seinen Aufenthaltsort.
Er zwinkerte ungläubig mit den Augen und wollte es dennoch nicht wahrhaben.
Warum befand er sich im Wohnzimmer und wie war er überhaupt dorthin gekommen? Die Antwort musste unangenehm sein.
Jeder vernünftige Mann, der an einem unbekannten Ort aufwacht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
Doch zumindest war es bequem, auf einem zehntausend Pfund Sofa zu schlafen. David hatte die Augen längst wieder geschlossen, als er die Stimme eines Mannes hörte: »Du mieser Lügner! Glaubst du, dass du damit durchkommen wirst?«
Die Stimme klang zu allem entschlossen und duldete keine Einwände.
David vermutete brutale Einbrecher und schlug erschrocken die Augen auf. Danach drehte er sich um und wollte nach seinem Mobiltelefon greifen. Die Person im Hintergrund sprach unbeeindruckt weiter.
Nachdem David sein Handy genommen hatte, drehte er sich zur anderen Seite des Wohnzimmers.
Er machte sich bereit, eine vermummte Gestalt zu sehen.
Jeden Moment wollte er den Notruf wählen und dann nur noch wegrennen. Bevor er allerdings das Handy ans Ohr halten konnte, bemerkte er, dass er alleine im Wohnzimmer war.
Auf der anderen Seite des Raumes sah er nur seinen Fernseher. Das Gerät war sogar noch eingeschaltet.
Das war nur ein Film? David schüttelte peinlich berührt den Kopf. Irgendwas musste letzte Nacht vorgefallen sein.
Weder hatte er den Fernseher ausgeschaltet, noch hatte er seine schwarze Jeans und sein T-Shirt ausgezogen.
Allmählich beruhigte er sich ein wenig. Er trat langsam nach vorne und sah sich im Wohnzimmer um. An den Wänden hingen noch immer einige Original Gemälde von bekannten zeitgenössischen Künstlern.
Die chinesischen Vasen in den Vitrinen waren aus kostbarem Porzellan und auch die übrige Dekorration bestand aus wertvollen Unikaten.
Sein Blick richtete sich auf die Kommode, am anderen Ende des Wohnzimmers. Dort waren seine zahlreichen Preis-Trophäen, neben eingerahmten Bildern aufgestellt.
Auf den Fotografien posierte David Anderson, neben bekannten Schauspielern, Fotomodells und Musikern.
Jeder hätte auf einen Blick erkannt, dass er ein unfassbar, glücklicher Mensch sein musste. David drehte sich zum Fernseher und kam näher heran.
Am unteren Rand des Bildschirms, las er die eingeblendeten Eilmeldungen: POLIZEI fasst gesuchten BANKRÄUBER-UNFALL IN DER RASERSZENE? Eine Frau wird in der Innenstadt schwerverletzt. Die Fahrer entkommen unerkannt-
Erst jetzt kehrte seine Erinnerung bruchstückhaft wieder zurück.
Es gab einen guten Grund, weshalb er unbedingt die vergangene Nacht vor dem Fernseher verbracht hatte. Weshalb er auch sämtliche Nachrichtenkanäle durchgegangen war.
Als ihm wieder der Unfall von gestern Morgen einfiel, senkte er den Blick und starrte mit schlechtem Gewissen zum Fußboden
Zwei schreckliche Fehler hatten sein Leben schlagartig verändert. Der erste Fehler hatte zur Folge gehabt, dass er einen Unfall gebaut hatte.
Der zweite war gewesen, das er Fahrerflucht begangen hatte, um seine Karriere zu retten. Allerdings hatte David herausfinden können, dass Vanessa Turner ins London East Krankenhaus eingeliefert worden war.
Eine viertel Stunde später kam er aus dem Masterbad, der sich im ersten Stockwerk befand. Er trug einen cremefarbenen Bademantel und Sandalen. Seine Haare waren noch nass und klebten an seiner Stirn.
In der Küche angekommen, setzte er Kaffee auf und öffnete den Kühlschrank, als er sein Handy hörte. Mit seinem Ellbogen schloss er den Schrank wieder und ging nach nebenan ins Wohnzimmer. Sein Handy lag noch dem Couchtisch und zeigte zwei ungelesene Nachrichten.
Die erste Mitteilung stammte von seiner Freundin Kelly und war erst vor wenigen Sekunden übertragen worden.
Bei der zweiten Meldung wurde, als Absender nur eine Handynummer anzeigt. Sie war eingegangen, als er noch unter der Dusche gewesen war. Die Nachricht lautete:

Ich melde mich wegen meiner Tochter Vanessa. Sie haben uns eine Nachricht geschickt.
Hoffentlich kann ich ihnen vertrauen. Rufen sie mich bitte an: +44 20 9646 544 2
Ich erwartete ihren Anruf.
Andrew Turner

David las sich mehrmals die eingegangene Nachricht durch.
Er hatte noch die Möglichkeit gehabt, sie zu löschen und die ganze Angelegenheit zu vergessen. Schließlich hätte die Frau, die er angefahren hatte auch aufpassen können…
Der Kaffee war noch halbvoll und das Frühstück ungerührt, als David ins Wohnzimmer ging und sich auf seiner Couch setzte.
Das Tageslicht fiel auf den sorgsam gepflegten Rasen seines Grundstücks.
Das Anwesen bot ausreichend Platz für mehrere Tennisplätze, aber seine Freundin Kelly, war der Meinung, dass der Tennissport nur etwas für betagte Männer sei. David stellte sich Andrew Turner, als genauso einen alten Mann vor.
Andrew war bestimmt ein besorgter Vater, weil seine Tochter im Krankenhaus lag. Wegen eines Unfalls, was ein übereilter Millionär verschuldet hatte.
Trotz seiner Anspannung versuchte David so gut er konnte sich zu konzentrieren.
Beim Gespräch wollte er sich zurückhalten und nur Vanessas Vater zuhören. Obwohl Zuhören noch nie seine Stärke gewesen war.
David hob den Kaffeebecher und nahm einen Schluck. Es schmeckte scheußlich.
Er hätte es am liebsten weggekippt, doch er versuchte sein Temperament zu beherrschen.
Der wichtigste Anruf seines Lebens stand ihm nun bevor.

Nachdem er die Tasse vor sich auf dem Couchtisch gestellt hatte, wählte er konzentriert die Handynummer von Vanessas Vater.
Ungeduldig starrte er dabei hinaus auf den Pool. Letztlich hoffte er, dass niemand abheben würde, denn sein Herzschlag wurde mit jedem Freizeichen immer schneller.
»Turner!«, meldete sich eine männliche Stimme.
»Äh…Hallo?!«, erwiderte David.
»Ja? Wer ist dran?«
»Ich bin froh, dass ich sie erreiche…«
»Mit wem wollen sie sprechen?«
»Ich heiße Ralph…Ich rufe wegen ihrer Tochter an…«
»Griffin? Sind sie dieser Ralph Griffin?«
David Anderson runzelte kritisch die Stirn. Natürlich existierte kein Ralph.
Es existierte nur eine schwerverletzte Frau, die er angefahren und im Stich gelassen hatte.
»Ja. Ich war mir nicht sicher, ob der Kurier-«, sagte David.
»Warum haben sie das eigentlich getan?«
»Tut mir Leid…Ich weiß, sie sind jetzt in einer schwierigen Situation. Doch wir müssen uns unbedingt unterhalten…«
Nach einer kurzen Bedenkzeit, vernahm David wieder die Stimme von Vanessas Vater: »Worüber wollen sie sich mit mir denn unterhalten?«
»Ich würde gerne erfahren, wie es ihrer Tochter Vanessa geht. Bitte sagen sie mir, dass sie es überstanden hat!«
»Vanessas Zustand hat sich heute früh etwas stabilisiert. Wir sind mit den Ärzten in Kontakt. Kann ich sie etwas fragen?«, fragte Andrew.
»Ja, natürlich...«
»Sagen sie mir bitte die Wahrheit…Haben sie den Unfall meiner Tochter mitangesehen?«
David musste innehalten und darüber nachdenken.
Am anderen Ende der Leitung wurde es zunächst ungewöhnlich still. David drehte sich unruhig zurück, schüttelte den Kopf und konnte dennoch nichts gegen seine Anspannung tun.
Daraufhin teilte er Vanessas Vater mit, dass er zufällig in einem Lokal in der Nähe gewesen war. Dann habe er einen fürchterlichen Aufprall gehört gehabt, woraufhin er eilig nach draußen gerannt war.
Er habe einen Wagen gesehen und einen Mann, der vor der verletzten Vanessa stand.
»Das ist schrecklich! Können sie sich noch an den Fahrer erinnern?«, fragte Vanessas Vater.
»Es ging alles so schnell…Kaum war ich draußen, schon ist er in seinem Wagen gestiegen! Ich bin noch hinterhergerannt und fand ihre Tochter bewusstlos am Straßenrand.«
»Wir hoffen dass die Polizei diesen feigen Raser finden wird! Er ist weitergefahren und hat unsere Vanessa verletzt zurückgelassen!«
»Ich kann ihre Situation nachvollziehen…Würde es ihnen etwas ausmachen, wenn wir in Kontakt bleiben? Es wäre mir wichtig, zu erfahren, ob es ihrer Tochter besser geht.«
»Wie haben sie sich das vorgestellt?«
»Ich könnte Vanessa eine Nachricht schreiben, nur einige Zeilen! Vielleicht würde sie sich darüber freuen…Es würde mir nichts ausmachen. Ich mache das gern.«
»Haben sie es nicht mitbekommen, Mr. Griffin? Meine Tochter ist gar nicht bei Bewusstsein! Sie vergeuden damit nur ihre Zeit!«
»Sie haben vielleicht Recht. Es war auch nur ein Vorschlag gewesen. Ich möchte sie nicht länger aufhalten…«
»Was soll ich dazu sagen? Ich bin ihnen dankbar, dass sie sich um Vanessa Sorgen machen. Doch ich sollte zuerst mit meiner Frau darüber reden…«
David vernahm deutlich, wie der Hörer weggelegt wurde.
Inzwischen saß er nervös in seinem Sessel und spürte am ganzen Körper eine Gänsehaut. Seine linke Hand berührte seinen Nacken, während seine Kopfschmerzen unerträglich wurden.
Nach einigen Minuten nahm Andrew wieder den Hörer und sagte: »Meine Frau und ich haben darüber...



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