Klein | Fuck Buddies - Band 3: Wilde Spiele | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 109 Seiten

Reihe: FUCK BUDDIES

Klein Fuck Buddies - Band 3: Wilde Spiele

Erotische Phantasien
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95885-036-1
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Erotische Phantasien

E-Book, Deutsch, Band 3, 109 Seiten

Reihe: FUCK BUDDIES

ISBN: 978-3-95885-036-1
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



'So einer wie er würde ihm aller Voraussicht nach eher eine aufs Maul hauen, als sich anfassen zu lassen. So einer wie er könnte alles mit Mark machen. So einer wie er ... Mark merkte, wie ihm die Knie weich wurden.' Ein schüchterner Blick, ein vorsichtiges Herantasten ... doch dann geht es ganz schnell. Sie begegnen sich in einer U-Bahn-Station und einem Café, im Internet und einem Hotelzimmer: Vier Männer, die sich wie magisch voneinander angezogen fühlen - und deren Körper mehr als bereit sind für wilde Spiele ohne Tabus ... FUCK BUDDIES: Starke Kerle, schwuler Sex und jede Menge prickelnde Überraschungen! Jetzt als eBook: 'Fuck Buddies: Wilde Spiele' von Paul Klein. Lesen ist sexy: venusbooks - der erotische eBook-Verlag.

Paul Klein, geboren 1971 in Hessen, lebt in Berlin und München. Er arbeitet als freier Autor und Redakteur und veröffentlichte unter anderen Namen bereits sechs Sachbücher zum Thema Leben und Liebe, Kurzgeschichten und zahlreiche Artikel in Magazinen. Paul Klein veröffentlichte bei venusbooks bereits die schwulen erotischen Romane 'FUCK BUDDIES: Wilde Spiele', 'FUCK BUDDIES: Männerparadies' und 'FUCK BUDDIES: Der Weihnachtmann kommt'. Der Autor im Internet: www.facebook.com/autor.paul.klein
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Sandokan


Ein Mittwoch wie jeder andere, am späten Nachmittag

Noch ein paar Sekunden, und er hätte diesem diabolischen Blick nicht länger standhalten können. Dieses Monster hatte ihn durchschaut. Sah durch seinen Designeranzug hindurch bis in die Untiefen seiner Seele. Sein Blick fraß sich durch sein Sakko, seine Krawatte, sein Hemd, durch seine behaarte Brust, durch all seine Hautschichten bis tief hinein in sein Innerstes. Wenn dieses blöde Kind nicht bald einen anderen Menschen in diesem völlig überfüllten U-Bahn-Wagen anvisierte, würde er es wohl oder übel erwürgen müssen. Hässliches, fettes, von der auf der Fernsehcouch vor sich hin vegetierenden Kettenrauchermutter gnadenlos verwöhntes Blag.

Ist es denn so offensichtlich, was ich gleich tun werde?

Mark hatte einen Scheißtag hinter sich. Nichts im Büro war ihm heute gelungen. All seine Budgetpläne waren von seinem Vorgesetzten mit einer Arroganz vom Tisch gefegt worden, die er bis dato nur aus Mafiafilmen gekannt hatte. Dann war er auch noch mit seiner Kollegin aneinandergeraten, die im Anschluss daran nichts Besseres zu tun gehabt hatte, als sich heulend im Damenklo einzusperren.

Typisch Frau, gleichberechtigt die Karriereleiter nach oben steigen wollen, aber bei der leisesten Kritik die Heulflatter aufs stille Örtchen machen …

O Mann, wie ihn solche Tage anödeten! Und daher wollte er jetzt wenigstens ein bisschen entspannen. Ein wenig Leidenschaft, wenn man davon überhaupt reden konnte. Es würde ohnehin wieder grausam und eklig werden. Aber er konnte nicht anders. Es war wie eine Sucht. Kaum eine Woche verstrich, in der er nicht mindestens einmal dort hinging. Ungeachtet der Gefahr, die dort lauerte. Des Risikos, entdeckt zu werden. Oder überfallen zu werden. Bis jetzt war immer alles gutgegangen. Aber er hatte schon so viele andere Geschichten gehört.

Nur kurz. Ganz kurz vorbeischauen. Und nichts erzwingen. Es muss ja nichts passieren. Verkaufe dich bloß nicht wieder unter Wert.

Das dachte er sich jedes Mal, bevor er dort haltmachte.

An der nächsten Station musste er aussteigen. Mark wurde durch eine Frau aus seinen Gedanken gerissen, die sich den Weg zur Tür bahnte und ihm dabei auf den Fuß trat.

„Sorry“, sagte sie.

„Kein Thema“, sagte er.

Nett sieht sie aus, dachte Mark bei sich. Sie erinnerte ihn an Anna. Und sie würde mit ihm aussteigen – also sollte er vorsichtig sein. Die Frau, die wie Anna aussah, und auch sonst niemand sollte ihn für so eine verzweifelte Tunte halten. Eine von der Sorte, die er selbst verachtete. Die alles tun würde für ein bisschen Anerkennung. Daher lieber unsichtbar werden. Und möglichst unauffällig. Sich im Hintergrund halten. Hinter allen anderen Aussteigenden den Bahnsteig verlassen, um als Letzter das Männerklo zu passieren. Um unbeobachtet hineingehen zu können. Damit er sich fallenlassen konnte. Für ein paar Augenblicke. In den letzten Jahren war er immun geworden. Gegen den für andere bestialischen Gestank von Pisse und Exkrementen. Nur Erbrochenes, daran konnte, wollte und würde er sich nie gewöhnen. Einmal, während des Oktoberfestes, hatte er sich so einsam gefühlt, dass er spätabends hierhergekommen war. In der Hoffnung auf einen besoffenen Kerl, der genauso von der Geilheit getrieben wurde wie er. Doch als er damals im Spätseptember an die Urinale getreten war, hatte dort ein widerlicher Typ in seiner eigenen Kotze gelegen. Statt ihm aufzuhelfen oder Hilfe zu holen, hatte er das Alkoholopfer dort liegen lassen – in seinem eigenen Abendessen.

Noch ein paar Meter, dann war er am Ziel. Außer ihm hatten alle den Bahnsteig verlassen. Nun gab es nur noch ihn und die Klappe. Und im Innern hoffentlich noch jemanden. Einen Mann, der seinen Vorstellungen entsprach. Dunkel, behaart, südländisch. Am liebsten einen Macho, der weder obdachlos noch als Zivilfahnder unterwegs war. Er wollte unbedingt abspritzen. Mit einem Schwanz in seinem Mund. Oder indem er jemanden ins Maul fickte. Für mehr war er stets bereit. Er hatte immer ein Kondom dabei. Aber bis dato hatte es für einen richtigen Fick auf der Klappe nie gereicht. Seine Mitstreiter waren nie gut genug für ihn gewesen.

Jedes Mal, kurz bevor Mark mit seinem Ellbogen die schwere Eisentür aufstieß, schien sein Herz einen Hundert-Meter-Sprint gewinnen zu wollen. Auch heute schlug es wie wild.

Ich werde es nie wieder tun. Nur noch dieses eine Mal …

Mit diesem Mantra im Kopf verschwand er. Und der Bahnsteig war wie leer gefegt.

Der Vorraum war wie immer verlassen. Links gelangte man zu den Kabinen, rechts zu den Pissoirs. Von hier aus konnte man nicht erkennen, ob noch jemand anwesend war. Kaum hatte Mark den Raum betreten, kam er sich unbeobachtet vor. Sein Herzschlag normalisierte sich. Nun begann er mit seinem Ritual. Zunächst ging er zu den Kabinen, um zu checken, ob dort vielleicht ein U-Bahn-Bulle darauf wartete, ihn in flagranti zu ertappen. Oder ein Homophober, der ihm den Schädel einschlagen würde, wenn er ihn mit einem anderen Kerl an den Urinalen erwischte. Doch Gott sei Dank schien niemand hier zu sein. Nun ging er hinüber zu den Pissoirs. Bevor er um die Ecke bog, schickte er ein Stoßgebet gen Himmel, in der Hoffnung, dort möge ein Mann stehen, der auf ihn wartete. Nicht irgendeiner. Sondern ein richtiger Kerl. Einer, der kein Klappenprofi war, sondern zum ersten Mal hierherkam, von Neugier und Geilheit getrieben.

Seine Enttäuschung war groß. Außer ihm niemand. Aber zumindest war es an diesem Abend nicht so versifft wie sonst. Keine zerknüllten Taschentücher. Keine Zigarettenkippen. Keine benutzten Kondome. Normalerweise, das wusste Mark, wurde diese Bedürfnisanstalt immer vormittags gereinigt. Dann wurden die Beweise der sexuellen Exzesse mit einem Hochdruckreiniger beseitigt. Was in der Nacht noch wie in Letzte Ausfahrt Brooklyn wirkte – ein Ziel für einsame und von ihrer Libido geplagte Herren schwuler oder sexuell ambivalenter Natur –, verwandelte sich am Morgen auf einmal wieder in einen harmlosen Ort. Ein stinknormales WC. Fernab jeglicher Sünde.

Heute war man allerdings wohl spät dran gewesen mit der Reinigung. Die Fugen zwischen den Fliesen waren noch feucht, die Luft war geschwängert von Klosteinaroma und Chlor. Diese Mischung hätte Mark noch vor ein paar Jahren abgestoßen. Heute kam sie ihm nur allzu vertraut vor. Wie ein Signal, das ihm bedeutete, dass er angekommen war. Dass er angekommen war, um sich gehenzulassen. Wohin er jedoch eigentlich wollte, das würde er wohl nie wissen.

Was tun?

Sollte er sich hinstellen und ein paar Minuten abwarten? Oder entmutigt diesen dunklen Ort verlassen und wieder hinaus in die „normale“ Welt? Dort, wo er sich ganz unschwul gab und man nie und nimmer auf die Idee kommen würde, dass er es liebte, behaarte Ärsche zu lecken und zu ficken? Einkaufen gehen musste er ja außerdem noch. Aber die Läden schlossen erst in über einer Stunde. Daher taten ein paar Minuten mehr oder weniger auch nicht weh. Also ging er – wie immer – an der Pissrinne vorbei bis zur letzten Nische. Er stellte seine Laptoptasche neben sich an die Wand und nahm seine gewohnte Position ein. Schließlich öffnete er seinen Gürtel und den Reißverschluss seines Anzugs. Mit der rechten Hand griff er in seine weiße Unterhose und zog langsam seinen Schwanz heraus. Er spürte, wie sein Schaft in Vorfreude und geiler Erwartung bereits pochte, Blut in sich hineinpumpte, und die ersten Lusttropfen sammelten sich unter der Vorhaut. Mark liebte diesen Moment. Kein Mensch kannte seine sexuellen Begierden so gut wie er selbst. Keiner verstand es, ihn so scharfzumachen wie er selbst. Das lag auch daran, dass keiner Mark kannte. So war es ihm zumindest sein Leben lang vorgekommen. Wenn er könnte, würde er sich selbst klonen, um sich selbst einen zu blasen, sich zu lecken und erbarmungslos zu ficken. Um sich zu benutzen, wann immer er es wollte. Er liebte es, in jemandem zu sein. Leider war er für seinen Geschmack aber auch viel zu selten passiv. Eigentlich noch nie richtig. Es war ihm unangenehm. Doch es reizte ihn. Eines Tages, mit dem richtigen Mann, würde ihm auch dieser Hochgenuss zuteilwerden.

Obwohl er pissen musste, ignorierte Mark diesen Impuls. Er sparte sich das Urinieren auf – für den Fall, dass andere Männer, die nicht auf schwulen Sex aus waren, zum Pinkeln hereinkamen und sich neben ihn stellten. Dann konnte er den anderen zumindest den Eindruck vermitteln, dass er auch nur hier war, um seine Notdurft zu verrichten. Der positive Nebeneffekt war, dass es Mark anmachte, wenn er eine volle Blase hatte – und einen Ständer dabei.

Minuten vergingen, und nichts tat sich. Er kannte das. Obwohl hier jetzt, zur Rushhour nach Arbeitsschluss, gewöhnlich viel mehr los war. Um sich das Warten zu verkürzen, schaute er sich in dem trostlosen Raum mit dem altmodischen Inventar um. Altmodisch, weil es sich hierbei um keine öffentliche Toilette mit Stahlschüsseln und Stahlurinalen handelte. Hier war alles noch aus weißer Keramik. Ein Indiz dafür, dass es diese U-Bahn-Station schon sehr lange geben musste. Zum x-ten Mal versicherte er sich mit einem Blick zur Decke, dass dort auch wirklich keine Kameras installiert waren, die ihn beobachteten und Zeugnis davon ablegen konnten, dass er wieder einmal im Begriff war, sich komplett zu erniedrigen. Er senkte den Kopf, betrachtete die gelben Kacheln oberhalb des Pisswandrandes und die mit krakeliger Schrift hinterlassenen Nachrichten, die er bereits auswendig kannte.

Sportlicher Dreißiger...



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