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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 150 Seiten

Reihe: Eine Geschichte

Klein Noch eine Geschichte


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-7124-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 150 Seiten

Reihe: Eine Geschichte

ISBN: 978-3-7597-7124-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nachdem Cyrille die Dealerin an ihrer Schule gefasst hat und die nervige Klassenkameradin die Schule gewechselt hat, ist endlich Ruhe eingekehrt. Doch dies ändert sich, als die Klasse ins Schullandheim fährt...

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Das Schullandheim


Frau Felsenstein hopste vor der Tafel auf und ab.

Seit ihrer Entführung war sie noch seltsamer geworden.

Sie sprach fast nur noch in verschrobenen Sätzen, in denen sie sich oft verhaspelte und sich manchmal sogar nicht mehr an deren Anfang erinnern konnte.

Sie versuchte nun nicht mehr, so zu wirken, als hätte sie gute Laune oder wäre gar motiviert. Sie fuchtelte wirr in der Gegend herum und legte alle paar Minuten den Kopf schief, als würde sie nachdenken.

Wahrscheinlich führten ihre Gedanken sie zur Whiskeyfabrik zurück, in welcher sie gefangen gehalten worden war. Man hatte die Täter noch immer nicht fassen können.

Das Einzige, was Frau Felsenstein über die Entführer wusste, war, dass einer von ihnen einen Pullover mit einem Auge darauf getragen hatte. Sie wusste nicht einmal, wie viele Täter es waren, doch vermutlich mindestens zwei.

Auch Frau Goschn, die Dealerin, die Cyrille und ihre Freundinnen hinter Gitter gebracht hatten, wollte nichts über ihre Mitdealer preisgeben.

Cyrille, Jette, Cassandra, Sabrina, Cyrilles Schwester Carola und deren Hund Tom hatten alle zu ihrer Verhaftung beigetragen.

Cyrille war damals aufgefallen, dass ihr Geolehrer, Herr Tasman, Frau Goschn, die zu dieser Zeit noch ihre Ware im Pausenhof der Schule verkauft hatte, zu kennen schien.

Dies lag jedoch nicht daran, dass er einer ihrer Kunden gewesen war, sondern daran, dass sein Bruder der Staatsanwalt in Neustadt war und die Rechte des Nebenklägers Herrn Goschn vertreten hatte.

Die Goschns hatten auch eine Tochter namens Bruneline, die sehr unfreundlich zu allen gewesen war.

Besonders Jette war von ihr gedemütigt worden, da deren Haare grau waren und abstanden.

Sabrina und Bruneline hatten sich auch oft angegiftet, ebenfalls wegen Frisuren. Sabrina hatte den Tick, haargenau so aussehen zu wollen wie ihr Zwillingsbruder Florian.

Dieser hatte es anfangs nett gefunden, dass sie ihn so sehr zu mögen schien, doch mittlerweile war es zu einer Art Sucht bei ihr geworden, die sie oft hysterisch werden ließ, wenn der Wind ihre Haare verunstaltete.

Und niemand hatte gerne hysterische Geschwister.

Zum Glück war Bruneline inzwischen nicht mehr in ihrer Klasse, da sie zu ihrem Vater gezogen war. Sie hätte wohl kaum vier Jahre allein in ihrem Haus wohnen können, während ihre Mutter im Gefängnis saß.

Seit sie weg war, war es viel ruhiger in der Klasse geworden. Hin und wieder redeten ein paar Schüler miteinander, doch es hielt sich in Grenzen.

Ride und Tour hatten es sich zur Aufgabe gemacht, Frau Felsenstein mit ihren Witzen wieder aufzuheitern.

Ihr Erfolg war zwar noch nicht wirklich zu erkennen, doch so schnell würden die beiden nicht aufgeben.

Frau Felsenstein hatte gerade wieder eine ihrer Rückblenden und stand nun seltsam schief neben der Tafel. Es sah so aus, als würde sie Vladimirs Rucksack beurteilen, doch sie blickte physisch ins Nichts.

Eigentlich hätte ihr noch eine Auszeit zugestanden, doch sie wollte ihre Lehreraustauschpartnerin und gute Freundin Jennifer nicht noch mehr belasten.

Diese war bereits freiwillig ein paar Wochen bei ihr geblieben und hatte somit ihr Auslandslehrjahr, welches sie so genoss, unterbrechen müssen.

Die Lehrer hatten beschlossen, Frau Felsenstein als Ersatz für die Auszeit mit ins Schullandheim zu schicken.

Frau Ismus, die neben Frau Wilhelm-Ludwig eigentlich hätte mitkommen sollen, war zufälligerweise auch die Schulpsychologin und wusste, was zu tun war.

Es würde zwar mit 20 Jugendlichen nicht gerade Erholung werden, doch immerhin musste sie sich nicht darauf konzentrieren, ihnen etwas beizubringen.

Auch diese Stunde war es ihr nicht gelungen. Eigentlich wollte sie der Klasse das Präteritum erklären, doch sie hatte gerade mal die Theorie der regelmäßigen Endungen zustande gebracht.

Als sie ein paar Beispiele darlegen wollte, konnte sie nur noch an französisch denken, obwohl sie ihnen die deutsche Sprache beibringen musste und die Amtssprache Nord-Südlands englisch war.

„Und dann einfach überall ein accent hintendran setzen. Oder nein...“

Als es klingelte, schreckte sie hoch. „Tut mir leid. Ich bin einfach nicht fähig, euch etwas zu erklären“, seufzte sie und packte ihre Tasche zusammen.

„Wir können ja die Theorie lernen.“ „Cassandra, du schaffst das bestimmt, aber bei den anderen bin ich mir da nicht so sicher. Oh, ich wollte euch nicht zu nahetreten, ich habe nur gemeint, weil sie ja schließlich Klassenbeste - also, wenn man sich ihre Noten anschaut, äh, darf ich euch überhaupt von ihren Noten erzählen? Also, wenn ihr keine guten Noten habt, heißt das nicht, dass ihr dumm seid. Ich habe mal gehört, aber so ganz sicher bin ich mir da nicht, dass, wenn man viel lernt, man aber nicht aufpasst also eigentlich bringt das gar nichts. Also nicht das, sondern...“

Sie schien gemerkt zu haben, dass sie wieder drei Sätze angefangen, aber nicht zu Ende gebracht hatte, und so ging sie schnell hinaus.

„Irgendwie tut sie mir leid“, meinte Cyrille, als sie mit Cassandra und Sabrina noch darauf wartete, dass Jette ihr vieles Essen zusammengesucht hatte.

„Mach dir keine Vorwürfe, Cyrille, ihr habt schließlich nicht zu ihr gesagt `Hey, wir wissen, wo Dealer sind, gehen Sie doch mal hin und schauen nach´.“ „Aber Cassandra...“

„Ich habe mein Essen!“, rief Jette dazwischen und stapelte ihre sieben Brotdosen. Ihr Hunger war schon immer unersättlich gewesen.

Genauso war es bei ihrer Nichte Ester, die bei ihnen zuhause wohnte, da deren Mutter Helene während des Studiums nicht genügend Zeit für sie hatte. Jettes Schwester hatte jedoch nicht die grauen Haare und den Appetit ihrer Familie geerbt, sondern hatte braune Locken, ähnlich wie Cassandra.

Die vier konnten nun endlich das Klassenzimmer verlassen. Florian zog als pflichtbewusster zweiter Klassensprecher die Tür hinter sich zu. Bei Sabrina war diese Eigenschaft trotz ihrer Position als erste Klassensprecherin jedoch ausgeblieben.

Sie liefen die Treppe hinunter und in den Pausenhof. Die vier Mädchen, Florian und Sebastian setzten sich auf die Steinreihe, die das Blumenbeet der Schule umgrenzte.

„Ich freue mich schon auf das Schullandheim“, meinte Jette und biss zufrieden in ihr Sandwich.

„Hoffentlich wird es besser als bei mir letztes Jahr. Wir mussten wegen eines Hagelsturms zwei Tage lang im Gebäude bleiben, und danach konnten wir nur noch in Matschlöchern herum hüpfen. Das war eine Schlammschlacht, kann ich euch sagen. Aber es hat auch irgendwie Spaß gemacht.“

Cyrille war vor diesem Schuljahr an einer anderen Schule gewesen. Sie hatte ihre alten Freundinnen durch ihr Gehen verärgert und sie hatten sich seitdem nicht mehr bei ihr gemeldet.

Auch wenn sie die Nachrichten über Frau Goschns Verhaftung letzte Woche in der Zeitung gelesen haben müssten, hatte sich nichts geregt.

„Für nächste Woche ist jedenfalls kein Regen in Brammingen angekündigt. Ich weiß, der Wetterbericht muss nicht immer stimmen, aber...“ begann Cassandra.

„Wenn du dir sicher bist, dann muss es so sein.“ Jette hatte inzwischen ihre zweite Box angefangen.

„Was, wieso? Nur weil ich gute Noten habe, heißt das nicht, dass ich alles weiß.“ „Tust du aber, und du weißt es, also gib es zu“, meinte Sabrina und tat so, als ob sie Cassandra drohen wollte.

Diese lachte: „Na gut, ihr habt mich ertappt. Wir sind eben doch gut als Detektive.“

Nun hatten sie nur noch zwei Unterrichtsstunden bis zum Wochenende. Am Montag würden sie bereits ins Schullandheim fahren.

Frau Leid, ihre Mathelehrerin, hatte eigentlich keine Lust, ihnen die Wahrscheinlichkeitstheorie zu erklären, doch sie wollte nicht riskieren, dass einer dieser netten Schüler es nicht ins nächste Schuljahr schaffen würde.

Sie hatte die Klasse wirklich sehr lieb, nicht zuletzt, weil sie sich bei ihnen sicher fühlte. Sie malte schließlich doch ein paar Baumdiagramme an die Tafel.

Die Aufgabe aus dem Buch machte wie gewöhnlich keinen Sinn. Fritzchen hatte inzwischen schon fünf Schwestern, nicht mehr drei, und er hatte mal wieder zu wenig Äpfel gekauft. Dafür hatten sie offensichtlich eine Scheune voller Melonen.

„Wenn er seinen Einkaufszettel vergessen hat, wieso müssen wir es dann ausbaden?“, fragte Sabrina und lehnte sich demonstrativ zurück.

Frau Leid zuckte mit den Schultern: „Das weiß ich leider auch nicht. Hat irgendwer von euch eine Ahnung, welche Schwester den Baum nun fällen könnte, wenn überhaupt eine Axt da wäre?“

Cassandra, Martha und Valentina meldeten sich. Sie waren in Mathe am besten und lösten die Aufgabe nun zusammen.

Fritzchen hatte seinen Hund deswegen verloren, weil er seinem Onkel nicht zum Geburtstag gratuliert hatte.

Seine Schwester wäre beinahe von einer Melone erschlagen worden, doch natürlich hatte sie zuvor noch Zeit gehabt, die...



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