Klinger / Knapp / Sauer | Achsen der Ungleichheit | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 36, 291 Seiten

Reihe: Politik der Geschlechterverhältnisse

Klinger / Knapp / Sauer Achsen der Ungleichheit

Zum Verhältnis von Klasse, Geschlecht und Ethnizität
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-593-41442-3
Verlag: Campus Verlag Digital
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Zum Verhältnis von Klasse, Geschlecht und Ethnizität

E-Book, Deutsch, Band 36, 291 Seiten

Reihe: Politik der Geschlechterverhältnisse

ISBN: 978-3-593-41442-3
Verlag: Campus Verlag Digital
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Gesellschaftliche Ungleichheit wurde lange Zeit vor allem anhand von »Klasse« thematisiert. Inzwischen hat sich der Fokus um andere Konfliktlinien erweitert. In diesem Band werden die unterschiedlichen Relationen von Ungleichheit in den Dimensionen von Klasse, Geschlecht und Ethnizität bestimmt und in einen gesellschaftstheoretischen Horizont gestellt. Mit Beiträgen von Brigitte Aulenbacher, Regina Becker-Schmidt, Mechthild Bereswill, Hans- Jürgen Bieling, Wolfgang Gabbert, Christoph Görg, Sabine Hark, Lars Kohlmorgen, Helga Krüger, Sybille Küster, Helma Lutz, Shalini Randeria, Markus Schroer und Thomas Schwinn.

Die Herausgeber 
Cornelia Klinger ist ständiges wissenschaftliches Mitglied am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. 

Gudrun-Axeli Knapp ist Professorin für Soziologie an der Universität Hannover. Birgit Sauer Birgit Sauer ist Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Wien.


Schlagwort-Katalog

Differenz
Geschlecht
Geschlechterforschung
gesellschaftliche Ungleichheit
Gesellschaftstheorie
Sozialstruktur
Ungleichheitsforschung

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Weitere Infos & Material


1;Inhalt;6
2;Einführung;8
3;Achsen der Ungleichheit – Achsen der Differenz: Verhältnisbestimmungen von Klasse, Geschlecht, » Rasse « / Ethnizität1;20
3.1;1. Ungleichheitssoziologie;23
3.2;2. Gesellschaftstheoretische Reflexion;26
3.3;3. Achsen der Ungleichheit;33
3.4;Literatur;38
4;Vom fordistischen Wohlfahrts- zum neoliberalen Wettbewerbsstaat: Bewegungen im gesellschaftlichen Gefüge und in den Verhältnissen von Klasse, Geschlecht und Ethnie;43
4.1;1. Vom fordistischen Wohlfahrts- zum neoliberalen Wettbewerbsstaat;44
4.2;2. Wege der Gesellschaftsanalyse;48
4.3;3. Anmerkungen zur soziologischen Zeitdiagnostik;52
4.4;Literatur;53
5;»Class«, »gender«, »ethnicity«, »race«: Logiken der Differenzsetzung, Verschränkungen von Ungleichheitslagen und gesellschaftliche Strukturierung;57
5.1;1. »Intersektionalität« als Forschungsproblem;57
5.2;2. Gesellschaftliche Gliederung durch »Intersektionalität« und » Distinktion «;59
5.3;3. »Klasse/Geschlecht« – »Geschlecht/Klasse«: zwei Achsen sozialer Ungleichheit und ihre Verschränkung;73
5.4;4. Schlussbemerkung;81
5.5;Literatur;82
6;Undurchsichtige Verhältnisse: Marginalisierung und Geschlecht im Kontext der Männlichkeitsforschung;85
6.1;Hegemoniale Männlichkeit;88
6.2;Marginalisierte Männlichkeit;90
6.3;Kumulative Marginalisierung, biographische Diskontinuität und Geschlecht;92
6.4;Spannungsreiche Verhältnisse;94
6.5;eindeutige Uneindeutigkeiten;94
6.6;Literatur;97
7;Die neue politische Ökonomie sozialer Ungleichheit;101
7.1;1. Einleitung;101
7.2;2. Umbrüche im (globalen) Kapitalismus;102
7.3;3. Analytisch-konzeptuelle Überlegungen;107
7.4;4. Reorganisation der Sozialbeziehungen;111
7.5;Literatur;114
8;Vom (internen) Kolonialismus zum Multikulturalismus – Kultur, Ethnizität und soziale Ungleichheit;117
8.1;1. Einführung;117
8.2;2. Rasse, Klasse, Nation – zur historischen Entwicklung von Kategorien der Differenz und Integration;118
8.3;3.1 Aspekte sozialer Ungleichheit;123
8.4;4. Fazit;128
8.5;Literatur;129
9;Räume der Ungleichheit: Die Rolle gesellschaftlicher Naturverhältnisse in der Produktion globaler Ungleichheiten am Beispiel des Millennium Ecosystem Assessments;132
9.1;1. Ungleichheit und Natur;133
9.2;2. Wechselwirkungen und Skalenprobleme;137
9.3;3. Konflikt, Macht und Herrschaft in der Gestaltung der Naturverhältnisse;140
9.4;4. Naturverhältnisse in globaler Perspektive;143
9.5;5. Herrschaft, soziale Ungleichheit und Natur;147
9.6;Literatur;149
10;»Überflüssig«: Negative Klassifikationen – Elemente symbolischer Delegitimierung im soziologischen Diskurs?;152
10.1;Literatur;162
11;Klasse, Geschlecht, Regulation – Ein integraler Ansatz der Sozialstrukturanalyse;164
11.1;1. Einleitung;164
11.2;2. Klasse und Geschlecht;166
11.3;3. Regulationstheorie;169
11.4;4. Habitus und Regulation;172
11.5;5. Fazit: Vorteile einer regulationstheoretischen Analyse und offene Fragen;174
11.6;Literatur;176
12;Geschlechterungleichheit verstimmt: Institutionalisierte Ungleichheit in den Verhältnissen gesellschaftlicher Reproduktion;179
12.1;1. Unsichtbar und wirksam;179
12.2;2. Doing …: Die drei Ebenen gesellschaftlicher Strukturierung von Geschlechterungleichheit;181
12.3;3. Das Sein verstimmt das Bewusstsein oder: die Institutionalisierung der Reproduktionsverhältnisse als Lebensbereiche sui generis;184
12.4;4. Ungleichheit und strukturelle Chancen des Wandels;188
12.5;5. Ausblick;189
12.6;Literatur;190
13;Staatsangehörigkeit in Deutschland: Historische Aspekte der Nationalisierung und Ethnisierung von » Fremdheit «;194
13.1;Einleitung;194
13.2;Entwicklungsschritte der Regelung von Staatsangehörigkeit;195
13.3;Entstehungshintergrund der Staatsangehörigkeit;198
13.4;Formen der Grenzziehung;202
13.5;Faktoren der Divergenz und Ent-Homogenisierung;207
13.6;Schluss;208
13.7;Literatur;209
14;»Die 24-Stunden-Polin« – Eine intersektionelle Analyse transnationaler Dienstleistungen1;211
14.1;1. Transnationale Dienstleistungen im Haushalt;213
14.2;2. Um- und Neuverteilung sozialer Ungleichheit;218
14.3;3. Intersektionalität;221
14.4;4. Doing Gender und Doing Ethnicity auf der Ebene der Akteure und der Repräsentation;224
14.5;5. Die Institutionelle Ebene: Verknüpfungen von Wohlfahrts-, Geschlechter- und Migrationsregimen;227
14.6;6. Fazit;231
14.7;Literatur;231
15;Staatliche Interventionen, Bevölkerungskontrolle und Gender: Indien und China im Vergleich1;236
15.1;Literatur;256
16;Defizitäre Reziprozität: Der Raum der Überflüssigen und ihr Kampf um Aufmerksamkeit;258
16.1;1. Einleitung;258
16.2;2. Inklusion/Exklusion;260
16.3;3. Räumliche Exklusion;262
16.4;4. Aufmerksamkeit als knappe Ressource;263
16.5;5. »Aufmerksamkeitskonflikte«;265
16.6;6. Entzug von Aufmerksamkeit als Exklusionsfaktor;267
16.7;Literatur;269
17;Komplexe Ungleichheitsverhältnisse: Klasse, Ethnie und Geschlecht;272
17.1;1. Achsen der Ungleichheit und institutionelle Strukturen;273
17.2;2. Konfliktfähigkeit und Deutungsmuster;276
17.3;3. Konstellationsanalysen und soziologische Ungleichheitstheorie;279
17.4;Literatur;285
18;Autorinnen und Autoren;288
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Die paradoxe Gleichzeitigkeit von Prozessen sozialer Entbettung und neuen Formen der Raum-Zeit-Verdichtung ist in vielen Zeitdiagnosen registriert worden. Damit verändern sich nicht nur die gesellschaftlichen Konstellationen, in denen unterschiedliche Formen der Ungleichheit hervorgebracht und fortgeschrieben werden, sondern auch die Vergleichshorizonte ihrer Wahrnehmung, Politisierung und Regulierung. Vor allem die nationalstaatlich verengte Axiomatik der Ungleichheitsdiskussion wurde in diesem Zusammenhang wieder zu einem heiß diskutierten Thema. Zwar war der Begriff des 'methodologischen Nationalismus' schon 1974 von Herminio Martins (Martins 1974) geprägt worden, aber seine schnelle Verbreitung in der jüngeren Diskussion deutet darauf hin, dass wir es in der Tat mit der Öffnung von Horizonten und der gleichzeitigen Erosion der Stützpfeiler eines wirksamen Wahrnehmungsdispositivs aus den Gründerjahren der Sozialwissenschaften zu tun haben. Die intensivierte Reflexion auf die Sichtschatten, die mit unseren Begriffen und Theorien einhergehen, ist nicht nur Indikator innerwissenschaftlicher Lern- und Abarbeitungsprozesse, sondern auch Reflex einer Erschütterung überkommener Gewissheiten durch Veränderungen gesellschaftlicher Wirklichkeit. Die Drift zwischen gesellschaftlichen Umbruchsprozessen und den Analysemitteln, mit denen wir diese zu begreifen suchen, wird in allen Fächern, in fast allen Theorietraditionen und mit Blick auf viele Gegenstandsbereiche registriert, insbesondere aber in der auf Gesellschaftsanalyse spezialisierten Disziplin der Soziologie und deren Kernbereich, der Ungleichheitstheorie und -forschung.
Für uns ist die Erschütterung von Gewissheiten, so verunsichernd und gelegentlich auch schmerzhaft sie sein mag, nicht nur eine unumgehbare und ernste Herausforderung. Wir sehen in ihr auch eine Situation, in der sich ein Interesse, eine Lust am offenen Austausch wiedergewinnen lässt, die in Zeiten theoretischer Schließungen und unter dem zunehmenden Konkurrenz- und Zeitdruck im Wissenschaftsfeld systematisch entmutigt werden. Unter dem Eindruck der auf globalem Maßstab explodierenden gesellschaftlichen Probleme mehren sich in den drei Wissenschaftsbereichen, in denen unser Thema hauptsächlich verhandelt wird - das heißt in der Gesellschaftstheorie, in der Ungleichheitssoziologie und in jenen Forschungsrichtungen, die sich jeweils auf eine der Kategorien Klasse, 'Rasse'/Ethnizität und Geschlecht konzentrieren - die Anzeichen dafür, dass die mit einem Übermaß an Spezialisierung verbundenen Einbußen an Analysefähigkeit selbstkritisch reflektiert werden. Drei Aspekte werden dabei im Rückblick auf die Diskussionen der vergangenen Jahre hervorgehoben: Zum einen gelte es, neben dem Wandel in den Erscheinungs- und Wahrnehmungsformen sozialer Ungleichheit auch strukturelle Kontinuitäten wieder stärker in den Blick zu rücken. Zweitens gehe es um die systematische theoretische Integration unterschiedlicher Strukturgeber von Ungleichheit. Last but not least gehe es darum, Ungleichheit gesellschaftstheoretisch einzubetten. Dazu ist es nötig, die Arbeitsteilung zwischen Gesellschaftstheorie und Ungleichheitstheorie zu überwinden.



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