E-Book, Deutsch, 811 Seiten
Reihe: Rheinwerk Computing
Kloep / Weigel Sichere Windows-Infrastrukturen
2. Auflage 2023
ISBN: 978-3-8362-9251-1
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Das Handbuch für Administratoren
E-Book, Deutsch, 811 Seiten
Reihe: Rheinwerk Computing
ISBN: 978-3-8362-9251-1
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Assume the breach! In einer Zeit der Hacker und Cyberkriminellen ist nicht mehr die Frage, ob Ihre Infrastruktur Ziel eines Angriffs wird, sondern wie gut Sie dafür gewappnet sind. Microsoft gibt Ihnen für die Sicherheit Ihrer IT eine Reihe an Security-Werkzeugen an die Hand. Es kommt aber darauf an, dass Sie diese Tools richtig einsetzen, um die größtmögliche Wirkung gegen Angreifer zu erzielen. Und dafür müssen Sie wissen, wie Angreifer beim Hacking vorgehen.
Dieser Leitfaden ist geschrieben von zwei ausgewiesenen Security-Profis . Sie erklären Ihnen, welche Security-Maßnahmen gegen welche Angriffsvektoren sinnvoll und nachweisbar effektiv sind. Denn mit den richtigen Administrationsmethoden machen Sie es Angreifern schwer und sorgen dafür, dass wichtige Daten sicher bleiben und kein Schaden an der IT entsteht. Zahlreiche Best Practices und Beispiele aus dem Alltag der Security-Experten zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Windows-Systeme härten und sich auf den Ernstfall vorbereiten.
Neu in der 2. Auflage: Hinweise für die Migration bestehender Umgebungen und Handschlungsvorschläge für die Disaster Recovery
- Absicherung der administrativen Konten mit Tier-Modell und Admin-Forest
- Praktische Beispiele für die Härtung Ihrer IT-Systeme
- Kerberos, PKI und CA, Credential Guard und Bitlocker richtig einsetzen
- Patching, Auditing, Monitoring und Reporting
Aus dem Inhalt:
- Angriffsmethoden und Werkzeuge
- Systeme härten und sichere Administration
- Authentifizierungsprotokolle
- Least-Privilege-Prinzip und Tier-Modell
- Credential Guard und Remote Credential Guard
- Admin Forest und PAM-Trust
- Administration: Just in time und Just enough
- Update-Management mit WSUS
- PKI und CA
- Auditing, Monitoring und Reporting
- Disaster Recovery: Gut vorbereitet für den Ernstfall
- Migrationsguide: Von der Legacy-Umgebung zur modernen Infrastruktur
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Materialien zum Buch ... 17
Geleitwort des Fachgutachters ... 19
1. Sichere Windows-Infrastrukturen ... 21
1.1 ... Warum Sicherheitsmaßnahmen? ... 21
1.2 ... Wer hinterlässt wo Spuren? ... 22
1.3 ... Was sollten Sie von den Vorschlägen in diesem Buch umsetzen? ... 23
2. Angriffsmethoden ... 25
2.1 ... Geänderte Angriffsziele oder »Identity is the new perimeter« und »Assume the breach« ... 25
2.2 ... Das AIC-Modell ... 26
2.3 ... Angriff und Verteidigung ... 28
2.4 ... Offline-Angriffe auf das Active Directory ... 39
2.5 ... Das Ausnutzen sonstiger Schwachstellen ... 40
3. Angriffswerkzeuge ... 41
3.1 ... Testumgebung ... 41
3.2 ... Mimikatz ... 43
3.3 ... DSInternals ... 58
3.4 ... PowerSploit ... 62
3.5 ... BloodHound ... 64
3.6 ... Deathstar ... 64
3.7 ... Hashcat und Cain & Abel ... 64
3.8 ... Erhöhen der Rechte ohne den Einsatz von Zusatzsoftware ... 66
3.9 ... Kali Linux ... 69
4. Authentifizierungsprotokolle ... 71
4.1 ... Domänenauthentifizierungsprotokolle ... 71
4.2 ... Remotezugriffsprotokolle ... 94
4.3 ... Webzugriffsprotokolle ... 95
5. Ein Namenskonzept planen und umsetzen ... 97
5.1 ... Planung ... 97
5.2 ... Umsetzung ... 99
6. Das Tier-Modell ... 125
6.1 ... Grundlagen eines Tier-Modells ... 125
6.2 ... Das Tier-Modell gemäß den Empfehlungen Microsofts ... 128
6.3 ... Erweitertes Tier-Modell ... 131
7. Das Least-Privilege-Prinzip ... 165
7.1 ... Allgemeine Punkte zur Vorbereitung des Least-Privilege-Prinzips ... 166
7.2 ... Werkzeuge für das Ermitteln der Zugriffsrechte ... 170
7.3 ... Die Umsetzung des Least-Privilege-Prinzips ... 178
7.4 ... Sicherheitsgruppen im Active Directory für die lokalen und Rollenadministratoren ... 213
7.5 ... Weitere Aspekte nach der Umsetzung ... 217
8. Härten von Benutzer- und Dienstkonten ... 225
8.1 ... Tipps für die Kennworterstellung bei Benutzerkonten ... 225
8.2 ... Kennworteinstellungen in einer GPO für die normalen Benutzerkennungen ... 226
8.3 ... Kennworteinstellungsobjekte (PSOs) für administrative Benutzerkonten ... 228
8.4 ... Kennworteinstellungsobjekte für Dienstkonten ... 229
8.5 ... Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ... 231
8.6 ... GPO für Benutzerkonten ... 236
8.7 ... Berechtigungen der Dienstkonten ... 238
8.8 ... Anmeldeberechtigungen der Dienstkonten ... 239
9. Just-in-Time- und Just-Enough-Administration ... 243
9.1 ... Just in Time Administration ... 243
9.2 ... Just Enough Administration (JEA) ... 259
10. Planung und Konfiguration der Verwaltungssysteme (PAWs) ... 285
10.1 ... Wo sollten die Verwaltungssysteme (PAWs) eingesetzt werden? ... 286
10.2 ... Dokumentation der ausgebrachten Verwaltungssysteme ... 289
10.3 ... Wie werden die Verwaltungssysteme bereitgestellt? ... 289
10.4 ... Zugriff auf die Verwaltungssysteme ... 290
10.5 ... Design der Verwaltungssysteme ... 294
10.6 ... Anbindung der Verwaltungssysteme ... 298
10.7 ... Bereitstellung von RemoteApps über eine Terminalserver-Farm im Tier-Level 0 ... 301
10.8 ... Zentralisierte Logs der Verwaltungssysteme ... 310
10.9 ... Empfehlung zur Verwendung von Verwaltungssystemen ... 311
11. Härten der Arbeitsplatzcomputer ... 313
11.1 ... Local Administrator Password Solution (LAPS) ... 313
11.2 ... BitLocker ... 329
11.3 ... Mitglieder in den lokalen administrativen Sicherheitsgruppen verwalten ... 343
11.4 ... Weitere Einstellungen: Startmenü und vorinstallierte Apps anpassen, OneDrive deinstallieren und Cortana deaktivieren ... 344
11.5 ... Härtung durch Gruppenrichtlinien ... 352
12. Härten der administrativen Systeme ... 383
12.1 ... Gruppenrichtlinieneinstellungen für alle PAWs ... 383
12.2 ... Administrative Berechtigungen auf den administrativen Systemen ... 389
12.3 ... Verwaltung der administrativen Systeme ... 392
12.4 ... Firewall-Einstellungen ... 395
12.5 ... IPSec-Kommunikation ... 397
12.6 ... AppLocker-Einstellungen auf den administrativen Systemen ... 410
12.7 ... Windows Defender Credential Guard ... 412
13. Update-Management ... 417
13.1 ... Installation der Updates auf Standalone-Clients oder in kleinen Unternehmen ohne Active Directory ... 417
13.2 ... Updates mit dem WSUS-Server verwalten ... 421
13.3 ... Application Lifecycle Management ... 451
14. Der administrative Forest ... 459
14.1 ... Was ist ein Admin-Forest? ... 459
14.2 ... Einrichten eines Admin-Forests ... 462
14.3 ... Privilege Access Management-Trust (PAM-Trust) ... 489
14.4 ... Verwaltung und Troubleshooting ... 501
15. Härtung des Active Directory ... 507
15.1 ... Schützenswerte Objekte ... 507
15.2 ... Das Active Directory-Schema und die Rechte im Schema ... 522
15.3 ... Kerberos-Reset (krbtgt) und Kerberoasting ... 524
15.4 ... Sinnvolles OU-Design für die AD-Umgebung ... 528
16. Netzwerkzugänge absichern ... 531
16.1 ... VPN-Zugang ... 532
16.2 ... DirectAccess einrichten ... 563
16.3 ... NAT einrichten ... 568
16.4 ... Der Netzwerkrichtlinienserver ... 572
16.5 ... Den Netzwerkzugriff absichern ... 591
16.6 ... Absichern des Zugriffs auf Netzwerkgeräte über das RADIUS-Protokoll ... 610
17. PKI und Zertifizierungsstellen ... 625
17.1 ... Was ist eine PKI? ... 625
17.2 ... Aufbau einer CA-Infrastruktur ... 633
17.3 ... Zertifikate verteilen und verwenden ... 670
17.4 ... Überwachung und Troubleshooting der Zertifikatdienste ... 684
17.5 ... Bevorstehende Änderungen und aktuelle Herausforderungen mit einer Microsoft-Zertifizierungsstelle ... 689
18. Sicherer Betrieb ... 693
18.1 ... AD-Papierkorb ... 693
18.2 ... Umleiten der Standard-OUs für Computer und Benutzer ... 699
18.3 ... Mögliche Probleme beim Prestaging ... 700
18.4 ... Sichere Datensicherung ... 701
18.5 ... Die Sicherheitsbezeichner (SIDs) dokumentieren ... 715
19. Auditing ... 717
19.1 ... Die Ereignisanzeige ... 717
19.2 ... Logs zentral sammeln und archivieren ... 725
19.3 ... Konfiguration der Überwachungsrichtlinien ... 735
19.4 ... DNS-Logging ... 744
20. Reporting und Erkennen von Angriffen ... 749
20.1 ... Azure ATP und ATA ... 749
20.2 ... PowerShell-Reporting ... 754
20.3 ... Desired State Configuration ... 767
21. Disaster Recovery ... 773
21.1 ... Disaster Recovery planen ... 773
21.2 ... Forest Recovery ... 777
21.3 ... Die Gruppenrichtlinien-Infrastruktur wiederherstellen ... 778
21.4 ... Snapshots verwenden ... 780
21.5 ... Das DC-Computerpasswort ist »out-of-sync« ... 782
22. Praktische Implementierung der Sicherheitsmaßnahmen ... 785
22.1 ... Bestandsanalyse ... 785
22.2 ... Welche Maßnahmen sind für mich geeignet bzw. wie aufwendig ist die Umsetzung? ... 790
22.3 ... Wie fange ich an? ... 800
Index ... 803
2.3 Angriff und Verteidigung
In diesem Abschnitt möchten wir einige mögliche Angriffsmethoden beschreiben, mit denen Sie vielleicht konfrontiert werden. Wir erwähnen aber auch Methoden, wie Sie sich gegen diese Attacken wehren können. Teilweise wird es jedoch ein Kampf gegen Windmühlen sein.
2.3.1 Phishing-Attacken
Eine Phishing-Attacke ist nach wie vor die am meisten verwendete Angriffsmethode. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der Aufwand (Kosten und Zeit), den ein Angreifer in einen solchen Angriff investieren muss, ist sehr gering. Es gibt zahlreiche Quellen, bei denen riesige Mengen an E-Mail-Adressen gekauft werden können. Diese werden dann mit Phishing-Mails attackiert.
Eine Phishing-Mail ist eine E-Mail-Nachricht, die den Empfänger (das Opfer) dazu verleiten soll, auf einen falschen Internet-Link zu klicken, oder die den Benutzer dazu auffordert, Anmeldedaten zu übermitteln oder einzugeben. In den Anfangsjahren waren diese Nachrichten durch schlechte sprachliche Qualität – besonders bei deutschen Phishing-Mails – sehr leicht zu erkennen und als Fälschung zu identifizieren. Mittlerweile sind die meisten Phishing-Mails deutlich besser geschrieben und erhalten kaum noch bzw. keine orthografischen Fehler und verwenden oft die richtigen Farben und Firmenlogos.
Banken und andere Institutionen werden Sie vermutlich niemals dazu auffordern, Ihre Anmeldedaten zu überprüfen oder zu übermitteln. Zusätzlich sollten Sie bei sensiblen Seiten niemals die Links aus E-Mails verwenden, bevor Sie diese geprüft haben. Nutzen Sie stattdessen die gespeicherte Adresse in der Favoritenliste oder geben Sie die gewünschte URL (Uniform Resource Locator) direkt in die Adressleiste des Browsers ein und nicht in das Suchfenster der Suchmaschine.
Abbildung 2.2 Beispiel für eine generische Phishing-Mail, die Geld verspricht
Häufig sind Phishing-Mails brandaktuell. So spielt die Mail aus Abbildung 2.2 auf die Corona-Pandemie an und verspricht dem Adressaten, schnell und einfach Geld zu verdienen. Verdächtig bei dieser Mail ist der Absendername (volker), hinter dem aber eine völlig falsche E-Mail-Adresse steht. Zusätzlich stehen mehrere (dem Adressaten unbekannte) Empfänger in der An-Zeile. Weitere verdächtige Merkmale sind das Fehlen einer Anrede und der Link am Ende, der auf bit.ly verweist (es könnte auch ein anderer Dienst sein, der verkürzte URLs anbietet). Hinter dem Link könnte sich entweder eine gefälschte Webseite verbergen, die Anmeldeinformationen (z. B. für Online-Dienste) abfangen will, oder eine präparierte Webseite, auf der Schadsoftware aktiv ist, die dann den Computer des Aufrufers infizieren und möglicherweise übernehmen will.
Es gibt diverse Indizien, die darauf hinweisen, dass es sich bei einer E-Mail um eine Phishing-Mail oder eine gefälschte Mail handelt. Auch in Abbildung 2.3 können Sie einige der Merkmale erkennen:
-
Es wird versucht, Zeitdruck zu erzeugen, sodass der Empfänger dazu verleitet wird, sofort tätig zu werden, und nicht intensiv prüft, ob es sich um eine valide Nachricht handelt. So steht in dieser Mail: »Zahlungsverzug (Bitte pruefen Sie dies heute)«.
-
Der Anzeigename des Absenders (Vanessa) stimmt nicht mit der Absende-Mailadresse überein (raups_hans...@web.de).
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In der Nachricht geht es nicht um einen möglichen Zahlungsverzug. Der reißerische Betreff soll Sie nur dazu bringen, die Mail zu lesen.
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Der Absender der Mail hat eine web.de-Adresse, aber wenn Sie mit der Maus über den hinterlegten Link gehen, wird die Adresse, die verlinkt ist, angezeigt. Dieser Link zeigt auf eine russische Webseite.
Ein großer Teil der Phishing-Mails beziehen sich auf Banken oder andere Zahlungsdienstanbieter. Dabei versuchen die Angreifer das Opfer dazu zu bringen, relevante Bankdaten wie Zugangsdaten, Kontodaten oder Kreditkarten preiszugeben. Die Angreifer wollen entweder die erbeuteten Daten weiterverkaufen oder selbst die Daten nutzen, um an Geld zu gelangen oder Waren im Internet zu bestellen. »Interessant« sind diese Mails besonders dann, wenn Sie gar nicht Kunde der Bank sind, aber aufgefordert werden, Ihre Daten zu verifizieren.
Abbildung 2.3 Weiteres Beispiel für eine Phishing-Mail
Auch in der Mail aus Abbildung 2.4 sind wieder einige Merkmale vorhanden, die erkennen lassen, dass es sich nicht um eine legitime Mail einer Sparkasse handelt:
-
Die Absende-Mailadresse ist @online.de. Sparkassen oder andere Bankinstitute verwenden eigene E-Mail-Domänen als Absender.
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Der Link zum Aktualisieren verweist auf eine Adresse auf einem Webserver in Indien.
Abbildung 2.4 Beispiel für eine Bank-Phishing-Mail
Die Webseiten, die hinter diesen Links stecken, können z. B. wie in Abbildung 2.5 aussehen. Häufig sind es auch Webseiten, die den Originalwebseiten täuschend echt nachgeahmt sind.
Abbildung 2.5 Webseite, die Sie auffordert, Anmeldedaten einzugeben
Neben den E-Mails, die über Links das Opfer in die Falle tappen lassen, werden auch öfter Mails versendet, die den Schadcode bereits mitbringen. Dieser wird häufig in ausführbarem Code (z. B. in Skripten) versteckt, und die Icons der Dateien werden entsprechend gefälscht. In solchen Nachrichten werden oft sehr hohe Geldbeträge angegeben, um den Druck zu erhöhen, den Anhang zu öffnen.
Abbildung 2.6 E-Mail mit gefährlichem Anhang
Wenn Sie diesen Mail-Anhang öffnen und ausführen, kann es sein, dass entweder der Schadcode direkt enthalten ist oder dass eine kleine Routine auf präparierte Webseiten geht und von dort zusätzliche Schädlinge nachlädt und installiert.
Zum Schutz vor Phishing-Mails sollten Sie zuallererst Ihre Anwender schulen und sensibilisieren, sodass die Anwender nicht alle Mails mit dubiosen Absendern oder Anhängen öffnen. Zusätzlich sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Antivirenlösung aktiv ist und eventuell enthaltene Schadsoftware erkennt. Ein Filter auf Ihrem Mail-Server kann dabei helfen, Phishing-Mails und Spam-Mails herauszufiltern und von den Anwendern fernzuhalten.
Spam-Mails sind im Gegensatz zu Phishing-Mails harmloser. Spam-Mails dienen dazu, entweder das Postfach oder den Mailserver zu fluten oder Sie dazu zu verleiten, auf Webseiten zu gehen, auf denen dann durch Werbeeinnahmen Geld für den Angreifer generiert wird. Ein wirksamer Schutz, um Schaden durch solche Angriffe zu reduzieren, ist die Verwendung einer Mulitfaktor-Authentifizierung, bei der der Benutzer durch ein weiteres Gerät (Smartphone-App, Schlüsselgenerator oder Telefonanruf des Anbieters verbunden mit der Eingabe eines zusätzlichen PINs) die Anmeldung bestätigen muss. Selbst wenn der Benutzer auf die Spam-Mail hereinfällt und die Anmeldeinformationen gegenüber dem Angreifer preisgibt, kann der Angreifer mit den erbeuteten Informationen keinen Zugriff auf die Ressourcen erlangen, da für eine erfolgreiche Authentifizierung – und damit eine Ausnutzung der Anmeldeinformationen – weitere Faktoren in Form einer zusätzlichen Authentifizierung benötigt werden. Diese können in Form einer Smartphone-App oder eines Einmal-Codes vorliegen.
2.3.2 Ransomware
In den letzten Jahren gab es immer wieder Wellen von Angriffen mit sogenannter Ransomware. Das Ziel dieser Angriffe war es, die Daten auf den Systemen der Opfer zu verschlüsseln und damit Geld zu erpressen. Ob die Daten nach der Zahlung entschlüsselt werden können, bleibt jedoch fraglich. Die Zahlung des Geldes erfolgt meist in Bitcoin.
Der Angreifer versucht zusätzlichen Druck aufzubauen, indem sich der zu zahlende Preis im Laufe der Zeit erhöht. Das große Dilemma bei Ransomware (siehe Abbildung 2.7) wie z. B. WannaCry besteht darin, dass der Angriff im Kontext des Benutzers erfolgt und potenziell alle Dateien gefährdet sind, auf die der Benutzer Zugriff besitzt. Das Ausführen im Kontext des Benutzers bedeutet, dass die Schadsoftware durch den Benutzer ausgeführt wird und die Rechte verwendet, die er besitzt. Der Angreifer muss also nicht erst auf dem Computer eine Schwachstelle finden und ausnutzen, um die Schadsoftware zu starten und den Schaden zu verursachen. Neben dem Zugriff auf lokale gespeicherte Dateien haben Benutzer in aller Regel auch Zugriff auf Daten, die auf Dateiservern im Netzwerk gespeichert sind. Diese Dateien sind ebenso gefährdet wie die lokalen Dateien auf dem Computer des Benutzers.
Wenn sich ein Benutzer eine Ransomware auf den Rechner herunterlädt und ausführt, werden alle Dateien (lokal...




