Kluger | Hollywood Love | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 370 Seiten

Kluger Hollywood Love


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-947634-04-0
Verlag: Obo e-Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 370 Seiten

ISBN: 978-3-947634-04-0
Verlag: Obo e-Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hollywood Karriere oder die große Liebe? Als junge, unbekannte Schauspielerin hat Lauren es in Hollywood schwer. Vor allem, weil sie nicht den gängigen Schönheitsidealen entspricht. Doch dann sieht es ganz so aus, als würde sie endlich Glück haben. Brad Bailey, einer der erfolgreichsten Regisseure Hollywoods plant Lauren für eine Hauptrolle ein und will sie als Star aufbauen. Einziger Haken an der Geschichte: Es ist die männliche Hauptrolle. Lauren müsste für ihren Traum alles aufgeben. Ihre Identität und ihre große Liebe, und das zu einem Zeitpunkt zu dem es endlich so aussieht, als hätte sie den Mann fürs Lebens gefunden ... Lust auf eine amüsante Verwechslungskomödie in der die Liebe nicht zu kurz kommt? Dann hol dir 'Hollywood Love'. 'Hollywood Love' ist die Neuausgabe des Titels 'Schau ihr in die Augen/Hollywood Blues', der 2011 im Knaur eBook erschienen ist.

Birgit Kluger begann mit dem Schreiben von Romanen bereits vor zwei Jahrzehnten, fand aber erst in den letzten beiden Jahren die Zeit, sich ernsthaft dieser Leidenschaft zu widmen. Die Weltenbummlerin hat schon auf Mallorca, in den USA und den Seychellen gelebt und wohnt jetzt im Süden Deutschlands.
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1


Mühsam schlug ich die Augen auf. Ein Fehler, den ich sofort bereute. Mein Kopf dröhnte, als würde jemand von innen dagegenschlagen, und ich hatte einen schalen Geschmack im Mund. Schon wieder so eine Nacht, dachte ich, als ich meine Augen vorsichtig zusammenkniff, mich umschaute und feststellte, dass ich keine Ahnung hatte, wo ich mich befand. Bitte, Gott, lass ihn nicht hässlich sein.

Ich drehte meinen Kopf langsam, ganz langsam zur Seite. Der Mann, der mehr als die Hälfte des Bettes in Beschlag genommen hatte, war mir vollkommen fremd. Ich hätte schwören können, ihm noch nie begegnet zu sein. War in dieser Nacht irgendetwas zwischen uns vorgefallen? Nachdenklich musterte ich den Fremden. Zumindest hatte Gott mein kurzes Gebet erhört, denn wer immer er war, er sah gut aus.

Als hätte er meinen Blick bemerkt, schlug er die Augen auf. Wunderschöne dunkelblaue Augen, umrahmt von schwarzen Wimpern. Anscheinend war gestern mein Glückstag. Er schaute mich verwirrt an, setzte sich auf und massierte sich die Schläfen. So wie es aussah, war sein Kater mindestens genauso groß wie meiner.

»Mann, muss ich dicht gewesen sein, als ich dich abgeschleppt habe.«

Das Lächeln, das sich gerade zögernd auf meinem Gesicht ausbreiten wollte, erlosch. Schlagartig. Es war klar: Im hellen Tageslicht bemerkte er, wie ich tatsächlich aussah.

»Schöner kann ein Tag nicht beginnen«, murmelte ich, stand auf und raffte schweigend meine Sachen zusammen. Diesen Idioten, mit dem ich das Bett geteilt hatte, ignorierte ich. Gerade als ich mich zur Tür bewegte und für immer aus seinem Leben verschwinden wollte, fand er seine Stimme wieder.

»Halt. Bleib stehen. Bitte!« Langsam drehte ich mich um.

»Also, ich teile mir die Wohnung mit jemandem, und ich möchte nicht ….«

Ich bedachte ihn mit dem kältesten Blick, zu dem ich fähig war.

»Es ist ja nur, damit er meiner Freundin nicht von dir erzählt.«

»Und wie soll ich deiner Meinung nach hier rauskommen?«

»Könntest du vielleicht …?« Er deutete zum Fenster.

»Glaubst du im Ernst, ich klettere aus dem Fenster und brech mir die Beine?«

»So schlimm ist es nicht. Du musst nicht klettern, nur über das Fensterbrett auf die Feuerleiter steigen. Es ist ganz einfach, glaub mir.«

»Dann tu’s doch selbst.« Mit diesen Worten riss ich die Zimmertür auf und lief geradewegs auf einen Typen zu, der mich mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. Ich konnte es ihm nicht verdenken. Er saß an einem winzigen Couchtisch, löffelte seine Cornflakes und dachte wahrscheinlich nichts Böses, als ich halb nackt aus dem Zimmer seines Mitbewohners kam. Aber das war noch nicht alles. Neben ihm saß ein etwa achtjähriger Junge. Was zu viel ist, ist zu viel, dachte ich und marschierte wieder ins Zimmer zurück.

Dort lag meine gestrige Eroberung wieder im Bett und hielt sich den Kopf.

»Jetzt hat er was zu erzählen«, murmelte ich, während ich mich in meinen Minirock quetschte und mein T-Shirt über den Kopf zog.

»Also dann. Bis hoffentlich nie wieder.« Mit diesen Worten öffnete ich das Fenster und verschwand.

Fluchend kletterte ich die rostige Feuerleiter hinab. Die Absätze meiner Pumps waren für einen solchen Abstieg nun wirklich nicht gemacht. Als ich unten war, schaute ich mich um. Ich hatte keine Ahnung, wo ich mich befand.

Missmutig machte ich mich auf den Weg. Das helle Sonnenlicht, das mir in den Augen brannte, trug nicht gerade dazu bei, meine Laune zu verbessern. Musste mir dieser Trottel gleich zur Begrüßung sagen, wie hässlich er mich fand?

Okay, ich bin nicht das, was man als weiblichen Typ bezeichnet. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass ich auch von meiner Einstellung her nicht unbedingt dem fraulichen Stereotyp entspreche. In meiner Kindheit habe ich lieber mit Jungs und Autos gespielt als mit Puppen oder anderen Mädchen. Als Jugendliche fühlte ich mich in Hosen wohler als in Miniröcken. Erst mit Anfang zwanzig, als der modische Trend eindeutig zu Schlauchbootlippen und einer umfangreichen Oberweite tendierte, versuchte ich mehr dem weiblichen Ideal Hollywoods zu entsprechen. Seitdem trage ich mein dunkelbraunes Haar lang und versuche mit Make-up meinem kantigen Gesicht weichere Konturen zu geben. Ich bin, was mein Aussehen anbelangt, etwas empfindlich. Schließlich stand es mir einfach zu oft im Weg. Ich bin Schauspielerin und meist arbeitslos, wie so viele in Hollywood. In der Regel war mein »Typ« gerade nicht gefragt. Beim letzten Casting meinte der Casting-Direktor: »Schätzchen, du bist eine gute Schauspielerin, keine Frage. Und wenn du ein Mann wärst, würde ich dich sofort nehmen, aber für die Rolle brauche ich eine Frau, die auch so aussieht.«

Und dann wunderte sich auch noch gleich nach dem Aufwachen ein vollkommen Fremder, warum er mit mir im Bett gelandet war. Ich war gestern Abend eindeutig auf einen Idioten hereingefallen. Dabei hatte er so gut ausgesehen! Langsam fiel es mir wieder ein: Wir waren uns im Sony’s begegnet, einem kleinen Nachtclub. Das Sony’s war mein zweites Zuhause – wenn mir und Stace, meiner Mitbewohnerin, nichts Besseres einfiel.

Nachdem ich mehr Martinis getrunken hatte, als ich jetzt zählen wollte, hatte er mich angesprochen. Faselte von jeder Menge Beziehungen, die er hätte, und von dem berühmten Regisseur, für den er bald arbeiten würde. Ha! Der Wohnung nach zu urteilen, war er höchstens Kabelträger bei einer drittklassigen Filmproduktion, wenn er überhaupt jemals ein Filmstudio von innen gesehen hatte. Natürlich war ich nach einigen weiteren Martinis auf die älteste Masche Hollywoods hereingefallen und hatte ihm geglaubt. Vielleicht aber hatte mich auch nur sein gutes Aussehen überzeugt. Im weiteren Verlauf der Nacht hatten wir wild rumgeknutscht, gefummelt – und dann war der Mistkerl einfach eingeschlafen und hatte laut zu schnarchen angefangen.

Schwitzend trottete ich weiter. Die Autos zogen an mir vorbei, und ich verfluchte mein Pech. Mein Wagen hatte vor drei Tagen den Geist aufgegeben. Für immer. Einen neuen konnte ich mir nicht leisten. Ich war ja schon froh, wenn ich es schaffte, jeden Monat meinen Anteil an der Miete zu zahlen.

L. A. ohne Auto ist die Hölle, vor allem, wenn man mit einem fürchterlichen Kater in der Mittagshitze orientierungslos drauflosläuft.

Trotz der fehlenden Gebete schien Gott zumindest mein Jammern erhört zu haben, denn die Fata Morgana eines Starbucks-Zeichens flimmerte in der heißen Luft. Ich war gerettet. Ein riesiger Becher Kaffee war genau das, was ich jetzt brauchte.

Wenig später nippte ich mit geschlossenen Augen an dem heißen Getränk und genoss den kühlen Luftstrom, den mir die Klimaanlage ins Gesicht blies. Nur das Paradies konnte schöner sein. Ich beschloss, diesen Tag neu anzufangen. Sobald ich zu Hause war, würde ich das tun, was ich für dieses Wochenende geplant hatte. Nichts. Ich hatte vor, mich so wenig wie möglich zu bewegen und dafür so viel wie möglich zu faulenzen. Vater hatte mich gefragt, ob ich ihn besuchen würde, aber ich hatte keine Lust. Seine ewig wiederkehrenden Predigten hatte ich satt: »Du hast eine große Verpflichtung, verschwende nicht deine Zeit bei Castings für drittklassige Filme, spare dich lieber auf für den einen großen Film, der dir den Durchbruch bringen wird« und so weiter.

Als ich zehn Jahre alt war, starb meine Mutter, und mein Vater war plötzlich mit der Aufgabe konfrontiert, mich ganz alleine großzuziehen. Was nicht einfach war, denn er war selbst einmal mit einem Traum nach Hollywood gekommen. Als wir nur noch zu zweit waren, begrub er alle Ambitionen, ein erfolgreicher Regisseur zu werden, und begann, nachts als Bedienung in einem drittklassigen Restaurant zu arbeiten. Nachdem es ihm nicht gelungen war, seinen Traum umzusetzen, hatte er alles darangesetzt, wenigstens meinen zu verwirklichen. Die Schauspielerei war meine Waffe gegen die Trauer über den viel zu frühen Tod meiner Mutter. Als die schlimmsten Wunden verheilt waren, Jahre später, wurde sie zu einem leidenschaftlichen Ziel: Ich musste Schauspielerin werden.

Mein Vater unterstützte mich, wo er nur konnte: In seiner Freizeit gab er mir Schauspielunterricht. Er studierte etliche Rollen mit mir ein und suchte die Castings für mich aus, von denen er sich am meisten versprach. Trotz seiner Liebe fühlte ich mich erdrückt. Als ich achtzehn war, zog ich aus. Ich musste es auf eigene Faust versuchen. Ich brauchte Freiraum, um herauszufinden, was für ein Mensch ich war und wohin ich als Schauspielerin wollte. Jetzt, fünf Jahre später, reduzierten sich meine Ambitionen darauf, eine Rolle zu wollen, egal wie klein und egal in welchem Film.

Frustriert starrte ich in den Kaffeedampf. Meine Vorsätze, das Beste aus diesem Tag zu machen, schwanden, als ich an meine vergangenen Misserfolge dachte. Vielleicht war es an der Zeit, die sinnlosen Träume aufzugeben. Mit einem richtigen Job könnte ich mir wenigstens ein Auto und ein Frühstück leisten. Stattdessen saß ich mit knurrendem Magen im Starbucks und hoffte, Stace ginge endlich ans Telefon, damit ich sie bitten konnte, mich abzuholen. Erneut drückte ich die Wahlwiederholungstaste auf meinem Handy. Nichts.

Ich hatte gerade weitere fünf Minuten finster vor mich hin gestarrt, als die Tür aufging und ein warmer Luftstrom zu mir hinüberwehte. Mein Bettpartner der vergangenen Nacht betrat das...



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