Kneifel | Atlan 2: Säulen der Ewigkeit (Blauband) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 432 Seiten

Reihe: Atlan-Blauband

Kneifel Atlan 2: Säulen der Ewigkeit (Blauband)

Die Zeitabenteuer
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-3301-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Zeitabenteuer

E-Book, Deutsch, Band 2, 432 Seiten

Reihe: Atlan-Blauband

ISBN: 978-3-8453-3301-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Vor rund 10.000 Jahren strandete der unsterbliche Arkonide Atlan, später der beste Freund Perry Rhodans, auf der Erde. Unterstützt von seinem Roboter Rico versucht er, die kulturelle und zivilisatorische Entwicklung der irdischen Barbaren voranzutreiben und seinen Auftrag als Hüter der Menschheit zu erfüllen. Im dritten Jahrtausend vor Beginn der Zeitrechnung ist Atlan in Ägypten, im nördlichen Indien, in Mesopotamien und auf Kreta aktiv. Überall errichten die Menschen gigantische Bauwerke, mit deren Hilfe sie Kontakt zu den Göttern suchen - sie erbauen die Säulen der Ewigkeit ...

Hans Kneifel (1936 bis 2012) war einer der wenigen deutschsprachigen Autoren, die sich mit großer Sicherheit in und zwischen den unterschiedlichsten Welten bewegten: Er verfasste historische Romane, Science Fiction, Horror und Fantasy. Dank seiner ausgefeilten Charakteren und seiner Vorliebe für klarsichtige Beschreibungen hatte Kneifel geradezu einen eigenen Fan-Kreis. Geboren wurde Hans Kneifel am 11. Juli 1936 in Gleiwitz/Oberschlesien; er wuchs in München auf, wo er zuerst den Beruf eines Konditors erlernte. Darauf folgte ein Studium der Pädagogik, das er mit dem Staatsexamen abschloss. Schon als Jugendlicher verfasste er erste Romane; unter dem Titel 'Uns riefen die Sterne' publizierte der damalige Konditorgehilfe bereits 1956 sein erstes Science-Fiction-Werk. Als Berufsschullehrer verschlug es ihn nach Kitzingen; dort beschloss er, den Beruf des Lehrers an den Nagel zu hängen und stattdessen freier Schriftsteller zu werden - ein Entschluss, den der Autor in all den Jahren nie bedauerte. In der Folge schrieb er Hunderte von Heftromanen und Taschenbüchern; seit 1965 verfasste er Romane für die PERRY RHODAN-Serie. Zeitweise betrieb er sogar das Stadtmagazin 'Wir Münchner', über das er später in einem Interview sagt: '... wenigstens hatte man fast überall freien Eintritt, lernte nette (aber auch miese) Leute kennen, und ich weiß seitdem, wie man eine Zeitschrift macht.' Vorrangig schrieb er in den 60er und 70er Jahren für PERRY RHODAN und ATLAN. Farbenprächtige Charaktere wie Sandal Tolk, der Rächer, oder 'der Einsame von Terra' prägten seine Werke. Besonders berühmt machten ihn die Dutzende von 'Zeitabenteuern', in denen Kneifel die bekannte Geschichtsschreibung der Erde durch den Arkoniden Atlan und seine zahlreichen Eingriffe ergänzte. Viele Science-Fiction-Leser erinnern sich darüber hinaus gern an seine Romane, die er zur Fernsehserie 'Raumpatrouille' verfasste und die danach mit weiteren Abenteuern der ORION-Besatzung fortgesetzt wurden. In den 70er Jahren gehörte er mit DRAGON, in den frühen 80er Jahren mit MYTHOR zu den ersten Schriftstellern, die im deutschsprachigen Raum die Fantasy populär machten. In den 90er Jahren wurde Hans Kneifel durch seine historischen Romane einem breiten Leserkreis bekannt. In 'Babylon - Das Siegel des Hammurabi' oder 'Hatschepsut' transportierte er historische Epochen in die heutige Zeit; mit 'Telegonos' erzählte er einen Odysseus-Roman, hinzu kamen biografische Romane über den Perserkönig Darius der Große oder den Seefahrer Francis Drake. Und immer wieder schrieb Hans Kneifel einen PERRY RHODAN-Roman. In seiner Rolle als Gastautor fühlte sich der Altmeister der Serie sichtlich wohl, und viele Fans begrüßten seine regelmäßigen Beiträge zur größten Science-Fiction-Serie der Welt. Sein Auftritt beim PERRY RHODAN-WeltCon 2011 in Mannheim wurde umjubelt, er gab stundenlang Autogramme. Hans Kneifel starb, für alle völlig unerwartet, am 7. März 2012 in München. Er wurde 75 Jahre alt.
Kneifel Atlan 2: Säulen der Ewigkeit (Blauband) jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1.


Claudine Delaterre war sechsundzwanzig Jahre jung und ungewöhnlich hübsch, und das wusste sie genau. Wir saßen auf der Terrasse meines Bungalows und blickten auf die Lichter der Boote, die auf dem Goshunsee kreuzten. Juli dreitausendvierhundertdreißig. Wenn die Referentin des Archäologischen Seminars die rechte Hand hob, glänzte, eingeschnitten in einen Skarabäus und mit Platin ausgelegt, das altägyptische Schriftzeichen für »Leben« im dunkelroten Ringstein. Flüchtig erinnerte ich mich ans archaische Land am Nil.

»Sie kennen die Stele, die Sir Kavanagh ausgegraben hat?«

»Natürlich«, sagte ich. »Worauf wollen Sie hinaus, Miss Delaterre?«

»Neben Pharao Menes ist, gleich groß, ein Würdenträger namens Anhetes abgebildet. Etwas kleiner, also in sogenannter Bedeutungsperspektive, steht Nachfolger Aha neben Menes. Von einer größeren weiblichen Figur fehlen Kopf, ein Teil des Oberkörpers und der Text. Was wissen Sie, Lordadmiral, über diese beiden Persönlichkeiten?«

»Eine ganze Menge, Gnädigste.« Ich grinste. Trotzdem spürte ich Unbehagen. Wenn wir uns länger in diese Unterhaltung vertieften, zwang mich mein Unterbewusstsein zur vollkommenen Erinnerung. Noch war ich in der Lage, mich unbeeinflusst über dieses Thema zu unterhalten. Der Logiksektor warnte: Brich das Gespräch ab! Ich musterte Claudine von der Seite und zitierte:

»DIES IST MEIN GESETZ: EIN WEISER STEHT NEBEN MIR. SEIN NAME IST RÊ-ATLAN-ANHETES. ER WIRD SPRECHEN, WIE ICH SPRECHE. ER, DER MENES WIE EIN BRUDER IST, STEHT NEBEN DEM HORUS DES HORIZONTS. ER LEUCHTET IM GLANZ MEINES ANTLITZES. RÊ-ATLAN-ANHETES, BRUDER DER GOLDENEN WÖLFE, SCHREITET ZUM TEMPEL DES ATON. ER WIRFT SEINEN GLANZ AUF NEFER-MERYT, SEINE GELIEBTE, SCHWESTER DES ERHABENEN. ER ZWANG DIE ABTRÜNNIGE STADT UNTER SEINE SOHLEN.« Ich lächelte und griff nach dem Glas. »Und so weiter.«

»Sie waren also jener Anhetes?« Claudine schien nur wenig überrascht.

»Ja. Auch die Schriftzeichen des mittleren Namens sind nicht gut erhalten. In der Umschrift könnten wir die Konsonanten – man schrieb damals keine Vokale – zweier Namen lesen: N’h t.s oder M’h t.p. Anhetes oder Imhotep. Vielleicht erzähle ich irgendwann die ganze Wahrheit.«

Meine Erinnerungen beschworen das Bild Nefer-meryts herauf: mattbraune, seidige Haut, pechschwarzes Haar, Gazellenaugen und schlanke Finger voller Ringe, die dunklen Lippen und das Funkeln des halbmondförmigen Schmuckgehänges über den Brüsten. Ich glaubte, Nefers Stimme zu hören; tief und weich, von unangreifbarer Selbstsicherheit. Ich lehnte mich zurück und dachte an die Jahre grausamer Kämpfe, langer Gastmähler und vieler Nächte, die zart waren wie Lotosblüten und süß wie Datteln. Zu spät!, rief der Extrasinn. Du kannst nicht mehr zurück!

Wahrscheinlich wollte ich mich daran erinnern. Ich vergaß die junge Frau neben mir und Sir Kavanaghs zweiten Fund, das andere Bruchstück der Dioritplatte. Wie in Trance ging ich ins Haus zurück, schaltete Aufnahmegeräte ein und nahm ein mildes Medikament. Ich fiel in einen Sessel und spürte den Zwang des Déjà-vu-Erlebnisses, das mich ins Jahr 2875 vor der Zeitwende zurückschleuderte. Die Sonne glühte über einem Wüstenstrich und schuf pechschwarze Schatten unter Tamarisken, Mimosen und Palmen. In der Mitte der Oase stand Wasser, ein Storch suchte nach Nahrung. Hoch über mir kreiste ein Falke. Durch das Gras kroch eine Natter; ein Wagenpferd keilte aus und schleuderte Sand in die Richtung der Schlange. Ich lehnte am Stamm einer Palme, etwa fünf Tagesreisen von Menefru-Mirê entfernt.

Ich war allein in der winzigen Oase und versuchte, das Bild von Ruhe und Geborgenheit in mich aufzunehmen. Es würde für viele Tage das letzte Bild dieser Art sein. Noch jetzt, etwa einen Monat nach dem Erwachen, hielt mich ein Schock im unbarmherzigen Griff. Ich löste mich vom Palmenstamm und drehte mich um.

An den Schuppen der Rinde aufgehängt hing ein doppelt handtellergroßer Spiegel; plangeschliffener Arkonstahl, auf der abgewandten Seite bronziert. Ich trug die Mischung aus Fett und Seife auf, massierte die Haut, bis sich zwischen den Fingerkuppen Schaum bildete, und rasierte mich langsam und vorsichtig mit der haarscharfen Klinge des Dolches. Er war wie der Rest meiner Ausrüstung analog zu der Kultur ausgebildet, auf deren Hauptstadt ich langsam zufuhr. Die Gravur, das falsche Elfenbein des Dolchgriffs und der Stahl – die Waffe wirkte handgeschmiedet; der kupferne Schimmer der Schneide versteckte den Stahl. Im Land am Hapi-Strom benutzte man Kupfer als einziges Werkzeugmetall. Die Erfindung der Bronze war noch nicht hierher vorgedrungen, und Eisen zählte zu den Kostbarkeiten.

Ich wusch mich mit Sand, Seife und Quellwasser, schnitt einen daumendicken Streifen Braten ab und wickelte die Antilopenkeule wieder in das feuchte Tuch; auch Stoffe wurden inzwischen von Rico und den Maschinen des Schutzzylinders hergestellt. Ich aß, trank dünnes Bier und ließ mich von der Sonne bräunen. Meine Haut, lange Jahre ohne Sonnenlicht, juckte noch immer.

»Preis dir, o Hapi, aus dunkler Erde herbeigeeilt, um das Land der Rômet zu nähren«, sangen die Menschen entlang der Wasserader, die ihnen Lebensmöglichkeiten und gute Ernten brachte. »Du, geschaffen von Rê, bewässerst die Fluren und sättigst die Herde. Du tränkst die Wüste, fern der Wasser.«

Ich grinste. Der Robot Rico und Ti und Kar, meine robotischen Wölfe, hatten zehn Tage vor meiner Ankunft eine kleine Herde verwilderter Pferde aus Nordwesten herangetrieben. Die stärksten und schönsten Hengste waren ausgesondert worden. Die Herde weidete in einem menschenleeren Savannental; ich konnte jederzeit neue Zugtiere erhalten. Entlang des Stromes, wohin ich fuhr, gab es nur Wildesel und wenige brauchbare Straßen. Es war ein schlechtes Land für Pferde und Wagen.

»Sehr gut.« Ich wischte Rasierschaum und Schweiß ab und ging in den Schatten. Die vier Tiere, Pferde und Wölfe, stellten die Ohren auf. Ti und Kar, groß wie Geparde, trugen deren goldgeflecktes Fell, aber ihre Lunten und Ohren waren die von Wölfen, ebenso wie deren furchtbares Gebiss. Rico hatte die dritte Generation robotischer Tiere hergestellt. Ich warf den abgenagten Knochen in die Richtung des Storches, erschreckte ihn und lachte, während ich Sonnenschutzöl in die Haut rieb. Den unzerbrechlichen Krug, ebenfalls eine Nachahmung eines Tonkruges, verstaute ich in den prallen Gepäcktaschen. Ich zog mich an, schirrte ohne jede Eile die Pferde ein und klopfte ihre Hälse; die Tiere waren ebenso satt und ausgeruht wie ich. Alles an mir sah aus, als sei es in den Werkstätten des Menes angefertigt worden – und nichts davon war echt.

Der Halsschmuck bestand aus vergoldetem Arkonstahldraht und Plastan von großer Leuchtkraft, das weiße Kopftuch und die Halteklammern waren aus Kunstfasern gewebt, ebenso wie Schurz und Hüfttuch. Bogen und Pfeile, ein doppelschneidiges Kampfbeil, Lanzen und Köcher und Sandalen: alles wirkte wie Handwerksarbeit und war halbwegs unzerstörbar. Auch Achse, Radlager, stählerne Felgen und Deichsel, Zügel und Gebissstangen; nachgeahmte Holzmaserung, Kupfer oder Bronze aus den Programmen arkonidischer Maschinen. Mein Zellschwingungsaktivator hing an stählerner, vergoldeter Kette und war in kostbar besticktes Leder gehüllt. Ich sprach die Sprache der Rômet und hoffte, dass ich die meisten Sitten richtig verstanden hatte. Ich schnalzte mit der Zunge.

»Ti, Kar! Wir fahren.«

Die Schimmel zogen an. Die winzige Feuerstätte und unsere Spuren blieben im Sand zurück. Der Wagen, mit beiden Schenkeln der Achse federnd, fuhr auf den Verbreiterungen der knirschenden Felgen durch Sand und kümmerliche Gräser, mit der Morgensonne im Rücken. Ich führte Selbstgespräche und sprach mit Rico. Niemand hörte mich. Ein dünner Kunststoffstreifen schützte meine Augen vor der Helligkeit. Ricos Stimme kam in langen Abständen aus dem Lautsprecher des Armbandgerätes.

»Wann steigt der Strom im Bereich der Stadt?«, fragte ich. »Hast du präzise Beobachtungen?«

Seit sieben Monaten beobachtete der Robot diese Kultur intensiver als andere Bezirke des Planeten. Ich benutzte die Gespräche, um die Sprache noch besser einzuüben.

»Die Sonden schweben stromaufwärts. Bisher habe ich noch keine Anzeichen, Gebieter Atlan.«

»Die Bewohner entlang des Jotru oder Hapi scheinen auf die große Überschwemmung zu warten.«

»Sie warten darauf, dass der Stern Sepedet über dem Horizont erscheint. Das ist in der Regel das Zeichen für das Ansteigen des Hapi. Logischerweise dauert es lange, von den Katarakten bis zum Mündungsgebiet, bis das Wasser überall gestiegen ist.«

»Danke für die Erklärungen.«

Was hatte mich, arkonidischer Kristallprinz, zum fünften Mal an die Oberfläche des Planeten Larsaf Drei getrieben?, fragte ich mich grimmig. Der Logiksektor verzichtete auf einen Kommentar. Unerwartet war ein Raumschiff von unseren Antennen angemessen worden. Ein großes Schiff war etwa im Zentrum des Kontinents niedergegangen, auf dem ich meine dünne Spur zog. Der Robot teilte mir diesen Umstand mit, als ich nach dem Aufwecken ansprechbar war. Der Logiksektor meinte: Du bist im Begriff, den Schock endgültig zu verarbeiten. Ich sagte leise:

»Das habe ich. Ich bin sicher.«

Vor dem Gespann rannten die Wölfe und sicherten mit hochorganisierten optischen, akustischen und infraroten Systemen die Umgebung. In Tis und Kars Körpern hatten Ricos Maschinen einen leistungsfähigen Lähmstrahler eingebaut, den ich durch gesprochene Befehle auslösen konnte; eine der vielen Sicherheitsvorkehrungen.

Ich drehte mich, in den Knien...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.